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Untersuchungsrahmen: Leistungsfähigkeit und Grenzen kommunikativer Instrumente der Freiraumpolitik in Stadtregionen

  • Heidi Sinning
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Part of the Stadtforschung aktuell book series (STADT, volume 95)

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der vorangegangenen rahmensetzenden Ausführungen entwickelt das folgende Kapitel den Untersuchungs- bzw. Analyserahmen dieser Arbeit. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Leistungsfähigkeit kommunikative Planungsinstrumente im Prozess der stadtregionalen Freiraumentwicklung haben bzw. welche spezifischen Leistungen (Potenziale) sie übernehmen können. Im Kontext des Instrumenten-Mix der stadtregionalen Freiraumentwicklung soll aufgezeigt werden, worin ihr Mehrwert im Vergleich zu Verfahrensweisen ohne den Einsatz kommunikativer Instrumente liegt. Der Untersuchungsrahmen bezieht neben der Frage nach den Leistungen bzw. Potenzialen kommunikativer Instrumente auch die Frage ein, welche Grenzen bzw. Restriktionen diesen entgegen stehen. Diese Kategorien des Untersuchungsrahmens sind in Abbildung 27 verdeutlicht.

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Literatur

  1. 28.
    Dabei sei betont, dass neben den Instrumenten beispielsweise auch die jeweiligen beteiligten Akteure mit ihren spezifischen Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten sowie Rollen einen spezifischen Beitrag zu einem prozessualen und kooperativen Steuerungsmodus leisten können. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich jedoch auf die kommunikativen Instrumente (siehe Kap. I.).Google Scholar
  2. 29.
    Das kreative Akteurspotenzial besteht aus menschlichen Kenntnissen, Kreativität und Fähigkeiten sowie dem in Individuen vorhandene Leistungspotenzial. Es ist als Teil des Angebotspotenzials des „endogenen Potenzials“ einzuordnen. In Anlehnung an Thoss (1984) setzt sich das regionale Entwicklungspotenzial aus den Teilpotenzialen Angebots-potenzial, Nachfragepotenzial und ökologisches Potenzial zusammen.Google Scholar
  3. 30.
    Verbände repräsentieren unmittelbar Betroffene und lassen sich daher als Form funktionaler Repräsentation beschreiben. Sie können deshalb nach Prittwitz (1994) zwischen den Polen der (unmittelbaren) Partizipation und der Repräsentation eingeordnet werden.Google Scholar
  4. 31.
    Auf Beziehungs-und Strukturkonflikte wird in der vorliegenden Arbeit nicht näher eingegangen.Google Scholar
  5. 32.
    Wertkonflikte gibt es in der Freiraumentwicklung häufig, da der Schutz der Natur die zu Grunde liegenden Werthaltungen der Akteure berührt. Deshalb können sich Flächennutzungskonflikte als nicht vermittelbar erweisen.Google Scholar
  6. 33.
    Das „Mediationsverfahren für die Änderung eines Grünzuges in ein interkommunales Gewerbegebiet in Hechingen/Bodelshausen“ (Region Neckar-Alb bei Stuttgart) zeigt exemplarisch, wie Konfliktregelung über kooperative Verfahrensweisen betrieben werden kann (vgl. AfT 1998 und 2000; Knieling, Fürst, Danielzyk 2001a). Ein idealtypisches Verfahren zur Lösung von Flächennutzungskonflikten bietet das Konzept der Planschlichtung (vgl. Wagner, Knieling, Fürst 1998).Google Scholar
  7. 34.
    Auch Knieling, Fürst und Danielzyk (200la) betonen im Zusammenhang mit kooperativer Regionalplanung, dass das distanzierte Verhalten einzelner Behörden ein hemmender Faktor für kooperative Verfahren ist. Nach ihren Untersuchungen besteht die Befürchtung, dass diese Behörden (vor allem diejenigen, die vorrangig Ordnungsrecht einsetzen, z.B. Naturschutzbehörden) ihre Belange nicht mehr offensiv genug durchsetzen können.Google Scholar
  8. 35.
    Sieverts und Wick (1996: 68) sind der Meinung, dass „vorerst andere Institutionen die Aufgabe der Gestaltung der Region wahrnehmen. In erster Linie müssen dieses die Träger der großen regionalen Infrastruktur sein, wie zum Beispiel Straßenbau-und Wasserwirtschaftsämter, Landwirtschaftskammern und Forstverwaltungen. Bisher sind diese mächtigen Institutionen eng auf ihre Ressortaufgaben bezogen, denken nicht vernetzt und sind nicht gestaltungsorientiert.“ Inwieweit dies allerdings tatsächlich eine Perspektive bietet, bleibt fraglich. Denn damit würden die bestehenden Macht-und Einflussstrukturen der Fachplanungen zusätzlich gestärkt.Google Scholar
  9. 36.
    Identifikation ist von Identität zu unterscheiden: „Identität lässt sich als eine Relation zwischen zwei Dingen oder Menschen auffassen, Identifikation hingegen als Erkennen oder Aufbau dieser Relation, oder zumindest als eine Aussage über das Bestehen dieser Relation“ (Wollersheim 1998: 48). In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff Identifikation im Sinne dieser handlungsorientierten Definition verwendet.Google Scholar
