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Krieg als Gruppenphantasie? Ein Briefwechsel mit Lloyd deMause

  • Josef Berghold

Zusammenfassung

Der von Lloyd deMause auch am Beispiel des Golfkriegs entwickelte Ansatz, die entscheidenden Ursachen von Kriegen in unbewussten Zwängen der Individuen zu suchen, bietet einen sehr passenden Anlass, die grundsätzliche Frage nach der Ausdehnung und den Grenzen der Zuständigkeit zu stellen, die eine Disziplin wie die Sozialpsychologie für sich beanspruchen kann und darf. Wenn man ein so komplexes und schwerwiegendes gesellschaftliches Phänomen wie das des Krieges im Wesentlichen auf psychologische Ursachen zurückzuführen versucht, kann dies gewiss sehr leicht den Verdacht einer massiven Kompentenzüberschreitung, wenn nicht sogar einer Art „Imperialismus der eigenen Disziplin“ erwecken.

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Literatur

  1. 80.
    ‚Nuclear Tensions Monitoring Center‘ (zu deutsch etwa: „Mess-und Warnzentrum für atomare Spannungen“), das gewalttätige unbewusste Gruppenphantasien bzw. sozialpsychologische Tendenzen in Richtung auf einen (Atom-) Krieg aufspüren, einschätzen und veröffentlichen soll, sowie ihnen — besonders durch breit angelegtes Bewusst-machen des gesellschaftlich Unbewussten — entgegenwirken soll (deMause 1985).Google Scholar
  2. 81.
    „[...] unbewusste Schuld wegen des Wohlstands und Ängste über sexuelle ‚Pennissivität‘ [werden] auf die Weltbühne projiziert und als gefährliche Steigerung der Sündhaftigkeit anderer wahrgenommen. Kriege sind Versuche, die Zunahme an Bösem durch eine reinigende ‚Wiedergeburt‘ zu bekämpfen.“ (deMause 1986: 52)Google Scholar
  3. 82.
    Eine kurze Zusammenfassung der psychohistorischen Konzeption der Kriegsursachen gibt deMause an anderer Stelle in sieben Punkten: „1. War is a wish, not a ‚response‘ or a,mistake,’ involving a period of regression which is similar to the regressions experienced by individuals during psychotic episodes. 2. This group regression is signaled by violent group fantasies which reflect growing rage and fears of national collapse, desires for national rebirth through violence and fan-tasies of the cleansing of sinfulness. 3. The regression occurs after periods of prosperity and progress, when the punitive superego is called forth by a nation’s success and by unaccustomed personal freedoms. 4 War is a delusional solution to these psychotic anxieties, an ego-reintegrating clarification of the confusions and free-floating paranoid feelings of the earlier period, so that finding an ‚enemy‘ is at first felt to be a release of tension. 5. War involves a grandiose sexualization of inner conflict, accompanied by group fantasies of rape and orgasmic violence, projected into an appropriate ‚enemy‘ who has agreed to participate in a period of mutual sacrifice. 6. Killing an,enemy’ represents killing dangerous inner desires and is therefore a victory for ‚good‘—the punitive superego—over ‚evil‘—the dangerous id. 7. War is a sacrificial ritual in which the blood of soldiers is drained away to cleanse the nation and remove its sinfulness and make it good again.“ (deMause 1985: 199)Google Scholar
  4. 82.
    “Da Deutschland historisch die autoritärste Kindererziehung in Westeuropa hat, fühlte es sich wegen des Fortschritts besonders schuldig. Es wurde zum Initiator zweier Weltkriege. Deutschland brachte die meisten Opfer für diese Kriege, denn der Sinn von Kriegen besteht nicht im Gewinnen, sondern im Verlieren. Kriege sind eher Selbstmordhandlungen als Mord. Das tiefe Bedürfnis, Opfer zu sein, ist Deutschlands am tiefsten verdrängtes ‘Familiengeheimnis’.” (deMause 1986: 53)Google Scholar
  5. 83.
