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Organisation und Dekonstruktion

  • Günther Ortmann
Part of the Organisation und Gesellschaft book series (OUG)

Zusammenfassung

„Postmoderne“ und „Dekonstruktion“ bezeichnen Denkströmungen, die in Deutschland — und übrigens auch in England, den USA und selbst in Frankreich — auf große Reserve, wenn nicht gar Ressentiments stoßen. Dafür gibt es, wie gesehen, gute und schlechte Gründe — gute, insofern die diversen „post this, neo that“-Labels der vergangenen Jahre in der Tat von einer gewissen Beliebigkeit zeugen.

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Literatur

  1. 103.
    Feyerabend (1975); vgl. auch Feyerabends explizite Klarstellungen (1978, 39 f, und 1987, 283 f) und Donald McCloskeys souveräne Erörterungen (1994, 94 ff, 181 ff und passim) jener wohlfeilen Feyerabend-Kritik.Google Scholar
  2. 104.
    Vgl. die Kapitel 3 und 4.Google Scholar
  3. 105.
    Im Gegenteil: Im Kontext des Interpretierens müsse man „Regeln der Kompetenz und des Konsenses, guten Glauben, Hellsichtigkeit, Strenge, Kritik und Pädagogik geltend machen können“ (Derrida 2001, 226).Google Scholar
  4. 106.
    Wie in Fußnote 50 erwähnt: Heidegger hat vielmehr diese ganze Frage als falsch gestellt zurückgewiesen. Und Derrida hat explizit genug einer Position das Wort geredet, die „die Welt, die Realität, die Geschichte umfaßt und nicht ausschließt.“ (Derrida 2001, 212)Google Scholar
  5. 107.
    Vgl. zum Beispiel Blume (1981), Ortmann (1984), Burrell (1988), Knights, Willmott (1989) Knights (1990), Kieser (1998), Cooper (1992), Neuberger (1997), Burrell (1997); inzwischen s. aber Lemke (1997), Türk, Lemke, Bruch (2002), Weiskopf (2003).Google Scholar
  6. 108.
    Etwa: Cooper, Burrell (1988), Gergen (1992), Parker (1992).Google Scholar
  7. 109.
    Hassard (1993), Hassard, Parker (1993); Pelzer (1995); Chia (1996); Heinl (1996); Vaassen (1996); Burrell (1997); Weik (1998); besonders anregend für Organisationstheoretiker Walter-Busch (1996), weil er eine Linie ski77iert, besser gesagt: ein Treppauf, Treppab à la Escher, das von Max Weber bis Karl E. Weick hinauf-/hinabläuft und postmodernistische und konstruktivistische Ansätze als Zeichen eines gewissen Reifestadiums der Vetwissenschaftlichung des Faches interpretiert — einer paradoxen Escher-Reife allerdings, wie man hinzufügen sollte.Google Scholar
  8. 110.
    Vgl. etwa Cooper (1989); Dupuy (1990); Dupuy, Varela (1991); Parker (1992); Gergen (1992); Linstead, Grafton-Small (1992); Hassard (1993); Kilduff (1993); Linstead (1993); Ortmann (1995a); Chia (1994, 1996); Vaassen (1996); Kilduff, Mehra (1997); Weik (1998); Ortmann (2003a).Google Scholar
  9. 111.
    Zusammenfassend: Witte (1994), der nicht zögert, vom Mythos der Entscheidung als heroischer Tat einer Persönlichkeit zu sprechen.Google Scholar
  10. 112.
    Zu alledem meinen Beitrag „Das Kleist-Theorem“, Ortmann (1997, 46 ff), wo, mit Rekurs auf Kleist, Bateson, Hirschman und Weick, die Figur der allmählichen Verfertigung des Denkens im Handeln entwickelt wird.Google Scholar
  11. 113.
    „Dler Begriff der Situation ist ein offenes Konzept, das wir in Abhängigkeit von unserer Fragestellung und unseren jeweiligen Wissen mit konkretem Inhalt füllen.“ (Kieser, Kubicek 1992, 205).Google Scholar
  12. 114.
    Siehe dazu Ortmann (1997).Google Scholar
  13. 115.
