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Die Wohlfahrtspflege und Wohlfahrtsverbände in der Weimarer Republik

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Zusammenfassung

Die staatliche, kommunale und freie Wohlfahrtspflege wie wir sie heute kennen, fand ihre Ausgestaltung in der Zeit der ersten deutschen Demokratie. Auch innerhalb der beiden konfessionellen Wohlfahrtsverbände — Innere Mission und Caritas — fanden in dieser Phase bedeutsame Entwicklungen statt. Doch bevor diese Entwicklungen in ihren Grundzügen nachgezeichnet werden, soll die Haltung von Innerer Mission und Caritas zur parlamentarischen Demokratie beleuchtet werden, denn diese Haltung war nicht nur entscheidend für ihre Handlungen innerhalb der Weimarer Republik, sondern auch für ihr Agieren gegenüber der NS-Diktatur.

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Literature

  1. 1.
    Kaiser 1989, S. 66 u. S. 107; Siehe z.B. die Rede des damaligen Kirchenratsvorsitzenden R. Moeller während des 1. Dt. Ev. Kirchentages im September 1919 (Denzler; Fabricius 1984, S. 17) oder etwa Äußerungen von O. Dibelius (z.T. wiedergegeben in: Denzler; Fabricius 1988, S. 18–21).Google Scholar
  2. 2.
    Vergl. Füllkrug 1919, S. 1; Freudenstein 1948, S. 72; Beyreuther 1948, S. 190; Kaiser 1989, S. 49 u. 68Google Scholar
  3. 3.
    Freudenstein 1948, S. 77Google Scholar
  4. 4.
    Diese Monatsschrift trug ebenfalls den Namen “Die Innere Mission”, sie wird im folgenden kurz mit “IM” abgekürzt.Google Scholar
  5. 5.
    Hennig 1919 In: IM 1919, S. 7–10; hier S. 7;Google Scholar
  6. 6.
    Kaiser 1989, S. 67; Kaiser charakterisierte Spieckers Auffassung, als eine “wenig vorurteilsgeladene Einschätzung der revolutionären Umwälzung” (Ebd. S. 68).Google Scholar
  7. 7.
    IM 1918, S. 353–357; Siehe auch: Wichem Sämtliche Werke Bd. 1; S. 129–132Google Scholar
  8. 8.
    Füllkrug 1919; In: IM 1919, S. 1–7; hier: S. 3Google Scholar
  9. 9.
    Dies kam immer wieder, im Großen wie im Kleinen, zum Ausdruck. So z.B. durch das 1925 auf Betreiben des Propaganda-Referates des CA geschaffene IM-Abzeichen, es bildete sich durch ein zu einem Kreuz und Krone verschlungenes I und M (Beyreuther 1948 Bd. 2, S. 325).Google Scholar
  10. 10.
    Freudenstein 1948, S. 72Google Scholar
  11. 11.
    Die Innere Mission und insbesondere der Centralausschuß versuchten auch in und mit der evangelischen Kirche ihre Vorstellungen durchzusetzen. Auf die innerkirchliche Entwicklung kann aber in diesem Rahmen nicht näher eingegangen werden. Siehe dazu: Beyreuther 1948 Bd. 2, S. 235–256 und Kaiser 1989, S. 47–66 u. 72–78. Ein weiteres Einfluß-medium waren die Parteien. Während der CA versuchte, sich nach außen als überparteilich darzustellen (was ihn nicht daran hinderte auch weiterhin in den marxistischen Parteien den Hauptfeind zu sehen (O1k;Heinze 1981, S. 252)), agierten einzelne IM-Persönlichkeiten offener. Während Füllkrug (1919, S. 5) nur erklärt, daß es Christenpflicht sei, an den Wahlen zur Nationalversammlung teilzunehmen, ohne eine Partei zu nennen (was vielleicht auch gar nicht nötig war, weil die meisten Vereinsgeistlichen deutschnational eingestellt waren (Kaiser 1989, S. 70)), setzten sich z.B. Hennig (1919) und Thomä (1919) in der gleichen IM-Ausgabe offen für die DNVP ein.Google Scholar
  12. 12.
    Füllkrug 1919, S. 7; Vergl. auch: Kaiser 1989, S. 68.Google Scholar
  13. 13.
    Morsey 1981, S. 102Google Scholar
  14. 14.
    Müller 1966, S. 522 f.; Scholder 1977, S. 13 f.Google Scholar
  15. 15.
    Nach: Müller 1966, S. 523Google Scholar
  16. 16.
    Scholder 1977, S. 12 fGoogle Scholar
  17. 17.
    Nach: Müller 1966, S. 525, S. 533 u. S. 530 f.Google Scholar
  18. 18.
    Scholder 1977, S. 3, 5 u. 13Google Scholar
  19. 19.
    Vergl. Müller 1963, S. 7 f.; Müller 1966, S. 535Google Scholar
  20. 20.
    Siehe: Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919, Artikel 135–141; Zwar hob Artikel 137 die Staatskirche auf, dennoch blieben die Religionsgemeinschaften Körperschaften des öffenlichen Rechtes und sie waren auch weiterhin befugt, Kirchensteuern zu erheben. Artikel 138 kodifizierte eine Eigentumsgarantie für die Kirchen, ihre Vereine, Stiftungen, Wohlfahrtsvereinigungen usw.Google Scholar
  21. 21.
    Wollasch 1991, S. 99Google Scholar
  22. 22.
    Nach: Scholder 1977, S. 24Google Scholar
  23. 23.
    Müller 1966, S. 532Google Scholar
  24. 24.
    Wollasch 1991, S. 51, 64, u. 72Google Scholar
  25. 25.
    Zit. n. Wollasch 1991, S. 118Google Scholar
  26. 26.
  27. 27.
    Müller 1966, S. 532, 536; Denzel; Fabricius 1984, S. 30; Wollasch 1991, S. 100Google Scholar
  28. 28.
    Kaiser 1989, S. 108Google Scholar
  29. 29.
    RGBI. (1919), S. 1409; Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 236Google Scholar
  30. 30.
    Ebd., S. 237Google Scholar
  31. 31.
    Vergl. SachBe; Tennstedt 1988, S. 77, 81Google Scholar
  32. 32.
    Etwa 8 Millionen Kriegsteilnehmer galt es in den ArbeitsprozeB zu reintegrieren. Die Verordnung über wirtschaftliche Demobilmachung vom 13.11.1918 führte zu diesem Zwecke die Erwerbslosenfürsorge ein (Vergl. Landwehr 1983, S. 95).Google Scholar
  33. 33.
    SachBe und Tennstedt beziffern die Zahl der Kriegshinterbliebenen für 1924 auf 1,7 Mio., die der Kriegsgeschädigten auf 1,5 Mio.. Daneben gab es im gleichen Jahr noch 0,5 Mio. Klein-und 2,6 Mio. Sozialrentner, Witwen und Waisen (1988, S. 81).Google Scholar
  34. 34.
    Gerhardt, S. 211; Sachße; Tennstedt 1988, S. 76Google Scholar
  35. 35.
    Siehe: Sachße; Tennstedt 1988, S. 80Google Scholar
  36. 36.
    Landwehr 1983, S. 95 ff.; Sachße; Tennstedt 1988, S. 88 f.Google Scholar
  37. 37.
    Schnurr 1988, S. 49Google Scholar
  38. 38.
    Siehe dazu: French; Frey 1993, S. 199–205Google Scholar
  39. 39.
    Gerhardt 1948 Bd. 2. S. 227 f.; Beyreuther 1962, S. 191; In den ersten vier Weimarer Regierungen (15.2.1919 bis 20.6.1920) stellten die Sozialdemokraten die jeweiligen Arbeitsminister. Von 1920 bis 1932 - mit Ausnahme des zweiten Kabinetts Müllers (28.6.1928 bis 27.3.1930) - leiteten Zentrumspolitiker (Brauns bis 1928, anschießend Stegerwald) das RAM (Vergl. Tennstedt 1987, S. 161 ff.; Sachße; Tennstedt 1988, S. 169–172). Die Kabinette der Weimarer Republik sind bei Preller (1978, S. 529–532) aufgeführt).Google Scholar
  40. 40.
    Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 228; Von 1921 bis 1932 leitete der Zentrumspolitiker H. Hirtsiefer dieses Ministerium (ebd.).Google Scholar
  41. 41.
    Sachße; Tennstedt 1988, S. 83 f.Google Scholar
  42. 42.
    RGBI. I 1922, S. 633–648;Google Scholar
  43. 43.
    Vergl. Sachße; Tennstedt 1988, S. 104, 170Google Scholar
  44. 44.
    Lediglich die Beschränkung des Wahlrechtes und der Freizügigkeit war durch eine Verordnung des Rates der Volksbeauftragten vom 29. November 1918 aufgehoben worden (Sachße; Tennstedt 1988, S. 143).Google Scholar
  45. 45.
    Außer Kraft gesetzt werden sollten: das UWG, die Gesetze über die Sozial-und Kleinrentnerfürsorge, Kriegsgeschädigten-und Kriegshinterbliebenenfürsorge, das 1922 verabschiedete RJWG und die Rentenversicherungsgesetze (Landwehr 1983, S. 100 f.; Sachße; Tennstedt 1988, S. 146).Google Scholar
  46. 46.
    Sachße; Tennstedt 1988, S. 146Google Scholar
  47. 47.
    RGB1. I, 1924, S. 100–107Google Scholar
  48. 48.
    Sachße 1986; S. 220 f.; Sachße; Tennstedt 1988, S. 147Google Scholar
  49. 49.
    RGBI I, 1924, S. 101; Siehe auch: Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 281; Sachße; Tennstedt 1988, S. 149–151Google Scholar
  50. 50.
    RGBI. I, 1924, S. 765–770; Vergl.: Sachße 1986; S. 222; Sachße; Tennstedt 1988, S. 173Google Scholar
  51. 51.
    RGB1. I, 1924, S. 767 f.; Sachße; Tennstedt 1988, S. 173 f.Google Scholar
  52. 52.
    Sachße; Tennstedt 1988, S. 176; Leibfried, Hansen, Heisig 1984, S. 112; Jeserich 1985, S. 515; French; Frey 1993, S. 232Google Scholar
  53. 53.
    Siehe: Sachße; Tennstedt 1988, S. 169. Für die Groß-und Industriestädte erhöhten sich die Fürsorgekosten um das fünf-bis achtfache (Siehe: Sachße; Tennstedt 1988, S. 178).Google Scholar
  54. 54.
    Vöhringer, der Generalsekretär der Liga der freien Wohlfahrtspflege, auf die weiter unten näher eingegangen wird, stellt rückblickend dieses Agieren des Reiches als einen Akt der “Notwehr” dar: In der Nachkriegszeit gelangte die gesamte öffentliche Wohlfahrtspflege in die Hand der Kommunalverwaltungen, das hieße, so Vöhringer, in die Hand einer parteipolitisch, weltanschaulich orientierten, ihrer Macht bewußten, nach weiterer Macht drängenden Bürokratie. Diese Wohlfahrtsbürokratie sei stark genug, unter Umständen im Verein mit den Linksparteien, sich gegen die Zentralgewalt durchzusetzten. Im Interesse der Selbstbehauptung des Reiches, so fuhr Vöhringer fort, mußte das Reich eine Abhängigkeit der freien Wohlfahrtspflege von der öffentlichen verhindern und sie möglichst stark machen, um ein gewisses Gegengewicht gegen das Übergewicht der kommunalen Wohlfahrtsbürokratie zu haben (Vöhringer 1944, S. 1 f. (ADW, CA 1195, Bd. 20)).Google Scholar
  55. 55.
    An dieser Stelle sei nochmals betont, daß das hier beschriebene Spannungsverhältnis aus den unterschiedlichen Interessenlagen innerhalb des Staatsgefüges (Reich - Gemeinden) resultierte und nicht nur aus der parteipolitischen Konstellation. Deutlich wird dies auch bei Betrachtung der wesentlich homogeneren Verhältnisse des “Dritten Reiches”, wo die nämlichen Konflikte zwischen der NS-Reichsregierung, den NS-Gemeinden und dem NS-Wohlfahrtsverband ausgetragen wurden; dort nahm der Konflikt vielfach die Form eines weltanschaulichen Streites an, etwa dergestalt, daß kontrovers darüber diskutiert wurde, was aus dem nationalsozialistischen Prinzip des “Führertums” für die jeweilig als angemessen anzusehende Kompetenz der Bürgermeister, der Reichsministerien und der parteiamtlichen freien Wohlfahrtspflege folge.Google Scholar
  56. 56.
    Vor dem Sturz der Monarchie galt auf kommunaler Ebene noch das DreiklassenwahlrechtGoogle Scholar
  57. 57.
    das die Herrschaft der bürgerlichen Kräfte in den Gemeinden zementierte. Mit den ersten demokratischen Kommunalwahlen etablierte sich die Sozialdemokratie in den meisten Städten als stärkste politische Kraft (Vergl. Moss 1993, S. 284).Google Scholar
  58. 58.
    Sachße; Tennstedt 1988, S. 211Google Scholar
  59. 58.
    Ebd., S. 170Google Scholar
  60. 59.
    Ebd., S. 157Google Scholar
  61. 60.
    Kaiser 1989, S. 130 f.; Tennstedt 1987, S. 164 f.; SachBe; Tennstedt 1988, S. 163Google Scholar
  62. 61.
    Kaiser 1989, S. 130. Das heißt: auch die Mittel für Verbände und Einrichtungen die nicht den Selbstverwaltungsgremien der Hika präsent waren, wurde über diese neue “Wohlfahrtsbank” ausgezahlt (Ebd.).Google Scholar
  63. 62.
    Siehe: Bericht des Reichsrechnungshofes über die Verwendung von Reichsmittel vom 26.9.1934 (BAK, R 2/19197)Google Scholar
  64. 63.
    Eifert 1993, S. 115; Prozentual verteilten sich die Zuschüsse des Reiches an die Spitzenverbände in den Jahren 1924 bis 1932 folgendermaßen: IM 36,02%, DCV 36,10%, ZWSt 1,9%, DRK 8,26%, V. Verband 5,78%, AWO 7,15%, Zentralausschuß der christl. Arbeiterschaft 4,68% (Angaben nach Eifert 1993, S. 67). Zu dem genannten Anteil gelangte die AWO, die ganz wenige Anstalten ihr eigen nennen konnte, nur, weil sie bei der Mittelvergabe alle “ihr nahestehenden Anstalten”, angab. Dabei handelte es sich insbesondere um Einrichtungen der Arbeiterjugend, der Naturfreunde sowie der Gewerkschaften (Ebd., S. 114).Google Scholar
  65. 64.
    Sachße; Tennstedt 1988, S. 171Google Scholar
  66. 65.
    Kaiser 1989, S. 78Google Scholar
  67. 66.
    Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 231; Freudenstein 1948, S. 75Google Scholar
  68. 67.
    Pastor Cremer spricht in diesem Zusammenhang davon, daß man in eine “Kampfstellung gedrängt” werde, die eine Sammlung aller Abwehrkräfte erforderlich mache (nach: Kaiser 1989, 85).Google Scholar
  69. 68.
    So stellen es z.B. Gerhardt (1948 Bd. 2, S. 231) und Freudenstein (1948, S. 75) dar. Die IM bewies z.B. beim Zusammenschluß fast sämtlicher deutscher Pflegeanstalten am 3. Februar 1920 zum “Reichsverband der privaten und gemeinnützigen Kranken-und Pflegeanstalten Deutschlands” durchaus Handlungsfähigkeit. Die Verhandlungen für die IM führte die Dachorganisation der evangelischen Pflegeanstalten, der Kaiserswerther Verband; handlungsunfähig war lediglich der CA (auf die Verhandlungsführung wies auch Gerhardt (ebd. S. 230) hin.).Google Scholar
  70. 69.
