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Bestätigung und Re-Konstruktion der lokalen Lebenswelten Die Ergebnisse im Überblick

  • Carolin Herrmann
Chapter
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 135)

Zusammenfassung

Lokalberichterstattung im ländlichen Raum — nicht viel mehr als ein belächelnswertes Sammelsurium nichtiger Dinge? Die hier durchgeführte Untersuchung spricht eine andere Sprache. Wir waren ausgegangen von der Prämisse, daß die soziale Ordnung des Menschen, das strukturierende Bild von der Wirklichkeit, das als „operative Fiktion sich aufzwingt und zur Wirklichkeit wird“1, in permanentem, symbolisch vermittelten Kommunikationsprozeß hervorgebracht und aufrechterhalten werden muß. Lokalberichterstattung wie die Nachrichtenproduktion der Massenmedien allgemein sind Teil dieses umfassenden Kommunikationsprozesses der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit. Indem sie täglich ein bestimmtes strukturierendes Deutungsangebot liefern, sind sie selbst wichtige >Wirklichkeitsvermittler < und tragen im weitesten Sinne zur sozialen Orientierung bei. Mit der Untersuchung der Bedeutung und Funktion lokaler Presse im peripheren ländlichen Raum sollte analysiert werden, auf welche Weise diese Realitätskonstruktion für einen bestimmten, lokal begrenzten Kommunikationsraum erfolgt, welches Bild von der lokalen Welt durch die Berichterstattung entworfen wird und welcher Selektions- und Konstruktionskriterien sich die Presse dabei bedient.

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Literatur

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    Erneut bestätigt wird damit die — anders akzentuierte — Hypothese von Zolls Wertheimstudie, die Lokalpresse bilde keine politische, sondern die repräsentative Öffentlichkeit, “d.h. sie fungiert überwiegend als Sprachrohr für die Exekutive und die Honoratioren der Stadt und spiegelt damit die realen politischen Verhältnisse wider”; Zoll 1974, S.148.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Carolin Herrmann

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