    “Zum Beispiel schrieb das Time-Magazin, der Schlag gegen Libyen habe gezeigt, dass Reagan ‘zu mehr fähig [war] als zu impotenter Rhetorik.’ [...] Eine [...] homosexuelle Karikatur zeigt Reagan als Rambo, der dabei ist, Daniel Ortega eine Rakete in den Hintern zu schießen. Wie absonderlich [das] Abspalten von ‘schlechten’ Teilen des Selbst sein kann, zeigt ein von den US-Behörden veröffentlichter Bericht, nach dem Gaddafi in Wirklichkeit ‘ein drogensüchtiger Transvestit’ sei. [...] Amerika hat offensichtlich all seine sündigen homosexuellen Gefühle auf Gaddafi abgeladen: Man hatte ihn symbolisch mit dem Raketenüberfall vergewaltigt, ‘ihm amerikanische Muskeln’ gezeigt und ihn — indem man ‘ihm Bomben in den Hintern schob’ — zu einer Frau gemacht.” (deMause 1986: 49f.) “[...] Johnson [sagte] bei der Bombardierung Vietnams: ‘Ich habe Ho Chi Minh nicht bloß einfach gebumst; ich habe seinen Schwanz abgeschnitten’.” (deMause 1984: 138)Google Scholar
  6. 84.
    “Die zunehmende Tendenz, verdrängte sexuelle Konflikte auf ‘Feinden’ abzuladen, ist Teil einer weltweiten Reaktion gegen die sexuellen und feministischen Revolutionen der siebziger Jahre. Auch in der Bundesrepublik wurden kürzlich Einwände gegen zuviel sexuelle ‘Permissivität’ laut: Jene Deutschen, die in älteren, repressiven Familien aufwuchsen, reagierten mit Angst auf sexuelle Freiheiten. Zum Beispiel zeigte der TV-Film ‘Heimat’ die Teilung in die geschlechtslos ‘gute Deutsche’ Maria und die sexuellen Frauen Apollonia und Klärchen, die für einigen Ärger und manches Unglück verantwortlich gemacht wurden. Der versteckte Nationalismus hinter der ‘Heimat’-Nostalgie ist in Wirklichkeit, wie jeder Nationalismus, eine Folge der Angst vor Sexualität. Sowohl Frauen als auch Nationen werden in gute und schlechte Teile aufgespalten, und der schlechte Teil wird als Grund für den ganzen Ärger angegriffen.” (deMause 1986: 50)Google Scholar
  7. 85.
    Den der manichäischen Weltansicht (von strikter Teilung der Welt in “Gut” und “Böse”) entsprechenden Gruppenphantasien zufolge “sind Russland, Libyen, Kuba und Nicaragua Teil eines ‘Terroristen/Kommunisten-Netzwerkes’, das mit seiner Verderbtheit Amerika anzustecken droht. [...] Zusätzlich zu dem psychologischen Wert, Terroristen als ‘Container’ zu haben, in die man seine unbewusste Feindseligkeit projizieren kann, sind sie auch brauchbare Objekte, auf die man eigene sexuelle Probleme verlagern kann. Psychohistoriker, die konkrete Äußerungen von Regierungsbeamten zum ‘Terrorismus’ untersuchten, sind von der Häufigkeit versteckter sexueller Vorstellungen überrascht. So zeigen zum Beispiel amerikanische Zeitschriften regelmäßig Landkarten mit sogenannten ’hot spots’ von Terroristen. ‘Hot spots’ steht im Englischen für sündhafte Orte wie Bordelle und Nachtklubs [...] Unterstaatssekretär Elliot Abrams bezeichnete kürzlich Libyen und Nicaragua als Bett-Partner: ‘Die Nicaraguaner sind mit Libyern im Bett... Das können wir nicht ertragen’.” (Ebenda: 49)Google Scholar
  8. 86.
    „Die vielleicht kontroverseste Entdeckung, die von Forschern des Institute for Psychohistory gemacht wurde, ist: Die Ursprünge von Kriegen sind nicht in realistischen,ökonomischen oder politischen Streitfragen’ zu finden, sondern vielmehr in gemeinsamen Schuldgefühlen gegenüber dem Sündhaften, der liberalen Freizügigkeit während Zeiten des Wohlstands und Fortschritts, die regelmäßig Kriegen vorausgehen. Im Gegensatz zur leninistischen Theorie, dass Kriege von den ökonomischen Problemen des Kapitalismus verursacht werden, haben Psychohistoriker entdeckt, dass Vorkriegszeiten in Wirklichkeit Zeiten der Prosperität, nicht der Rezession sind.“ (deMause 1986: 52)Google Scholar
  9. 87.
