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Politisch oder privat? Geschlechterverhältnisse im Spannungsfeld von politischer Regulierung und privater Lebensführung

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Zusammenfassung

Während Frauen- und Geschlechterthemen sich in der Wissenschaft wenigstens eine kleine Nische verschafft haben, scheint es so, dass sie bei Studentinnen und Schülerinnen derzeit schon wieder „out“ sind. Die „Töchter der Feministinnen“ haben anscheinend genug davon, dass ihre Mütter allgegenwärtige patriarchale Strukturen wittern. Mädchen von heute meinen, sie dürften sich gerade nicht diskriminiert fühlen, denn das würde im Sinne von self fulfilling prophecy nur das Unglück auf sie ziehen. Das bestätigt die alte Weisheit, dass das Frauenthema etwas für Spätzünderinnen ist, die schon gewisse Erfahrungen gemacht haben. So existiert ein Dilemma im Bildungssystem: Würde Mädchen schon von Anfang klar, dass sie diskriminiert werden bzw. in ihrem späteren Berufs- und Familienleben vermutlich sein werden, dann würde dies zu einem negativen Verstärkungseffekt führen. Aber das ist wohl trotzdem nicht der Grund für die Enthaltsamkeit der politischen Bildung, sich eingehender mit Geschlechterverhältnissen zu beschäftigen. Deshalb soll in diesem Beitrag der Frage nachgegangen werden, welches Gründe und Motive für die Zurückhaltung sein könnten, des weiteren soll aufgezeigt werden, dass selbst bei nur gemäßigt feministischer Perspektive ein weites Themenfeld für die politische Bildung und für das entsprechende Schulfach existiert, wobei zur Verdeutlichung des „Politischen“ insbesondere die Interdependenzen zwischen öffentlich und privat, politisch und privat, Individuum und Gesellschaft angesprochen werden sollten.

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