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Vom Tschernobyleffekt zum postnuklearen Sprachgebrauch

  • Matthias Jung

Zusammenfassung

Nachdem die nukleare Kontroverse Ende der 70er Jahren ihren ersten Höhepunkt überschritten hatte, verstetigte sich die sprachliche Entwicklung. Rückblicke auf das Wortgeschehen eines Jahres — leider existieren diese festen Sprachchroniken in der Zeitschrift Der Sprachdienst erst ab 1977 — zeigen, daß die nukleare Kontroverse, die noch 1977 mit Störfall, Entsorgung und Berstschutz gleich drei „Wörter des Jahres“ geliefert hatte, zunächst keine lexikalischen Entwicklungen oberhalb der sprachlichen Aufinerksamkeitsschwelle mehr auslöst. In dieser Phase breiten sich Nuklearvokabular und atomkritisches Sprachbewußtsein, die zuvor mit so hohem Aufmerksamkeitswert in die öffentliche Debatte eingeführt worden waren, zwar vergleichsweise unauffällig, aber dafür kontinuierlich und dauerhaft aus. Charakteristisch für die feste sprachliche Verwurzelung einzelner Nukleartermini während dieser Konsolidierungsphase sind metaphorische Übertragungen wie Wein-GAU oder Wein-Entsorgung (im Zusammenhang mit den Überproduktionsproblemen der EG) bzw. sanfte Geburt etc. nach dem Vorbild von sanfte Energie.1 Mit dem Unglück in dem sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl ändert sich die Situation grundlegend. Diskursgeschichtlich interessant ist daran die Plötzlichkeit und Intensität, mit der das geographisch ferne Ereignis die öffentliche Diskussion dominierte, die enorm hohe Emotionalisierung und der auf breiter Front zu konstatierende Meinungsumschwung. Angesichts der Vorgeschichte der Atomenergiedebatte stellt sich dabei die Frage nach dem Verhältnis von Kontinuität und Wandel, d.h. sowohl was den Sprachgebrauch als auch was das Sprachbewußtsein angeht.

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Literatur

  1. 1.
    Der Spraciidienst 1986, S. 2 bzw. S. 18. Ausführlicher zur Metaphorisierung: Kap. 9.5, S. 137f1, bzw. Kap. 10.2, S. 147ff.Google Scholar
  2. 2.
    Spiegel-Titelgeschichte lieft 36/1986 (hier S. 124).Google Scholar
  3. 1.
    Neuaufnahmen von Nukleartermini sind nicht zu verzeichnen. Lediglich beim Lemma regenerativ wurde die Kollokation regenerative Energiequellen hinzugefügt und erklärt; bei der Definition von Restrisiko — „das verbleibende Risiko, das noch nicht ausgeschaltet werden kann“ — entfiel 1989 das Wörtchen noch!Google Scholar
  4. 2.
    Mattheier 1989a, S. 777; Wolf 1987, S. 15 bzw. 28, Der Sprachdienst 1987, S. 2. Derartige kurzfristige Tschernobylassoziationen 1986/87 macht sich auch ein Buchtitel wie „Die Wolke“ (Pausewang 1987) zunutze — von der Kritik prompt als „Störfall in der Jugendbuchidylle” bezeichnet (Zeit 6.2.87, S. 50).Google Scholar
  5. 3.
    Alle Belege in Der Sprachdienst 1987, S. If.Google Scholar
  6. 4.
    Zeit 18.9.87, S. 60; FR 27.4.87, S. 3; FR 1.6.88, S. 3; Zeit 11.5.90; Zeit 25.1.91, S. 6; Weitere Belege: Der Sprachdienst 1993, S. 13.Google Scholar
  7. 1.
    Badische Zeitung Nr. 112/1986, S. 7; Carstensen 1986, S. 105; Christa Wolf 1987, S. 10 u. 21. Für aussteigen/Aussteiger allgemein reichen die Belege im Wiesbadener GfdS-Archiv bis 1979 zurück, in der öffentlichen Nukleardiskussion mindestens bis 1981 (genauer dazu S. 132f.).Google Scholar
  8. 2.
