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Zusammenfassung

Fragen des Zusammenhangs von Sprache und Gesellschaft stoßen prinzipiell auf breites Interesse, denn beide Sphären und erst recht ihre Verknüpfung betreffen jeden. Der sprachlichen Seite wird dabei in den Wissenschaften und in der Öffentlichkeit seit einiger Zeit verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei geht es beispielsweise um die Abhängigkeit des öffentlichen Sprachgebrauchs von politischen und wirtschaftlichen Interessen und den Einfluß bestimmter Wörter auf die Meinungsbildung, allgemein gesagt um Sprache als ‚subjektive Dimension‘ der Politik. Innerhalb des historischen Paradigmas versucht man in ähnlicher Perspektive, wichtige gesellschaftliche Umbrüche an der Ablösung oder Veränderung zentraler Begrifflichkeiten deutlich zu machen, denn wenn sich Sprache als „soziales Gedächtnis“ ansehen läßt, das die Erinnerung an vergangene Ereignisse bewahrt, kann über ihren Wandel auch eine Art „Wissens- oder Bewußtseinsgeschichte“ der jeweiligen Kommunikationsgemeinschaft rekonstruiert werden.1

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Literatur

  1. 1.
    Stötzel 1988, S. 420; Dieckmann 1989, S. 224. Vgl. allgemein hierzu die Schriften von Koselleck 197311 bzw. das Lexikon „geschichtlicher Grundbegriffe“ (Brunner/Conze/Koselleck 1972ff.).Google Scholar
  2. 2.
    Neubert 1982, S. 27. Für eine ausführlichere Diskussion der theoretisch-methodischen Fragen sei nachdrücklich auf Busse/Teubert 1994, Stötzel/Wengeler 1994 und Jung 1994 verwiesen.Google Scholar
  3. 1.
    Busse/Teubert 1994 (im Druck). Einen Eindruck von der Verschiedenheit diskursgeschichtlicher Analysen geben etwa die Arbeiten in Busse/Teubert/Hermanns 1994.Google Scholar
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    Stötzel 1993, S. 117–121; Neubert 1982, S. 27; Stötzel 1988, S. 421. Einen aktuellen Querschnitt durch die Bandbreite der Düsseldorfer Studien bieten Stötzel/Wengeler 1994.Google Scholar
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    Die militärische Nutzung bleibt, weil sie in gesellschaftlicher Wertung und sachlichem Hintergrund ganz anders gelagert ist, weitgehend ausgeklammert.Google Scholar
  8. 4.
    Große/Neubert 1982, S. 5; Neubert 1982, S. 27; Vgl. außerdem Cherubim 1979, S. 327, und ders. 1985, S. 806 und S. 810.Google Scholar
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  10. 2.
    Ischreyt 1958, S. 66. Trotz des umfangreichen Belegmaterials und begriffsgeschichtlicher Recherchen, auf die auch hier dankbar zurückgegriffen wird, sind aus meiner Sicht prinzipiell zwei Punkte an den Arbeiten von Ulrike Haß zu kritisieren: 1. die Verzerrung, die durch ein historisch stark,kopflastiges` Untersuchungskorpus mit Schwerpunkt auf den Jahren 1986–1988 entsteht, 2. die Überbetonung der Manipulationsperspektive (vgl. dazu insbesondere Kap. 10, S. 142ff.).Google Scholar
  11. 2.
    Zu Sprachthematisierungen in der politischen Diskussion vgl. vor allem Stötzel 1978 und 1980 (hier insbesondere S. 135ff.).Google Scholar
  12. 3.
    Fischer 1988, S. 1, in Anlehnung an Scherfer 1983.Google Scholar
  13. 4.
    Zu den wenigen mir in diesem Zusammenhang bekannten Umfragen gehören Burkhardt 1989a im Rahmen linguistischer Sprachkritik und Cherubim 1986 im Zusammenhang mit der Sprachwandelforschung.Google Scholar
  14. 1.
    Vgl. Stötzel 1993, S. 118f. Zu Sprachnormierungsversuchen vgl. Stötzel 1986.Google Scholar
  15. 2.
    Cherubim 1979, S. 331; Wimmer 1986, S. 148. Vgl. außerdem Fischer 1988, S. 22.Google Scholar
  16. 3.
    Metaphorisierungen führen zwar bereits über die Analyse eines Diskurses im engen Sinne hinaus, sind aber besonders interessant, um den Einfluß einer bestimmten Debatte auf den öffentlichen Sprachgebrauch insgesamt einzuschätzen.Google Scholar
  17. 4.
    Ausnahme: Schlosser 1985, der Veränderungen des Gegenwartsdeutschen exemplarisch am Wandel der Übersetzungen von Orwells Roman 1984 deutlich macht.Google Scholar
  18. 1.
    Fleischer 1989, S. 316. Dort auch ausführlichere Hinweise zu derartigen Indikatoren.Google Scholar
  19. 2.
    So finden sich beispielsweise beim häufigsten Wort für den hier behandelten Themenbereich, Atomenergie, in der WELT insgesamt nur 20 Belege, d.h. zwischen 0 und 6 Verwendungsfalle proberücksichtigtem Jahrgang! historisch repräsentative Werke von Atomkraftgegnern und Kernenergiebefürwortern, die in der einschlägigen Forschungsliteratur häufig genannt wurden Texte mit Referenzcharakter wie Gesetze, Verordnungen, Parteiprogramme, Handbücher, DIN-Normen, Glossare, Fachwörterbücher chronologisch gestaffelte Texte prominenter Sprecher (zum Beispiel Otto Hahn, Werner Fleisenberg, Volker Ilauff u.a.m.), um Veränderungen auch sprachbiographisch festmachen zu können Materialien der Öffentlichkeitsarbeit: Flugblätter, Broschüren, Anzeigen unveröffentlichte interne Dokumente, soweit sie über die Sekundärliteratur auszugsweise zugänglich sindGoogle Scholar
  20. 1.
    Genauere Angaben zu den verwendeten Quellen, ihrer Auswahl und Repräsentativität finden sich im Anhang, S. 241ff. bzw. S. 249f.Google Scholar
  21. 2.
    In diesem Projekt unter Leitung von Georg Stötzel wurden alle Jahrgänge der auflagenstarken Regionalzeitung RHEINISCHE POST auf Thematisierungen und andere sprachliche Auffälligkeiten hin durchgesehen (vgl. Stötzel 1993).Google Scholar
  22. 1.
    m folgenden schließen Schreibweisen wie Atom, Kern, Nuklear — also ohne Bindestrich — die jeweilige Wortbildungsreihen als Kurzform ein.Google Scholar
  23. 2.
    Ähnlich schlägt Wichter 1991, S. 127 vor, „Fachsprache“ neutral als den auf ein bestimmtes Fach bezogenen Wortschatz zu verstehen, „ohne die Implikation eines bestimmten Niveaus”. Innerhalb einer so definierten Fachsprache gebe es dann horizontale Schichtungen, vereinfacht gesagt, eine „Laiensprache“ und eine „Expertensprache”.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Matthias Jung

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