    Kaiser 1989, S. 78Google Scholar
  71. 70.
    Dies war gemäß § 3 Nr. 1 der CA-Satzung eine Aufgabe des CA (Vergl. Wichern Sämtliche Werke Bd. 1, S. 361)Google Scholar
  72. 71.
    Kaiser 1989, S. 79 f.Google Scholar
  73. 72.
    Nach Kaiser 1989, S. 81–84Google Scholar
  74. 73.
    Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 231; Kaiser 1989, S. 84 u. S. 87Google Scholar
  75. 74.
    Vergl. ebd., S. 86 f.Google Scholar
  76. 75.
    Es wurde ein Centralverband (im folgenden: CV) gebildet, dem gemäß § 7 der Satzung der CA selbst, die Landes-und Provinzialverbände und die Fachverbände angehörten. Die Freiheit der Einrichtungen wurde davon nicht berührt (Gerhardt 1948, Bd. 1, S. 231). Die Geschäftsführung des CV, die im wesentlichen die Außenvertretung insbesondere gegenüber Behörden beinhaltete, oblag dem CA, der damit die “Gesamtinteressen der Inneren Mission im Sinne Wichems wahrzunehmen” hatte. Der CA bestand nunmehr aus: 1. den Ehrenmitgliedern; 2. den auf Lebenszeit gewählten bzw. kooptierten Mitgliedern; 3. Vertretern der Landes-und Provinzialvereinen; 4. je zwei Vertretern der neu gebildeten acht Fachgruppen der Fachverbände und schließlich 5. den hauptamtlichen Berufsarbeitem. Im CA-Vorstand sollten künftig der CA-Präsident, sein Vize, der Schatzmeister und die hauptamtlichen Berufsarbeiter vertreten sein (ebd., S. 233).Google Scholar
  77. 76.
    Kennzeichnend für die hier gemeinte Kräfteverschiebung ist z.B. die 1921 erfolgte Berufung Pastor Beutels in das CA-Direktorium. Beutel war (und blieb) geschäftsführenden Direktors des Ev. Reichserziehungsverbandes, in dem alle mit Fragen der Erziehung befaßten IM-Einrichtungen (1930 waren es 12 Fachverbände und 29 Erziehungsverbände, die gemeinsam über 750 Erziehungsheim betrieben) der Länder zusammengeschlossen waren. Der CA und der CV übertrugen dem Reichserziehungsverband, die gesamte Vertretung der Erziehungsarbeit der IM (Vergl. Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 285 f.).Google Scholar
  78. 77.
    Ebd., S. 234 f. u. S. 312 f.Google Scholar
  79. 78.
    Mit der Verabschiedung der beiden genannten Gesetze, machte der Zentralstaat von seinem verfassungsgemäßen Recht (Art. 7 und 9, RGBI., S. 1384 f.; Vergl. Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 255) zur Gesetzgebung auf dem wohlfahrtspflegerischen Gebiet Gebrauch. Die Interessendurchsetzungfähigkeit der kommunal angesiedelten und agierenden einzelnen Anstalten sank mit der Einschränkung der Handlungsspielräume der Kommunen durch Reichsgesetze. Einzelne Anstalten waren kaum in der Lage, auf der Reichsebene erfolgreich Einfluß auszuüben, dies vermochten nur die Spitzenverbände und ihr Zusammenschluß, die Liga.Google Scholar
  80. 79.
    Tennstedt 1987, S. 164; Sachße; Tennstedt 1988, S. 170; Ausführliches dazu findet sich im vorstehenden Kapitel.Google Scholar
  81. 80.
    Bd. 2, S. 256Google Scholar
  82. 81.
    Zum folgenden vergl. Kaiser 1989, S. 89–93Google Scholar
  83. 82.
    Sowohl der CA als auch der CV hatten jeweils einen Finanzausschuß mit weitreichenden Vollmachten eingerichtet. Juristisch gesehen fiel das Verfügungsrecht darüber dem CV bzw. dessen Finanzausschuß zu. Der CV hatte aber - anders als der CA - nicht den Status einer juristischen Person, zudem oblag die CV-Geschäftsführung dem CA, womit dessen Finanzausschuß die Verteilung der Gelder beanspruchen konnte (Ebd., S. 90).Google Scholar
  84. 83.
    Ebd.; Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 256Google Scholar
  85. 84.
    So wählte der Hauptausschuß den Präsidenten, seinen Vize, den Schatzmeister und die Direktoren. Er genehmigte den Haushaltsplan, setzte die jährlichen Mitgliedsbeiträge fest, prüfte die Jahresrechnung und beschloß über die Auflösung des CA, Satzungsänderungen und die Aufnahme neuer Arbeitsgebiete. Vergl. Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 257;Google Scholar
  86. 85.
    Diese waren: 1. Die Allgemeine Abt.; 2. Volksmission, ev. Abt.; 3. Volksmission, apologetische Abt.; 4, Abt. Wohlfahrts-und Jugenddienst; 5. Wirtschaftsabteilung; 6. Abt. Propagandadienst und 7. die wissenschaftliche Abt. (Vergl. Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 259; Zur Arbeit der einzelnen Abteilung siehe: Ebd., S. 259–329).Google Scholar
  87. 86.
    Siehe: Sachße; Tennstedt 1988, S. 166Google Scholar
  88. 87.
    Zusammenstellung der tätigen Kräfte der Inneren Mission“ November 1930 (ADW, CA/Stat 44)Google Scholar
  89. 88.
    Siehe: Satzung des Deutschen Caritasverbandes e.V. (in: ADC, 102 Fasz. 1); Siehe auch: Kreutz 1928, S. 156Google Scholar
  90. 89.
    Kreutz 1928, S. 154; Wollasch 1991, S. 97; Ausführlicher: Auer 1922, S. 7, S. 12 u. S. 1423Google Scholar
  91. 90.
    Wollasch 1971, 160Google Scholar
  92. 91.
    Ebd., S. 163; ders., 1978, S. 80Google Scholar
  93. 92.
    Wollsch 1978, S. 81Google Scholar
  94. 93.
    Ebd., S. 82Google Scholar
  95. 94.
    Ebd., S. 73; Wollasch 1991, S. 68Google Scholar
  96. 95.
    Wollasch 1978, S. 93; Eine zweite Hauptvertretung, das sei der vollständigkeitshalber hier noch erwähnt, richtete die Caritaszentrale 1922 in Bayern ein. Sie sollte die Zusammenarbeit der bayerischen Caritasverbände mit der Freiburger Verwaltung intensivieren (Ebd., S. 96).Google Scholar
  97. 96.
    Vergl. Auer 1922, S. 58–62Google Scholar
  98. 97.
    Wollasch 1991, S. 147 u. 150; Im Jahr 1914 verfügte der KFV lediglich über 100 Ortgruppen (ebd., S. 42).Google Scholar
  99. 98.
    Becker 1932, S. 61, 63 u. passim.Google Scholar
  100. 99.
    Nach Wollasch 1991, S. 95 und Anmerkung 469Google Scholar
  101. 100.
    Bauer 1978, S. 355 f.; Buck 1983, S. 165; Sachße; Tennstedt 1988, S. 155; Wolf 1991, S. 475; Flierl 1992, S. 303–310Google Scholar
  102. 101.
    Buck 1983, S. 162–164; Sachße; Tennstedt 1988, S. 161 f.; Ausführlicher: Sachße 1986, S. 173–186 und Eifert 1993, S. 21–36 und passim.Google Scholar
  103. 102.
    Buck 1983, S. 161 f.; Sachße; Tennstedt 1988, S. 162 f.Google Scholar
  104. 103.
