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Produkthaptik pp 106-168 | Cite as

Empirischer Teil

  • Susanna Meyer
Part of the Forschungsgruppe Konsum und Verhalten book series (FGKV)

Zusammenfassung

Im theoretischen Teil der Arbeit wurde erläutert, daß bislang keine befriedigenden Erkenntnisse über die Dimensionalität der haptischen Wahrnehmung vorliegen, d. h. darüber, welche übergeordneten Konstrukte den haptischen Eindruck41 bestimmen (vgl. S. 67ff.). Die Kenntnis der haptischen Wahrnehmungsdimensionen, die einen haptischen Eindruck umfassend und erschöpfend kennzeichnen, stellt jedoch eine Grundvoraussetzung für die Untersuchung emotionaler Wirkungen haptischer Reize dar.

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Literatur

  1. 41.
    Der Begriff „Eindruck“ bezeichnet dabei das Wahrnehmungsresultat.Google Scholar
  2. 42.
    Es handelte es sich dabei um alltägliche Gegenstände wie z. B. eine Filtertüte, einen Holzblock, eine Getränkedose, einen Schwamm, etc.Google Scholar
  3. 43.
    Die Zahl der Stimuli wurde auf 16 begrenzt. Dadurch konnte die Befragungsdauer auf 30 Minuten beschränkt werden, um eine Ermüdung und Überforderung der Probanden zu verhindern.Google Scholar
  4. 44.
    Ein Multi-Item-Profil stellt ein Verfahren zur mehrdimensionalen Skalierung dar, das dem semantischen Differential ähnlich ist. Anstatt metaphorischer Gegensätzlichkeiten werden jedoch im Gegensatz zum semantischen Differential problem- und objektspezifisch formulierte Eigenschaftsprofile verwendet (vgl. Diller, 1992, S. 7931Google Scholar
  5. 45.
    Die Faktorladung des Indikators leicht/schwer liegt mit 0,481 unter dem üblicherweise akzeptierten Grenzwert von 0,5. Außerdem lädt der Indikator leicht/schwer relativ hoch auf dem Faktor Form, was sich theoretisch nicht begründen läßt. Normalerweise führen solche Werte dazu, daß der Indikator für weitere Analysen eliminiert werden müßte. Das ist jedoch aus theoretischer Sicht nicht zu rechtfertigen. Denn wie bereits in Kapitel B.III.3.2. beschrieben, stellt das Gewicht eines Gegenstandes eine wichtige haptische Eigenschaft dar, über die bestimmte Bedeutungen konnotiert werden. So weckt ein zu geringes Gewicht unter Umständen Assoziationen zu Geringwertigkeit. Aus diesen Gründen wird der Indikator leicht/schwer für weitere Analysen beibehalten.Google Scholar
  6. 48.
    Alle Korrelationskoeffizienten erwiesen sich als signifikant auf einem Niveau von 5%.Google Scholar
  7. 49.
    Der Chi-Quadrat-Test ist für die vorliegende Untersuchung aufgrund seiner Sensitivität gegenüber der Stichprobengröße als Gütemaß ungeeignet (vgl. Hildebrandt, 1995, Sp. 1130). Die Chance, daß ein Modell nach dem Chi-Quadrat-Kriterium angenommen wird, steigt mit kleiner werdendem Stichprobenumfang (vgl. Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber, 1996, S. 399). In der vorliegenden Untersuchung würde ein ChiQuadrat-Test aufgrund der hohen Fallzahl von n = 1600 Fällen automatisch zu einer Ablehnung des Modells führen, ohne daß dies durch die Modellstruktur gerechtfertigt wäre. (Die 1600 Fälle kamen dadurch zustande, daß 100 Versuchspersonen ihre haptischen Eindrücke zu jeweils 16 Gegenständen anhand der 10 Skalen der haptischen Itembatterie beurteilten). Außerdem sollte die Datengrundlage für eine valide Anwendung des Chi-Quadrat-Test aus einer Varianz - Kovarianz - Matrix bestehen (vgl. Hildebrandt, 1984, S. 51). Die hier durchgeführte Schätzung basiert dagegen auf einer Korrelationsmatrix, so daß der Test auch aus diesem Grund hier nicht anwendbar ist (vgl. Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber, 1996, S. 398 ). Aufgrund seiner gravierenden Schwachpunkte wird der Chi-Quadrat-Test mittlerweile sogar grundsätzlich in Frage gestellt (vgl. Homburg, Baumgartner, 1995, S. 166 ).Google Scholar
  8. 50.
    Nach Browne und Cudeck (1993) deuten RMSEA-Werte bis zu 0,08 auf eine akzeptable Lösung hin.Google Scholar
  9. 51.
    Statt der sonst üblichen t-Werte wird von dem Programm AMOS 3.6. der „critical ratio“ zur Signifikanzüberprüfung errechnet (vgl. Arbuckle, 1997, S. 207, 239).Google Scholar
  10. 52.
    Ein cr-Wert, der größer ist als 2 bedeutet, daß die Faktorladungen signifikant von Null verschieden sind (5%-Niveau) (vgl. Arbuckle, 1997, S. 279).Google Scholar
  11. 53.
    Für den Indikator kalt/warm bzw. für den Faktor Temperatur können keine lokalen Anpassungsmaße errechnet werden, da deren Bestimmung mindestens zwei Indikatorvariablen voraussetzt (vgl. Homburg, Baumgartner, 1995, S. 173 ).Google Scholar
  12. 54.
