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„… ein neues Amalgam von Geld und Macht“ Briefwechsel mit Niklas Luhmann

  • Günther Ortmann
Part of the Organisation und Gesellschaft book series (OUG)

Zusammenfassung

Anlaß für dieses Schreiben ist aber ein Hinweis zu Ihrem Vortrag über die Moderne183. Ich hatte den Eindruck, daß Ihr Begriff der „Transaktion“, wie Sie ihn dort mit Bezug auf’s System,Wirtschaft‘ verwendet haben, jedenfalls nicht mit dem in der Transaktionskostentheorie geläufigen Begriff übereinstimmt. Bei Ihnen hörte es sich so an, als identifizierten Sie ihn mit Zahlungen. Bei Commons, Coase und Williamson ist aber das Ausgangsproblem gerade die Tatsache, daß im Inneren der Unternehmung die Aktionen oder Entscheidungen nicht (direkt) über Geld gesteuert werden. Der Transaktionskostenbegriff zielt dort daher gerade auf Aktivitäten wie Informationsbeschaffung für und den Abschluß und die Kontrolle der Einhaltung von (Arbeits-)verträge(n), also genau auf die Tatsache, daß die konkrete Ausfüllung des Arbeitsvertrages nicht mehr via Markt, sondern via Hierarchie gesteuert wird. Diese Aktivitäten verursachen (Transaktions-) Kosten, die im ökonomischen Kalkül (der Theorie, wohl kaum eines Praktikers!) den Kosten gegenüberstellt werden, die bei einer marktförmigen Organisation von Arbeit entstehen würden, also etwa: dem Abschluß täglich neuer Werkverträge o. ä. In den Tranksaktionskostenvorteilen der Firma gegenüber dem Markt wird dann die Begründung für die Herausbildung der Unternehmung gesehen. Daran ließen sich nun gewiß allerlei spannende Probleme in Richtung Selbstreferenz und Fremdreferenz anschließen. (Ich selbst frage mich, wie diese Erklärung der Genesis der Firma anders als funktionalistisch oder, sagen wir, darwinistisch soll durchgeführt werden können, wenn wir nicht Akteure identifizieren können, die die Transaktionskosten ins eigene Kalkül aufnehmen; wenn das Konzept also eines des Systems,Wissenschaft‘, aber nicht eines des Systems,Wirtschaft‘ oder ‚Organisation’ ist.)

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

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  • Günther Ortmann

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