    Buck 1983, S. 144; Sachße; Tennstedt 1988, S. 162; Flierl 1992, S. 262 f.; Ausführlicher: Seithe; Hagemann 1993, S. 15–29Google Scholar
  105. 104.
    Nach: Buck 1983, S. 164Google Scholar
  106. 105.
    Das DRK schloß sich erst am 4. März 1926 der Liga an. Sachße; Tennstedt 1988, S. 166; Kaiser 1989, S. 159Google Scholar
  107. 106.
  108. 107.
    Hinzuweisen ist hier auch auf eine weitere, lediglich informelle, aber keineswegs zu unterschätzende Einrichtung: ab dem Januar 1923 richtete das Reichsinnenministerium, unter Leitung von Ministerialdirektor Ritter monatliche Sprechstunden für die Vertreter der sieben “praktisch” arbeitenden Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege ein. Diese Sprechtage ermöglichten es den Eingeladenen, ihre Probleme, Wünsche, Vorstellungen und genuinen Interessen direkt der zuständigen Ministerialbürokratie vorzutragen und umgekehrt, aus erster Hand, über deren Vorstellungen und Pläne informiert und auf dem Laufenden gehalten zu werden (Vergl.: Sachße; Tennstedt 1988, S. 169, Kaiser 1989, S. 127 f.; Eifert 1993, S. 115).Google Scholar
  109. 108.
    Gerhardt 1948, 2. Teil, S. 229; Sachße; Tennstedt 1988, S. 163; Kaiser 1989, S. 114 f.Google Scholar
  110. 109.
    Kaiser 1989, S. 116–119Google Scholar
  111. 110.
    Warum die Arbeiterwohlfahrt sich der Reichsgemeinschaft nicht anschloß, geht aus der vorliegenden Literatur nicht hervor, es mögen wohl die gleichen Gründe gewesen sein, die sie von der Liga fern hielten. Aus praktisch zeitlichen Gründen war es ihr aber sicherlich nicht möglich, den Gründungsakt der Reichsgemeinschaft mitzuvollziehen, denn AWO-Vertreter waren auf dem die Gründung vorbereitenden Treffen vom 2. März 1921 nicht anwesend, und die auf dem nur eineinhalb Wochen später stattfindende Konstituierungssitzung anwesende Beobachterin, war sicherlich nicht in der Lage, eine für die AWO verbindliche Mitgliedschaft zuzusagen. Das DRK verwies für sein Abseitsstehen, auf die soeben erst stattgefundene DRK-Gründung (Kaiser 1989, S. 119).Google Scholar
  112. 111.
    Ebd., S. 124Google Scholar
  113. 112.
    Kaiser 1989, S. 119Google Scholar
  114. 113.
    Kaiser 1989, S. 134Google Scholar
  115. 114.
    Ebd., S. 124Google Scholar
  116. 115.
    Die am 16. Januar 1923 - also einen Tag nach der ersten Sprechstunde des Reichsarbeitsministeriums - eingereichte Denkschrift, betreff einer Kreditanstalt für die Wohlfahrtseinrichtungen, die zur Gründung der Hika führte, wurde von den Spitzenverbänden unter Umgehung der “Reichsgemeinschaft” verfaßt (Kaiser 1989, S. 130).Google Scholar
  117. 116.
    Kaiser (1989, S. 133) verweist in diesem Zusammenhang auf Signale des DRK, das erklärte, daß es bereit sei der “Reichsgemeinschaft” beizutreten, wenn diese nur ein arbeitsfähiges Gremium von Hauptverbänden umfasse. Bedenkt man zum einen die Vorbehalte, die nicht zuletzt Innere Mission und Caritas dem DRK gegenüber hegten (ausführlicher weiter unten) und zum anderen, daß das DRK die Liga-Gründung schließlich nicht mittrug, dann kann dieses Begehren des Roten Kreuzes nicht als der ausschlaggebende Grund angesehen werden.Google Scholar
  118. 117.
    Kaiser 1989, S. 134, 137Google Scholar
  119. 118.
    Ebd., S. 138Google Scholar
  120. 119.
    Ebd., S. 125, 132Google Scholar
  121. 120.
    Ebd., S. 132 f.Google Scholar
  122. 121.
    Gerhardt 1948, 2. Teil, S. 228Google Scholar
  123. 122.
    Vöhringer 1944, S. 4, 6, a.a.O.Google Scholar
  124. 123.
    Kaiser 1989, S. 141 f.Google Scholar
  125. 124.
    Für das Verhältnis der “Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden” zur AWO scheint dies nicht zuzutreffen. Zwischen beiden gab es personelle Berührungspunkte, so war beispielsweise die in fürsorgerischen Fachkreise bekannte und angesehene Siddy Wronsky in beiden Verbänden engagiert (Eifert 1993, S. 116 f., passim.).Google Scholar
  126. 125.
    Eifert 1993, S. 115Google Scholar
  127. 126.
    Kaiser 1989, S. 144 f.Google Scholar
  128. 127.
    Das Reichsarbeitsministerium, daß, wie beschrieben, einen entscheidenen Einfluß auf die Bildung der Liga nahm, war mit dieser Verhandlungsführung der Gründungsverbände durchaus einverstanden. Leider könne man der AWO, wenn sie der Grundsätzerklärung zustimme, die Aufnahme nicht verweigern, so Ritter gegenüber van Acken (DCV), er sei aber allenfalls für eine außerordentliche Mitgliedschaft der AWO (Kaiser 1989, S. 145).Google Scholar
  129. 128.
    Ebd.; Eifert 1993, S. 115Google Scholar
  130. 129.
    Kaiser 1989, S. 142Google Scholar
  131. 130.
    Ebd., S. 139, 159Google Scholar
  132. 131.
    Vöhringer 1944, S. 3, a.a.O.Google Scholar
  133. 132.
    Kaiser 1989, S. 116, S. 121, 139 f.Google Scholar
  134. 133.
    Kaiser 1989, S. 138Google Scholar
  135. 134.
    Vöhringer 1944, S. 3, a.a.O.Google Scholar
  136. 135.
    Kaiser 1989, S. 133Google Scholar
  137. 136.
    Ebd., S. 138Google Scholar
  138. 137.
    Ebd., S. 146Google Scholar
  139. 138.
    Eine solche Anerkennung erfolgt am 4. Dezember 1926 durch eine Verordnung (Gerhardt 1948, 2. Teil, S. 230).Google Scholar
  140. 139.
    Vergl. Kapitel I. 1.1Google Scholar
  141. 140.
    Vergl. Peukert 1989, S. 250, 254 und passim.Google Scholar
  142. 141.
    In Kapitel IV. 1.1 dieser Arbeit, werden die (Finanz-) Situation der Kommunen sowie unterschiedlichen Versuche der Kostenabwälzung von Sozialleistungsträgern näher und mit Nachweisen versehen, dargelegt..Google Scholar
  143. 142.
    In diesem Zusammenhang sind vor allem die Fürsorgeverbände und (Landes-) Jugendämter gemeint, die vor allem hierfür in Frage kamen, das Angeführte gilt aber auch für die Länder und das Reich. So wies das Reichsinnenministerium mit einem Schreiben vom 26. Juli 1932 die Bitte, um eine und Heilstätten für Kinder und Jugendliche zurück, da die Finanznot des Reiches einen Zuschuß an den Bittsteller nicht zuließe (ADW, REJ 9).Google Scholar
  144. 143.
    Nicht nur öffentliche Stellen, sondern auch kirchliche, sahen sich zur Streichung oder Verminderung von Zuwendungen an kirchliche Wohlfahrtseinrichtungen veranlaßt, worauf auf der Mitgliederversammlung der Evangelischen Konferenz für Gefährdetenfürsorge am 10. Jannur 1933 (Protokoll, S. 3) hingewiesen wurde (ADW, EREV 165).Google Scholar
  145. 144.
    Siehe dazu: Protokoll der IM-Geschäftsführerkonferenz vom 10. Februar 1931, S. 6 (ADW, CA 761 XIII).Google Scholar
  146. 145.
