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Konzepte textueller Offenheit

  • Martin Jurga
Chapter
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Part of the Studien zur Kommunikationswissenschaft book series (SZK, volume 41)

Zusammenfassung

Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, die sich mit der Analyse von Texten beschäftigen, sind bei ihren Untersuchungen auf eine Vielzahl von Texten gestoßen, die offene Strukturen aufweisen. Diese Texte haben prinzipiell die Eigenschaft, die Generierung unterschiedlicher Lesarten zuzulassen. Semiotik, Literaturwissenschaft und Rezeptionsästhetik entwickelten Konzepte zur Erklärung dieses Phänomens für literarische Texte. Eco (1990a) spricht in diesem Zusammenhang von ‚offenen Kunstwerken‘. Klotz (1969) ermittelt die ‚offene Form des Dramas‘. Iser (1975a; 1984) kann, unter Bezug auf Ingardens Kategorie der ‚Unbestimmtheit‘ (Ingarden 1972), textuelle Leerstellen nachweisen, die „die Interaktion zwischen Text und Leser in Gang bringen und bis zu einem gewissen Grade regulieren“ (Iser 1984, 184). Das Phänomen der Offenheit ist aber nicht allein auf literarische Texte beschränkt. Auch im Bereich sog. trivialer Texte werden offene Textstrukturen eruiert. Gerade für massenmediale Texte, denen man häufig eben jene Trivialität nachsagt, stellt Eco fest: „Die Interpretationsvariabilität ist das Grundgesetz der Massenkommmunikation“ (1985, 152). Unter den massenmedialen Texten sind nach Fiske gerade Fernsehtexte mit ihrer großen Zuschauerreichweite durch Strukturen von Offenheit gekennzeichnet (vgl. Fiske 1987a, 84ff.). Sie müssen nämlich, gerade weil sie sich an eine heterogene Zuschauerschaft wenden, offen für verschiedene Lesarten sein, um den divergierenden Zuschauerinteressen gerecht zu werden und die daraus resultierenden unterschiedlichen Sinnbildungen zu ermöglichen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Martin Jurga

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