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Demokratie, Demokratisierung und nicht konsolidierte politische Systeme: theoretische und begriffliche Überlegungen

  • Christoph Emminghaus

Zusammenfassung

Auch wenn im weiteren Verlauf der Arbeit die Perspektive primär auf Parteien ausgerichtet ist, erfordern die Forschungsziele im Vorwege eine begriffliche Klärung des zugrunde liegenden Demokratieverständnisses. Dieser Schritt schafft die Basis für die Beantwortung der Frage, inwieweit Parteien in jungen afrikanischen Demokratien einen positiven Stabilisierungsbeitrag zu leisten vermögen. Dementsprechend stehen auf den folgenden Seiten die Begriffe Demokratie und demokratische Konsolidierung im Mittelpunkt. Insbesondere für Letzteren wäre zu erörtern, inwieweit er eine angemessene Bezeichnung für die aktuell in Afrika zu beobachtenden Prozesse und Ausprägungen darstellt. Ferner sind die verschiedenen Mischformen zwischen autoritären und demokratischen Herrschaftsformen zu identifizieren sowie die unterschiedlichen Transformationsphasen und Akteure zu betrachten.

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Literatur

  1. 2.
    Partielle Ausnahmen hiervon stellen u.a. die Beiträge von Thaa (1996) und Martin Traine (2000) dar, wobei letzterer im engeren Sinne nicht als Transformationsforschung zu bezeichnen ist.Google Scholar
  2. 3.
    Oder alternativ einer der anderen Begriffe, wobei Demokratisierung dieses Verhältnis am klarsten veranschaulicht und am deutlichsten mit der später zu formulierenden Relation zwischen Konsolidierung und konsolidierter Demokratie übereinstimmt.Google Scholar
  3. 4.
    Für Huntington umfasst die Dritte Welle neben den postsozialistischen Transformationen auch die Demokratisierungen in Südeuropa (Spanien, Portugal und Griechenland) in den Siebzigerjahren. Klaus von Beyme (1994a) differenziert beide Phasen und bezeichnet die Demokratisierungen nach 1989 als vierte Welle. Diese mit Blick auf die Ursachenkonstellationen und Verläufe sinnvolle Unterscheidung konnte sich jedoch bis heute auch in der deutschsprachigen Transformationsforschung nicht durchsetzen.Google Scholar
  4. 5.
    Samuel Huntington (1991: 582ff.) unterscheidet zwischen transformation, replacement und transplacement. Dagegen verwenden Juan Linz und Afred Stepan (1978, 1996) die Begriffe reforma, ruptura, und ruptforma. Donald Share und Scott Mainwaring (1984) differenzieren schließlich zwischen transaction, breakdown und extrication. Google Scholar
  5. 6.
    Vgl. etwa die mit dem Namen Wolfgang Merkel verbundene Buchreihe Systemwechsel,in der einzelne Bände zu Parteien (1997), Interessengruppen (1998) und der Zivilgesellschaft (2000) erschienen sind.Google Scholar
  6. 7.
    In einer feineren Differenzierung unterscheiden Schubert, Tetzlaff und Vennewald (1994: 423f.) zwischen insgesamt fünf Phasen: Destabilisierung, Liberalisierung, Verhandlung über die Modalitäten des politischen Wettbewerbs, Neuverteilung der Macht, Konsolidierung.Google Scholar
  7. 8.
    Eine für die afrikanische Staatenwelt angemessene Differenzierung derartiger Strukturen wird im nächsten Abschnitt angestrebt (vgl. Kap. 2.3).Google Scholar
  8. 9.
    Alternative minimalistische Definitionen stammen von Di Palma (1990) und Prezeworski (1991).Google Scholar
  9. 10.
    Vgl. Pridham (1995) und Linz/Stepan (1996) für alternative maximalistische Konzepte demokratischer Konsolidierung.Google Scholar
  10. 11.
    Vgl. hierzu die Beiträge in Schubert/Tetzlaff (1998) zu Kamerun (Mehler 1998 ), Zaire (Schmidt 1998), Kenia (Mair 1998) sowie zum Sudan (Tetzlaff 1998b) und zur Côte dIvoire (Jakobeit 1998 ).Google Scholar
  11. 12.
    Wie im Zusammenhang mit Konsolidierung beschrieben wurde (vgl. Kap. 2.2), differenziert Schedler zusätzlich zwischen liberal und advanced democracy. Anders als der mainstream der Transformationsforschung erachtet Schedler erst letztere Form als konsolidiert (1998: 94ff.).Google Scholar
  12. 13.
    Vgl. beispielsweise die aus demselben Forschungsprojekt hervorgegangene Arbeit von Antonie Nord (2001), in der die politischen Einstellungen afrikanischer Gesellschaften analysiert werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Christoph Emminghaus
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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