    Siehe dazu: Niederschrift über eine Besprechung der Liga-Verbände vom 17. Februar 1931 (ADW, CA 1195, Bd. 8) sowie Protokoll der IM-Geschäftsführerkonferenz vom 10.2. 1931, S. 5 (ADW, CA 761 XIII).Google Scholar
  147. 146.
    Zahlenmaterial zu dieser Frage legte Dr. Harmsen, der Leiter der CA-Gesundheitsabteilung, während dieser Konferenz vor. Eine Umfrage des Gesamtverbandes ev. Kranken-und Pflegeanstalten, bei den ihm angeschlossenen Fachverbänden habe ergeben, daß bei 70% der Krüppelanstalten, 83% der Kindererholungsheime, 45–50% der Krankenhäuser und 20–25% der Pflegeanstalten für Geistesschwache meist aufgrund von Sparmaßnahmen der Versicherungsträger ein Belegungsrückgang zu verzeichnen war. Von einer Reduzierung der Pflegesätze waren 50% der Krüppelanstalten, 40% der Kindererholungsheime, 45% der Krankenhäuser und 55% der Anstalten für Geistesschwache betroffen (Protokoll der “Sonderkonferenz von Vertretern der Anstalten.. vom 26.2.1931”).Google Scholar
  148. 147.
    Niederschrift über die Besprechung der Liga-Verbände vom 17. Februar 1931 (ADW, CA 1195, Bd. 8).Google Scholar
  149. 148.
    Lediglich Pfarrer Sommer konnte für Bayern mitteilen, daß die Pflegesätze für die genannten Anstaltsbereiche “noch nicht ernstlich” herabgesetzt worden seien und Dr. Hundinger vom CA erklärte für die Erziehungsanstalten der Inneren Mission, daß in Baden, Bayern, Bremen und Württemberg die Heime “vorläufig von Kürzungen nicht betroffen” seien (Edd.).Google Scholar
  150. 149.
    Schreiben von Dr. Hundinger an Direktor Schlosser vom 22. November 1932 (ADW, EREV 60).Google Scholar
  151. 150.
    Simon 1933, S. 200Google Scholar
  152. 151.
    So die im Protokoll der Präsidiumssitzung der Liga-Verbände vom 13. Dezember 1932 niedergelegte Auffassung (ADW, CA 1195, Bd. 9).Google Scholar
  153. 152.
    Auf diese Praxis wies Dr. Philipsborn im Rahmen seines, für die Liga-Sitzung vom 19. Februar 1932 vorbereiteten Referates “Zur Lage der Anstalten und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege” hin (ADW, CA 1195, Bd. 9). Pars pro toto, sei hier auf die Stadt Berlin hingewiesen, welche Anfang 1931, also zu einen durchaus späten Zeitpunkt, mit seinen Bezirksjugendämtern vereinbarte, daß private Heime nur noch belegt werden durften, wenn kein Plätz mehr in städtischen Einrichtungen frei sei (Mitgeteilt von Dr. Hundinger auf der Sondersitzung von Vertretern der (IM-) Anstalten vom 26.2.1931 (ADW, CA/WI 254)).Google Scholar
  154. 153.
    Protokoll der IM-Geschäftsführerkonferenz vom 21. April 1932, S. 7 (ADW, CA 761 XIV).Google Scholar
  155. 154.
    RGB1. I, 1932, S. 522 f.; Siehe auch: Kuhlmann 1989, S. 47; Sachße; Tennstedt 1992, S. 153. Ausführlicher Kapitel V. 3. 2Google Scholar
  156. 155.
    Das Papier trägt als Datum nur die Jahreszahl 1933. Es handelt sich dabei um eine Selbstdarstellung der Inneren Mission, die höchstwahrscheinlich in den ersten Monaten des Jahres für die neue nationalsozialistische Regierung verfaßt wurde (ADW, CA/Stat 127).Google Scholar
  157. 156.
    Wißborn 1933, S. 340Google Scholar
  158. 157.
    Hartwich 1932, S. 18Google Scholar
  159. 158.
    Protokoll der Vorstandssitzung des Dt. Verbandes Ev. Erholungsheime und Heilstätten für Kinder und Jugendliche vom 23. Oktober 1931 (ADW, REJ 3).Google Scholar
  160. 159.
    Dr. Hundinger führte dies aber auf den Geburtenrückgang, die Zurückhaltung der Vormundschaftsgerichte und die Gründung kommunaler Erziehungsheime zurück (Protokoll der “Sonderkonferenz von Vertretern der [IM-] Anstalten.. vom 26.2.1931, S. 5 f. (ADW, CA/Wi 254)).Google Scholar
  161. 160.
    Vergl. Tabelle: Heimerziehung der WohlfahrtsverbändeGoogle Scholar
  162. 161.
    Nach dem von Steinweg unterzeichneten CA-Rundschreiben Nr. 13/30 von 1930, in dem die angeschlossenen Einrichtungen, um die entsprechenden Angaben gebeten wurden (ADW, CA/Stat 8)Google Scholar
  163. 162.
    Dies geht aus zwei Papieren der Statistik-Abteilung des CA mit den Titeln: “Gemeldete Investitionen” und “Investitionen 1929–1932” hervor (ADW, CA/Stat 9).Google Scholar
  164. 163.
    Versuche dieser Art unternahmen die Verbände vielfach. So beschloß beispielsweise die IM-Geschäftsführerkonferenz am 10. Februar 1931 die Aufnahme von Verhandlungen mit den kommunalen Spitzenverbänden. Ziel sollte die Zurücknahme der geplanten Streichung der kommunalen Zuschüsse für Kindertagesstätten und Gemeindepflegestationen sein (ADW, CA 761 XIII). Eine Woche später faßten die Liga-Verbände insgesamt eine ähnlichen Beschluß (Protokoll der Sitzung der Liga-Verbände vom 17. Februar 1931 ADW, CA 1195, Bd. 8). Konkrete Erfolge erreichten die daraufhin erfolgten Verhandlungen nicht. Auch eine vom zuständigen IM-Fachverband, REJ, an das Reichsarbeitsministerium gerichtete Eingabe, es möge die Bestimmungen der 4. NotVO vom 8.12.1931 zurücknehmen, mittels der die Leistungen der Krankenversicherungen auf die Regelleistungen beschränkt wurden, womit die Kinder-und Jugenderholungsfürsorge zum Erliegen kam, wurde abschlägig beschieden (Hartwich 1932, S. 16).Google Scholar
  165. 164.
    Siehe: Protokoll der Beratung der Kommission für offene Jugendfürsorge vom 18. und 19. Juni 1931. Insbesondere Tagesordnungspunkt II. “Wie wirken sich die Sparmaßnahmen auf unsere offene Jugendfürsorge aus und welche Folgerungen ergeben sich daraus?” (ADW, CA/J 11).Google Scholar
  166. 165.
    Frick ist hier nach einem Wortprotokoll, das der IM-Geschäftsführerkonferenz vom 14. Arpil 1931, zitiert, was die holprig anmutende Formulierungen erklären mag (ADW, CA 761 XIII). Eine weitere Ausformulierung seiner diesbezüglichen Gedanken publizierteGoogle Scholar
  167. Frick im Juni 1931 in der Fachzeitschrift “Gesundheitsfürsorge” (5. Jg. H. 6, S. 151–155) unter dem Titel: “Anstalten und Lebensstandard”.Google Scholar
  168. 166.
    WiBborn 1933, S. 341 f.Google Scholar
  169. 167.
    Siehe dazu: die Protokolle der Mitgliederversammlung der Ev. Konferenz für Gefährdetenfürsorge vom 10. Januar 1933 (ADW, EREV 165) und der Sitzung des Ausschussse für geschlossene Jugendfürsorge (der IM) vom 7. bis 10. November 1932 (ADW, EREV 14).Google Scholar
  170. 168.
