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Institutionentheorie und Wohlfahrtsstaatsanalyse

  • Claus Wendt
Chapter

Zusammenfassung

Die Analyse der vier Gesundheitssysteme erfolgt aus einer institutionentheoretischen Perspektive, bei der die zentrale Frage lautet, in welcher Form Institutionen Einfluss auf soziales Handeln haben. Dabei wird insbesondere dem Institutionenansatz von M. Rainer Lepsius gefolgt,11 Aktuelle institutionentheoretische Ansätze lassen sich in historische Institutionenansätze, soziologische Institutionentheorien und Rational-ChoiceAnsätze unterteilen.12 Fritz W. Scharpf (2000) argumentiert allerdings, dass es sich bei dem historischen Ansatz nicht um eine eigenständige Theorie handle, bei der der Anspruch besteht, den Einfluss von Institutionen auf das Handeln von Akteuren zu erklären, sondern der Blick vielmehr auf die pfadabhängige Entstehung und Entwicklung institutioneller Arrangements gerichtet sei.13 Der soziologische Institutionenansatz, und in diesen Rahmen ist der Beitrag von Lepsius einzuordnen, lege einen Schwerpunkt auf die Wahrnehmungen und damit auch auf die Orientierungsmöglichkeiten, die durch Institutionen vermittelt werden und die einen strukturierenden Einfluss auf das Handeln von Individuen ausüben.

