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Ein Analyserahmen zur empirische Bestimmung von Parteifunktionen in Afrika

  • Christoph Emminghaus

Zusammenfassung

Aus der Entscheidung, Parteien aus funktionaler Perspektive zu betrachten, resultiert noch keine Eingrenzung des Forschungsgegenstands. Eine funktionale Analyse stellt vielmehr eine Forschungsmethode oder Sichtweise dar, die mit unterschiedlicher Zielsetzung verfolgt werden kann. Für diese Arbeit sind die funktionalen Beiträge von Parteien zum Überleben beziehungsweise zur Konsolidierung der Demokratie relevant. Für einen konkreten Analyserahmen sind ferner die im afrikanischen Kontext wichtigen Funktionen zu benennen und mit geeigneten Indikatoren zu versehen. Hierfür werden in Anlehnung an Elmar Wiesendahl drei Paradigmen verwendet, ferner wird geprüft, welches dieser drei den größten Ertrag verspricht. Im zweiten Schritt werden verschiedene Systematisierungsversuche auf ihre Anwendbarkeit überprüft, und schließlich wird das in dieser Arbeit verwendete Analysekonzept entwickelt und mit Indikatoren versehen.

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Literatur

  1. 39.
    Vgl. hierzu etwa den Beitrag von Lipset (2000) oder die Diskussion zwischen von Beyme (1996) und Schmitter (1999), in der insbesondere von Schmitter auf die defizitäre Funktionserfüllung der Parteien in den Demokratien der Dritten Welle abgehoben wird.Google Scholar
  2. 40.
    Zu einer vergleichbaren Einschätzung gelangt auch Schmitter (1999) für die jungen osteuropäischen Parteiensysteme.Google Scholar
  3. 41.
    Für eine Darstellung älterer Funktionskataloge vgl. Wiesendahl (1980: 188) und Oberreuter (1982: 28).Google Scholar
  4. 42.
    Die demokratierelevanten Implikationen finden bei von Beyme (1982) insofern Berücksichtigung, als dieser die Funktionserfüllungen in westlichen Demokratien überprüft.Google Scholar
  5. 43.
    Unterschieden werden liberale und radikale Parteien, konservative, sozialistische und sozialdemokratische Parteien, christdemokratische Parteien, kommunistische Parteien, Bauernparteien, regionale und ethnische Parteien, rechtsextremistische Parteien und die ökologische Bewegung (vgl. von Beyme 1982: 43ff.).Google Scholar
  6. 44.
    Ohne auf systemtheoretische Argumentationen zu referenzieren, greift Steffani mit der Differenzierung implizit die funktionale Argumentation auf (vgl. Kap. 4), wonach nicht strukturelle Übereinstimmungen sondern Funktionsäquivalente von Bedeutung sind. Entsprechend erscheint nicht die Gesamtheit der Parteien zugeschriebenen Funktionen relevant, sondern vielmehr, inwieweit diese ihren Beitrag zum Erreichen des Systemziels leisten.Google Scholar
  7. 45.
    Helms gibt der Legitimationsfunktion insofern Vorrang, als er mit seinem Analyseansatz auf die Parteiensystemebene abzielt und von einer Partizipationsfunktion auf Systemebene schwerlich gesprochen werden kann (vgl. Helms 1995: 650f.).Google Scholar
  8. 46.
    Eine fünfte denkbare Funktion bestände nach Schmitter in der democratic legitimation (1999: 477), doch geht er davon aus, dass ein Parteiensystem, das die anderen vier Funktionen erfüllt, bereits erfolgreich zur demokratischen Legitimation des Systems beiträgt. Das damit vertretene Legitimationsverständnis ist breiter angelegt als bei den Ansätzen von Helms und Steffani, bei denen die untersuchte Legitimation im wesentlichen auf die Parteimitglieder begrenzt bleibt.Google Scholar
  9. 47.
    Der Zusammenhang zwischen Parteiorganisation und innerparteilicher Demokratie wird in der Parteienforschung seit Michels klassischem Zitat „Wer Organisation sagt, sagt Tendenz zur Oligarchie“ (Michels 1925: 25) kontrovers diskutiert. Obwohl die Bürokratisierung nicht in dem Maße zugenommen hat, wie von frühen Parteientheoretikern wie Michels (1925) oder Ostrogorski (1902) angenommen wurde, wird ein derartiges Spannungsverhältnis bis heute von der Parteienforschung festgestellt (vgl. Kap. 3.1; vgl. von Beyme 1982: 287ff., 364).Google Scholar
  10. 48.
    Neben der Rekrutierung für politische Ämter verfügen Parteien häufig über einen zentralen Einfluss auf die Zusammensetzung der Eliten anderer Bereiche (Wirtschaft, Medien, Militär etc.). Das Handeln der Parteien in diesem Bereich stellt jedoch keine Parteifunktion im engeren Sinne dar, sondern kann vielmehr als wahrgenommene Parteifunktion bezeichnet werden, die hier nicht näher untersucht werden soll.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Christoph Emminghaus
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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