    Hartwich 1932, S. 19Google Scholar
  171. 169.
    Dr. Hundinger hatte auf der IM-Geschäftsführerkonferenz vom 21.4.1932 (Protokoll, S. 7) auf NSDAP-Pläne zu einer großzügigen Kinderverschickung aufmerksam gemacht und vorgeschlagen, die evangelischen Heime zur Belegung anzubieten. Wahrscheinlich dadurch angeregt fand am 19. Mai 1932 eine Besprechung zwischen der Reichsleitung der NS-Jugendbewegung mit Frau Hartwich statt. Mit einem Brief von 28. Mai 1932 an die Reichsleitung, offerierte Nora Hartwich nochmals die Belegung der IM-Erholungsheime. Das, eine verbindliche Zusage, wie Absage offen haltende, Antwortschreiben der NS-Jugendbewegung an Frau Hartwich datiert auf den 4. Juni 1932 (ADW, REJ 13). Zu dem angesprochenen Verbot ist zu erläutern, daß die Hitler-Jugend zeitweise eine Untergliederung der SA und damit auch von deren Verbot 1932 mitbetroffen war. Zwar hatte die NSDAP-Leitung, vor dem Hintergrund des drohenden SA-Verbotes, den Jugendverband formal aus der SA ausgegliedert, dieses Manöver verhindert aber letztlich nicht die Ausdehnung des SA-Verbotes auf die HJ (Vergl. Klönne 1990, S. 16 f. und passim.).Google Scholar
  172. 170.
    Niederschrift über die Besprechung der Liga-Verbände (ADW, CA 1195, Bd. 8).Google Scholar
  173. 171.
    Protokoll über die Besprechung der Liga-Verbände vom 15. Februar 1932 (ADW, CA 1195, Bd. 9).Google Scholar
  174. 172.
    Die beiden Referate wurden am 19. Februar 1932 als Anlage eines Briefes des Generalsekretärs Vöhringer an die Mitglieder des Liga-Präsidiums versandt. Die folgenden Ausführungen zitieren diese beiden Anlagen (ADW, CA 1195, Bd. 9).Google Scholar
  175. 173.
    Niederschrift über die Sitzung der Liga-Verbände vom 2. März 1932 (ADW, CA 1195, Bd. 9).Google Scholar
  176. 174.
    Niederschrift über die Liga-Präsidiumssitzung vom 13. Dezember 1932 (ADW, CA 1195, Bd. 9).Google Scholar
  177. 175.
    Protokoll der IM-Geschäftsführerkonferenz vom 26. Januar 1933 (ADW, CA 761 X V).Google Scholar
  178. 176.
    Dies illustrierte auch der Diskussionverlauf während derselben Geschäftsführerkonferenz bezüglich eines anderen ebenfalls behandelten Punktes. Es wurde angeregt im Centralausschuß eine Stelle zur Wirtschaftsberatung der Anstalten einzurichten. Direktor Schlunk bemerkte dazu, daß dies schwierig sei, weil die angeschlossenen Einrichtungen dem Spitzenverband gegenüber ihre wirtschaftlichen Verhältnisse nicht restlos darlegen wollten. Eine Entscheidung über diesen Vorschlag wurde deswegen auf der Konferenz nicht getroffen, die Frage müsse erst näher geprüft werden (Ebd.).Google Scholar
  179. 177.
    Protokoll der Vorstandssitzung des Dt. Verbandes ev. Erholungsheime und Heilstätten für Kinder und Jugendliche vom 23. Oktober 1931 (ADW, REJ 3).Google Scholar
  180. 178.
    Protokoll der Mitgliederversammlung und Sitzung des Arbeitsausschusses des Gesamtverbandes der dt. ev. Kranken-und Pflegeanstalten gemeinsam mit dem Vorstand des Dt. Ev. Krankenhausverbandes, S. 7 (ADW, CA/Wi 214). Neben dem allgemeinen hier interessierenden Sinne, zielten diese Ausführung darüber hinaus auch auf etwas Spezifischeres, worauf im weiteren Verlauf dieser Arbeit zurückzukommen sein wird.Google Scholar
  181. 179.
    Zur Konkretisierung und zum Beleg solcher Überlegungen, wurden während der IM-Geschäftsführerkonferenz am 10. Februar 1931 Beispielrechnungen vorgelegt, mit denen Städte dazu bewegt werden sollten, Einrichtungen der Inneren Mission finanziell zu unterstützen (ADW, CA 761 XIII). Ähnliche Rechnungen präsentierte die Liga für ganze Fürsorgezweige (siehe weiter unten).Google Scholar
  182. 180.
    Protokoll über die Besprechung der Liga-Verbände vom 17. Februar 1931 (ADW, CA 1195, Bd. 8). Dennoch wurde diese Forderung auch in der folgenden Zeit immer wieder erhoben. Siehe bspw.: WiBborn 1933, S. 341Google Scholar
  183. 181.
    Protokoll der Vorstandssitzung des Dt. Verbandes ev. Erholungsheime und Heilstätten für Kinder und Jugendliche vom 23. Oktober 1931 (ADW, REJ 3).Google Scholar
  184. 182.
    Vergl. Kapitel H. 2.Google Scholar
  185. 183.
    Einen knappen Überblick dazu geben: Tennstedt 1987, S. 166 f.; SachBe; Tennstedt 1988, S. 163–166; Ausführlicher: Der Bericht des Reichsrechnunghofes, Betr. Reichsmittel für die Reichsspitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, an den Reichsfinanziminister vom 26. September 1924 (BAK, R 2/19197). Soweit nicht anders vermerkt, stützen sich auch die folgenden Ausführungen auf diesen Bericht.Google Scholar
  186. 184.
    Tennstedt 1987, S. 167Google Scholar
  187. 185.
    Während des Krieges kam der Wohnungsbau fast vollständig zum Erliegen und in den unmittelbaren Nachkriegsjahren strömten rund 1 Mio. Menschen aus den abgetrennten Landesteilen ins Reich zurück. Dadurch entstand eine enorme Wohnungsnot, die nicht nur zur Verbreitung von Krankheiten wie TBC beitrug, sondern auch, aus der Sicht der IM fast noch bedrohlicher, eine “Erstickung des Schamgefühls”, eine “künstliche Beschränkung der Kinderzahl” und zunehmende “Eingriffe gegen das keimende Leben”. In Gerhardt’s (Bd. 2, S. 330) Worten: “Ein geordnetes und gesundes Familienleben war in dem Volk ohne Raum besonders in den ärmeren Schichten weithin unmöglich geworden…”Google Scholar
  188. 186.
    Die DEUZAG wurde am 15. Juli 1930 als rein wirtschaftliches Unternehmen gegründet. Weitere Tochterunternehmen waren: eine Bausparkasse (ab 12. Juni 1926); die “Deutsche Heimstättenbank, gemeinnützige Aktiengesellschaft” (9. August 1928) und die “Isotra, Gesellschaft zur Herstellung wirtschaftlicher Baustoffe m.b.H.” (ebd.).Google Scholar
  189. 187.
    Ebd., S. 334–340Google Scholar
  190. 188.
    Bericht über die wirtschaftliche Lage und den Stand der Sanierung“ von Dr. Heinrich vom 17.12.1934, S.14 (ADW, CA 67 B 1934).Google Scholar
  191. 189.
    Ebd., S. 12, a.a.O.Google Scholar
  192. 190.
    Ebd., S. 6; Ausführlicher zur CA-Verschuldung und -Sanierung siehe: Kapitel IV. 2.1Google Scholar
  193. 191.
    Nach Gerhardt (1948, 2. Teil, S. 343); Das Aktenprotokoll der HauptausschuB-Sitzung vom 22. April 1932 vermerkt eine Reduzierung des CA-Haushalts auf 30% (ADW, CA 1026 IX)Google Scholar
  194. 192.
