Advertisement

Richtlinienkompetenz und Koalitionsregierung: Wo wird die Politik definiert?

  • Göttrik Wewer

Zusammenfassung

Als „Kennzeichen der Kanzlerdemokratie“, also als eine Art systematischer Beschreibung dieses besonderen „Regierungstyps“, nennt Karlheinz Niclauß vor allem fünf Merkmale (1988: 67ff.):
  1. a)

    die praktische Dominanz des Kanzlerprinzips über Ressortprinzip und Kabinettsprinzip;

     
  2. b)

    das persönliche Prestige des Bundeskanzlers, zumindest im Regierungslager und bei der Mehrheit der Wähler („Kanzlerbonus“), und die Personalisierung der politischen Auseinandersetzung zwischen Amtsinhaber und „Kanzlerkandidat“;

     
  3. c)

    eine enge Verbindung zwischen dem Amt des Bundeskanzlers und der Führung der größten Regierungspartei;

     
  4. d)

    den Gegensatz zwischen Regierungslager und Opposition, also die bewußt inszenierte Abgrenzung zwischen zwei Lagern und die Reduktion der Politik auf die Standpunkte „pro und contra“ als „Herrschaftsmittel“ in der Kanzlerdemokratie;

     
  5. e)

    das starke Engagement des Bundeskanzlers in der Außenpolitik.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Blondel, Jean/Müller-Rommel, Ferdinand, 1988 (eds): Cabinets in Western Europe, Basingstoke: MacMillanGoogle Scholar
  2. Ellwein, Thomas/ Hesse, Joachim Jens, 1987: Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland. 6., neubearb. und erw. Auflage, Opladen: Westdeutscher VerlagGoogle Scholar
  3. Fraenkel, Ernst, 1964: Deutschland und die westlichen Demokratien, Stuttgart usw.: KohlhammerGoogle Scholar
  4. Grosser, Alfred, 1988: Das Deutschland im Westen. Eine Bilanz nach 40 Jahren. Mit einem Nachwort zur Taschenbuchausgabe, München: dtvGoogle Scholar
  5. Hartwich, Hans-Hermann, 1987: Die Suche nach einer wirklichkeitsnahen Lehre vom Staat, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 46-47, 3 - 20Google Scholar
  6. Haungs, Peter, 1986: Kanzlerdemokratie in der Bundesrepublik Deutschland: von Adenauer bis Kohl, in: Zeitschrift für Politik 33 /1, 44 - 66Google Scholar
  7. Haungs, Peter, 1989: Kanzlerprinzip und Regierungstechnik im Vergleich: Adenauers Nachfolger, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 1-2, 28 - 39Google Scholar
  8. Hennis, Wilhelm, 1968: Richtlinienkompetenz und Regierungstechnik, in: ders.: Politik als praktische Wissenschaft. Aufsätze zur politischen Theorie und Regierungslehre, München: Piper, 161 - 188Google Scholar
  9. Jäger, Wolfgang, 1988: Von der Kanzlerdemokratie zur Koordinationsdemokratie, in: Zeitschrift für Politik 35 /1, 15 - 32Google Scholar
  10. Müller-Rommel, Ferdinand, 1988: The centre of government in West Germany: changing patterns under 14 legislatures (1949-1987), in: European Journal of Political Research 16/ 1, 171 - 190Google Scholar
  11. Niclauß, Karlheinz, 1987: Repräsentative und plebiszitäre Elemente der Kanzlerdemokratie, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 35 /2, 217 - 245Google Scholar
  12. Niclauß, Karlheinz, 1988: Kanzlerdemokratie. Bonner Regierungspraxis von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl, Stuttgart usw.: KohlhammerGoogle Scholar
  13. Niclauß, Karlheinz, 1989: Das politische System. Kanzler-und Parteiendemokratie, in: Bundesrepublik Deutschland. Geschichte — Bewußtsein, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 21 - 30Google Scholar
  14. Rose, Richard/Suleiman, Ezra N., 1980 (Eds.): Presidents and Prime Ministers, Washington, D.C.: AEIGoogle Scholar
  15. Schmid, Josef, 1990: Die CDU. Organisationsstrukturen, Politiken und Funktionsweisen einer Partei im Föderalismus. Opladen: Leske + BudrichGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1990

Authors and Affiliations

  • Göttrik Wewer

There are no affiliations available

Personalised recommendations