    Die nomologische Validität kann für die vorliegende Arbeit nicht ermittelt werden, da kein Hypothesensystem aufgestellt und getestet wurde. Die Prüfung der nomologischen Validität muß aus diesem Grund der weiteren Forschung überlassen bleiben.Google Scholar
  13. 55.
    Dieses Kriterium kann für den Faktor Temperatur nicht geprüft werden, da die Bestimmung der von einem Faktor durchschnittlich erfaßten Varianz voraussetzt, daß der Faktor durch mindestens zwei Indikatoren geladen wird.Google Scholar
  14. 56.
    Zur Conjointanalyse vgl. Schweikl, 1978; Backhaus, Ericchson, Plinke, Weiber, 1996, S. 496ff.Google Scholar
  15. 57.
    Unter Parametrisierung versteht man Vorgehensweisen, die geeignet sind, um die Struktur eines ausgewählten Modelles zu quantifizieren (vgl. Böcker, 1986, S. 560). Es handelt sich dabei also um eine Methode der Datengewinnung.Google Scholar
  16. 58.
    Die Präferenzfunktion wird auch als Nutzenfunktion bezeichnet (vgl. Schweikl, 1985, S. 28 f.). Stimuli und dem wahrgenommenen Eindruck der Befragten her (vgl. Schubert, 1991, S. 117f.; Schweikl, 1985, S. 28 f.).Google Scholar
  17. 59.
    Das Präferenzmodell stellt eine Spezifikation der Wahrnehmungs- und Präferenzbildung von multiattributiven Produktkonzepten dar. Es ergibt sich aus der Nutzenfunktion mit der Verknüpfungsregel (vgl. Hüttner, 1989, S. 259 ).Google Scholar
  18. 60.
    Eine ausführliche Erläuterung der CAAS-Systeme findet sich bei Esch und Kroeber-Riel (1994).Google Scholar
  19. 61.
    Bislang existieren keine Untersuchungen zur Beziehung zwischen Emotionen und haptischen Reizen. Demnach geht es in der vorliegenden Untersuchung um die Entdeckung neuen Wissens. Die Untersuchungen sind demnach wissenschaftstheoretisch dem Entdeckungszusammenhang zuzurechnen. Diese Tatsache rechtfertigt eine Auswahl der Emotionsqualitäten nach plausibilitätsgestützten Kriterien. Denn es geht in der vorliegenden Untersuchung zunächst darum, erste Einblicke in das Forschungsthema zu erhalten.Google Scholar
  20. 62.
    Aus diesem Grund wird im folgenden auch von „haptischer Wahrnehmungsstruktur“ statt von „haptischer Gedächtnisstruktur” gesprochen.Google Scholar
  21. 63.
    Pearson’s R kann im vorliegenden Fall als Gütekriterium für die Meßergebnisse der Conjointanalyse nicht herangezogen werden, da der Befragung keine Präferenzwertmethode zugrunde lag. Nur dann lassen sich die erhobenen Ausgangsdaten als intervallskaliert interpretieren (vgl. Backhaus; Erichson; Plinke; Weiber, 1996, S. 532 ).Google Scholar
  22. 64.
    Da beim Ward-Verfahren nur Distanzmaße als Proximitätsmaße erlaubt sind (vgl. Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber, 1996, S. 298), wurde der konstante Term y der Individualanalysen in die Clusteranalyse als eigenständige Variable einbezogen. Auf diese Weise wurde der Niveauunterschied in den Antworten der einzelnen Befragten berücksichtigt (vgl. Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber, 1996, S. 521 ).Google Scholar
  23. 65.
    Entsprechend addieren sich die relativen Bedeutungen aller haptischen Dimensionen zu 100%. Bei fünf Dimensionen liegt die durchschnittliche relative Bedeutung bei 20%.Google Scholar
  24. 66.
    werden, je mehr sich der Koeffizient absolut dem Wert 1 nähert (vgl. Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber, 1996, S. 531 ).Google Scholar
  25. 67.
    Zur Schätzung der Prognosevalidität kann auch eine Wiederholungsstudie mit anderen Versuchspersonen und einer weiteren Stimulimenge durchzuführen. Aus forschungsökonomischen Gründen wurde obiges Vorgehen jedoch vorgezogen.Google Scholar
  26. 68.
    Als mögliche Erklärung für die niedrige Prognosevalidität zu den Emotionsqualitäten „männlich“ und „romantisch” kommt eine interindividuell unterschiedliche haptische Wahrnehmungsstruktur der Probanden in Frage. Dies wurde jedoch durch die umfangreichen Homogenitätsprüfungen als Ursache ausgeschlossen.Google Scholar
  27. 69.
    Die Mittelwerte addieren sich nicht zu 100%, weil die oben angegebenen %-Werte gerundet wurden.Google Scholar
  28. 70.
    Übersteigt die relative Bedeutung einer haptischen Dimension 55% und sind die relativen Bedeutungen aller anderen Dimensionen kleiner als 30%, so wird angenommen, daß die Wahrnehmungsstruktur eindimensional ist.Google Scholar
  29. 71.
    Die Ursachen für dieses Ergebnis wurden in der vorliegenden Arbeit aus forschungsökonomischen Gründen nicht ermittelt.Google Scholar
  30. 72.
    Man versteht darunter die Menge der sprachlichen und visuellen Vorstellungen, die von einem Bild ausgelöst werden können. Assoziationsreiche Bilder haben einen gedächtnisfördernden Einfluß (vgl. Kroeber-Riel, 1993a, S. 77 ).Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Susanna Meyer

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