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Das Soziogramm nach Höck und Hess — eine Methode zur Erfassung soziometrischer Strukturen im Gruppenprozeß

  • Helga Hess

Zusammenfassung

Seit Morenos (1954) Einfihrung der soziometrischen Methode gab es mehrere Ansätze, die Messung aktueller Beziehungsstrukturen auf die therapeutische Gruppe zu übertragen. Konkretere Erkundungsstudien verdanken wir vor allem Enke und Ferchland (1966) sowie auch Ploeger und Bonzi (1966), die den sozialpsychologischen Aspekt auch in therapeutischen Gruppen immer im Auge behielten. Wesentlichen Anteil an der Beachtung und Beobachtung von unterschiedlichen Positionen und damit Rollen in der therapeutischen Gruppe hat Raoul Schindler (1957), der über das sog. Divergenztheorem von Beliebtheit und Tüchtigkeit (Hofstätter, 1957) hinausgehend vier unterschiedliche Positionen in Gruppen beschrieb, „die sich durch die Menge der ihnen zukommenden affektiven Beziehungen unterscheiden und auch eine qualitative Charakteristik zeigen“. „Indem wir in eine Gruppe eintreten“ — so schreibt er — „müssen wir eine der vier Positionen einnehmen und eine ‚Rolle‘ in ihr spielen. ... Dabei haben diese Positionen nicht nur ihre Bedeutung fiir das Schicksal und Wohlgefühl der einzelnen Persönlichkeit in der Gruppe ..., sondern ... auch eine dynamische Bedeutung im Zuge eines eigenen affektiven Ablaufs innerhalb der Gruppe“. Schindler äußerte sich skeptisch gegenüber der soziometrischen Erkennbarkeit dieses Sachverhaltes (1957, S. 309).

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