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Einleitung: Liebe (wie) im Fernsehen

  • Nathalie Iványi
  • Jo Reichertz
Chapter
Part of the Erlebniswelten book series (ERLEB, volume 5)

Zusammenfassung

Menschen werden (und das ist eine wissensoziologische Grundüberzeugung) in eine sozial vorgegebene und vorstruktrierte Welt hineingeboren. Zu ihr gehören auch die jeweils erarbeiteten Medien und die jeweils historische Kultur (= Deutung der Welt, der Gesellschaft, und der eigenen Identität). Menschen eignen sich in einem sinnhaft strukturierten, lebenslangen Prozess die vorgefundene Ordnung an und ‚konstruieren‘ sie dabei stets auf’s Neue. Das ‚Fernsehen‘ (in seiner ganzen Komplexität) ist Ergebnis von Kultur und wirkt auf vielfältige Weise auf diese zurück. Weder das neue Leitmedium ‚Fernsehen‘ noch das von ihm Ausgesendete verpuffen spur- und wirkungslos, sondern Medium und Medieninhalte spielen im Verbund und mit Unterstützung anderer Medien bei der Gestaltung der Kultur einer Gesellschaft eine wichtige Rolle. Medien und Kultur verweisen in den letzten Jahren zunehmend aufeinander: deuten, kommentieren, stützen und legitimieren sich wechselseitig.

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Literatur

  1. 1.
    An dem Projekt mit dem Titel,Mediale (Re)Präsentation von Liebe’ arbeiteten neben den Autoren noch Katja Gumbalis, Nicole Knapp, Malte Lenze und Tom Zigan mit. Sie haben im Rahmen ihrer Projektarbeiten nicht nur viele Interviews und Feldnotizen transkribiert, sondern zahlreiche Fernsehshows mit einer Vielzahl von Liebenden geduldig und ohne Neid betrachtet, haben Liebende befragt und an einer beachtlichen Anzahl von Hochzeiten (als Zuschauer) teilgenommen. Dafür und für die anregenden Diskussionen möchten wir hier allen Mitarbeitern danken. Besonderer Dank gilt Anja Peters. Sie hat mit großer Sorgfalt das Manuskript erstellt und durchgesehen.Google Scholar
  2. 2.
    Dass diese Darstellungspraxis durchaus in heimlichen, kurzfristigen Liebesabenteuern zwischen ritterlichen Troubadour und höfischer ‚Donna‘ münden konnte, ändert an dem Umstand nichts, dass der öffentlich bestrittene Akt des Liebeswerbens zunächst nicht zur tatsächlichen Beziehungsanbahnung vorgesehen war (vgl. Luhmann 1984: 50f.).Google Scholar
  3. 3.
    Unterschlagen wurde mit dieser kurzen Zusammenfassung eine ausgesprochen wichtige Feststellung von Maier (1998), wonach gegenwärtig im traditionalen Milieu eine Tendenz der ritualisierten, standardisierten Darstellungspraxis von Liebe zu beobachten ist, die sich insbesondere durch das sozialstrukturell zu erklärende a) Fortbestehen der Geschlechterdifferenz und b) die starke Einbindung in die soziale Bezugsgruppe (die zugleich ‚Adressaten‘ der Inszenierung sind) herausgebildet hat. Die theatralisierenden Liebesdarsteller in den Sendungen Traumhochzeit und Nur die Liebe zählt können diesem Milieu jedoch keineswegs durchweg zugerechnet werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Nathalie Iványi
  • Jo Reichertz

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