    Hier RP 16.5.86 bzw. Waz 27.5.86.Google Scholar
  9. 1.
    Vgl. Große/Neubert 1982, S. 11.Google Scholar
  10. 2.
    SZ 15.5.86, S. 3; Stern 22.5.86 (Editorial); Badische Zeitung Nr. 112/1986, S. 7; Lierow/Maletzke 1986, S. 26. Auch Bröckers 1984, S. 150, denkt nicht an eine Atom-, sondern an eine Giftmüllkippe.Google Scholar
  11. 3.
    Vgl. FR 9.7.86, S. 4, bzw. Faz 28.5.86.Google Scholar
  12. 4.
    Zeit 3.4.87, S. 13; Lierow/Maletzke 1986, S. 9; Jogschies 1987, S. 103 (Titel: „Aus dem neuen Wörterbuch des Unmenschen“ in Anspielung auf Storz/Sternberger/Stiskind 1968); Zeit 9.12.88.Google Scholar
  13. 5.
    Wie hier Sauer 1986, S. 696, schlug bereits in den 70er Jahren, eher beiläufig, ein Atomrecht-Spezialist Risikorest statt Restrisiko vor, da er letzteren Ausdruck als terminologisch „irreführend“ bzw. „wenig glücklich” einschätzte (Fischerhof 1978, S. 171).Google Scholar
  14. 1.
    Zeit 9.10.87; Wolf 1985, S. 96 (ähnlich auch 110 1989, S. 472); Zeit 24.7.87, S. 37. Als „Fortschritt“ werden Auslegungss/örfa/l bzw. Gau dagegen von — kernkraftkritischen — Spezialisten der Nukleardiskussion gewertet (Meyer-Abich/Schefold 1986, S. 215; Radkau 1983, S. 357, bzw. SZ 25.4.91, S. 37).Google Scholar
  15. 2.
    Spiegel 19/1986, S. I25f; Der Spracidienst 1989, S. 7; als Beispiel für die Infragestellung von Störfall in konservativen Medien: Faz 30.4.86, S. 3.Google Scholar
  16. 1.
    Heidinger 1986, S. 9; Spiegel-Gespräch 22/1986, S. 25 (Interviewer); FR 13.11.83, S. 3; Meyer-Abich/Schefold 1986, S. 49; Zeit-Magazin 20.3.1987, S. 28; Spiegel 8.2.88, S. 102. Intakt war dieses sprachliche „Tarnnetz“ dagegen noch frir Jürgen Dahl (hier 1977a, S. 20).Google Scholar
  17. 2.
    Zu Havarie Der Sprachdienst 4/1986, S. 100 bzw 4/ 1987, S. 119; v.Cube u.a. 1987, S. 197. Belege für (Reaktor-)Havarie/havariert ins öffentlichen Deutsch vor Tschernobyl: Dahl 1977a, S. 9; Jungk 1977a, S. 144 bzw. 1977, S. 4; Die Tat, Juli 1976 zit. nach Atw 1976, S. 453; „Havarie des Kernreaktors von Harrisburg“, so ein russischer Minister 1979 zit. nach FR 30.4.86, S. 3. Dies mögen allerdings sämtlich Ddr-deutsch bzw. österreichisch beeinflußte Beispiele sein.Google Scholar
  18. 3.
    Zeit 16.5.86, S. 10; RP 27.4.87, S. 2; SZ 1.5.86. Vgl. außerdem Kinne 1987, S. 16.Google Scholar
  19. 4.
    Große/Neubert 1982, S. 14; FR 13.11.1986, S. 3. Weitere aktuelle Belege für Havarie zum Beispiel Zeit 19.4.91, S. 88, 26.4.91, S. l 1, 26.9.91, S. 15.Google Scholar
  20. 1.
    Ditfurth 1985, S. 209. Folgendes Zitat: Harald Müller zu seinem Stück Das Totenfloß, das nach Tschernobyl Furore machte, zit. nach Theater Heute 7/1986, S. 3 (Großschreibung im Text).Google Scholar
  21. 2.
    Katka 1986, S. 173. Dokumentiert ist die „Informationslüge“ in Katka u.a. 1986; vgl. aus sprachwissenschaftlicher Sicht Heringer 1990, S. 120–136.Google Scholar
  22. 3.
