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Einleitung

Chapter
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Part of the Grundwissen Politik book series (GPOL, volume 31)

Zusammenfassung

Dass Politik etwas mit Organisation zu tun hat, ist eine bekannte Erkenntnis, denn kaum ein relevantes Phänomen aus diesem Bereich ist unorganisiert, wenn man vom Wahlverhalten der Bürger einmal absieht. Umgekehrt hat, was weit weniger verbreitet ist, Organisation auch etwas mit Politik zu tun, denn keine Organisation funktioniert wie ein Automat. Fast immer gibt es Konflikte und Kontroversen und eine Vielzahl von Entscheidungen durch die beteiligten Menschen. Dass Politik in Organisationen eine so wichtige Rolle zukommt, hängt aber auch mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen zusammen.

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Literatur

  1. 1.
    Dies teilt die Organisationsforschung mit der Politikfeldanalyse; beide sind ein bisschen die Stiefkinder der klassischen Politikwissenschaft, da sie interdisziplinär und anwendungsorientiert angelegt sind. Wir versuchen am Ende einige Kategorien aus beiden Disziplinen zu kombinieren; streben hier aber keine Synthese an.Google Scholar
  2. 2.
    Weitgehend parallel verläuft im Übrigen die Entwicklung von Organisationsforschung und Industriesoziologie; s. dazu Lehner/Schmid (1992), Schmidt (1990) und Bardmann (1994).Google Scholar
  3. 3.
    Der Begriff der Mikropolitik ist zuerst von Tom Burns 1961 verwat:dt worden, in der deutschen Rezeption von Bosetzky (1972, S. 382 ). Burns ging es mit seinem Begriff der „micro-politics“ darum, eine Bresche in den Determinismus der damals sehr einflussreichen Kontingenztheorie zu schlagen, die den Zusammenhang zwischen Umweltvariablen und der Organisationsstruktur thematisiert. Er machte darauf aufmerksam, dass Organisationsmitglieder ihre je eigenen Zugänge zu organisationsrelevanten Umweltsektoren haben und diese als Ressourcen zur Festigung und zum Ausbau ihrer organisationsinternen Positionen benutzen.Google Scholar
  4. 4.
    Zu einer instruktiven Analyse von Macht als Vergesellschaftungsform vgl. Sofsky/Paris 1994; dort wird aber mehr die Organisation der Macht (in Figurationen wie Autorität, Stellvertretung und Koalition) untersucht, als die Macht in Organisationen (ebenda S. 13).Google Scholar
  5. 6.
    Deshalb ist es sinnvoll, die Lektüre dieses Buches durch die eines dieser organisationstheo retischen Überblickbände zu ergänzen. Empfehlen können wird dabei vor allem Kieser (1993). Hier gelingt es, die wichtigsten Ansätze kompakt und kritisch vorzustellen.Google Scholar
  6. 7.
    Allerdings deutet schon der Untertitel des bereits erwähnten neuen Standardwerkes zur Organisationstheorie (Ortmann/Sydow/Türk 1997 ) “Die Rückkehr der Gesellschaft” an, dass sich dies nun ändert. Gemeint ist damit die Berücksichtigung der gesellschaftlichen und institutionellen Einbettung und Rückwirkung von Organisationen, einschließlich ihrer Bedingtheit durch und ihres Einflusses auf die ökonomischen Systemzusammenhänge (ebd., S. 20 ).Google Scholar
  7. 8.
    Dabei wurden Webers gesellschaftsbezogene Implikationen allerdings unterschlagen und mitunter wurde so getan, als ob es ihm mit seinem Idealtypus darum gegangen wäre, die effizienteste und effektivste Gestaltungsform von Organisationen herauszuarbeiten (vgl. Schimank 1994, S. 244).Google Scholar
  8. 9.
    Scott unterscheidet drei theoretische Sichtweisen bzw. Perspektiven zur Betrachtung von Organisationen: Organisationen als rationale, als natürliche und als offene Systeme (1986, S. 16; 43ff.). Seiner Ansicht nach haben alle Perspektiven ihre Berechtigung. Sie machen auf unterschiedliche Aspekte aufmerksam. Während die angesprochene Definition von Organisationen als offene Systeme auf die Prägung durch institutionelle Rahmenbedingungen bzw. Umweltfaktoren und auf die Durchlässigkeit von Organisationen verweist, betont die rationale Sichtweise die Zweckgebundenheit und die relativ starke Formalisierung von Organisationen und die natürliche das gemeinsame Interesse der Organisationsmitglieder am Fortbestehen der Organisation und an der Entwicklung informeller Strukturen zugunsten der Selbsterhaltung. Im Weiteren macht Scott bezüglich dieser Perspektiven eine zeitliche Reihenfolge aus. Während rational-geschlossene Modelle Anfang dieses Jahrhunderts entstanden sind, natürlich-geschlossene Modelle zwischen 1930 und 1960, rational-offene von 1960–1970, so können die neuen Theorieansätze seit Anfang der 70er Jahre einem natürlich-offenen Typus zugeordnet werden (1986, S. 182). Dagegen findet sich bei Walter-Busch (1996, S. 60) eine Unterscheidung von Organisationstheorie aufgrund ihrer fachwissenschaftlichen Herkunft.Google Scholar
  9. 10.
    Dagegen geht es Neuberger (1995) vor allem um Politik in Unternehmen und um die Verbreitung der Erkenntnis, dass Unternehmen auch politischen Arenen sind. S.a. Sandner 1989.Google Scholar
  10. 11.
    Dabei kann es sich, um eine andere, sehr geläufige, Typisierungsform von Organisationen aufzugreifen sowohl um bürokratische als auch um nicht-bürokratische Organisationen handeln (vgl. Mayntz 1971 ).Google Scholar
  11. 12.
    Mikro bezieht sich auf Individuen und (kleinere) Gruppen; Meso auf die der gesamten Organisation und Makro auf die Gesellschaft bzw. eines ihrer Teilsysteme (vgl. dazu Kakabadse/Parker 1984 sowie die entsprechenden entscheidungsorientierten politikwissenschaftlichen Beiträge in Castles u.a. 1976 ). Auf der Makroebene werden vor allem Beziehungen zwischen Organisationen behandelt: Wie kooperieren sie oder welche Netzwerke bilden sich aus sind hier typische Fragen. Auf der Mesoebene geht es um das Verhalten ganzer Organisationen und ihrer Strukturen. Welche Unterschiede haben die Strukturen verschiedener Organisationen oder wovon hängt es ab, welche Struktur gewählt wird? Unter welchen Bedingungen verändern sich Strukturen und wie beeinflussen diese das Verhalten der Organisationen sind hier typische Fragestellungen.Google Scholar
  12. 13.
    Natürlich ist diese Auswahl nicht frei von subjektiven Vorlieben der Autoren. Eine Begrenzung schien uns aber auch aus einem anderen Grund sinnvoll zu sein. Wir möchten lieber wenige, von uns als wichtig erachtete Ansätze, ausführlich darstellen, als mehrere nur oberflächlich. Der Erkenntnisgewinn für die Leserschaft scheint uns so größer zu sein.Google Scholar
  13. 14.
    Dieser Ansatz stammt aus der Managementlehre; er ist damit relativ weit entfernt von den anderen beiden mikropolitischen Ansätzen, zugleich ist er praxisnäher und weniger auf eine kohärente Theorie ausgerichtet.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  1. 1.Fern Universität HagenDeutschland
  2. 2.Universität TübingenDeutschland

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