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Der Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten

  • Rudolf Streinz
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Part of the Berliner Schriften zur Museumskunde book series (BSZM, volume 4)

Zusammenfassung

Als „humanitäres Völkerrecht“ wird jener Teil des Kriegsrechts bezeichnet, der unmittelbar den Schutz von Personen im Kriege bzw. bei bewaffneten internationalen Konflikten betrifft92. Wenngleich sich Beispiele für die Schonung des Feindes bereits seit alter Zeit finden lassen, wurde ein systematisches humanitäres Völkerrecht erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt93. Meilensteine waren die Konventionen von Haag (1899 und 1907) und Genf (1949) sowie die Fortentwicklung in den Zusatzprotokollen von 197794. Ziel dieses „humanitären Völkerrechts“ ist es, den als bestehende Tatsache zugrunde gelegten Zustand des Krieges durch rechtliche Normierung zu mildern, insbesondere die Wirkung von Kriegshandlungen möglichst einzudämmen und Unbeteiligte zu schützen. Diese begrenzte Zielsetzung gilt es bei einer Kritik dieses humanitären Völkerrechts zu beachten: Es will dem Gedanken der Humanität, der Menschlichkeit, in einem Zustand größter Unmenschlichkeit, nämlich dem Krieg, soweit wie möglich Geltung verschaffen. Dies erklärt auch den etwas paradox anmutenden Namen95. In der Zugrundelegung dieses Zustandes liegt keine Billigung des Krieges, der durch das absolute Gewaltverbot des Art. 2 Abs. 4 der Satzung der Vereinten Nationen, dem darüber hinaus Geltung als Völkergewohnheitsrecht zukommt, generell geächtet ist96, sondern die Erkenntnis, daß es trotz dieses Gewaltverbots bis heute mit militärischer Gewalt ausgetragene zwischenstaatliche Konflikte gibt. Krieg ist eine Erscheinungsform menschlichen Verhaltens und Recht ist ein wichtiges Mittel, menschliches Verhalten zu regeln97. Es wäre zynisch, auf dieses Regelungsmittel hier nur deshalb zu verzichten, weil der Krieg an sich verboten, seine rechtliche Regelung somit an sich „unzulässig“ sei98. Darüber hinaus sieht selbst die Satzung der Vereinten Nationen im Recht auf Selbstverteidigung (Art. 51 SVN) und in der Anwendung militärischer Zwangsmaßnahmen gemäß Kapitel VII (Art. 42 SVN) den Einsatz „kriegerischer“ Mittel vor, der auch humanitärer Schranken bedarf99.

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Literatur

  1. 92.
    Vgl. Kimminich (Fn. 69), S. 419; Partsch, Humanitarian Law and Armed Conflict, in: Bernhardt, Encyclopedia of Public International Law, Bd. 2, Amsterdam u.a. 1995, S. 933ff.; Risse, in: Wolfrum (Hrsg.), Handbuch Vereinte Nationen, 1991, S. 276, Rdnr. 4.Google Scholar
  2. 93.
    Vgl. dazu Partsch (Fn. 92), S. 934f.Google Scholar
  3. 94.
    Vgl. dazu Kimminich (Fn. 69), S. 419fí; Ipsen (Fn. 72); Seidl-Hohenveldern (Fn. 69), Rdnr. 1826ff.Google Scholar
  4. 95.
    Vgl. dazu Kimminich (Fn. 69), S. 75.Google Scholar
  5. 96.
    Vgl. dazu Verdroß/Simma (Fn. 6), § 96.Google Scholar
  6. 97.
    Randelzhofer, in: Simma (Hrsg.), Charta der Vereinten Nationen, Kommentar, 1992, Art. 2 Zif. 4, Rdnr. 1.Google Scholar
  7. 98.
    Eine solche Tendenz bestimmte aber die Zurückhaltung der Kommission für Internationales Recht (International Law Commission) der Vereinten Nationen, vgl. Ipsen (Fn. 72), S. 984f. Der vierte Erwägungsgrund der Präambel des Zusatzprotokolls zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I), BGB1. 1990 II, S. 1550, Sartorius II Nr. 54a, betont daher, daß weder dieses Protokoll noch die Genfer Abkommen vom 12. August 1949 so auszulegen sind, als rechtfertigten oder erlaubten sie eine Angriffshandlung oder sonstige mit der Charta der Vereinten Nationen unvereinbare Anwendung von Gewalt.Google Scholar
  8. 99.
