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Grundlagen der materiellen Mitarbeiterbeteiligung

  • Uschi Backes-Gellner
  • Rosemarie Kay
  • Sanita Schröer
  • Karin Wolff
Chapter
Part of the Schriften zur Mittelstandsforschung book series (SMF, volume 92)

Zusammenfassung

Die Beteiligung der Mitarbeiter an ihrem arbeitgebenden Unternehmen setzt sich aus zwei Komponenten zusammen, der materiellen und der immateriellen Beteiligung (vgl. Abbildung 1). Diese beiden Komponenten können miteinander verknüpft, aber auch jeweils einzeln in einem Unternehmen implementiert sein. Bei der immateriellen Mitarbeiterbeteiligung, also der Beteiligung der Mitarbeiter an Informations- und EntScheidungsprozessen im Unternehmen, wird, je nach dem, ob sie an gesetzliche Regelungen gebunden ist oder nicht, zwischen gesetzlicher Mitbestimmung und freiwilliger Partizipation unterschieden. Von den drei wesentlichen Mitbestimmungsgesetzen ist — unternehmensgrö-ßenbedingt — lediglich das Betriebsverfassungsgesetz von 1972 für kleine und mittleren Unternehmen relevant.

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Literatur

  1. 2.
    Hierunter fallen auch sogenannte virtuelle Aktien, wie sie die SAP AG zwischen 1.5.1998 und April 1999 ausgegeben hatte. An die Stelle echter Aktien oder Aktienoptionen tritt das Recht, am Kursgewinnsteigerungspotential der AG teilzuhaben. Die Ausschüttung orientiert sich nicht am Gesamtgewinn des Unternehmens oder dem persönlichen Ergebnis des Mitarbeiters, sondern an der Wertentwicklung der Aktien der Gesellschaft. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt darin, dass sie keine gesellschaftsrechtlichen Konsequenzen hat und mit keinen Insiderproblemen verbunden ist. Nachteilig ist hingegen, dass die Wertsteigerung der Aktien der Lohnsteuer unterliegt, (vgl. ROSCH-MANN/ERWE 2000, S. 45 f.)Google Scholar
  2. 3.
    Diese Förderung besteht meist in der Gewährung eines Vorzugskurses oder der Übernahme der Kosten der Beschaffung und Verwahrung von Aktien (vgl. GAUGLER 1967, S. 745 f.).Google Scholar
  3. 4.
    Weil zum einen neue Gesellschafter nicht immer problemlos gefunden werden können und zum anderen wegen der gesetzlichen Form Vorschriften (notarielle Form) für die Übertragung von Geschäftsanteilen (§ 15 GmbHG).Google Scholar
  4. 5.
    Da nach § 47 GmbHG die Beschlüsse der Gesellschaft nach der Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst werden, tritt ein Machtverlust der Alt-Gesellschafter im allgemeinen erst dann ein, wenn den Mitarbeitern ein entsprechend hoher Anteil an der Gesellschaft überlassen wird. Ist dies nicht gewünscht, kann der an die Mitarbeiter auszugebende Anteil entsprechend begrenzt werden.Google Scholar
  5. 6.
    § 51 a GmbHG räumt jedem Gesellschafter das Recht ein, Auskunft über die Angelegenheiten der Gesellschaft und Einsicht in die Bücher und Schriften zu verlangen. Diesem Verlangen haben die Geschäftsführer unverzüglich nachzugeben.Google Scholar
  6. 7.
    Die Beteiligung am Wertzuwachs ist lediglich bei der atypischen stillen Gesellschaft möglich, bei der die Mitarbeiter steuerrechtlich zu Mitunternehmern werden. Die negativen Konsequenzen, die hieraus entstehen, sind jenen des Kommanditisten ähnlich und werden in Kapitel 3.1.1.1 im Rahmen des Arbeitnehmers als Mitunternehmer aufgezeigt (siehe auch LANGHEIN 1987, S. 139 ff. sowie 234 ff.).Google Scholar
  7. 8.
    Genau genommen stellen auch der Akkord- und der Prämienlohn Formen der Erfolgsbeteiligung dar. Da sie jedoch im allgemeinen gesondert behandelt werden, wird auch in der vorliegenden Untersuchung auf ihre Diskussion verzichtet.Google Scholar
  8. 9.
    Ob und in welchem Umfang Mitarbeiter von den eingeräumten Aktienoptionen Gebrauch machen können, wird gelegentlich an das Erreichen bestimmter Kenngrößen geknüpft, z.B. dem Anstieg des Unternehmensgewinns oder Aktienkurses oder dem Überschreiten einer bestimmten Betriebszugehörigkeitsdauer (vgl. ROSCHMANN/ERWE 2000, S. 51)Google Scholar
  9. 10.
    Welche Gründe Arbeitnehmer haben, sich einem Mitarbeiterbeteiligungsmodell anzuschließen, ist in den uns bekannten Studien nicht erhoben worden. Inwieweit die Ziele der Arbeitnehmer mit denen ihrer Vertreter oder denen der Unternehmensleitung übereinstimmen, kann folglich nicht festgestellt werden.Google Scholar
  10. 11.
    Bei der Zusammenstellung von Zielen und Formen materieller Mitarbeiterbeteiligung wurden die in Kapitel 3.1.1 und 3.1.2 herausgearbeiteten finanz- und personalwirtschaftlichen Wirkungen der verschiedenen Beteiligungsformen berücksichtigt.Google Scholar
  11. 12.
    Darüber hinaus gibt es in einigen wenigen Bundesländern Maßnahmen zur Förderung von Mitarbeiterbeteiligung, die außer in den neuen Bundesländern nicht finanzieller Natur sind. Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen übernehmen Bürgschaften (vgl. HEERING 1999, S. 13 f.).Google Scholar
  12. 13.
    in den neuen Ländern sind vermögenswirksame Leistungen in weitaus weniger Branchen tariflich geregelt als in den alten Ländern (vgl. WSI Tarifarchiv 2000: www.boeckler.de/wsi/tarchiv/tiu/2000/jb-verm.html). In Ostdeutschland waren 1999 im Vergleich zu Westdeutschland, wo rund 73 % der Beschäftigten einem Tarifvertrag unterlagen, lediglich 57 % der Beschäftigten tariflich gebunden. Diese geringere Tarifbindung trägt ebenfalls dazu bei, dass ostdeutsche Beschäftigte seltener in den Genuss von vermögenswirksamen Leistungen kommen.Google Scholar
  13. 14.
    Das Arbeitnehmer-Darlehen sowie die Schuldverschreibung müssen nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 gegen das wirtschaftliche Risiko des Arbeitgebers abgesichert sein, um nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz als auch nach § 19 a EStG förderungsfähig zu sein.Google Scholar
  14. 15.
    Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 VermBG darf der stille Gesellschafter kein Mitunternehmer im Sinne des § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG sein. Zur Frage des Mitunternehmertums siehe auch S. 39 dieser Arbeit.Google Scholar
  15. 16.
    Siehe hierzu ausführlich Kapitel 3.1.1.Google Scholar
  16. 17.
    Die Knüpfung der Steuerbegünstigung an die Einhaltung einer Sperrfrist von mindestens sechs Jahren wurde per 1.1.2002 aufgehoben.Google Scholar
  17. 18.
    2,1 % der befragten Unternehmen beteiligen Mitarbeiteram Eigenkapital.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Uschi Backes-Gellner
  • Rosemarie Kay
  • Sanita Schröer
  • Karin Wolff

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