    Dieterich 1986, S. 23, Kursbuch Band 85 (Titel); SZ 17.5.86, S. 4; FR 7.5.86, S. 1 (Hauptschlagzeile); Vdi-Nachr!Ciiten 18.7.86, S. 2; Taz 23.5.86, S. 3. Grundsätzliches zu den Sprachschwierigkeiten der Experten in Kap. 11, insbesondere S. 164ff.Google Scholar
  23. 1.
    Jaenecke 1987, S. 18. Die Popularität von Becquerel zeigt sich auch an einem Buchtitel wie Becquerel-Geschichten, einem von Wolfgang Ehmke 1987 herausgegebenen Band mit einschlägigen Erzählungen; vgl. außerdem Kap. 12.4, S. 208. Über die terminologische Problematik von Millirem hatte die Anti-Atom-Bewegung dagegen schon in den 70er Jahren intensiv diskutiert (vgl. Kap. 10.1, S. 142).Google Scholar
  24. 2.
    Faz 28.12.86, S. 13; Vdi-Naciiricuten 18.7.86, S. 2; Zerr 9.12.88.Google Scholar
  25. 1.
    Zeit 7.6.1985, S. 70; SZ 26.9.86, S. 8 (Schlagzeile „Tschernobyl war kein Gau“); ähnlich SZ 17.5.86, S. 4 bzw. VorwÄRts 10.6.86. Selbst in der optisch wie inhaltlich relativ,grünen` und gut informierten FR beispielsweise wird gelegentlich die populäre Bedeutungsvariante von Gau verwendet (zum Beispiel am 16.1.88, S. 3). Und obwohl unmittelbar nach Tschernobyl noch einmal ausdrückliche terminologische Erläuterungen gegeben wurden (30.4.86, S. 2) und der Reaktorunfall auf Seite I als Super-GA U galt, ist kurz darauf wieder vom Gau die Rede. Ähnlich in Artikeln der Zeit zum 5. Jubiläum der Katastrophe von Tschernobyl am 26.4.91: Der eine Journalist, F. Vorholz, S.27, kennt nur den Super-GA U, der andere, H. Bieber, S. 11, nur Gau.Google Scholar
  26. 2.
    Kfa 1977, S. 55; Broschüre des Umweltministeriums Die Sicherheit unserer Kernkraftwerke, Bmu Januar 1988, S. 9f; FR 30.4.86, S. 1. Dazu auch SZ 25.4.91, S. 37. Das folgende Interview mit dem Vorsitzenden der Reaktorsichcrheitskommission, Birkhofer, in Zeit 23.5.86, S. 17. Frühe Belege für Super-GA U: Kap 8.2, S. 109.Google Scholar
  27. 1.
    FR 28.10.87, S. 6; Publik-Forum 23.5.86. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, etwa wenn die Abgeordnete der GRÜNen, Hoenes, im Bundestag meint, „einen sicheren Schutz vor dem Gau“ könne es nicht geben (BT 14.5.86, S. 16542; ähnlich auch S. 16541).Google Scholar
  28. 2.
    Frühe Belege von atomkritischer Seite für Waa: Kkw-Fibel 1977, S. 130ff; Dreyer/Vinke 1977, S. 44; für Akw zum Beispiel Mez 1979. Die Frequenzverhältnisse im BT-Korpus zeigen deutlich den parteisprachlichen Charakter beider Abkürzungen: Akw wird nur von den GRÜNen gebraucht (13 Belege, 8 verschiedene Sprecher), auf die auch 25 von 26 Belegen insgesamt für Waa entfallen. Akw wird ausgiebig in alternativen Presseorganen wie der Taz verwendet und ist dort in den 80er Jahren sehr wortbildungproduktiv: Akw-Befürworter, Anti-Akw-Bewegung etc.Google Scholar
  29. 3.
    Zit. nach SZ 12.1.87; zit. nach Zeit 16.5.86, S. 14; Henscheid 1985 (Stichwort Entsorgung).Google Scholar
  30. 1.