    Vgl. zur erforderlichen Bindung der im Auftrag oder mit Billigung der Vereinten Nationen eingesetzten Truppen an das humanitäre Kriegsvölkerrecht Frowein, in: Simma (Fn. 97), Art. 42, Rdnr. 22f. Leider hat das Verhalten der alliierten Truppen im Golfkrieg dieses Bedürfnis gerade im Bereich des Kulturgüterschutzes bestätigt, vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 258 und S. 306 m.w.Nw.Google Scholar
  9. 10.
    Vgl. dazu Fiedler, Zur Entwicklung des Völkergewohnheitsrechts im Bereich des internationalen Kulturgüterschutzes, in: Festschrift für Doehring (Fn. 43), S. 199ff. (203ff.).Google Scholar
  10. 101.
    Vgl. Rudolf (Fn. 43), S. 855f.Google Scholar
  11. 102.
    Vgl. dazu Wescher, Kunstraub unter Napoleon, 1976.Google Scholar
  12. 103.
    Vgl. dazu Fiedler (Fn. 100), S. 204ff.Google Scholar
  13. 104.
    Vgl. zur Wiedergutmachung völkerrechtlicher Delikte allgemein Verdroß/Simma (Fn. 6), § 1294.Google Scholar
  14. 105.
    Vgl. dazu Turner, Die Zuordnung beweglicher Kulturgüter im Völkerrecht, in: Fiedler (Hrsg.), Internationaler Kulturgüterschutz und deutsche Frage, 1991, S. 19ff. (27ff.).Google Scholar
  15. 106.
    Vgl. Turner (Fn. 105), S. 54f.Google Scholar
  16. 107.
    Vgl. dazu Engstler (Fn. 42), S. 200ff.; Wyss, Kultur als eine Dimension der Völkerrechtsordnung, 1992, S. 86f.Google Scholar
  17. 108.
    Vgl. Fiedler (Fn. 100), S. 208f.Google Scholar
  18. 109.
    Vgl. dazu von Schorlemer (Fn. 8), S. 262.Google Scholar
  19. 110.
    RGB1. 1910, S. 132; Sartorius II Nr. 46.Google Scholar
  20. 111.
    Vgl. Fiedler (Fn. 100), S. 211 m.w.Nw.Google Scholar
  21. 112.
    Vgl. ebd., S. 212 m.w.Nw.Google Scholar
  22. 113.
    Vgl. Art. 23 lit.g der Haager Landkriegsordnung; Art. 11 Abs. 2 des Haager Abkommens von 1954 (siehe unten S. 52ff.).Google Scholar
  23. 114.
    Vgl. Fiedler (Fn. 100), S. 212. Vgl. auch Strebel (Fn. 14), S. 38f.Google Scholar
  24. 115.
    Vgl. für den Krieg im ehemaligen Jugoslawien von Schorlemer (Fn. 8), S. 308.Google Scholar
  25. 116.
    Abgedruckt in MIL 1 (1907), Supplement, S. 96ff.Google Scholar
  26. 117.
    Vgl. dazu Buhse, Der Schutz von Kulturgut im Krieg, 1959, S. 2; von Schorle-mer (Fn. 8), S. 262.Google Scholar
  27. 118.
    Manuel des lois de la guerre sur terre, abgedruckt in: Annuaire de l`Institut de Droit International 1882, S. 157ff.Google Scholar
  28. 119.
    Vgl. dazu von der Heydte, Die Auswirkungen der Resolutionen des Institut de Droit International im Bereich des Kriegsrechts auf die Fortentwicklung des Kriegsvölkerrecht, in: Wengler (Hrsg.), Justitia et Pace. Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Institut de Droit International, 1974, S. 34ff.Google Scholar
  29. 120.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 263.Google Scholar
  30. 121.
