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„… die mysteriöse Einheit der Operation“ — Für und wider Niklas Luhmann

  • Günther Ortmann
Part of the Organisation und Gesellschaft book series (OUG)

Zusammenfassung

Wie Niklas Luhmann ehren, wie seiner gedenken?

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Literatur

  1. 176.
    Zu Meyer/Rowans (1977) und Brunssons (1989) Idee ritualisierter und zeremonieller Erfüllung gesellschaftlicher Anforderung an Organisationen, etwa durch Institutionalisierung von als modern geltenden Techniken, oder durch pure Hypokrisie, vgl. die Formulierung: „Jedes soziale System muß sein Handeln an einer Vielzahl von Werten ausrichten. Es kann versuchen, wichtige Werte in ein eindeutiges Rangverhältnis zu bringen (...) Aber der Institutionalisierung solcher Vorzugsordnungen sind, selbst wenn man die rationalen Techniken moderner Ideologiebildung voll ausnutzt, enge Grenzen gesetzt. Und wenn die Wertordnung auf einem abstrakten Niveau verbalen Verhaltens anerkannt, ihr Lippendienst geleistet wird, so ist damit noch keineswegs über das Verhalten in jeder konkreten Konfliktsituation entschieden. Es ist in der modernen Sozialwissenschaft weithin anerkannt, daß jede Sozialordnung Wertwidersprüche ertragen muß und in hohem Maße ertragen kann, ohne dadurch in ihrem Bestand gefährdet zu sein. Sie werden verarbeitet in Form des,Widerspruchs der Institution zu sich selbst, der aber institutionalisiert wird`.“ (Luhmann 1964/1995, 239f, der hier Schelsky 1957, 173 zitiert.) Derlei habe ich im 6. Kapitel unter dem Titel „Selbst-Dekonstruktion organisatorischer Regeln” diskutiert. Ferner: „Sich widersprechende Erwartungen werden an das System gerichtet; es kann nicht allen Erwartungen folgen, wenn es nach eigenen Normen leben will. In dem Maße, als dieses Problem an Schärfe gewinnt, werden Handlungen notwendig, die nicht im Einklang mit den eigenen Normen stehen, aber der Anpassung des Systems an Umwelterwartungen dienen.“ (Luhmann 1964 /1995, 305 )Google Scholar
  2. 177.
    Autoren wie Crozier/Friedberg, J. S. Adams u. a.; für einen Überblick vgl. Ortmann, Sydow (1998) — und zu alledem Luhmann (1964/1995, 220–239) mit luziden Einsichten zu „Grenzstellen“ in Organisationen.Google Scholar
  3. 178.
    Die Liste ließe sich verlängern. Wer unter den Organisationstheoretikern hat schon 1964 so wichtige Arbeiten wie die von Anselm Strauss (1959), Howard Becker (1960) und Helen Gouldner zum Konzept des „commitment“, von Isabel Menzies (1960) zur Rolle von Angst oder von Tom Burns (1961) zur Bedeutung von Mikropolitik in Organisationen rezipiert (vgl. Luhmann 1964/1995, 37, 145, 150, 187, 337, 186)? Und wer hätte in Erinnerung, dass Luhmann schon in diesem Buch (1964/1995, 68 ff, bes. Fußnoten 11 bis 14) hellsichtige, skeptische Bemerkungen zur Überschätzung der Rolle von Konsens in sozialen Systemen gemacht hat?Google Scholar
  4. 179.
    Vgl. etwa Luhmann (1988, 94 und 308); dazu Martens (1995, 318 f).Google Scholar
  5. 180.
    Fragen, wie sie auch Knorr-Cetina (1992) aufgeworfen hat. Dazu Luhmanns nicht sehr stark ausgefallene Erwiderung (1993a, 142 ff), ferner Ortmann (1995a, 369 f, Fußnote 14) Luhmann selbst scheint mit seiner Erwiderung nicht sehr zufrieden gewesen zu sein, wie aus einem Brief an den Verf. aus dem Jahre 1995 hervorgeht, in dem er mit Bezug auf die erwähnte Fußnote 14 immerhin einräumt, auch von anderen auf Schwächen seiner Antwort hingewiesen worden zu sein.Google Scholar
  6. 181.
    Brief an den Verf. vom 23.10.1990, in dem es um die Rolle des Transaktionsbegriffs in seinem Vortrag auf dem Frankfurter Soziologentag 1990 ging, jenem Vortrag, der bei Luhmann (1991a) nachzulesen ist. Dieser Brief ist unten, im Kapitel 16, abgedruckt.Google Scholar
  7. 182.
    Das tut schon die Frau im Schlachterladen, wenn sie Wurst kauft und dabei darauf achtet, dass es die Lieblingswurst ihres Mannes ist, dass der Preis stimmt, dass sie freundlich zur Verkäuferin ist et cetera, und die all dies niemals zu einer vollendeten, wohl aber oft zu einer alltagspraktisch zufriedenstellenden Einheit zusammenbringt.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Günther Ortmann

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