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Grundlagen

  • Janina Curbach

Zusammenfassung

Im Zuge der sozial- und politikwissenschaftlichen Globalisierungsdebatten ist in den letzten Jahren oft die Behauptung aufgestellt worden, dass der Nationalstaat seine Steuerungsfahigkeit in vielen Politikbereichen aufgrund ökonomischer, sozialer und ökologischer Globalisierungsprozesse eingebüßt hat. Durch die Zunahme globaler Interdependenzen ist demnach die Kongruenzbedingung politischer und sozialer Räume aus dem Gleichgewicht geraten, der transnationale Raum der sozialen Austauschbeziehungen und Handlungszusammenhänge entwächst dem nationalen Raum, in dem politische Regulierungen gelten (vgl. Zürn 1998). Triebkraft einer solchen Denationalisierung und Entterritorialisierung ist das, was allgemein unter ökonomischer Globalisierung verstanden wird, der globale neoliberale Siegeszug, der zum einen die Verdichtung der internationalen Handels- und Handlungszusammenhänge vorantreibt, zum anderen neue transnationale Problemfelder schafft, wie z. B. im Umweltschutzbereich:

„It cannot be denied that globalization, which thrives on the promotion of an ideology of consumerism and individualism, has accelerated environmental abuse the world over, intensifying the destruction of various ecosystems.“ (Osman 2000: 98)

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Referenzen

  1. 1.
    Ein weiteres Beispiel hierfür ist auch die Regulierung von Zugehörigkeiten und internationalen Wanderungen: Einwanderungspolitiken, die einst auf das Engste mit nationalstaatlicher Kontrolle über das Staatsterritorium und über Zugehörigkeiten verbunden waren, weichen zunehmend — ähnlich wie bei der Entstehung von Umweltregimes — einer Rhetorik über regionale Kooperation zum internationalen Management von Migrations- und Flüchtlingsströmen.Google Scholar
  2. 2.
    Vorläufer dieser Arbeiten sind u.a. der Brundtland-Bericht 1987 und für den wissenschaftlichen Diskurs vor allem die Arbeiten von James N. Rosenau.Google Scholar
  3. 3.
    In der Variante der CGG ist auch die Kooperation mit TNCs (Transnational Corporations), dem globalen Finanzmarkt und den globalen Massenmedien eingeschlossen.Google Scholar
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    Die Bedeutung einer weltethischen Grundlage für die Idee des Global Governance wird vor allem in den Ausführungen des INEF (Initiative Entwicklung und Frieden der Universität GH Duisburg) betont.Google Scholar
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    Die Zahlen umfassen alle nicht-staatlichen, transnationalen Organisationen, die unter die Definition der Union of International Associations fallen.Google Scholar
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    Die deutsche Übersetzung von „NGOs“ mit Nicht-Regierungsorganisationen bzw. „NRO“, stiftet in einem mit Abkürzungen überladenen Diskurs meines Erachtens nur noch zusätzliche Verwirrung, deshalb ist die deutsche Bezeichnung in der vorliegenden Arbeit nur in wörtlichen Zitaten übernommen.Google Scholar
  7. 7.
    Joachim Hirsch hat zurecht auf eine Dialektik und Bedeutungsschwere des „Nicht“ im Begriff der „Nichtregierungsorganisation“ hingewiesen: „In gewisser Weise signalisieren die NGO nämlich auch eine spezifische Form des ‚Staatswerdens‘ formell privater Organisationsformen oder eine ‚Privatisierung‘ staatlicher Strukturen.“ (Hirsch 2001: 14)Google Scholar
  8. 8.
    In der Definition der UIA muss eine internationale NGO nachweisen, dass sie in mindestens drei Ländern aktiv ist oder Mitglieder hat.Google Scholar
  9. 9.
    Gleiches argumentiert auch Ansgar Klein: Eine Eingrenzung des heterogenen Feldes der international agierenden NGOs auf das Spektrum der multinationalen Bewegungsorganisationen ist erforderlich, um den Zusammenhang von Zielsetzungen, Organisationserfordernissen, Öffentlichkeitsorientierung und den Möglichkeiten von Protestmobilisierung in den Blick nehmen zu können“ (Klein 1999: 317).Google Scholar
  10. 10.
    Trotzdem möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass der Begriff „Zivilgesellschaft“ all diese Organisationen einschließt, und die Debatte um die neuen Hoffnungen einer Weltzivilgesellschaft blauäugig geführt wird, wenn sie vor der Existenz solcher „unzivilen“ Organisationen die Augen schließt.Google Scholar
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    Das Verhältnis zwischen den UN und NGOs ist in der UN-Charter in Artikel 71 und der ergänzenden Resolution 1296 von 1968 festgeschrieben. Dort sind die Kriterien für eine Zusammenarbeit der UN mit NGOs definiert, wonach NGOs sich u.a. der UN-Charter und den Zielen und Prinzipien der UN verpflichten müssen (vgl. z. B. Furtak 1997: 52).Google Scholar
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    Die Abhängigkeit von NGOs von öffentlicher Finanzierung wird in Kapitel 3.1.2. genauer dargestellt.Google Scholar
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    Sighard Ott zur Literaturlage im deutschsprachigen Raum: „Deutschsprachige Untersuchungen, die sich speziell mit NGOs beschäftigen, haben offenbar noch Seltenheitswert. Hingegen werden diese Gruppierungen und ihre oft spektakulären Aktionen häufig zitiert“ (Ott 2000: 130).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Janina Curbach

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