    „Unter dem Vorwand der Raketenstationierung, der SDI-Verträge, der ‚Terroristen‘-Bekämpfung und ähnlichem setzen eine Reihe von Manövern und Rollenzuweisungen ein Psychodrama in Gang, dessen Höhepunkt ein Atomkrieg in Europa zu werden ‚verspricht‘. [...] Falls dem Leser ein Atomkrieg unwahrscheinlich vorkommt, sollte er sich daran erinnern, dass die letzte große Reinigung in Europa mehr als vierzig Jahre her ist. Dazwischen liegt eine historisch beispiellose Zeit des Friedens. Die meisten Nationen hatten in jedem Jahrhundert alle zweiundzwanzig Jahre Krieg und opferten so zahllose Menschen jeder neuen Generation dem großen Gott Moloch“ (d.h. dem strafenden Über-Ich). „Zu glauben, dass dieses Opfer-Bedürfnis einfach deshalb vorbei ist, weil wir jetzt Atomwaffen haben, ist sicher unrealistisch.” (deMause 1986: 51f.)Google Scholar
  10. 88.
    Drei Hauptthesen von deMause über die fötalen Ursprünge der menschlichen Geschichte: „1. That mental life begins in the womb with a fetal drama which is remembered and elaborated upon by later childhood events; 2. that this fetal drama is the basis for the history and culture of each age, as modified by evolving childrearing styles; and 3. that the fetal drama is traumatic, so it must endlessly be repeated in cycles of dying and rebirth, as expressed in group-fantasies which even today continue to determine much of our national political life.“ (deMause 1982: 244)Google Scholar
  11. 89.
    „1. The ultimate source of all historical change is psychogenesis, the lawful change in childrearing modes occurring through generational pressure. [...] 2. The evolution of new psychogenic modes produces new psychoclasses which threaten the group-fantasies of earlier psychoclasses and are expressed in historical periods of rebellion, triumph and reaction. [...] 3. Psychogenic modes determine the level of personality which can be attained, and establish the typical conflicts and defenses of each historical period which sustain the art, religion, politics and economics of each age.“ (Ebenda: 135, 137, 141)Google Scholar
  12. 90.
    „I examined evidence from historical material that a rebirth fantasy was shared by nations prior to deciding to go to war, that this group-fantasy derived from a desire to end a severe collapse of confidence in the nation and its leader, and that the leader often deflected the group’s rage from himself to an,enemy,’ in order to restore national confidence. [...] I also found that there were four stages in the full political cycle which paralleled stages of fetal life [...]: 1. (strong): [...] media fantasy language and cartoon body-images are full of group-fantasies of the great strength of the nation, and of the leader as grandiose [...1. The group in this ‚strong‘ stage is felt to be safe in a ‚strong‘ womb-surround, so any external disorders which might occur are not seen as threatening enough to require a violent response. 2. (cracking): The deification of the leader begins to fail, with an increase in scapegoating to deflect hostility from the leader. The group’s boundaries are felt to be,cracking,’ with images of leaking water and crumbling walls predominating. [...] worries are increasingly voiced that collapse is imminent and enemies becoming more dangerous. [...] 3. (collapse): The group during this stage experiences extreme anxieties about its collapse of self-image and growing rage toward the leader, who now seems impotent in ending the group’s feeling of pollution, sinfulness and starvation. Group-fantasies of choking, falling, abandonment, disintegration, death and explosiveness proliferate in the media [...]. Free-floating paranoid fantasies of unnamed poisonous enemies multiply. The ‚collapse‘ stage ends only after a,search for a humiliating other’ — an enemy who, in a moment of,group-psychotic insight,’ is identified as the concrete source of the group’s distress. [...] 4. (upheaval): The group-psychotic insight [...] can take one of several forms: 1. (regicidal solution): the leader himself can be designated as the enemy [...] 2. (martial solution): if an external enemy can be located who will co-operate by humiliating the group, it then enters into a trance-like state of sado-masochistic enthrallment towards the enemy [...] military action against the enemy [...] appears imperative, in order to wipe out the hated,enemy,’ resolve the period of upheaval, clear up the pollution, and complete the rebirth which restores the group’s strength and vitality [...]“ (Ebenda: 245f.)Google Scholar
  13. 91.
