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Die Erfassung von Weiterbildungs-Wirkungen: Probleme und Möglichkeiten

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Abstract

In einem ersten Teil dieses Beitrags werden Probleme benannt, die eine Erfassung der Wirkungen von Weiterbildung erschweren. Ein zweiter Teil begründet die Notwendigkeit für Wirkungsfeststellung und -dokumentation. Ein dritter Teil stellt unterschiedliche Zugänge zur Feststellung von Wirkungen in der Weiterbildung dar und zeigt damit Möglichkeiten für die Anlage und Beurteilung von Evaluationsmaßnahmen auf.

Wirkungsforschung ist nicht die Stärke der Erwachsenenbildung. Dies ist nicht nur ein deutsches Problem:
  • In Form einer Gerichtsverhandlung erörterte der Jahreskongreß der amerikanischen Gesellschaft für Erwachsenenbildung 1990 in Salt Lake City den Vorwurf: „Der Wert der Produkte, die unter dem Schirm der Erwachsenenbildung angeboten werden, ist fragwürdig und ihr Erfolg ungenügend belegt. Damit ist der Verbraucher dem Schwindel, der Irreführung und unrichtigen Angaben der Anbieter ausgeliefert“ (Reischmann 1991b, S. 304f).

  • Als durchgängiges Charakteristikum von Weiterbildungs-„Landmark“-Programmen aus acht Ländern stellen Charters/Hilton in einer international-vergleichenden Analyse „einen kuriosen Glauben an den Erfolg dieser Programme, ohne rastlose Suche nach entsprechenden Daten“ fest, und „bewertende Urteile, in denen Lehrziele, objektive Daten und sogar... subjektive Daten weitgehend unbekannt sind“ (Charters/Hilton 1989, S. 172f).

  • Eine eigene vergleichende Analyse (Reischmann 1990b) von Fallstudien aus sechs Ländern der Dritten Welt differenziert dieses Ergebnis zwar, indem es „andere Formen der Ergebnissicherung“ identifiziert, bestätigt aber auch, daß systematische, in den Programmen vorgesehene explizite Wirkungsanalysen weitgehend fehlen.

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Literaturverzeichnis

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