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Japans Gipfeldiplomatie — ein mühsamer Weg zur internationalen Anerkennung

  • Markus Tidten
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Zusammenfassung

Im Folgenden sollen zunächst in einem chronologischen Durchgang durch die achtzehn Gipfel die Schwerpunkte japanischer Positionen kurz skizziert werden. Hierbei soll vor allem auf den politischen Aspekt Rücksicht genommen werden, wenngleich eine scharfe Trennung zwischen wirtschaftlichen und politischen Aspekten nicht immer möglich sein wird. In einem zweiten Teil soll versucht werden, eine Systematik zu beschreiben, wie sich Japan vom „stillen Teilnehmer“ zum fordernden und seine eigenen — vor allem politischen — Interessen zunehmend energischer vertretenden Teilnehmer entwickelt hat.

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Literatur

  1. 1.
    Der Terminus „Westen“ meint hier vor allem den politisch zu verstehenden Westen, also die Gruppe der führenden Industrienationen (G 7) ohne Japan.Google Scholar
  2. 2.
    Die Angabe konkreter Ziele bezogen auf einzelne Länder blieb in der Gipfeldiplomatie eher die Ausnah-me dieses und des Folgegipfels in Bonn.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Gendai Yogo No Kisochishiki (Grundbegriffe der Gegenwart), hrsg. vom Verlag Jiyu Kokuminsha, Tokyo 1992, S. 321Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Yoichi Funabashi „Summit no shiso“ (die Idee der Gipfeltreffen), Asahi Shinbun, Tokyo 1980; S.26; Es hatte wieder ein informelles abendliches „Big Four“-Treffen gegeben, bekannt geworden unter der Bezeichnung „Tokyo Guadeloupe“. Das hatte Präsident Giscard d’Estaing offensichtlich zu dem mit den USA, England und Deutschland abgestimmten Vorschlag veranlaßt, länderspezifische Ölimportquoten zu beschließen. Eine zu drastische Reduzierung der Ölimporte hätte aber negative Folgen auf Japans Wirtschaftswachstum gehabt.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Istituto Affari Internazionali, Rome; an the occasion of the 1987 Venice Economic summit; Eco-nomic Summits 1975–1986 Declarations; S.52Google Scholar
  6. 6.
    Der Journalist Shiro Saito versteht in seinem Buch „Japan at the Summit“ (vgl. Fußnote 8) unter „Twin-track diplomacy“ das beharrliche Bestreben Tokyos, Japan als asiatische Wirtschaftsnation verstanden zu wissen. Tokyo versteht seine Position auch im Sinne eines Vertreters allgemeiner asiatischer Interessen.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Istituto Affari Internazionali, Rome; on the occasion of the 1987 Venice Economic summit; Eco-nomic Summits 1975–1986 Declarations; S.70Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Shim Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.68Google Scholar
  9. 9.
    Ebd., S.69Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Catherine Schneider: Südwestfunk Termindokumentation, Referat Recherchen und Information: Die Weltwirtschaftsgipfel 1975 bis 1985, Baden-Baden 1985; S. 28Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Istituto Affari Internazionali, Rome; on the occasion of the 1987 Venice Economic summit; Economic Summits 1975– 1986 Declarations; S.85, vgl. ebenso: „Jiji Almanac 1982“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1981; S. 603Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Shiro Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.72Google Scholar
  13. 13.
    Ebd., S.76Google Scholar
  14. 14.
    Ebd., S.79Google Scholar
  15. 15.
    Ebd., S.79Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. „Jiji Almanac 1986“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1985; S. 84Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Shiro Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.84Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. „Jiji Almanac 1986“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1985; S. 84Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Shiro Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.85–86Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Times vom 06.05.85Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. Shiro Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.85–86Google Scholar
  22. 22.
    Ebd., S.89Google Scholar
  23. 23.
    Ebd., S.89Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Masaru Ogawa, our times: a successful summit, Japan Times vom 26. 07. 81Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. Shiro Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.88Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Istituto Affari Internazionali, Rome; on the occasion of the 1987 Venice Economic summit; Economic Summits 1975–1986 Declarations; S.146Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. „Jiji Almanac 1988“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1987; S. 118Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. Shiro Saito,,.Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.91Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. „Jiji Almanac 1988“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1987; S. 119–120Google Scholar
  30. 30.
    Ebd., S. 120Google Scholar
  31. 31.
    Ebd., S. 120Google Scholar
  32. 32.
    Die in Japan immer „Nordterritorienproblem“ genannte offene Frage zwischen der japanischen und der sowjetischen (russischen) Regierung bezieht sich auf eine Gruppe kleinerer Inseln nordöstlich von Hokkaido. Diese von den Russen „südliche Kurilen“ genannten, ehemals von Japanern bewohnten Inseln wurden in den letzten Kriegstagen von sowjetischen Truppen besetzt und schließlich annektiert. Heute sind sie noch eines der größten Hindernisse für den Abschluß eines Friedensvertrages zwischen Tokyo und Moskau und der Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Staaten. Erst auf der jüngsten G 7 Konferenz der Außen-und Finanzminister im April im Tokyo hat sich Japan erstmals bereit erklärt, in Zukunft die Gewährung von Rußlandhilfe nicht mehr abhängig zu machen von der Lösung des Territorialproblems.Google Scholar