    Gerhardt 1948, 2. Teil, S. 344 f.; Die Wahl des Juristen Dr. Johannes Heinrich zum Schatzmeister, war eine der Sanierungsauflagen des Reiches; (Protokoll der Sitzung des Hauptausschusses vom 22. April 1932 (ADW, CA 1026 IX)). Vergl. auch: Kaiser 1987 b, S. 209, Anmerk. 6.Google Scholar
  195. 193.
    Eine Auflage des Reiches zur Gewährung eines Sanierungskredites war, daß alle vor dem Zusammenbruch tätigen Vorstandsmitglieder des CA ihre Posten aufgeben mußten (Ebd. S. 346)Google Scholar
  196. 194.
    Ebd., S. 345Google Scholar
  197. 195.
    Der Bericht des Reichsrechungshofes (betr. Reichsmittel…vom 26. September 1934, S. 18, a.a.O.) bezifferte die Verlust des DCV auf rund 2 Millionen Reichsmark; Nach dem Bericht der Finanzkommission des DCV für 1930 (ADC, 113.2.059 Mappe 1) summierte sich der Verlust ledig auf 185.000 RM. Selbst wenn dieser Betrag - was aus den Unterlagen nicht eindeutig hervorgeht - nicht die Einbußen der DCV-Fachverbände in Höhe von 56.000 RM enthalten sollte, lag er dennoch deutlich niedriger, als die Veranschlagung des Reichsrechnungshofes.Google Scholar
  198. 196.
    Ebd., S. 29Google Scholar
  199. 197.
    Vergl. Sachße; Tennstedt 1988, S. 166Google Scholar
  200. 198.
    Gerhardt 1948, 2. Teil, S. 339Google Scholar
  201. 199.
    Ebd., S. 341Google Scholar
  202. 200.
    Ebd., S. 340Google Scholar
  203. 201.
    Die unmittelbare Anregung zu einem solchen Aufsatz erfolgte, wie Vöhringer (1944, S. 31, a.a.O.) mitteilte, durch die Ministerialrätin im RAM, Dr. Julia Dünner.Google Scholar
  204. 202.
    Sunder 1932, S.385–402Google Scholar
  205. 203.
    Ebd., S. 401 f.; Auf Sunders Gesamtrechnung sowie die anschließend erhobene Forderung, die freien Einrichtungen in Zukunft verstärkt zu Belegen, wurde in der Folgezeit ständig rekurriert. So etwa pars pro toto in Steins Aufsatz “Die freie Wohlfahrtspflege in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise”, der zwei Monate später in der IM-Zeitschrift “Gesundheitsfürsorge” ((1931) 5. Jg., H. 2, S. 60–63) veröffentlicht wurde.Google Scholar
  206. 204.
    Weiteres zum WHW siehe: Kapitel IV. 4.4Google Scholar
  207. 205.
    Tennstedt 1987, S. 166Google Scholar
  208. 206.
    Ebd., S. 168Google Scholar
  209. 207.
    Sachße; Tennstedt 1992, S. 121; Tennstedt 1987, S. 172 f.Google Scholar
  210. 208.
    Protokoll der Liga-Präsidiumssitzung vom 1. Juli 1931, S. 5 f. (ADW, CA/Wi 221). Der Reichsinnenminister führte weiter aus, daß kein Anlaß bestünde die Not zu bedecken, man müsse auch dem Ausland gegenüber offen davon reden. Wirth spielte damit auf die zur gleichen Zeit in Rede stehenden Verhandlungen zur Aussetzung der deutschen Reparationszahlungen an die Siegermächte des ersten Weltkrieges an. Eine Demonstration derGoogle Scholar
  211. Armut sollte die Gläubiger zum Einlenken bewegen.Google Scholar
  212. 209.
    Tennstedt 1987, S. 171Google Scholar
  213. 210.
    Ebd., S. 173; Kaiser 1989, S. 173, 178Google Scholar
  214. 211.
    Schon vor der Durchsetzung der Verrechtlichung der Fürsorge in diesem Bereich kritisierte Wichern in seiner Denkschrift (Sämtliche Werke Bd. 1, S. 267) diese Tendenz. Räume der Staat den Armen Rechte ein, so seien diese dann auch so unverschämt, diese einzuforderen, mit dem Resultat, daß das Gefühl der Dankbarkeit erstickt werde und das persönliche Verhältnis entfalle. Siebzig Jahre später, im Mai 1919 kritisierte der Vorsitzende der Freien Vereinigung der Kriegswohlfahrt, der Geheime Kirchenrat Schosser, während einer Tagung die nunmehr aktuelle Forderung nach Rechten, weil Rechte die bisherigen Wohltaten der freien Liebestätigkeit auszuschalten drohe (Vergl. Kaiser 1989, S. 108 f.).Google Scholar
  215. 212.
    Vergl. dazu: Sachße; Tennstedt 1992, S. 46–49Google Scholar
  216. 213.
    Klumker 1932, In: Freie Wohlfahrtspflege, 7. Jg., H. 1, S. 1–7Google Scholar
  217. 214.
    Steinweg 1932, In: Freie Wohlfahrspflege, 7. Jg., H. 7, S. 285–292Google Scholar
  218. 215.
    Ähnliche Einschätzungen wurden auch innerhalb des Caritasverbandes geäußert. So konstatierte Dr. Heinrich Weber im Rahmen eines Referates während Sitzung des Zentralrates des CV vom 18. Mai 1932: “Alle Kreise, die in der Caritas stehen, spüren wohl, daß im sozialen und wirtschaftlichen Leben Deutschlands eine Zeitenwende hereingebrochen ist, in der auch unbedingt eine Wende für unsere katholische Caritas sich vollziehen wird.” (ADC, 111.055–1932/1)Google Scholar
  219. 216.
    Klee 1989 a, S. 201; Rehmann 1986, S. 80Google Scholar
  220. 217.
    Zit. n. Klee 1989 a, S. 201 f.Google Scholar
  221. 218.
    Hier sei daran erinnert, daß sich auch die Rassenhygieniker zu dieser Zeit nicht offen für die ‘Euthanasie“ einsetzten.Google Scholar
  222. 219.
    Siehe Klee 1989 a, S. 202; Rehmann 1986, S. 81Google Scholar
  223. 220.
    Reyer 1991, S. 120; Eine kritische Kurzbiographie zu Harmsen bietet Kaupen-Haas 1984.Google Scholar
  224. 221.
    Vergl. Gerhardt 1948 Bd. 2, S. 296 f.; Schleiermacher 1986, S. 75Google Scholar
  225. 222.
    Schleiermacher 1986, S. 76Google Scholar
  226. 223.
    So etwa, um nur zwei Beispiel anzuführen, den Gesamtverband der dt. ev. Kranken-und Pflegeanstalten (Protokoll der Mitgliederversammlung und Sitzung des Arbeitsausschusses vom 1. August 1932 (ADW, CA/Wi 214)) und den Ausschuß für geschlossene Jugendfürsorge (Protokoll der Sitzung vom 7.-10. November 1932 (ADW, EREV 14)).Google Scholar
  227. 224.
    Vergl. Nowak 1978, S. 91 f. u. Schleiermacher 1986, S. 77; Zuvor schon gründeten die CA-Direktoren Steinweg und Stahl sowie Harmsen den “Ev. Arbeitskreis”, der sich mit den gleichen Fragen befaßte (siehe: ebd., S. 76).Google Scholar
  228. 225.
    Protokoll der Sitzung des Hauptausschusses der Inneren Mission vom 11. Februar 1931 (ADW, CA 837 III, Nr. 1 c).Google Scholar
  229. 226.
    Klee 1989 a, S. 32; Schleiermacher 1986, S. 77; Kaiser 1989, S. 325Google Scholar
  230. 227.
