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Kultivierte Interessen

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Zusammenfassung

Die Herstellung von Software — und dazu gehört bereits die Aufgabenanalyse — ist bekanntermaßen Rationalitätsvorstellungen verpflichtet, die verwissenschaftlicht und systemimmanent auf Korrektheit und Zuverlässigkeit gerichtet sind. Dezidierte Vorstellungen über die Algorithmisierbarkeit von Denk-, Arbeitsund Verhaltensweisen und über die programmtechnische Determiniertheit des Entwicklungsprozesses bestimmen die Zielsetzung der Informatiker bei ihrer gesamten Arbeit. Informationstechnische Begriffsbildung und rationalistische Modellkonstruktionen forcieren eine technisch verengte Perspektive auf soziale Zusammenhänge, die oft in keinem Verhältnis mehr zur äußerlichen Komplexität des Programmzwecks steht. Mit der sich verselbständigenden Erstellung des Programms (Johnson 1980) — die im Zuge der Aufgabenanalyse perspektivisch vorweggenommen wird — gerät die Lösung des äußerlich vorgegebenen Problems sukzessive in den Hintergrund. Indem sich Entwickler bei der Aufgabenanalyse durch die Programmierumgebung leiten lassen und diese ausschließlich zum Zwecke der Erstellung des Pflichtenheftes einsetzen, begeben sie sich bereits in die über Symbolik vermittelte abgeschlossene Welt des Programms. Der ‚Zugzwang‘ der Entwicklung ergibt sich somit weniger aus dem, was man mit dem Computer alles machen könnte, als daraus, was dieser zuläßt. In diesem Sinne realisieren Software-Entwickler in bezug auf eine vorgegebene Realität die potentielle Unfehlbarkeit des Rechners und sind auf Korrektheit und Zuverlässigkeit fixiert.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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