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Kanzlerdemokratie — Bonner Regierungspraxis von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl

  • Karlheinz Niclauβ

Zusammenfassung

Die Bezeichnung „Kanzlerdemokratie“ gehört zu den zahlreichen Vokabeln, die zunächst im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet und später in die wissenschaftliche Terminologie übernommen wurden. Die Politikwissenschaft und die Zeitgeschichte konnten sich dieser suggestiven Wortprägung ebensowenig entziehen, wie der zugkräftigen Bezeichnung „Volkspartei“. Die Amtsbezeichnung „Kanzler“ läßt sich bis in das frühe Mittelalter zurückverfolgen und leitet sich aus dem Lateinischen (cancellarius) ab. „Kanzler“ hießen bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation die nächsten Amtsgehilfen der Kaiser und Könige. Bei dem Restaurationsversuch des deutschen Kaisertums in Personalunion mit der preußischen Monarchie wurde auch das Kanzleramt wiederhergestellt: Zur Zeit des Norddeutschen Bundes (1867–1871) nannte sich der Reichsgründer Bismarck „Bundeskanzler“, nach der Reichsgründung „Reichskanzler“. Die Weimarer Reichsverfassung übernahm diese Bezeichnung für das Amt des Regierungschefs. Nach dem Tod Hindenburgs vereinigte Hitler im August 1934 die Ämter des Kanzlers und des Reichspräsidenten und bezeichnete sich als „Führer und Reichskanzler“.

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Authors and Affiliations

  • Karlheinz Niclauβ

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