    Schwenger 1984, S. 93; traditionell-sprachkritisch zum Beispiel Schneider 1987, S. 22.Google Scholar
  31. 2.
    BT 14.5.86, S. 16541 u. 16545; Taz 30.4.1982 bzw. Brauns 1986, S. 93. Verhaltener dagegen die Kritik an Restrisiko von Spd-Rednern BT 26.09.1986, S. 18060, S. 18065 u. 18070.Google Scholar
  32. 1.
    Der Sprachdienst 1988, S. 14 (vgl. dazu Faz 7.4.87, S. 12, bzw. RP 6.4.87, S. 1). Allgemein zu diesem Komplex Traube 1988, S. 57f. Frühe Belege für Plutoniumwirtschaft bei Spd-Rednern: BT 22.1.76, S. 14920; BT 15.6.77, S. 3223f.; BT 24.1.85, S. 8627; BT 7.11.85, S. 12799; BT 14.5.86, S. 16533; BT 14.4.88, S. 4774. In der Presse wurde zum Beispiel das Schlagwort Plutonium-Wahl (Spiegel-Titel 14/1987) kreiert (kritisch dazu FR 27.4.87, S. 3).Google Scholar
  33. 2.
    Manche stärkeren Schwankungen, speziell bei der Fdp, erklären sich durch geringe Belegzahlen und individuelle ZuPdlligkeiten. Für den langfristigen Trend vgl. Graphik 7, S. 100. Genaue Zahlen und Erläuterungen im Anhang, speziell Tabelle 3, S. 243.Google Scholar
  34. 3.
    BT 26.9.1986, S. 18066 bzw. S. 18063, sowie Bayernwerk-Zeitschrift 2/1986. Für Schlagzeilen sorgten derartige Vorwürfe zum Beispiel in RP 3.10.86, S. 4 bzw. 10 oder SZ 3.10.86, S. 6. Von den zehn Belegen für Atomlobby-Vorwürfe in meinem Bundestagskorpus stammen zwei von der Spd und acht von den GRÜNen. Gegen Atomlobby bzw. Atomlobbyist verwahrt sich die Regierungskoalition zum Beispiel im BT 14.4.88, S. 4781, ebenso gegen den Zwischenruf der GRÜNen Atommafia (BT 26.09.86, S. 18063 bzw. S. 18069).Google Scholar
  35. 1.
    Welt 9.7.86, S. 4 bzw. Spiegel 36/1986, S. 129; BT 26.9.86, S. 18058ff., hier S. 18069.Google Scholar
  36. 2.
    Vorwarts 14.6.86, S. 23; Der Sprachdienst 1982, S. 2.Google Scholar
  37. 3.
    Die Graphik berücksichtigt nur nicht-distanzierte Verwendungen von friedlich im Zusammenhang mit der zivilen Kemenergienutzung, nicht aber kritische Thematisierungen. Die unterschiedliche Höhe der Balken ist statistisch nicht signifikant, da die berücksichtigten Debatten weder quantitativ noch inhaltlich genau vergleichbar sind. Genaueres im Anhang, speziell Tabelle 9, S. 244.Google Scholar
  38. 1.
    BT 14.5.86, S. 16557; ähnlich die GRÜNen BT 8.11.84, S. 7120–22 bzw. 14.5.86, S. 16541. Alle Belege für zivile Nutzung o.ä. nach 1986 stammen in dem ausgewerteten Bundestagskorpus bezeichnenderweise von der Spd. Zu friedliche Nutzung vgl. Kap. 12.5, S. 215f.Google Scholar
  39. 2.
    Vgl. zum Beispiel die Sammlung von Stellungnahmen in Hermann/Schumacher 1987, S. 348ff.Google Scholar
  40. 3.