    RGBI. 1901, S. 423. Abgeschlossen und von allen teilnehmenden Staaten ratifiziert. Zur Fortgeltung für die Bundesrepublik Deutschland vgl. Fundstellennachweis B zum Bundesgesetzblatt II, Stand 31.12.1997, 1998 S. 195.Google Scholar
  31. 122.
    Vgl. dazu Buhse (Fn. 117), S. 3, Anm 13.Google Scholar
  32. 123.
    RGB1. 1910, S. 107; Sartorius II Nr. 46. Vertragsparteien in: Fundstellennachweis B zum Bundesgesetzblatt II, Stand 31.12.1997, 1998, S. 199ff.Google Scholar
  33. 124.
    RGB1. 1910, S. 132f; Sartorius II Nr. 46, S. 4ff.Google Scholar
  34. 125.
    Vgl. Buhse (Fn. 117), S. 4 m.w.Nw.Google Scholar
  35. 126.
    Art. 4 des Abkommens von 1907. Vgl. auch Fn. 121.Google Scholar
  36. 127.
    Vgl. zu den Gründen für das Versagen der Schutzbestimmungen im Ersten Weltkrieg Buhse (Fn. 117), S. 20ff.Google Scholar
  37. 128.
    Vgl. die Vertragsstaaten in: Fundstellennachweis B (Fn. 123).Google Scholar
  38. 129.
    RGB1. 1910, S. 256ff. Vertragsparteien in: Fundstellennachweis B (Fn. 123).Google Scholar
  39. 130.
    Vgl. dazu Buhse (Fn. 117), S. 22ff.Google Scholar
  40. 131.
    Authentischer englischer Text in: AJIL 17 (1923), Supplement, S. 245ff. und AJIL 32 (1938), Supplement, S. lff. Deutsche Übersetzung in Hinz/Rauch, Kriegsvölkerrecht, 3. Aufl. 1984, Nr. 1534.Google Scholar
  41. 132.
    Vgl. Randelzhofer, Flächenbombardement und Völkerrecht, in: Festschrift für von der Heydte, 1977, S. 476; Buhse (Fn. 117), S. 27f.; von Schorlemer (Fn. 8), S. 268f.; Ipsen (Fn. 72), S. 993.Google Scholar
  42. 133.
    BGB1. 1954 II, S. 783.Google Scholar
  43. 134.
    BGB1. 1954 II, S. 813.Google Scholar
  44. 135.
    BGB1. 1954 II, S. 838; Sartorius II Nr. 53.Google Scholar
  45. 136.
    BGB1. 1954 II, S. 917; 1956 II, S. 1586; Sartorius II Nr. 54. Vertragsparteien der Genfer Abkommen von 1949 in: Fundstellennachweis B zum Bundesgesetzblatt II, Stand 31.12.1997, 1998 5. 291ff.Google Scholar
  46. 137.
    Siehe unten S. 52ff.Google Scholar
  47. 138.
    Zusatzprotokoll vom 8.6.1977 zu den Genfer Abkommen vom 12.8.1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I), BGB1. 1990 II, S. 1550; Sartorius II Nr. 54a. Vertragsparteien in: Fundstellennachweis B (Fn. 136). Gesetz zur Änderung des Anhangs I des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Rotkreuz-Abkommen von 1949, BGB1. 1997 II, S. 1366ff.Google Scholar
  48. 139.
    Art. 1 Abs. 3 Zusatzprotokoll I i.V.m. den jeweiligen Art. 2 der vier Genfer Abkommen.Google Scholar
  49. 140.
    Vgl. Art. 35–47 Zusatzprotokoll I.Google Scholar
  50. 141.
    Vgl. Ipsen (Fn. 72), S. 986 m.w.Nw.Google Scholar
  51. 142.
    Vgl. Ipsen, ebd.Google Scholar
  52. 143.
    Zusatzprotokoll vom 8.6.1977 zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll II), BGB1. 1990 II, S. 1637; Sartorius II Nr. 54b. Stand der Vertragsparteien in Fundstellennachweis B (Fn. 136).Google Scholar
  53. 144.
