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Über Notwendigkeiten und Schwierigkeiten, Geschlecht als didaktische und fachwissenschaftliche Kategorie in die politische Bildung zu integrieren

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Zusammenfassung

„Politische Bildung ist geschlechtsneutral“ — dieses Postulat formulierte der Vorsitzende der Bundeszentrale für politische Bildung anläßlich einer Tagung über „Demokratische Geschlechterverhältnisse im 21. Jahrhundert“ (Kretschmann 1999). Unbeirrt durch den Umstand, dass soziale und politische Realitäten, die den Rahmen und den Bezugspunkt für die politische Bildung abgeben, sich keineswegs geschlechtsneutral präsentieren, sondern deutlich durch asymmetrische Geschlechterverhältnisse gekennzeichnet sind — nicht zuletzt in den Institutionen der politischen Bildung selbst — wird hier mit Emphase und vermutlich mit subjektiver Überzeugung behauptet, politische Bildung könne ihren Auftrag nur einlösen, wenn sie sich gegenüber Geschlecht indifferent verhalte und für alle Schülerinnen und Schüler, Teilnehmerinnen und Teilnehmer dasselbe Bildungsangebot bereithalte und dieselben Bildungsziele verfolge. Mündigkeit und Demokratie seien unteilbar, allen komme dasselbe Recht auf Bildung insbesondere auf eine politische Bildung zu, die niemanden wegen „seines Geschlechts benachteilige oder bevorzuge“.

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