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Männlichkeit und politische Bildung — Anmerkungen aus geschlechtersoziologischer Perspektive

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Zusammenfassung

Wenn man in den einschlägigen sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Datenbanken eine Literaturrecherche zu der Begriffskombination „politische Bildung und Mann/Männlichkeit“ startet, fällt das Ergebnis recht bescheiden aus. Das Thema ist in der einschlägigen Literatur fast nicht präsent. Aber nicht nur Männlichkeit, sondern überhaupt das Geschlechterverhältnis ist bis­lang, wie Dagmar Richter (1996) feststellt, ein eher randständiges Gebiet in der politischen Bildung, zumindest in deren etablierten Institutionen. Männ­lichkeit ist zudem ein Gegenstand, den die sozialwissenschaftliche Ge­schlechterforschung erst vor kurzem ‚entdeckt‘ hat. Das trifft zumindest für Deutschland zu. In den angelsächsichen Ländern haben sich „men’s studies“ bereits etablieren können (Meuser 1998a: 89ff.; Schissler 1992). Das weitge­hende Fehlen einer einschlägigen Forschung hierzulande macht es unmög­lich, einen Überblick über einen Stand der Forschung oder einen Stand der Diskussion zu geben. Allenfalls lassen sich einige Anmerkungen mit zum Teil eher kursorischen Charakter machen.

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