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Freiwilliges Engagement im Rahmen des Dritten Sektors — Allgemeiner Wandel und Spezifika des Umweltengagements

  • Ulrike Schumacher
Part of the Bürgerschaftliches Engagement und Nonprofit-Sektor book series (BENPS, volume 9)

Zusammenfassung

Die aktuelle Debatte zum ehrenamtlichen, freiwilligen oder bürgerschaftlichen Engagement ist durch eine Vielschichtigkeit gekennzeichnet, die auf der Komplexität des Gegenstandes selbst und der eingenommenen wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Perspektiven beruht. Charakteristisch ist zunächst das breite Spektrum ehrenamtlichen bzw. freiwilligen Engagements: Dieses kann sowohl im politischen Widerstand als auch in karitativen Tätigkeiten bestehen; es findet sich im Sport-, Kultur- oder Umweltbereich ebenso wie in der beruflichen Interessenvertretung oder im kirchlichen Bereich. Ort des Engagements können traditionelle, hochorganisierte Verbände, selbstorganisierte Initiativen oder lockere Netzwerke sein. Neben dem Facettenreichtum des Phänomens sind es verschiedenartige Interessen, die die Debatte prägen. Im Zuge der in den 1990er Jahren intensivierten Erforschung des Dritten Sektors wurde sowohl dessen zivilgesellschaftliche als auch beschäftigungspolitische Bedeutung offensichtlich. Das Engagement findet zum größten Teil in Organisationen des Dritten Sektors statt und gewann als bürgerschaftliches Potential an Aufmerksamkeit, welches den sozialen Zusammenhalt und damit die soziale Grundlage der Demokratie stärkt und zur Belebung des Gemeinwesens beiträgt.13

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Literaturverzeichnis

  1. 13.
    Ausdruck dieser erhöhten Aufmerksamkeit ist bspw. die Einrichtung einer Enquete-Kommission „Bürgerschaftliches Engagement“ im Deutschen Bundestag oder das Internationale Jahr der Freiwilligen 2001. Im allgemeinen werden Engagement und Dritter Sektor in den Debatten eng miteinander verknüpft. Es ist jedoch zu bedenken, daß zivilgesellschaftliches Handeln nicht auf einzelne gesellschaftliche Sphären bezogen werden kann und in seiner Wahrnehmung erst recht nicht nur auf den Dritten Sektor beschränkt werden sollte (Anheier 1999: 167).Google Scholar
  2. 14.
    Es handelt sich dabei um die absolute Zahl der im engeren Sinne freiwillig und ehrenamtlich engagierten BundesbürgerAinnen in diesen Bereichen. Die Zahl der in einem weiteren Sinne „aktiv Beteiligten“ liegt über diesen Werten (Rosenbladt 2000, S. 44). Datenbasis ist die Wohnbevölkerung Deutschlands ab vierzehn Jahren (ebd., S. 34). Zu berücksichtigen ist, daß die Abgrenzung zwischen den Bereichen nicht immer trennscharf ist und solche mit Querschnittscharakter zahlenmäßig wahrscheinlich unterschätzt sind (ebd., S. 46).Google Scholar
  3. 15.
    Hier in Zukunft einen methodischen Konsens zu erlangen, wird als eine wichtige, noch zu bewältigende Aufgabe für die Sozialforschung angesehen (Rosenbladt 1999; vgl. dazu die Diskussion zu Methoden und Meßproblemen ehrenamtlichen Engagements in Kistler et al. 1999).Google Scholar
  4. 16.
    Die Daten für Westdeutschland beziehen sich auf den Zeitraum 1985 bis 1996, die für Ostdeutschland betreffen die Zeit zwischen 1992 und 1996. Fragen: Welche der folgenden Tätigkeiten üben Sie in Ihrer freien Zeit aus und wie oft? Antwortvorgaben: Ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen, Verbänden oder sozialen Diensten oder Beteiligung in Bürgerinitiativen, in Parteien, in der Kommunalpolitik. Jede Woche, jeden Monat, seltener, nie.Google Scholar
  5. 17.
    Fraglich ist, ob es noch Sinn macht, von einer Bewegung zu sprechen. Die derzeitige Basis der Ökologiebewegung ist ein loser, komplexer Verbund von jeweils in sich konsistenten Netzwerken. Einer engeren Kooperation auf sektoraler Ebene (Ernährung, Verkehr, Energie) steht die grundsätzliche Fragmentierung der Bewegung und damit eine organisatorische Heterogenität gegenüber, so daß eine kollektive Identität zunehmend fragwürdig wird (Rucht 1993).Google Scholar
  6. 18.
    Datengrundlage sind Ergebnisse des Johns-Hopkins-Projekts. Die Auswahl der Organisationen erfolgte anhand der Kriterien a) formell strukturiert, b) organisatorisch unabhängig vom Staat, c) nicht gewinnorientiert, d) eigenständig verwaltet sowie e) keine Zwangsverbände. Für Deutschland wurden u.a. auch Bürgerinitiativen und Umweltschutzgruppen einbezogen.Google Scholar
  7. 19.
    Johns-Hopkins-Projekt, WWU/WZB-Organisationserhebung 1998.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Ulrike Schumacher

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