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Literatur

  1. 11.
    Vgl. Lepsius 1995b, 1997a; Wendt 1998.Google Scholar
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    Vgl. Steinmo und Thelen 1992; Pierson 1997; Thelen 1999; Scharpf 2000.Google Scholar
  4. 14.
    Vgl. Hall und Taylor 1996; Scharpf 2000.Google Scholar
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  6. 16.
    Vgl. North 1990; Hall und Taylor 1996; Scharpf 2000.Google Scholar
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    Zitiert nach Scharpf 2000: 5.Google Scholar
  8. Vgl. unter anderem March und Olsen 1989; l’owell und DiMaggio 1991; Scott 1995; Immergut 1998.Google Scholar
  9. 19.
    Vgl. Dierkes und Zapf 1994.Google Scholar
  10. 20.
    Die in der deutschen Sozialpolitiklehre gebräuchliche Begriffe,Fürsorge`,,Versicherung` und,Versorgung` (vgl. Quante 1957) werden hier folglich nicht als rein formale Organisationspnnzipien sozialpolitischer Leistungen gesehen (vgl. Kohl 1993), sondem im Sinne von Lepsius als Rationalitätskntenen mit einer handlungsleitenden Funktion.Google Scholar
  11. 21.
    Vgl. Kohl 1999a.Google Scholar
  12. 22.
    Vgl. Barr 1992.Google Scholar
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  15. 25.
    Vgl. Scott 1994, 1995. Diese kognitiven Elemente machen nach Scott das Neue am New Institutionalism` aus: „As DiMaggio and Powell (1991) correctly observe, the focus on the cognitive dimension of institutions Sichtweiseis the major distinguished feature of the new institutionalism within sociology“ (Scott 1995: 40). In dieser Hinsicht stimmt Lepsius mit neoinstitutionalistischen Ansätzen überein. Allerdings weisen einige der neoinstitutionalistischen Ansätze im Gegensatz zum Lepsius-Ansatz die Bedeutung von Werten zurück: „Not norms and values but taken-for-granted scripts, rules, and classifications are the stuff of which institutions are made” (DiMaggio und Powell 1991: 15 ).Google Scholar
  16. 26.
    Vgl. auch March und Olsen 1994.Google Scholar
  17. 27.
    Vgl. DiMaggio und Powell 1991.Google Scholar
  18. 28.
    Nach Rehberg (1994: 72, Fußnote 28) enthalten Webers,Soziologische Grundbegriffe` eine implizite Institutionentheorie.Google Scholar
  19. 29.
    Vgl. lepperson 1991.Google Scholar
  20. 30.
    Vgl. Olsen 1995.Google Scholar
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  22. 33.
    Vgl. Scott 1991.Google Scholar
  23. 34.
    Vgl. Lepsius 1995b.Google Scholar
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  25. 36.
    Vgl. Lepsius 1990.Google Scholar
  26. 37.
    Vgl. Kaufmann 1994; Alber 2002.Google Scholar
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    Vgl. Eisenstadt 2001.Google Scholar
  28. 39.
    Vgl. Lepsius 1994b, 1995e.Google Scholar
  29. 40.
    Vgl. Weinert 1997.Google Scholar
  30. 41.
    Vgl. Hockerts 1998.Google Scholar
  31. 42.
    Vgl. auch Flora 1982; Rieger 1992.Google Scholar
  32. 43.
    Vgl. Lepsius 1990.Google Scholar
  33. 44.
    Vgl. Immergut 1992; Döhler 1997. as Vgl. Lepsius 1995a.Google Scholar
  34. 45.
    Vgl. Nedelmann 1997. nalstaatlichen Ebene auf die — kaum kontrollierbare — internationalen Ebene einer EU- oder Weltwirtschaft verlagert wird (vgl. Kaufmann 1997 ).Google Scholar
  35. 49.
    Vgl. Kohl 1985; OECD 2001; Alber 2002.Google Scholar
  36. 50.
    Vgl. Kaufmann 1997; Glennerster 1999.Google Scholar
  37. Vgl. Rieger 1999.Google Scholar
  38. 52.
    Vgl. Rieger und Leib fried 1998.Google Scholar
  39. 53.
    Vgl. Weinert 1997.Google Scholar
  40. 54.
    Vgl. Schluchter 1996.Google Scholar
  41. 55.
    Diese These vertritt auch Leisering (1999), wenn er den Sozialstaat als,Motor und Medium von Individualisierung` und daher als einen Teil der Moderne bezeichnet. Sozialstaat und Individualisierung stehen danach in einem Ermöglichungsverhältnis und bilden keinesfalls einen Gegensatz.Google Scholar
  42. 56.
    Vgl. Schluchter 1996.Google Scholar
  43. 57.
    Vgl. Lepsius 1990, 1996a.Google Scholar
  44. 58.
    Vgl. Kaufmann 1997.Google Scholar
  45. 59.
    Vgl. Kaufmann 1997.Google Scholar
  46. 60.
    Vgl. l.epsius 1994a.Google Scholar
  47. 61.
    Der Sozialstaat wird dabei in den Dienst einer Zwangshomogenisierung der Gesellschaft gestellt (vgl. Hockerts 1998).Google Scholar
  48. 62.
    Vgl. Hockerts 1998.Google Scholar
  49. 63.
    Vgl. Lepsius 1996.Google Scholar
  50. 64.
    Vgl. Leisering 1999.Google Scholar
  51. 65.
    Vgl. Süß 1998.Google Scholar
  52. 66.
    Vgl. zu diesem Thema von der Schulenburg 1990; Nullmeier und Vobruba 1995.Google Scholar
  53. Vgl. Süß 1998; Leíscring 1999.Google Scholar
  54. 68.
    Vgl. Parsons 1951; Gerhardt 1989, 1991.Google Scholar
  55. 69.
    Vgl. Nullmeier und Vobruba 1995.Google Scholar