    Von Schorlemer (Fn. 8), S. 293; vgl. Ipsen (Fn. 72), S. 1002.Google Scholar
  54. 145.
    Ipsen (Fn. 72), S. 1001.Google Scholar
  55. 146.
    Vgl. Kimminich (Fn. 69), S. 442.Google Scholar
  56. 147.
    Vgl. dazu Hinz/Rauch (Fn. 131), S. 32, Fn. 17.Google Scholar
  57. 148.
    Vgl. Hinz/Rauch (Fn. 131), Nr. 1570, S. 42, Fn. 30.Google Scholar
  58. 149.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 288f. m.w.Nw.Google Scholar
  59. 150.
    Siehe unten S. 52ff.).Google Scholar
  60. 151.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 284f. Dies gilt auch für Staaten, die die UNESCO-Konvention nicht ratifiziert haben, da Art. 53 ZP I nicht nur die Bestimmungen dieser Konvention, sondern auch „anderer einschlägiger internationaler Übereinkünfte“ unbeschadet läßt, also z.B. auch Art. 23 lit. g HLKO. Vgl. Partsch, Schutz von Kulturgut, in: Fleck (Hrsg.), Handbuch des humanitären Völkerrechts in bewaffneten Konflikten, 1994, S. 306ff. (314), Nr. 906.Google Scholar
  61. 152.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 285.Google Scholar
  62. 153.
    Vgl. dazu im einzelnen von Schorlemer (Fn. 8), S. 286ff.Google Scholar
  63. 154.
    Siehe dazu im einzelnen von Schorlemer (Fn. 8), S. 289ff. m.w.Nw.Google Scholar
  64. 155.
    Vgl. Art. 87 Abs. 2 ZP I.Google Scholar
  65. 156.
    Siehe dazu unten S. 54ff.Google Scholar
  66. 157.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 294f.Google Scholar
  67. 158.
    Vgl. zur Entstehungsgeschichte Strebel (Fn. 14), S. 44ff.; Toman, The Protection of Cultural Property in the Event of Armed Conflict, 1996, S. 21ff.Google Scholar
  68. 159.
    BGB1. 1967 II, S. 1233 (siehe Anhang I 1) Stand der Vertragsparteien in: Fundstellennachweis B zum Bundesgesetzblatt II, Stand 31.12.1997, 1998, S. 328f.Google Scholar
  69. 160.
    Vgl. Wilhelm, La Croix-Rouge des monuments, Revue Internationale de la Croix-Rouge 36 (1954), S. 793ff.Google Scholar
  70. 161.
    Vgl. Präambel, erster Erwägungsgrund.Google Scholar
  71. 162.
    Siehe dazu unten S. 59.Google Scholar
  72. 163.
    Präambel, vierter Erwägungsgrund.Google Scholar
  73. 164.
    Siehe dazu unten S. 58f.Google Scholar
  74. 165.
    Präambel, fünfter Erwägungsgrund.Google Scholar
  75. 166.
    Präambel, Erwägungsgründe zwei und drei.Google Scholar
  76. 167.
    Von Schorlemer (Fn. 8), S. 277.Google Scholar
  77. 168.
    Vgl. dazu Strebel (Fn. 14), S. 36.Google Scholar
  78. 169.
    Vgl. dazu Strebel (Fn. 14), S. 50f.Google Scholar
  79. 170.
    Vgl. ebd., S. 53.Google Scholar
  80. 171.
    Gemäß § 33 Soldatengesetz, BGB1. 1956 I, S. 114, i. d.f. d. Bek. vom 19.8.1975, BGB1. 1976 I, S. 2273, erhalten die Soldaten völkerrechtlichen Unterricht und sind über ihre völkerrechtlichen Pflichten und Rechte im Frieden und im Kriege zu unterrichten.Google Scholar
  81. 172.
    Mit dieser Unterlassungspflicht korrespondiert auch eine Verhinderungspflicht gegenüber privaten Tätigkeiten, z.B. der Errichtung von militärisch bedeutsamen Produktionsstätten in der Nähe von Kulturgütern, vgl. dazu Strebel (Fn. 14), S. 56.Google Scholar
  82. 173.
