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Historische und institutionelle Determinanten der Parteiensysteme in Botswana und Namibia

  • Christoph Emminghaus

Zusammenfassung

In empirischen Arbeiten, die theoriegeleitet vorgehen, steht an der Schnittstelle zwischen der theoretischen beziehungsweise methodischen Abhandlung und der empirischen Anwendung in aller Regel eine inhaltliche Hinführung, die den Kontext des Untersuchungsgegenstandes erläutert. In Studien der (vergleichenden) Demokratieforschung sind dies in aller Regel den betreffenden Ländern gewidmeten Abschnitte, in denen historische, institutionelle und politische Grundlagen dargelegt werden, um die anschließende Analyse und deren Rahmenbedingungen angemessen bewerten zu können. Diese Notwendigkeit besteht auch für diese Arbeit, denn aus einer ahistorischen Forschungsperspektive sind wesentliche gesellschaftliche Konfliktlinien und die Entstehungszusammenhänge von Parteiensystemen nicht verständlich. Jedoch ist die eingeschlagene Argumentation in der vorliegenden Arbeit nicht alleine auf Botswana und Namibia ausgerichtet. Vielmehr besteht das übergeordnete Forschungsinteresse in der Frage nach der methodischen und theoretischen Übertragbarkeit der Parteienforschung auf Afrika.

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Literatur

  1. 89.
    Diese Kritik bezieht sich sowohl auf die namibische Geschichtsschreibung (vgl. Katjavivi 1988) als auch auf die Praxis der Vereinten Nationen, die bereits frühzeitig die Swapo als legitime Vertreterin des namibischen Volkes anerkannte (vgl. etwa die Resolution 435 des UN-Sicherheitsrates oder die Resolution 2145 der UN-Generalversammlung; hier zitiert nach Pütz et al. 1990 ).Google Scholar
  2. 90.
    Umgekehrt zeigen sich die Folgen der Marginalisierung des Nordens bis heute am unterschiedlichen Entwicklungsniveau der Regionen. Während der HDI 1998 im Landesdurchschnitt 0.77 betrug, lag der Wert zur gleichen Zeit in den Owambo-Regionen bei 0.61 und im Caprivi bei lediglich 0.54 (vgl. UNDP 1999, zit. nach Allgemeine Zeitung 20. 7. 1999 ).Google Scholar
  3. 91.
    Die San oder Basarwa (abwertend auch „Buschleute“ genannt) stellen sowohl in Namibia als auch in Botswana eine bis in die Gegenwart klar diskriminierte und unterprivilegierte Ethnie dar (vgl. Wright 1996).Google Scholar
  4. 94.
    Als Ausnahme beschreibt Manfred Hinz die Ombalantu, die bereits frühzeitig demokratische Strukturelemente in die traditionellen Herrschaftsformen integrierten: “Ombalantu became known as ‘the people’s democracy’ because the rulers of Ombalantu were mere religious figures.” (Hinz 1998: 5).Google Scholar
  5. 95.
    Dieses konnte auch die für diese Arbeit im Jahre 1999 durchgeführte repräsentative Umfrage in Namibia bestätigen. Bei der Frage, wem das größte Vertrauen entgegengebracht wird, liegt Sam Nujoma weit vor allen anderen Personen und Institutionen (vgl. Anhang 3, Fragen 22 a-o).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Christoph Emminghaus
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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