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Die Thematisierung der Überwindung des Existenzstandpunktes in der Soziologie bei Durkheim

  • René König
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Part of the René König · Schriften · Ausgabe letzter Hand book series (RKSALH, volume 3)

Zusammenfassung

Mit gutem Grund haben wir die Absteckung des geschichtsphilo-sophischen Rahmens, in dem das Denken Durkheims sich bewegt, einer systemwissenschaftlichen Analyse seines Wissenschaftsbegriffs vorangeschickt. Es sollte dies gewisse Einwände von vornherein ausschließen, Einwände, die sich vor allem gegen Durkheims Ambition richten, die Soziologie als strenge Wissenschaft zu begründen. Denn solange man den in den vorigen Paragraphen entwickelten allgemeinen geschichtsphi-losophischen Horizont nicht vor Augen hat, mag Durkheims Wissenschaftsstreben dem Wissenschaftsbegriff des Szientismus zum Verwechseln ähnlich sehen. Außerdem haben wir selber schon gesagt, daß Durkheim und insbesondere seine Schüler sich gelegentlich recht szientistisch gebärden; diese Erscheinungen haben uns hier jedoch nicht zu interessieren, wo es uns nur auf die Darstellung eines bestimmten Denktypus und nicht auf das Detail ankommt. Aber gerade die ganzen vorgehenden Analysen dürften es ganz verfehlt erscheinen lassen, die Vorwürfe, die man gegen den Szientismus mit Recht erhoben hat, im wesentlichen auch gegen Durkheim zu wenden. Am Grunde seines Denkens stehen auch bei ihm »Lebensfragen«, aber sein Denken beschränkt sich nicht darauf. Ziel seines Denkens ist nicht das Leben selber, sondern die Ordnung.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • René König

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