    Vgl. zum Problem der Verwendung zu Reparationsleistungen und zur sog. „restitution in kind“, d.h. als Ersatz für vom Feind zerstörtes eigenes Kulturgut, im Anschluß an den Zweiten Weltkrieg Turner (Fn. 105), S. 132ff.Google Scholar
  83. 174.
    Vgl. dazu von Schorlemer (Fn. 8), S. 279f. m.w.Nw. Zur Entstehungsgeschichte vgl. Toman (Fn 158), S. 75f.; zur „military necessity“ allgemein vgl. ebd., S. 72ff.Google Scholar
  84. 175.
    Vgl. die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Sauermilch und der Fraktion Die Grünen „Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten“, BT-Drs. 10/1552 in BT-Drs. 10/1753, S. 5. Vgl. auch Toman (Fn. 158), S. 144ff.Google Scholar
  85. 176.
    Vgl. Verdroß/Simma (Fn. 6), § 65.Google Scholar
  86. 177.
    BGB1. 1967 II, S. 1300. Vertragsparteien in: Fundstellennachweis B zum Bundesgesetzblatt II, Stand 31.12.1997, 1998, S. 328f., Fn. 1.Google Scholar
  87. 178.
    Engstler (Fn. 42), S. 222.Google Scholar
  88. 179.
    In Deutschland also § 932 Abs. 2 BGB, vgl. Engstler (Fn. 42), S. 222.Google Scholar
  89. 180.
    Treaty on the Protection of Artistic and Scientific Institutions and Historic Monuments, LNTS Bd. 167, S. 289; ZaöRV 16 (1955/56), S. 78ff. Vertragsparteien: Brasilien, Chile, Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Venezuela, USA. Obwohl formell noch in Kraft, wurde der Roerich-Pakt nie angewandt, Partsch (Fn. 151), S. 306, Fn. la.Google Scholar
  90. 181.
    Treaty an the Protection of Movable Property of Historic Value, abgedruckt bei Manley O. Hudson, International Legislation, Bd. VII, 1941, S. 59ff. Siehe dazu ausführlich Walter, Rückführung von Kulturgut im internationalen Recht, 1988, S. 46ff.Google Scholar
  91. 182.
    Vgl. dazu Turner (Fn. 105), S. 41ff. Davon abgesehen kann eine grundlegende Neuregelung des gegenseitigen Verhältnisses Anlaß zu solchen Restitutionsvereinbarungen geben.Google Scholar
  92. 183.
    BGB1. 1991 II, S. 207. Bestätigt durch Art. 15 des Abkommens vom 16.12.1992 mit der russischen Föderation über kulturelle Zusammenarbeit, BGB1. 1993 II, S. 1256. Zu den damit verbundenen Problemen siehe unten S. 62, S. 111.Google Scholar
  93. 184.
    Vgl. Art. 38 Abs. 1 lit. b des Statuts des Internationalen Gerichtshofs (Fn. 70) und Verdroß/Simma (Fn. 6), § 551.Google Scholar
  94. 185.
    Vgl. Fiedler (Fn. 100), S. 200.Google Scholar
  95. 186.
    Vgl. zu dieser Unterscheidung Verdroß/Simma (Fn. 6), § 574.Google Scholar
  96. 187.
    Vgl. dazu im einzelnen C. Greenwood, Geschichtliche Entwicklung und Rechtsgrundlagen, in: Fleck (Hrsg.), Handbuch des humanitären Völkerrechts in bewaffneten Konflikten, 1994, S. lff. (21ff.). Bereits die sog. Martenssche Klausel in Erwägungsgrund 8 des Haager Abkommens, betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges vom 18.10.1907 (RGB1. 1910, S. 107) sah vor, daß in den vertraglich nicht geregelten Fällen „die Bevölkerung und die Kriegführenden unter dem Schutz und der Herrschaft der Grundsätze des Völkerrechts bleiben, wie sie sich ergeben aus den unter gesitteten Völkern feststehenden Gebräuchen, aus den Gesetzen der Menschlichkeit und aus den Forderungen des öffentlichen Gewissens“. Diese Klausel findet sich auch in Art. 1 Abs. 2 des ersten Zusatzprotokolls vom 8.7.1977 zu den Genfer Abkommen von 1949. Vgl. dazu Zemanek, in: Neuhold/Hummer/Schreuer (Hrsg.), Österreichisches Handbuch des Völkerrechts, Bd. 1, 3. Aufl. 1997, Rdnr. 2551.Google Scholar
  97. 188.
    Vgl. Herdegen, Der Kulturgüterschutz im Kriegsvölkerrecht, in: Dolzer/Jayme/Mußgnug (Fn. 9), S. 161ff. (167).Google Scholar
  98. 189.
    Vgl. dazu Engstler (Fn. 42), S. 223f.; Fiedler (Fn. 105), S. 70f.; ders. (Fn. 100), S. 199; von Schorlemer (Fn. 8), S. 298.Google Scholar
  99. 190.
    Vgl. Fiedler (Fn. 100), S. 201.Google Scholar
  100. 191.
    Vgl. die Nachweise bei von Schorlemer (Fn. 8), S. 299, Fn. 166.Google Scholar
  101. 192.
    Vgl. ebd., S. 299f. m.w.Nw. Vgl. auch Toman (Fn. 158), S. 13. Zur Derogation bestehenden Völkergewohnheitsrechts vgl. Verdroß/Simma (Fn. 6), § 573ff.Google Scholar
  102. 193.
    Vgl. z.B. Friemut, Die geraubte Kunst, 1989; J. Kurz, Kunstraub in Europa 1938–1945, 1989; G. Haase, Kunstraub und Kunstschutz. Eine Dokumentation, 1991; Wermusch, Tatumstände (un)bekannt. Kunstraub unter den Augen der Aliierten, 1991; Goldmann/Wermusch, Vernichtet. Verschollen. Vermarktet, Kunstschätze im Visier von Politik und Geschäft, 1992. Im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg kam es im Ersten Weltkrieg zu keinen systematischen Kunstraubaktionen. Vgl. dazu Wahl, Kunstraub als Ausdruck von Staatsideologie, in: Frank (Hrsg.), Recht und Kunst, 1996, S. 105ff. (131ff.) m.w.Nw.Google Scholar
  103. 194.
    Vgl. zum Kunstraub in den von Deutschland besetzten Gebieten Engstler (Fn. 42), S. 134ff. m.w.Nw.; de Jaeger, Das Führermuseum. Sonderauftrag Linz, 1988; Nicholas, Der Raub der Europa. Das Schicksal europäischer Kunstwerke im Dritten Reich, 1995.Google Scholar
  104. 195.
    Vgl. Buhse (Fn. 117), S. 46f.; Günther-Hornig, Kunstschutz in den von Deutschland besetzten Gebieten (1939–1945), 1958.Google Scholar
  105. 196.
    Vgl. dazu Buhse (Fn. 117), S. 47ff.; Engstler (Fn. 42), S. 137ff.Google Scholar
  106. 197.
    Vgl. zum Fall des Quedlinburger Domschatzes von Schorlemer, (Fn. 8), S. 404 m.w.Nw.Google Scholar
  107. 198.
    Vgl. zum Schatz des Priamos Goldmann/Wermusch (Fn. 193), S. 140ff.; Schmeinck (Fn. 8), S. 44; Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.3.1991, S. 33 und vom 12.4.1991, S. 33. Zur völkerrechtlichen Beurteilung der Verbringung von deutschen Kulturgütern in die Sowjetunion vgl. Seidl-Hohenveldern, La protection internationale du patrimoine culturel national, RGDIP 1993, S. 395ff. (399f.) sowie unten S. 110f.Google Scholar
  108. 199.
    Vgl. Engstler (Fn. 42), S. 168ff.Google Scholar
  109. 200.
    Vgl. dazu Turner (Fn. 105), S. 119ff., 132f.Google Scholar
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    Vgl. Engstler (Fn. 42), S. 174ff.Google Scholar
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    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 309 m.w.Nw.Google Scholar
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    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 306 und S. 310 m.w.Nw. Vgl. aber auch die positivere Einschätzung von Wyss, Kulturgüter: Ziel und Opfer der Gewalt, VN 1994, S. 92ff. (93ff.).Google Scholar
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  118. 209.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 308.Google Scholar
  119. 210.