    NeueRicier Zeitung 3.7.86, S. 4, sowie SZ 30.5.86 bzw. 12.8.86, S. I. Zu Position und Wortgebrauch des Dgb vgl. die offizielle Stellungnahme in Hermann/Schumacher 1987, S. 358–360. Frühe Belege fur Aussteigen/Ausstieg im Bundestag BT 10.12.81, S. 4197, 4198, 4204, 4210, 4216 (insgesamt 7, davon 4 Cdu/Csu, zwei Spd, 1 Fdp). Typische Kontexte bei der Cdu sind: ein Ausstieg aus der Kernenergie sei „weder wünschenswert, noch realistisch […] Keiner kann rufen: Haltet die Erde still, ich will aussteigen“ bzw. die Spd möge sich gegen „die Möglichkeit eines Ausstieges aus der Kernenergie” entscheiden (S. 4197).Google Scholar
  41. 1.
    Vgl. „Gefahren der Atomenergie“, Broschüre des schleswig-holsteinischen Ministers für Soziales, Gesundheit und Energie vom September 1991 (Zitat S. 52).Google Scholar
  42. 2.
    Zeit 20.2.87, S. 13; Spiegel-Gespräch 14/1987, S. 39 u. S. 42; Maier-Leibnitz 1986, S. 49.Google Scholar
  43. 3.
    Spiegel 14/ 1987, S. 45; Carstensen 1986, S. 105; Faz 16.5.86, S. 25 bzw. Heidinger (Vdewvorsitzender) 1986, S. 10; Faz 13.9.86, S. 1. Folgendes Zitat: Wiesbadener Kurier 18.3.87, S. 7. Weitere kritische Thematisierungen und abwertende Zwischenrufe zu Ausstieg von seiten der Koalition: BT 24.01.1985, S. 8632; BT 4.06.87, S. 1037; BT 14.04.88, S. 4777.Google Scholar
  44. 1.
    Heidinger 1986, S. 11, bzw. Rwe-Vorstandsmitglied Spalthoff in Waz 27.5.86; Leserbrief SZ 4.7.86, S. 12, bzw. Waz 27.5.86; FR 28.10.87, S. 6, bzw. v.Cube u.a. 1987, S. 213. Die von Industrieseite kritisierten, nach amerikanischem Sprachvorbild entstandenen Ausdrücke für umweltfreundliche Energien finden sich bereits in Kkw-Fibel 1977, S. 16 u. S. 52 (regenerierbare bzw. alternative Energiequellen), Jungk 1977, Vorwort, S. Xii1 (alternative Energie unter Bezug auf Lovins), Lovins 1976, S. 77 (renewable energy), Neuaufnahme in Großer Brockhaus 1984. Regenerative Energiequellen wird bereits in Vdi-Nachriciiten 48/1978, S. 3, erklärt als „erneuerbare Energiequellen“. Noch in den 70er Jahren hatte man übrigens auch die Kernenergie als alternativen Energieträger bezeichnet (zum Beispiel in Welt 27.6.74, S. 9); weiteres bei üaß 1989, S. 415ff. Daß beim Vdew-Vorsitzenden Heidinger Gegenvokabeln wie additive Energien Ausdruck einer hohen Sprachretlexivität und individuellen Sprachstrategie sind, bestätigt auch Rosenau 29.4.91.Google Scholar
  45. 2.
    BT 7.11.1985, S. 12789f.; Belege für Obergangsenergie: Welt 30.5.86 (dazu kritisch: FR 9.3.87).Google Scholar
  46. 1.
    Zum Beispiel Zeit 20.2.87, S. 13; FR 28.7.86, S. 2; Faz 6.12.86, S. 2; FR 16.1.88, S. 3. Dokumentation der Bild-Berichterstattung: Pöttker 1986; allgemeiner Pressespiegel: Amelungse 1987.Google Scholar
  47. 2.
    Waz 27.5.86; Welt 30.5.86; Spiegel 19.5.86; Generalanzeiger 11.7.86, S. 3. Weitere Beispiele: SZ 4.7.86, S. 26 (Untertitel: „Gespräch [mit Strauß] über Alternativen zur Atomkraft“, im Text: Kernenergie); FR 31.3.80, S. 1 (Titel: „Atomgegner gedachten des Harrisburg-Unfalls”, Text der Reuter-Meldung: Kernkraftgegner).Google Scholar
  48. 3.
    Vgl. Große/Neubert 1982, S. 14.Google Scholar
  49. 4.
