Advertisement

Maske und Angst Bemerkungen aus psychoanalytischer Sicht

Chapter
  • 146 Downloads
Part of the Grenzüberschreitungen book series (GRENZ, volume 3)

Zusammenfassung

Schon als Kinder haben wir gelernt, daß man mit einer Maske Leute erschrecken kann, und wir erinnern uns vielleicht auch noch an die lustvollangespannte Erwartung, in der wir uns unserem »Opfer« unbemerkt näherten. Wir haben auch gehört oder gelesen, daß in den sogenannten »primitiven« Zivilisationen Masken eine wichtige Funktion bei kriegerischen Auseinandersetzungen hatten; zusammen mit einer speziellen Gestik (den »Drohgebärden«) sowie dem »Kampfgeschrei« dienten sie dazu, den Feind einzuschüchtern und zur wirkungsvollen Gegenwehr unfähig zu machen. Während wir uns allerdings bei unserem »Kinderspaß« nichts weiter denken, unterstellen wir den Repräsentanten solcher Zivilisationen, ihr Verhalten sei einem magischen Denken geschuldet gewesen, dem wir durch die Aufklärung glücklich entkommen sind. Dagegen möchte man fragen, was uns denn so sicher mache, daß die Absicht, jemandem mittels der Maske einen Schreck einzujagen, sich aus ganz anderer Quelle speise als der Glaube des »Primitiven«, der Anblick seiner Kriegsmaske werde den Gegner so sehr der Selbstmächtigkeit berauben, daß er entweder leicht zu überwältigen sei oder aber unter Preisgabe seiner Waffen das Weite suche. Läßt sich nicht gerade am Maskenlauf der alemannischen »Fasnet«, dessen bewahrte Nähe zum heidnischen Kultus wir gern herausstellen, eine intersubjektive Dynamik erkennen, die mehr als nur entfernte Ähnlichkeit mit dem aufweist, was sich am von uns belächelten Glauben des »Primitiven« zeigt?

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Freud, S. (1885a): Entwurf einer Psychologie. In: Gesammelte Werke, Nachtragsband, Frankfurt am Main 1987, 375–486.Google Scholar
  2. Freud, S. (1895b): Über die Berechtigung von der Neurasthenie einen bestimmten Symptomenkomplex als »Angst-Neurose« abzutrennen. In: Gesammelte Werke, Bd. I, London 1952, 313–342.Google Scholar
  3. Freud, S. (1911): Psychoanalytische Bemerkungen über einen autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia Paranoides). In: Gesammelte Werke, Bd. VIII, London 1945, 239–320.Google Scholar
  4. Freud, S. (1917): Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. In: Gesammelte Werke, Bd. XI, London 1944.Google Scholar
  5. Freud, S. (1918): Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens III. Das Tabu der Virginität. In: Gesammelte Werke, Bd. XII, London 1947, 159–180.Google Scholar
  6. Freud, S. (1919): Das Unheimliche. In: Gesammelte Werke, Bd. XII, London 1947, 227–268.Google Scholar
  7. Freud, S. (1920): Aus der Geschichte einer infantilen Neurose. In: Gesammelte Werke, Bd. XII, London 1947, 27–157.Google Scholar
  8. Freud, S. (1922): Das Medusenhaupt. In: Gesammelte Werke, Bd. XVII, London 1941, 47–48.Google Scholar
  9. Freud, S. (1926): Hemmung, Symptom und Angst. In: Gesammelte Werke, Bd. XIV, London 1948, 111–205.Google Scholar
  10. Lacan, J.: L’angoisse. Unveröffentlichte Transkription der Tonbandaufnahme des Seminars von 1962/63, Paris o.J.Google Scholar
  11. Lacan, J.: Le séminaire de Jacques Lacan. Texte établi par J.-A. Miller. Livre XI: Les quatres concepts fondamentaux de la psychanalyse, 1964, Paris 1973; dt.: Das Seminar von Jacques Lacan. Buch XI (1964): Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse. Textherstellung durch J.-A. Miller. Übersetzt von Norbert Haas, Olten 1978.Google Scholar
  12. Schreber, D.P.: Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken. Hg. u. eingel. v. Samuel M. Weber, Frankfurt/Berlin/Wien 1973 (zuerst Leipzig 1903 ).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations