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Einführung

  • Rudolf Streinz
Chapter
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Part of the Berliner Schriften zur Museumskunde book series (BSZM, volume 4)

Zusammenfassung

Kultur und damit auch Kulturgut wird als einheitsstiftender Faktor und somit wesentlich für die Identität der jeweiligen Einheit angesehen. Dies gilt auch für Volksgruppen, Völker und Staaten. Das moderne universelle Völkerrecht hebt diese Bedeutung der Kultur z.B. dadurch hervor, daß gemäß Art. 1 Abs. 1 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte vom 19. Dezember 19661 und dem gleichlautenden Art. 1 Abs. 1 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 19. Dezember 19662 alle Völker kraft ihres Rechts auf Selbstbestimmung frei über ihre „kulturelle Entwicklung“ („cultural development”; „développement culturel“; „desarrollo cultural“) entscheiden. Gemäß Art. 27 des erstgenannten Paktes darf in Staaten mit ethnischen, religiösen oder sprachlichen Minderheiten den Angehörigen solcher Minderheiten nicht das Recht vorenthalten werden, gemeinsam mit anderen Angehörigen ihrer Gruppe ihr eigenes „kulturelles Leben“ („their own culture”; „leur propre vie culturelle“) zu pflegen. Auf dem Krakauer Symposium über das kulturelle Erbe vom 6. Juni 19913 bringen die Teilnehmerstaaten der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE)4 „ihre tief empfundene Überzeugung zum Ausdruck, daß das kulturelle Erbe eines jeden von ihnen einen unverzichtbaren Teil ihrer Kultur, ihres kollektiven Gedächtnisses und ihrer gemeinsamen Geschichte darstellt, den es zukünftigen Generationen weiterzugeben gilt“. Auch die europäischen Bestrebungen zum Minderheitenschutz greifen die einheitsstiftende und damit Minderheiten auch erst konstituierende Bedeutung der Kultur auf5.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Rudolf Streinz

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