    „I have long been used to the outrage of most of the scholarly profession in reaction to my psychohistorical work, and have often tried to ascertain the reasons behind this reaction. But my brief twenty-page article in our,Jimmy Carter and American Fantasy’ book—probably because it was the first time I had written about current group-fantasies—produced a storm of rage beyond anything I had yet experienced. Reviewers seemed particularly incensed about any claims to scientific methodology. Garry Wills, in an article headlined,Psychohistory is bunk,’ called me a,snake-oil salesman of our scientific age,’ a person who had a,Mickey deMause method’ which might drive the readers,bonkers.’ Others deplored my,outrageous’ nerve in making predictions, [...] and my pretensions at writing what the Wall Street Journal termed,science fiction.’ [...] The Atlanta Constitution thought my predictions,psycho-babble... pure trash... gunk... hogwash.’ My fellow psychohistorians proved even more upset at my attempt to make predictions: [...] John Fitzpatrick said that,psychohistorians don’t have the ability to make very discrete predictions about what a president will do;’ [...] Robert Coles told Newsweek,Some people mark up walls with ugly words, other people do psychohistory;’ The Chronicle of Higher Education termed my work,a cancer that is metastasizing through the whole body of the historical profession;’ and John Demos said,somehow we have got to apply some brakes’ to this kind of psychohistory.“ (deMause 1982: 300)Google Scholar
  14. 92.
    „Holistisch“ bedeutet im hier verwendeten Sinn in etwa: „pauschal-ganzheitlich”. („Sociology, whether Parsonian or Marxist, is based on the holistic statement of Durkheim that ‚social facts must be treated as things, that is, realities external to the individual.‘“ [deMause 1982: 133])Google Scholar
  15. 93.
    „When sociology began, Comte and Durkheim thought they were only delimiting their subject matter by positing their first principle of,society as prior to the individual.’ [...] Indeed, the concept ‚society‘ was invented to deny individual motivations in group; Durkheim was blunt about this flight from psychology, declaring that ‚every time that a social phenomenon is directly explained by a psychological phenomenon, we may be sure that the explanation is false.‘“ (Ebenda: iv)Google Scholar
  16. 94.
    ‚I [...] never use the word,society‘ (adopting instead the non-reified term,group’) because I consider it as one more projective device, like ‚God‘ or,Witch,’ for relieving the individual of responsibility.“ (deMause 1982: iv)Google Scholar
  17. 95.
    „The holistic fallacy that the group exists as an entity over and beyond its individual constituents presumes what it should investigate—the fantasy that the group is really the mother’s body and has goals and motives of its own.“ (Ebenda: 133)Google Scholar
  18. 96.
    „[...] individuals in groups act differently than individuals alone only because they split their psychic conflicts differently, not because some ‚social‘ force is acting on them.“ (Ebenda: 134)Google Scholar
  19. 97.
    „[As] birth approaches, [...] the placenta becomes less efficient and fetal needs much greater for oxygen [...] and every stress becomes magnified and is more painful to the fetus. [...] Saling found a level of oxygen in fetal scalp blood at the onset of labor of 23% and just before delivery of 12% (in adults, the central nervous system fails below 63%) [...] soon the fetus enters its life-and-death struggle to liberate itself from its terrifying condition.“ (deMause 1982: 257)Google Scholar
  20. 98.
    „I call [my] theory ‚psychogenic‘ rather than ‚economic‘ or ‚political‘ because it views man more as homo relatens than as homo economicus or homo politicus—that is, as searching for relation, for love, more than for money or power. The theory states that it is not,economic class’ nor,social class’ but ‚psychoclass‘—shared childrearing modes—that is the real basis for understanding motivation in history.“ (deMause 1982: ii)Google Scholar
  21. 99.
    „[The psychohistorical paradigm] reverses the relationship between physical and psychological reality, so that instead of material progress setting the pace of history and somehow dragging behind the psyches of its actors, human psychology is made primary—setting Marx on his head and Hegel back on his feet—and material reality is viewed as primarily the outcome of man’s decisions, past or present, conscious or unconscious.“ (deMause 1982: 89)Google Scholar
  22. 100.
    „One of the curious discoveries of recent ethnography is how easy it is simply to gather the food necessary for life in a few hours a day. Jack Harlan, a specialist in early farming, went out himself to one of the,vast seas of primitive wild wheats’ still growing in Near Eastern mountain areas, and, using a 9,000-year-old sickle blade, harvested grain so quickly that,a family group [...] could easily harvest wild cereals over a three-week span or more and, without ever working very hard, could gather more grain than a family could possibly consume in a year.’ Contemporary gathering groups can do equally well: ,far from being on a starvation level [...] they get all the calories they need without even working very hard. Even the Bushmen on the relatively desolate Kalahari region, when subjected to an input-output analysis, appeared to get 2,100 calories a day with less than three days’ worth of foraging per week. Presumably, hunter-gatherers in lusher environments in prehistoric times did even better.’ When a contemporary gatherer is shown how to farm, he usually laughs at the notion, like the Bushman who said, ‚Why should we plant, when there are so many mongongo nuts in the world?‘“ (Ebenda: 280)Google Scholar
  23. 101.