    Das Problem liegt darin, daß die Konvention vom guten Willen (bona fides) der Vertragsparteien ausgeht und wohl ausgehen muß.Google Scholar
  120. 211.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 300f. m.w.Nw. Gleichwohl wurde die Kunsthändlerin im Fall Autocephalus Greek Orthodox Church of Cyprus v. Goldberg nicht als gutgläubig angesehen, u.a. deshalb, weil sie wußte, daß die Mosaiken aus dem von Kriegswirren heimgesuchten Zypern stammten. Vgl. dazu Knott, Neue Tendenzen im Recht des internationalen Kunsthandels in den USA, RIW 1991, S. 553ff. (559); Müller-Katzenburg (Fn. 8), S. 162f.; Fechner, Prinzipien des Kulturgüterschutzes. Eine Einführung, in: Fechner/Oppermann/Prott (Hrsg.), Prinzipien des Kulturgüterschutzes, 1996, S. 11ff. (39f.); Siehr, Öffentliches Recht und internationales Privatrecht beim grenzüberschreitenden Kulturgüterschutz, in: Dolzer/Jayme/Mußgnug (Hrsg.), Rechtsfragen des internationalen Kulturgüterschutzes, 1994, S. 83ff. (94f.).Google Scholar
  121. 212.
    ICOM News 36 (1983), Heft 2/3, S. 6.Google Scholar
  122. 213.
    Vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 280; Toman (Fn. 158), S. 264ff.Google Scholar
  123. 214.
    Vgl. oben S. 57f.. Die Berichtspflicht gem. Art. 26 der Konvention (vgl. dazu Toman (Fn. 158), S. 279ff.) kann selbst im weitesten Sinne nicht als „Sanktion“ betrachtet werden. Die Berichte des Generalkommissars für Kulturgut gemäß Art. 6 Abs. 5 der Ausführungsbestimmungen sind nur an die beteiligten Parteien und ihre Schutzmächte gerichtet. Der Generaldirektor der UNESCO darf von der an ihn übersandten Abschrift nur hinsichtlich der darin enthaltenen technischen Angaben Gebrauch machen, sie aber nicht etwa zu einer internationalen Debatte im Rahmen der UNESCO stellen. Letzteres ist aber die einzige „Sanktion”-Wirkung von Berichtspflichten. Vgl. z.B. Art. 40ff. des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (Fn. 1).Google Scholar
  124. 215.
    Vgl. Lattmann, Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, 1974, S. 202ff.; Kilian (Fn. 13), S. 56. Zum Schutz in den besetzten Gebieten vgl. von Schorlemer (Fn. 8), S. 301, Fn. 174.Google Scholar
  125. 216.
    Vgl. Schweitzer, Staatsrecht III, 6. Aufl. 1997, Rdnr. 454.Google Scholar
  126. 217.
    Siehe dazu und zum Fortbestehen des Gesetzes trotz geänderter Kompetenzgrundlage Fn. 35.Google Scholar
  127. 218.
    BGB1. 1967 II, S. 1233.Google Scholar
  128. 219.
    Vgl. § 33 Abs. 2 Soldatengesetz (Fn. 171); Nr. 112 der Heeresdienstvorschrift (HDV) 100/100 „Führung im Gefecht“.Google Scholar
  129. 220.
    Vgl. dazu Kilian (Fn. 13), S. 55f.; Foramitti (Fn. 18), Teil 1 und Teil 3; Bundesamt für Zivilschutz (Hrsg.), Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten, 3. Aufl. 1979.Google Scholar
  130. 221.
    Vgl. den Bericht gemäß Art. 26 Abs. 2 der UNESCO-Konvention von 1954, abgedruckt bei Hinz/Rauch (Fn. 131), S. 13, Fn. 4. Siehe Anhang I.lc.Google Scholar
  131. 222.
    Vgl. Hinz/Rauch (Fn. 131), Nr. 1513.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Rudolf Streinz

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