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  • Stefan Fröhlich
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Zusammenfassung

“Freeze” scheint auf den ersten Blick lediglich das letzte Kapitel in der Geschichte der amerikanischen Friedensbewegung. Öffentliche Diskussionen und politische Aktivitäten begleiteten in den USA episodisch die Abrüstungs- und Sicherheitspolitik der jeweiligen Administrationen. Nie aber war das öffentliche Interesse an Sicherheitsfragen und der Druck auf die politische Führung in den USA so groß wie zu Beginn der 80er Jahre. Obwohl die “freeze”-Bewegung eine historische Paternität mit anderen Anti-Kriegsbewegungen in der amerikanischen Geschichte teilte, weist sie doch ihre Besonderheiten auf. Das strategische Umfeld hat sich entscheidend mit dem Beginn des Nuklearzeitalters verändert, ebenso das intellektuelle. Wir leben in einer Zeit, in der die ideologischen Parameter großer nationaler Debatten die Verfassungsgrenzen und die widerstreitenden Vernunftsphilosophien eines John Locke und Edmund Burke, Thomas Jefferson und Alexander Hamilton längst überschritten haben. In den 80er Jahren finden wir bei zahlreichen Wortführern der “freeze”-Bewegung — nicht aber bei allen Sympathisanten — marxistisches und sozialistisches Gedankengut und das Vokabular linker Avantgardisten in Bezeichnungen wie “military-industrial complex”, “liberation theology”, “economic democracy” und “nuclearism” vertreten. An den Rändern der Bewegung hatte sich in den USA auch der Liberalismus im Sinne eines John Stuart Mill und Montesquieu in Richtung des Marxschen und Rousseauschen Liberalismusbegriffes entwickelt. Seine Losungen lauteten Gleichheit, Umverteilung und sozialer Wiederaufbau statt Freiheit, Individualismus und begrenzte Macht.1

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Robert Nisbet, ‘Prejudices: A Philosophical Dictionary’, Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1982, S. 21Google Scholar
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    Siehe Peter Berger und Thomas Luckmann, The Social Construction of Reality“, Garden City, New York: Anchor Press/Doubleday, 1966; Erving Goffman, ”Frame Analysis“, New York: Harper and Row, 1974Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1990

Authors and Affiliations

  • Stefan Fröhlich

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