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Zwischen Ökonomie und Ökologie: Argumente für die Machbarkeit einer ökologisch orientierten Industriepolitik

  • Gesine Foljanty-Jost
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Zusammenfassung

Die Erwartung, daß Japan besser als andere Industrieländer einen ökologischen Umbau der Volkswirtschaft bewerkstelligen können müßte, basiert auf der Überlegung, daß eine staatliche Umsteuerung im Schnittbereich von Ökologie und Ökonomie Erfahrungen des politisch-administrativen Systems sowohl mit einer aktiven Industriepolitik als auch mit einer konventionellen Umweltpolitik im Sinne der nachträglichen Schadensbekämpfung voraussetzt. Eine industriepolitische Tradition mit einem historisch gewachsenen, akzeptierten politischen Interventionsrepertoire begünstigt die Akzeptanz einer ökologischen Umorientierung staatlicher Strukturpolitik, da die Intervention des Staates in wirtschaftliche Prozesse nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Umweltpolitische Steuerungstradition schließt das Vorhandensein von Institutionen der Umweltpolitik und damit die Existenz von professionellen Umweltschutzvertretern innerhalb der Ministerialbürokratie ein. Sie beinhaltet unter Umständen auch die Erfahrung mit den Grenzen einer nachsorgenden technokratischen Umweltpolitik, mit Problemverlagerungen und Akzeptanzbarrieren.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Gesine Foljanty-Jost
    • 1
  1. 1.Institut für PolitikwissenschaftMartin-Luther-Universität Halle-WittenbergHalleDeutschland

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