    SZ 27.5.91, S. 2 (Kurzmeldung Reuter); RP 9.12.93 (Agenturmeldung AP); außerdem Welt 27.10.92, S. 1 („Polizei beendet Akw-Blockade“). Begonnen hat die Ausbreitung von Akw in den,bürgerlichen` Medien bereits in den 80er Jahren über Frankfurter Rundschau und Spiegel (zum Beispiel mehrfach in der Titelgeschichte von Heft 36/1986).Google Scholar
  50. 5.
    Anzeige in Zeit 2.8.91, S. 22 (meine Ilervorhebung); RP 27.1.93. Weitere Belege für Atomstrom auf Betürworterseite: Beckurts (Siemens) in Zeit 18.7.86, S. 32; Vdi-Nachrichten 25.10.85, S. 35 (Schlagzeile mit Anführungszeichen); Umweltminister Wallmann: Wir werden „eines Tages auch den Atomstrom überwinden“ (zit. nach FR 14.7.86, S. 2, u. Faz 14.7.86, S. 2); RP-Leitartikel 12.8.86, S. 2 (2 Belege); Welt 15.8.86, S. 4; Forschungsminister Riesenhuber in einem Spiegel-Gespräch 26.5.86; Bennigsen-Foerder (Veba) im Stern 10.7.86.Google Scholar
  51. 1.
    So verwendet der Fdp-Abgeordnete Ganschow am 16.10.91 im Bundestag, S. 4057f., einerseits nur Atomkraftwerk/Atonmaeiler (5 Belege), andererseits nur Kernenergie (3 Belege).Google Scholar
  52. 2.
    A. Jansen, 16.4.91.Google Scholar
  53. 3.
    BT 26.09.86, S. 18078; Natur 12/1986, S. 47; FR 17.7.86, S. 1 (Schlagzeile); Faz 28.8.86, S. 2; Welt 29.5.86 (Schlagzeile); Der Siracudienst 1987, S. 13. Weitere Belege bei Haß 1989.Google Scholar
  54. 4.
    Zeit 1.1.88 bzw. BT 26.09.1986, S. 18062f.Google Scholar
  55. 1.
    Belege: Taz 11.6.85; Meyer-Abich/Ueberhorst 1985; Jungk 1977, S. 200; vgl. vor allem aber Der Sprachdienst 1987, S. 1–3 (mit Belegen aus Spiegel, SZ, Zeit u.a. 1986), sowie Der Sprachdienst 1989, S. 67.Google Scholar
  56. 2.
    SZ 30.5,86 bzw. Mannheimer Morgen 16./17.6.84, S. 13; sonstige Belege Haß 1989, S. 520f.Google Scholar
  57. 3.
    Stuttgarter Nachrichten 21.6.89 zit. nach Haß 1989, S. 468; vgl. inhaltlich Kuhn 1991, S. 100 sowie Wilss 1989, S. 206.Google Scholar
  58. 1.
    Maren-Grisehach 1982, S. 131; Taz 11.6.85.Google Scholar
  59. 2.
    Fleischer 1989, S. 25, bzw. Kuhn 1991, S. 103.Google Scholar
  60. 3.
    Taz 5.5.86; Taz 16.5.86; Der Sprachdienst 1987, S. 3; Pöttker 1986, S. 29f.Google Scholar
  61. 4.
    Taz, 4.7.86 bzw. 5.7.86.Google Scholar
  62. 1.
    Vgl. Der Sprachdienst 1985, S. 78, bzw. Zeit 2.12.88, S. 79; Maren-Grisebach 1982, S. 129.Google Scholar
  63. 2.
    Wilss 1989, S. 11 bzw. 71; Fleischer 1989, S. 316.Google Scholar
  64. 1.
    Presseinfo des Deutschen Atomforums vom 23.4.1991; vgl. außerdem RP 27.1.93. Zu den aus dem Schröder-Vorschlag resultierenden Spannungen in der Spd: Spiegel 15.11.93, S. 20f.Google Scholar
  65. 2.
    Vgl. zu diesen Problematiken etwa Zeit 26.4.91, S. 28; 14.2.92, S. 9; 17.7.92, S. 23; Spiegel 15.11.93, S. 47–53.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Matthias Jung

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