  10. 37.
    Lucke (1995: 104) definiert Akzeptanz in Anlehnung an Max Weber als „die Chance, für bestimmte Meinungen, Maßnahmen, Vorschläge und Entscheidungen bei einer identifizierbaren Personengruppe ausdrückliche oder stillschweigende Zustimmung zu finden und unter angebbaren Bedingungen aussichtsreich auf deren Einverständnis rechnen zu können.“ Luz (1994: 46) geht auf die lateinischen Wurzeln von „akzeptieren” zurück, wonach „acceptare“ mit „kapieren` übersetzt wird. Diese Übersetzung stellt eine sinnvolle Ergänzung dar. Von Akzeptanz kann demzufolge „erst gesprochen werden (…), wenn der zu akzeptierende Sachverhalt kapiert, verstanden, d.h. nachvollzogen und damit erst annehmbar” wird.Google Scholar
  11. 38.
    Aus: FASZ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) 1997: Die Stadt alten Typs gibt es nicht mehr. Thesen des Darmstädter Planers Thomas Sieverts: 3.Google Scholar
  12. 39.
    Damit gewinnt der Begriff regionale Identifikation bzw. Identität eine neue Qualität. „Im,alten’ Regionalismus diente er dazu, die Autonomie geschlossener Kulturräume sowie die Bewahrung von Traditionen und Brauchtümern zu begründen. Er sollte die emotionale Bindung der Menschen an ihre Heimat und Herkunft erfassen. In der demokratietheoretischen Diskussion wird damit eine politische Gemeinschaft definiert, die sich durch Bereitschaft zur Selbstbestimmung, zur kollektiven Problemlösung und zu Solidarität auszeichnet“ (Benz et al. 1999: 45).Google Scholar
  13. 40.
    Historisch betrachtet gewinnen Freiraumfiguren damit eine weitere Funktion. Während sie früher vorrangig die Aufgabe wahrgenommen haben, Flächen freizuhalten und Stadtwachtum zu begrenzen (vgl. Tessin 1979), erhalten sie nun auch die Funktion, „öffentliche Aufmerksamkeit herzustellen“ (siehe Kap. II. 2.3.3).Google Scholar
  14. 41.
    Unter kooperativen Wettbewerben sind kooperativ und offene, aber auch zugleich konkurrierende Planungsverfahren gemeint, wie sie teilweise während der IBA Emscher Park zum Tragen kamen. Als kooperativ wird dabei vor allem bezeichnet, dass zwischen den Planungsteams direkter Kontakt entstehen soll und über Kolloquien weitere Spezialisten, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Betroffene einbezogen werden. Zudem erarbeiten die Planungsteams ihre Planungskonzepte vor Ort in direktem Kontakt und im Austausch mit den Beteiligten und der interessierten Bevölkerung (vgl. Forßmann 1991: 1246f; Kilper 1999: 236f).Google Scholar
  15. 42.
    „Lernen vollzieht sich als ein Prozess der Umorganisation von Erfahrungen, der so lange dauert, bis sich im Moment der Einsicht die vollständige Durchgliederung des Erfahrungsfeldes und somit der Lösung des Problems einstellt. (…) Kognitive Theorien verknüpfen Lernen mit der Gesamtheit der Prozesse, die mit der Aufnahme von Informationen, ihrer weiteren Verarbeitung und Speicherung im Gedächtnis sowie ihrer Anwendung in spezifischen Situationen mit Aufgabencharakter verbunden sind“ (Seel 2000: 18).Google Scholar
  16. 43.
    Fürst (1991) unterscheidet handlungssystematisch drei Typen der Koordination: - seitigen Misstrauens, Kompromissbereitschaft in der Suche nach konsensfähigen Lösungen etc.“ ausgeschlossen, und es findet keine gemeinsame Lösungssuche statt (Fürst 1991: 59).Google Scholar
  17. 44.
    Den Wunsch nach Beschleunigung der traditionellen Planungsverfahren belegen die Beschleunigungsgesetze, die insbesondere nach der Wiedervereinigung zum Zuge kamen und dadurch gekennzeichnet waren, dass sie die Beteiligungsmöglichkeiten einschränkten. Allerdings sind diese Beschleunigungsversuche als „kurzsichtig“ einzustufen: „Sie betrachten nur erste Verfahrensschritte und lassen den Gesamtprozess außer acht. Weitsichtig handeln hieße, Beteiligungsverfahren beizubehalten oder gar zu stärken, um so eine möglichst breite Basis des Einverständnisses zu erreichen und damit spätere (Rechts-) Konflikte zu vermeiden. Erst das könnte der Beschleunigung von Verfahren und der Investitionssicherheit dienen” (Scholz, Selle 1996: 393; vgl. Erbgut 1994, Metscher 1994). Bezogen auf die regionale Freiraumentwicklung bezieht sich diese Einschätzung nicht nur auf formale Beteiligungsverfahren, sondern schließt auch kommunikative Instrumente ein, da auch sie zur frühzeitigen Interessenkoordination beitragen können.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Heidi Sinning

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