  56. 70.
    Vgl. Fuchs 1999.Google Scholar
  57. 71.
    Vgl. Ritter 1998.Google Scholar
  58. 72.
    Vgl. Offe 1990.Google Scholar
  59. 73.
    Vgl. von der Schulenburg 1990.Google Scholar
  60. 75.
    Vgl. Sachße 1990; Schwinn 2001.Google Scholar
  61. 76.
    Vgl. Dahrendorf 1996; Christoffersen 1997.Google Scholar
  62. 78.
    Vgl. Parsons 1951; Gerhardt 1989, 1991.Google Scholar
  63. 78.
    Vgl. Süß 1998.Google Scholar
  64. 79.
    Vgl. Lamping et al. 2000.Google Scholar
  65. 80.
    Vgl. Weber 1988/1920; Lepsius 1990, 1995b.Google Scholar
  66. 81.
    Der Artikel,Soziale Ungleichheit und Klassenstrukturen in der Bundesrepublik Deutschland’, auf den hier Bezug genommen wird, wurde erstmals 1979 veröffentlicht. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird die Fassung zitiert, die als Teil der Aufsatzsammlung,Interessen, Ideen und Institutionen` im Jahr 1990 neu veröffentlicht wurde.Google Scholar
  67. 82.
    Vgl. Schmidt 1991; Rieger und König 1997.Google Scholar
  68. 88.
    Vgl. Kruse 1997.Google Scholar
  69. 89.
    Vgl. Gilbert 1966; Thane 1982.Google Scholar
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    Vgl. Rose 1986.Google Scholar
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    Vgl. Alber 1982; Hennock 1982; Alber und Bernardi-Schenkluhn 1992; Klein 1992; Ham 1999.Google Scholar
  72. Vgl. von der Schulenburg 1990.Google Scholar
  73. 93.
    Vgl. Esping-Andersen 1990.Google Scholar
  74. Vgl. Esping-Andersen 1990.Google Scholar
  75. 95.
    Vgl. Beske, Thiede und l fallauer 1996; Sachverständigenrat 1997.Google Scholar
  76. 96.
    Vgl. Palme und Wennemo 1998.Google Scholar
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    Vgl. Gabriel 1999.Google Scholar
  78. 99.
    Vgl. Lepsius 1997e.Google Scholar
  79. 100.
    Vgl. Lepsius 1997e.Google Scholar
  80. 101.
    Vgl. von Beyme 1999: 52ff.Google Scholar
  81. 102.
    Vgl. Lepsius 1997e.Google Scholar
  82. 103.
    Auch die umgekehrte Wirkung ist dabei zu beachten: „Ein Vertrauensverhältnis zwischen den Mitgliedern der politischen Gemeinschaft sowie diesen und der politischen Führung fördert nicht allein die Integration von Gesellschaften, sondem auch die Performanz des politischen Systems. Die Aufgabe, autoritative Entscheidungen zu produzieren und durchzusetzen, kann das politische System nur dann effektiv erfüllen, wenn die politischen Akteure und Institutionen nicht dauernd einer zutiefst misstrauischen Offentlichkeit gegenüberstehen“ (Gabriel 1999: 203).Google Scholar
  83. Vgl. DiMaggio und Powell 1991.Google Scholar
  84. 105.
    Vgl. Lepsius 1997e.Google Scholar
  85. 106.
    Vgl. Lepsius 1996.Google Scholar
  86. 107.
    Für Individuen wird es allerdings immer schwieriger, sich innerhalb der bestehenden institutionellen Arrangements zurechtzufinden. Sie werden nach Leisering (1999) in zunehmendem Maße durch ein „komplexer werdendes Spektrum abstrakter Systeme“ institutionell konstituiert. „Diese abstrakten Systeme erzeugen systematisch Unsicherheiten, Unwägbarkeiten und Unüberschaubarkeiten und erfordem ein, bisherige Maßstäbe sprengendes, räumlich-zeitlich ausgreifendes Vertrauen. Vertrauen verweist auf gesteigerte Erfordernisse der Verhaltenssteuerung und Kontrolle, die wesentlich von — zu reformierenden — Institutionen des Sozialstaats zu erfüllen sind, insbesondere durch Bildung, Sozialisation — auch durch materielle Sicherheit im Lebenslauf (Leisering 1999: 83). Großangelegte Reformprogramme, die eine Reihe von Anderungen ankündigen, von denen dann nur ein geringer Teil umgesetzt wird, sind deshalb ebenso wenig hilfreich wie kleine Reformschritte nach dem trial-and-error-Prinzip, die wieder zurückgenommen werden, sobald ein politischer Machtwechsel stattfindet, der Druck von Interessengruppen zu groß wird oder sich die von der Reform erhofften Wirkungen nicht schnell genug einstellen. Kaufmann (1997) fordert deshalb einen Umbau des Wohlfahrtsstaates in kleinen aufeinander aufbauenden Schritten.Google Scholar
  87. 108.
    Vgl. Ham 1999.Google Scholar
  88. 109.
    Auf die Bedeutung der historischen Grundlagen für die heute bestehenden Systeme der sozialen Sicherheit haben eine Reihe von Autoren hingewiesen (vgl. Flora, Alber und Kohl 1977; Alber 1982; Ritter 1989, 1998 ).Google Scholar
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    Vgl. Sachße 1990.Google Scholar
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    Vgl. dazu Döhler 1990, 1997; Rosewitz und Webber 1990; Immergut 1992, 1999; Mayntz 1997; Scharpf 2000.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

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  • Claus Wendt

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