    Dr. Harmsen 29. April 1931, fol. 25 f. (ADW, CA/G 1800/1); Den gleichen Gedanken hatte Harmsen schon in einem beifällig aufgenommenen Referat während der Hauptausschuß-Sitzung der IM am 11.2.1931 formuliert: Auch die christliche Nächstenliebe müsse sich vorwerfen lassen, eine “aus falscher Humanität erfolgende künstliche außerordentliche Verbesserung der Lebensverhältnisse der Minderwertigen” mit herbeigeführt zu haben (Kaiser 1989, S. 323). Auch diese “Selbstkritik” wiederholte Harmsen in seinem Einladungsschreiben (fol. 25); mehr könnte auch ein militanter und kirchenfeindlicher Rassenhygieniker der IM nicht vorwerfen.Google Scholar
  231. 228.
    Eingeladen waren der Präsident des Oberkirchenrates Bähr, als Eugeniker v. Verschuer sowie die Anstaltsleiter und -ärzte der IM. Zu den Teilnehmern gehörte u. a. Bodelschwingh, M. Lensch und Happich, also durchaus angesehene und einflußreiche Persönlichkeiten der IM (Vergl. Schleiermacher 1986, S. 78).Google Scholar
  232. 229.
    Treysaer Erklärung“ Zit. n. der Veröffentlichung in der November-Ausgabe der ”Inneren Mission“, S. 337–339, hier: S. 337; Ebenso argumentierte Dr. Harmsen seinem weiter ausholenden Grundsatzartikel ”Eugenische Neuorientierung unserer Wohlfahrtspflege“, der in der IM-Fachzeitschrift ”Gesundheitsführsorge“ (5. Jg., H. 5, S. 127–131) im Mai 1931 veröffentlicht wurde. Siehe auch: Klee (1992, S. 46–49; hier: S. 46 f.); Schmuhl 1987, S. 305;Google Scholar
  233. 230.
    Treysaer Erklärung“, a.a.O., S. 338Google Scholar
  234. 231.
    Treysaer Erklärung“, a.a.O., S. 339Google Scholar
  235. 232.
    Vergl. Klee 1989 a, S. 201Google Scholar
  236. 233.
    Zit. n. Klee 1989 b, S. 84 f.; Auch aus anderen Redebeiträgen geht hervor, daß die Anwesenden zu mehr bereit waren, als nur den Tod ihrer Patienten billigend in Kauf zu nehmen. Sie scheuten sich aber dies öffentlich zu forderen (Vergl. Klee, 1989 b, S. 85 f.).Google Scholar
  237. 234.
    Treysaer Erklärung“, a.a.O., S. 337; Zum Diskussionsverlauf während der Konferenz siehe: Klee (1989 b, S. 84–89) und Schleiermacher (1990, S. 67–72).Google Scholar
  238. 235.
    Schleiermacher 1986, S. 78 u. 80Google Scholar
  239. 236.
    Dieser Entwurf wurde zur während einer Sitzung des Ausschusses des Preuß. Landesgesundheitsrates beraten und zusammen mit Leitsätzen zur Frage “Die Eugenik im Dienste der Volkswohlfahrt” als Empfehlung herausgegeben (Die diesbezügliche Diskussion sowie die Empfehlung sind dokumentiert in: Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Medizinalverwaltung 1932;Google Scholar
  240. 237.
    Schleiermacher 1986, S. 80; Veröffentlichungen auf dem… a.a.O.Google Scholar
  241. 238.
    Ebd.; Harmsen selbst forderte dies schon 1928 (Kaupen-Haas 1984, S. 41).Google Scholar
  242. 239.
    Dieser Beschluß wurde mit einer detaillierten Empfehlung an alle Einrichtungen versandt (Kaiser 1989, S. 335).Google Scholar
  243. 240.
    Zit. n. Ebd., S. 78Google Scholar
  244. 241.
    Diese Leitsätze scheinen von den Teilnehmern weitgehend akzeptiert worden zu sein, den das Gremium verzichtet unter Verweis auf die während der ersten und zweiten Fachkonferenz erfolgte Klärung der grundsätzlichen Fragen (Niederschrift der ersten Verhandlungen des “Ständigen Ausschusses für eugenische Fragen” am 24. Novemver 1932, S. 11 (ADW, EREV 147)). Siehe auch: Schleiermacher 1986, S. 81: Eine fachtheologische Untermauerung für Harmsens rassenhygienische Vorstellungen präsentierte etwas später B. Bavink (Vergl. Reyer 1991, S. 121 f.).Google Scholar
  245. 242.
    Dieser Ausschuß umfaßte unter Leitung von Jeep, 35 Personen. Ihm gehörten u.a. Die CA-Direktoren Füllkrug und Ulrich, die Anstaltsleiter Happich und Bodelschwingh, die Anstaltsärzte Villinger und Schneider an (Vergl. Schleiermacher 1986, S. 81).Google Scholar
  246. 243.
    Niederschrift der ersten Verhandlungen des “Ständigen Ausschusses für eugenische Fragen” am 24. Novemver 1932, S. 6, a.a.O.Google Scholar
  247. 244.
    Ebd., S. 4Google Scholar
  248. 245.
    Ebd., Daran anschließend, wenden sich die Leitsätze gegen die eugenische Indikation und die Vernichtung lebensunwerten Lebens.Google Scholar
  249. 246.
    Ebd., S. 13; Vergl. auch: Kaiser 1989, S. 338 f.; Schleiermacher 1990, S. 72 f.Google Scholar
  250. 247.
    Niederschrift der ersten Verhandlungen des “Ständigen Ausschusses für eugenische Fragen” am 24. November 1932, S. 8, a.a. O.; Siehe auch: Schleiermacher 1986, S. 82Google Scholar
  251. 248.
    Kaiser 1989, S. 324; Vor dem Hintergrund solcher Überlegungen erfolgte der Aufbau der Müttererholungsfürsorge der Ev. Frauenhilfe, die 1934 nahtlos in das NSV-Hilfswerk Mutter und Kind überging (ebd.).Google Scholar
  252. 249.
    Vergl. Schmuhl 1987, 305Google Scholar
  253. 250.
    Schleiermacher 1990, S. 75; In diesem Sinne agierte die “Mütterhilfe e.V.”; sie unterstützte jene “reife und ernsten” alleinstehenden Frauen die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position eine “verantwortungsbewußte und erbbiologisch wertvolle Mutterschaft” erwarten ließen (ebd. S. 76).Google Scholar
  254. 251.
    Siehe: Klee 1989, S. 99 f.Google Scholar
  255. 252.
    Zu Mayer siehe: Wollasch 1996, S. 216–239, insbes. S. 216–219; S. 503Google Scholar
  256. 253.
    Zur einschlägigen publizistischen Tätigkeit Mayers siehe: Wollasch 1996 (S. 219, Anmerkung 8); Muckermann veröffentliche u.a. 1932 in der “Caritas” die Artikel: “Wohlfahrtspflege und Eugenik” (37. Jg., H. 4, S. 157–1962) und “Die erbgesunde kinderreiche Familie (37. Jg., H. 7, S. 299–302); Der DCV organisierte darüber hinaus in Verbindung mit dem ReichsausschuB für kath. Eheberatung im Mai 1932 auch eine Tagung und eine öffentliche Veranstaltung mit Muckermann als Referenten (ADC, CA I 174).Google Scholar
  257. 254.
    Zit. nach Wollasch (1996, S. 508, Anmerkung 32)Google Scholar
  258. 255.
    Siehe etwa die Ausführungen von Keller (Jahrbuch für Caritaswissenschaft 1934, S. 6071, insbes. S. 65 u. 68–70); Eingeschränkt: Thielmann (in: “Caritas” 38. Jg., H. 11, S. 481488, S. 485); Ablehnend und kritisch dagegen: Lücken (in “Caritas” 38. Jg., H. 1, S. 6–12, insbes. S. 7 f.)Google Scholar
  259. 256.
    SachBe; Tennstedt 1988, S. 168Google Scholar
  260. 257.
    Ebd., S. 150, 170Google Scholar
  261. 258.
    Siehe: Buck 1983, S. 166.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

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