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Theoretischer Rahmen zur Analyse aktueller Mobilität

  • Helga Pelizäus-Hoffmeister
Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 149)

Zusammenfassung

Wie eingangs erwähnt wird angenommen, dass eine enge Verbindung besteht zwischen zunehmenden Mobilitätsprozessen, den Globalisierungstendenzen und dem Individualisierungsschub, der seit den 80er Jahren auch verstärkt auf dem Arbeitsmarkt zu spüren ist (vgl. Beck, 1999: 77). Zur näheren Erläuterung dieser Phänomene wird auf den Erklärungsansatz Becks zurückgegriffen, der einen „Epochenbruch“ innerhalb der Moderne feststellt und die Phänomene Globalisierung und Individualisierung als zentrale Prozesse der „Reflexiven“ bzw. „Zweiten“ Moderne betrachtet. Der Unterschied zwischen Erster12 und Reflexiver Moderne liegt allerdings nicht darin begründet, dass diese Phänomene in der Ersten Moderne nicht schon präsent waren, sondern dass sie in der Zweiten Moderne anders wahrgenommen werden.

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Literatur

  1. 12.
    Unter der „Ersten Moderne“ wird hier vereinfachend die westliche, industriegesellschaftliche Moderne verstanden, die im 18. Jahrhundert mit der industriellen Revolution ihren Anfang nahm und v.a. gekennzeichnet ist durch vielfältige Rationalisierungsprozesse und Nationalstaatlichkeit (vgl. Beck, 1994a: 27). Synonym wird auch der Begriff der „Einfachen Moderne“ verwendet.Google Scholar
  2. 13.
    Albrows Illustrationen zur entstehenden „globalen“ Gesellschaft: „das Aufgehen nationaler Ökonomien in der Weltwirtschaft, die Verbreitung der Weltnachrichten mit Hilfe von Satelliten bis in entlegenste Winkel und Protestaktionen in einem Teil der Welt gegen Ereignisse in einem anderen Teil — wenn wir all diese Beispiele zusammennehmen und begreifen, daß sie sich gegenseitig verstärken, erhalten wir ein Bild jener einzigartigen Verän-derung, die gegenwärtig stattfindet“ (Albrow, 1998: 153). Vgl. Auch Giddens (1999), Beck (1999) und Sassen (1994).Google Scholar
  3. 14.
    Albrow weist in diesem Zusammenhang auch auf die ökologischen Grenzen des menschlichen Handelns hin (vgl. Albrow, 1998: 160).Google Scholar
  4. 15.
    Ein Beispiel für ein symbolisches Zeichen ist das Geld.Google Scholar
  5. 16.
    Unter Expertensystemen versteht Giddens: „Systeme technischer Leistungsfähigkeit oder professioneller Sachkenntnis, die weite Bereiche der materiellen und gesellschaftlichen Umfelder, in denen wir heute leben, prägen“ (Giddens, 1999: 41).Google Scholar
  6. 17.
    Es muss hinzugefügt werden, dass das Herausgreifen eines Sektors eine Vereinfachung darstellt. Albrow zufolge darf nicht übersehen werden, dass die neue „Epoche“ auch dadurch gekennzeichnet ist, dass die Wirtschaft als eigenständiger Sektor immer mehr im Auflösen begriffen ist, da kulturelle, technologische, wie auch politische Faktoren zunehmenden Einfluss auf wirtschaftliche Prozesse ausüben (vgl. Albrow, 1998a: 419). Gleichfalls versucht Ronald Inglehardt durch seine empirischen Analysen zu belegen, dass sich die Überzeugungssysteme der Menschen auf Weisen verändern, die bedeutende ökonomische, politische und gesellschaftliche Konsequenzen haben. Er unterstellt dabei aber weder einen kulturellen noch einen ökonomischen Determinismus. Vielmehr resümiert er: „Unsere Ergebnisse lassen darauf schließen, daß die Beziehungen zwischen den Werten, der Wirtschaft und der Politik reziprok sind, wobei die genaue Beschaffenheit der Verknüpfungen eher eine empirische Frage ist als etwas, was a priori festgelegt ware “ (Inglehardt, 1998: 13 ).Google Scholar
  7. 18.
    Beck spricht in diesem Zusammenhang von einer doppelten Individualisierung, denn zum einen werden die Menschen durch die Auflösung traditionaler Lebenszusammenhänge individualisiert; zum anderen werden institutionelle Vorgaben und Leistungen nun den Individuen zugerechnet und haben nicht Gruppen oder Kollektive zum Adressaten (z.B. die Familie). Die Menschen werden so zu „institutionalisierten Individuen“ (Beck).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Helga Pelizäus-Hoffmeister

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