  33. 33.
    Sousuke Uno war erst seit dem 03. Juni 1989 Vorsitzender der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) und damit automatisch Ministerpräsident. Gerüchte über Beziehungen zu einer Geisha waren bereits im Umlauf und führten schon im August 1989 zu seinem Rücktritt. Sein Nachfolger wurde der „Saubermann“ Toshiki Kaifu, der das Amt immerhin bis November 1991 innehatte, mußte aber dann vor allem wegen des PKO Gesetzes und der mißglückten politischen Reformen in Japan seinen Rücktritt einreichenGoogle Scholar
  34. 34.
    Vgl. „Jiji Almanac 1990“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verla Jiji Press, Tokyo 1989; S. 75–76Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. „Jiji Almanac 1991“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1990; S. 80Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. „Jiji Almanac 1992“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1991; S. 75–76Google Scholar
  37. 37.
    Allein die Tatsache, daß die fünf ständigen Mitglieder des UNO Sicherheitsrates zusammen mit Deutschland über 90% des internationalen Waffenhandels bestreiten, verlieh der Forderung nach einer besseren Kontrolle der Waffenlieferungen durch die UNO eine hohe Akzeptanz. Vgl. hierzu ebenfalls „Jiji Almanac 1992“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1991; S. 76Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. „Jiji Almanac 1992“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1991; S. 76Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. „Der Gipfel in München, Analysen aus dem Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“, Bonn 1992, S. 38Google Scholar
  40. 40.
    Vgl. Masaaki Hibino: „Myunhen samitto to Shinsekaishitsujo“ (der Münchener Gipfel und die neue Weltordnung), in „Kokubo“ (Nationale Verteidigung), Oktober 1992, Asagumo Shinbunsha, Tokyo 1992, S. 8–22Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. „Jiji Almanac 1993“, hrsg. von Masatsune Moriya, Verlag Jiji Press, Tokyo 1992; S. 77Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Keizai Koho Center,Japan. An International Comparison 1992, Tokyo 1991, S. 98Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. Shiro Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.23 fGoogle Scholar
  44. 44.
    Unmittelbar nach Amtsübernahme von seinem Vorgänger Ishibashi Tanzan, dem einzigen Sozialisten unter Japans Nachkriegs-Ministerpräsidenten, startete Kishi eine 6-Länder Tour nach Süd-Ost und Südasien, bevor er sich nach Washington begab.Google Scholar
  45. 45.
    übernommen aus: Saito Shiro, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S. 44. Saito konstatiert vier Phasen bis Ende 1980. Durch das Ende des Kalten Krieges und den Zerfall der Sowjetunion läßt sich im Schema Saitos noch eine fünfte Phase angliedern.Google Scholar
  46. 46.
    Wie wichtig Tokyos Bemühungen für ein weltweites Interesse an den Vorgängen in Nordostasien sind, zeigt in einer dramatischen Weise der vorläufige Austritt Nordkoreas aus dem Atomwaffensperrvertrag am 12. März 1993.Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. Shiro Saito,,japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of Intemational Affairs; S.61 fGoogle Scholar
  48. 48.
    Vgl. Japan Times vom 16.01.79Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. Takubo Tadae: „Ottawa Summit and Japan“ in Asia Pacific Community, a quarterly review, spring 1981, No. 12; S. 43Google Scholar
  50. 50.
    Dieses Gesetz wurde nach einem langwierigen parlamentarischen Prozeß im Herbst 1991 verabschiedet und ermöglichte es Japan, technische und medizinische Teile seiner Selbstverteidigungsstreitkräfte als Blauhelme nach Kambodscha zu entsenden.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. Tadae Takubo: „Ottawa Summit and Japan“ in Asia Pacific Community, a quarterly review, spring 1981, No. 12; S. 45Google Scholar
  52. 52.
    So setzt Saito die „politische Reife“ Japans erst in der vierten Phase an, nämlich Anfang der 1980-er Jahre. Vgl. Shiro Saito, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S. 44Google Scholar
  53. 53.
    Ein Trend, der allerdings 1982 in Versailles kurz unterbrochen werden sollte. Wohl aufgrund der Konferenzführung durch den französischen Gastgeber, fanden die Gespräche zu politischen und sicherheitsrelevanten Themen — Falkland Krieg, israelische Angriffe auf Libanon, Situation in Afghanistan und Polen — außerhalb der offiziellen Konferenzen und nur in privaten-und Einzelmeetings statt (vgl. Saito Shiro, „Japan at the Summit“, Routledge, London and New York, for The Royal Institute of International Affairs; S.74 f).Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. Takubo Tadae: „Ottawa Summit and Japan“ in Asia Pacific Community, a quarterly review, spring 1981, No. 12; S. 51Google Scholar
  55. 55.
    Besonders deutlich geworden an der Aufnahme der „Nordterritorienfrage“ (so die offizielle Bezeichnung der japanisch-(sowjetisch) russischen Meinungsverschiedenheit über die Hoheitsrechte der vier südlichen Kurileninseln vor der Nordostküste Hokkaidos) in die Schlußdokumente der Gipfel.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Markus Tidten

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