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Einleitung

  • Helga Pelizäus-Hoffmeister
Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 149)

Zusammenfassung

Wenn heute der französische Geschwindigkeitsphilosoph Paul Virilio den Temporausch zum beherrschenden Merkmal des technischen Zeitalters erklärt und über schneller werdende Innovationszyklen, Datenautobahnen und virtuelle Mobilität klagt, so ist dies letztlich die (verspätete) Diagnose dessen, so Manfred Osten, „was Goethe als das Veloziferische1 erkannt und mit einer Tiefenschärfe analysiert hat, die ihresgleichen sucht“ (Osten, 1999: 5). Goethe hat mit dem „Faust” das Drehbuch jener modernen Akzelerationen geschrieben, das uns im Zeitalter digitaler Lichtgeschwindigkeit einzuholen beginnt.

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Literatur

  1. 1.
    Veloziferisch ist nach Osten eine geniale Wortschöpfung Goethes aus Velocitas = die Eile und Luzifer = dem Teufel (vgl. Osten, 1999: 1).Google Scholar
  2. 2.
    Soziale Beziehungen sind nach Bernhard Badura für die „Entwicklung und Wandlung un-seres Denkens und Handelns, für die Erhaltung von Identität und Motivation, für psychische Stabilität und Lebenszufriedenheit von zentraler Bedeutung“ (Badura, 1981: 21).Google Scholar
  3. 3.
    Siehe hierzu z.B. Autoren wie Sennett (1998, 2000), Gergen (1996), Walzer (1993) und Heitmeyer (1997), die die Gefahr von Desintegration, Anomie, Unsicherheit und den möglichen Zerfall der Gesellschaft betonen.Google Scholar
  4. 4.
    Die Begriffe „Reflexive Moderne“ und „Zweite Moderne“ werden hier synonym verwen-det. Die reflexive Modernisierung beschreibt Beck folgendermaßen: „eine Veränderung der Industriegesellschaft, die sich im Zuge normaler,verselbständigter Modernisierungen ungeplant und schleichend vollzieht, und die bei konstanter, intakter politischer und wirtschaftlicher Ordnung auf dreierlei zielt: eine Radikalisierung der Moderne, die die Prämissen und Konturen der Industriegesellschaft auflöst und Wege in eine andere Moderne — oder Gegenmodeme — öffnet“ (Beck, 1994a: 23).Google Scholar
  5. 5.
    Infolge zunehmender Individualisierung, so hat schon Simmel angenommen, „wächst die Neigung von sozialen Gruppen, (…) über ihre ursprünglichen Grenzen in räumlicher, ökonomischer und geistiger Beziehung hinauszugreifen (…). [Denn, Anm. der Verf.] die Differenzierung und Individualisierung lockert das Band mit dem Nächsten, um dafür ein neues — reales und ideales — zu den Entfernteren zu spinnen“ (Simmel, 1908: 48).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Helga Pelizäus-Hoffmeister

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