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Untersuchungsgegenstand und methodische Bemerkungen

  • Markus Holzinger
Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 197)

Zusammenfassung

In Teil 1 wurde die soziologische Diskussion des Verhältnisses von Natur und Gesellschaft einer kritischen Analyse unterzogen. Die zur Verfügung stehenden theoretischen Bezugspunkte wurden ausgelotet. Und es wurde dafür plädiert, daß es bestimmte gesellschaftliche Naturprobleme nahe legen, methodische Instrumente zu benutzen, wie sie in Bruno Latours Akteur-Netzwerktheorie ausgearbeitet werden. Im Unterschied zu gängigen konstruktivistischen Theorien, die „Natur“ in der Regel erst gar nicht zum Gegenstand ihres Interesses machen, kann Latours Ansatz Umweltproblemen einen Ort zuweisen und sie damit auch gesellschaftstheoretisch bearbeitbar machen. Diese Diskussion darf nun als abgeschlossen gelten.

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Literatur

  1. 72.
    Jeder sollte sich so verhalten, als wäre er bereits infiziert. Dem,Krieg aller gegen alle’ würde als zeitgerechtes Verhalten das,Mißtrauen` aller gegen alle zur Seite treten.“ (Bardeleben u. a.1988, 183).Google Scholar
  2. 73.
    Zu den sozio-ökologischen Beziehungen von Mikroorganismen und menschlichen Akteuren siehe generell Karlen (1996); Sieferle (1988a, 338ff.) und speziell im Falle von HIV und AIDS Garret (1996, 508ff.) und Karlen (1996, 283ff.). Es wird heute vermutet, daß ein Erreger mit der Bezeichnung „SIVsm“ Ende der sechziger Jahre von einer Mangabenart auf den Menschen überwechselte und schließlich zu HIV-II mutierte. Weil in Zentralafrika Menschen und Affen in engem Kontakt miteinander leben, ist es vorstellbar, daß die Viren häufig Gelegenheit hatten überzuspringen. Bekannt ist etwa, daß das Fleisch von Menschenaffen in manchen Regionen eine Delikatesse ist. Andererseits wurden in Afrika Affen immer auch dann verzehrt und als „lebende Fleischreserve” (Karlen 1995, 292) betrachtet, wenn Impfung-und Insektenvernichtung die Kindersterblichkeit gesenkt und damit zur Überbevölkerung beigetragen hatten. Bekannt wurde im Jahre 1999 die Deutung des britischen Journalisten Edward Hooper, der behauptet, daß AIDS durch verseuchte Polio-Impfstoffe im Belgisch-Kongo verbreitet worden wäre, weil ein Teil der Vakzine auf Schimpansenzellen gezüchtet worden sei. Zur Verbreitung von Mikroorganismen in modernen Gesellschaften generell bemerkt Montagnier: „The globalization of culture has globalized our parasites. AIDS is a disease of the Boeing 747 (…) (for they) are its vector, and without them there would be no AIDS epidemic.“ (zit. nach Muir 1991, 15 ).Google Scholar
  3. 74.
    Siehe dazu auch Epstein (1996).Google Scholar
  4. 75.
    Medientheoretisch könnte man mit Sloterdijk ( 1999, Bd.2, 687) sagen: Ein Bote ist erfolgreich nur dann, „wenn er Boten zweiten Grades hervorzurufen vermag — was ihm gelingt, wenn er den Empfänger der Botschaft von dem Vorteil überzeugt, selbst Überbringer der Botschaft zu werden“.Google Scholar
  5. 76.
    The absurdity of social relativists lies in their denial of the importance of material constraints. Not everything is equally possible. Despite the wishes of people or society, cut-off points exist at which sheer technical limits render certain avenues possible or impossible quite independently of our desires“ meint Latour ( 1989, 121 ).Google Scholar
  6. 77.
    In the study of texts there is no a priori distinction to be made between an anthropomorphic actor and a,physimorphic` or,zoomorphic` one: the same amount of work is required to attribute a role to a human or to a nonhuman character.“ (Latour 1992a, 130f.)Google Scholar
  7. 78.
    Üblicherweise neigen auch sogenannte,qualitative` Forscher dazu, Darstellungen von Erfahrungen nicht zunächst einmal als Darstellungen von Erfahrungen, sondern sogleich und vor allem als Darstellungen von Erfahrungen zu deuten — und sie selber dann wieder wie Erfahrungen (statt wie Darstellungen) darzustellen“, kritisiert Honer (1993, 246).Google Scholar
  8. 79.
    In der Regel werden diese Ergebnisse dann auch entsprechend angekündigt: „We report here…“ „Here we show… ”Google Scholar
  9. 80.
    Any story — no matter how wild, bizarre and foolish — creates a certain type of realism, because of the constraints imposed on the actors. (…) An impression of resistance, that is of reality, is built by all stories. This built-in-realism is called by semioticians the internal referent. (…) All of them built an internal referent, but some of them choose to do so by giving the impression that the author possesses documents allowing him to support what he says.“ (Latour 1988c, 7)Google Scholar
  10. 81.
    In other words, there are three things we cannot escape from: discourses, inscription devices and networks.“ (Latour 1988c, 30)Google Scholar
  11. 82.
    Demgegenüber stellt der Versuch, direkt und unter Absehung der materiellen Praxis der Katastrophenvermeidung auf symbolische Politikformen und politische Problembewältigungsrhetorik zu setzen, keine realistische politische Option dar.“ (Krücken 1997, 201)Google Scholar
  12. 83.
    Eine Kontroversenanalyse — mit anderen Schwerpunkten als den hier verhandelten — hat bereits Epstein (1996) vorgelegt.Google Scholar
  13. 84.
    Eine verfassungsrechtliche Zwischenbilanz zieht Frankenberg (1990).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Markus Holzinger

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