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Zusammenfassung

Die Wahl zum 14. Deutschen Bundestag am 27. September 1998 hat sich in einer Reihe von Aspekten von vorherigen Bundestagswahlen unterschieden. Ob es sich um eine historische Wahl handelte, wie inzwischen nicht nur Politiker — aus deren Sicht allerdings inzwischen jede Wahl eine historische Dimension annimmt — oder Journalisten, sondern auch Politikwissenschaftler behaupten1, bleibt dahingestellt. Das Wahlergebnis der Bundestagswahl hat eigentlich nur eine Reihe von Entwicklungen, die Wahlverhalten beeinflussen und verändern, für ziemlich alle, die sich mit Politik beschäftigen, deutlich werden lassen. Diese Entwicklungen ihrerseits sind allerdings keineswegs neu. Auch in der Analyse vorangegangener Wahlen ist immer wieder auf sie hingewiesen worden. Lange Zeit war das eigentlich zu erklärende Phänomen die hohe Stabilität im Wahlverhalten auf Bundesebene, obwohl sich so viele strukturelle Bedingungen, aber auch meinungsbildende Bedingungen, verändert hatten. Dieser Beitrag stellt einen Versuch dar, die Ergebnisse der Bundestagswahl von 1998 in diesen längerfristigen Zusammenhang zu stellen.

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Literatur

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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