    „Psychogenic change is the ultimate source of all technological change [...1. The reason childrearing styles correlate with technological levels somewhat is that the former produce the latter, not the reverse. [...] The invention and spread of new technologies occurs when new psychoclasses reduce the projective identification of parts of their psyches into things [...].“ (deMause 1982: 140) „Projective identification [...] is the fantasied forceable thrusting of repudiated parts of one’s psyche into another.” (Ebenda: 138). „Economic systems change when new psychoclasses can reduce the use of the group for projective identification [...1” (140).Google Scholar
  24. 102.
    „[...] groups induce a ,fetal trance state’ in their members, reawakening specific physical memories from uterine and perinatal life. [...] Only individuals in fetal trance states are able to form group-fantasies, which follow specific rules of fetal life, such as: [...] Life gets continually more cramped, and growth always requires more physical space through actual expansion of territory [...]“ (143f.)Google Scholar
  25. 103.
    „Low level parenting is always disfunctional to all technological levels —early toilet training did not help early capitalists accumulate money, it made them neurotically unable to invest it productively, as it does today.“ (deMause 1982: 140).Google Scholar
  26. 104.
    „Wenn es [...] je einen Zeitabschnitt in der Geschichte gab, in dem Amerika sich, seinen äußeren Umständen nach, hätte stark und glücklich fühlen können, dann waren es womöglich die frühen achtziger Jahre. [... Es war] das stärkste Land der Welt, gesegnet mit dem höchsten Bruttosozialprodukt, der relativ geringsten Zahl von Armen und dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen, das es je in der Geschichte gab [...]. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund aber machte der zurückliegende Aufschwung uns einfach krank — wir fühlten uns fürchterlich. [...] Der Hauptgrund für dieses Gefühl — ,den Wasserfall runterzugehen’ — sei ,die prekäre Wirtschaftslage.“ (deMause 1984: 9f.)Google Scholar
  27. 105.
    „[Wir benutzen] unsere eigene Wirtschaft als Transporter unserer Giftphantasien, [...] et-wa wenn Reagan die Wirtschaft mit einem ‚Giftgas‘ verglich oder wenn es von Martin Feldstein hieß, er glaube, Arbeitsbeschaffungsprogramme würden ,die Wirtschaft vergiften’ [...]. Nationen, die längere Zeit ohne Opferung waren, fühlen sich [...] zunehmend vergiftet [...]“ (Ebenda: 170f.)Google Scholar
  28. 106.
    „It is group fantasy, a psychic reality, not material reality, which [...] causes nations to pour into their leaders feelings of being strangled in a birth canal, and which causes these leaders to then feel that only the extreme solution of going to war and hacking their way through offers the possibility of relief.“ (deMause 1982: 94)Google Scholar
  29. 107.
    „Those few historians who went beyond their narrative jumped immediately into economic ,explanations,’ something not too difficult to do, since no war failed to have an economic dispute hanging around somewhere nearby. But they simply never got around to asking why war was the means by which this or that economic dispute was resolved. Neither did they seem to notice that the war was in fact never economically beneficial [...]“ (Ebenda: 90)Google Scholar
  30. 108.
    “Eine Umfrage der Washington Post 1983 unter den Reaganomics-Geschädigten fasste die Gefühle von Arbeitslosen, die krank waren und nicht behandelt werden konnten, weil sie keine Krankenversicherung mehr hatten, [...] derart zusammen: Wir geben dir (Reagan) keine Schuld an der Rezession. Wir waren zu fett geworden, zu bequem, zu faul zum Konkurrieren. [...] Vielleicht mussten wir leiden, um uns zu reinigen von unserem ausschweifenden Leben’.” (deMause 1984: 86f.)Google Scholar
  31. 109.
    „[...] when the leaders were deciding to go to war they simply never bothered to sit down and draw up a list of economic objectives, assign them a dollar value, subtract the costs of the war, and come up with a ,war profit statement’ (the very rationality of such an act makes it laughable).“ (deMause 1982: 90)Google Scholar
  32. 110.
    Ebenda: 132–146 (bestehend aus thesenartigen Sätzen, auf welche ich mich im vorhergehenden Brief an einigen Stellen bezogen habe).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Josef Berghold

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