    In den Worten Derridas (1983, 250): „Das Supplement fügt sich hinzu, es ist ein Surplus; Fülle, die eine andere Fülle bereichert (…) Aber das Supplement supplementiert. Es gesellt sich nur bei, um zu ersetzen Es kommt hinzu oder setzt sich unmerklich an-(die)-Stelle-von-wenn es auffüllt, dann so, wie man eine Leere füllt.“ Derrida (1983, 244 ff) hat diese Figur, wie erwähnt, aus einer luziden Rousseau-Lektüre entwickelt, in der er zeigt, wie Rousseau angesichts einer ganzen Reihe von Oppositionen oder Dualismen - Natur/Kultur, tierisch/menschlich, sprechen/schreiben - jeweils dem ersten Term die Priorität und den Vorzug gibt und das jeweils letztere als „verlorenen Ursprung”, als abgeleitet, sekundär und minderwertig darstellt und dann doch als konstitutiv in Anspruch nimmt Rousseau „verdammt die Schrift als Zerstörung des Präsenz und Verseuchung der Rede“ (Derrida 1983, 245) und wird - Schriftsteller. Er sehnt sich nach der Natur, aber die denunzierte Kultur muss in Gestalt der Erziehung die defiziente Natur ergänzen/ersetzen etc. „Ordinarily, we think of the term supplément as something which is superfluous and which is added to what is in itself already full and self-sufficient. However, Derrida’s deconstruction of Rousseau’s texts shows that the supplément (in its broader sense) is in fact what allows the privileged term to lv conceived and constituted in the first place The ideal of an,original` which is self-defining and privileged and which therefore precedes other terms turns out to be a myth, albeit one which serves the useful role of assuaging our need for certainty.” (Chia 1994, 784) Eindeutige Ziele, exogene Bedürfnisse etc. fungieren, wie wir gleich sehen werden, in der Ökonomie als solche Sicherheit stiftenden Ur-Sachen.Google Scholar
  14. 116.
    Die folgenden Passagen sind gekürzte Übernahmen aus Ortmann (1995a, 105–109).Google Scholar
  15. 117.
    So der Titel des von ihnen (1992) herausgegebenen Sammelbandes mit einer Reihe scharfsinniger Arbeiten zu den angedeuteten Fragen des Ursprungs - ein buchstäblich erschöpfendes Thema seit der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments und dem Mythos vom Paradies. Zu ersterer und den Ursprungsmythen anderer Völker, ferner generell zur Frage des Ursprungs von Ordnung vgl. Bateson (1983, 15 ff und passim); zu letzterer und ihrer Behandlung durch Kant und Hegel: Strutz (1979). Es als solcher, was eine Umwelt ist, nicht davon getrennt werden kann, was Organismen sind und was sie tun.“ (Dupuy, Varela 1991, 265)Google Scholar
  16. 118.
    Zur Kritik vgl. Becker, Köpper, Ortmann (1988, 98 ff).Google Scholar
  17. 119.
    Das hat, nicht den Begriff der Regel, sondern den der Konvention benutzend, Jean-Pierre Dupuy (1991) in einem außergewöhnlich instruktiven Beitrag mit dem Titel „Zur Selbst-Dekonstruktion von Konventionen“ vorgeführt; in Ortmann (2003a) versuche ich zu zeigen, wie fruchtbar diese Denkfigur für die Organisationsforschung gemacht werden kann - und schon gemacht worden ist, besonders im Werk von Michel Crozier und Erhard Friedberg (Crozier, Fiedberg 1979; Friedberg 1995).Google Scholar
  18. 120.
    Für eine ausführliche Darstellung siehe Ortmann (2003a).Google Scholar
  19. 121.
    Vgl. Kreps, Wilson (1982), Kreps et al. (1982), die es mit folgendem Paradox der Abschreckung zu tun haben: „Wenn Verhalten die einzige Grundlage für Reputation ist und wenn in Wirklichkeit die Großmacht, da die Abschreckung funktioniert, nie aktiv werden muß, (um Drohungen wahrzumachen, G. O.) worauf gründet sich dann die Reputation (nämlich die Glaubwürdigkeit ihrer Drohung, G. O.)? Die Erlangung einer Reputation erscheint als sich selbst widerlegender Prozeß.“ (Dupuy 1991, 96) Dupuy (ebd., 96 ff) erörtert Lösungsmöglichkeiten, die über Kreps et al. hinausgehen, unter Rekurs auf Keynes.Google Scholar
  20. 122.
    Zu alledem: Richter, Furubotn (1996, 171 ff, 186 ff, 242 ff und passim).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Günther Ortmann

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