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Entscheidungen und Nicht-Entscheidungen in Wertheim — Zum tatsächlichen Entscheidungsvorgang

  • Thomas Ellwein
  • Ralf Zoll
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Zusammenfassung

Die Ergebnisse der Wertheim-Untersuchung 1968 wurden von uns, soweit sie in den engeren Bereich der community-power-Analyse fielen, im 2. und 3. Kapitel des Bandes WERTHEIM III veröffentlicht. Das 2. Kapitel wandte sich wie in der vorliegenden Zusammenfassung der alten und der neuen Wertheim-Untersuchung das 6. Kapitel den Inhalten und Formen der Kommunalpolitik zu und beruhte auf einer Auswertung der Gemeinderatsprotokolle. Das 3. Kapitel, dem das hier folgende 7. Kapitel entspricht, brachte dazu die erforderlichen ‚Hintergrundinformationen‘, die wir in der Hauptsache in Interviews mit einflußreichen Personen gewonnen hatten. Wer ‚einflußreich‘ war, bestimmte sich nach den beiden in den USA entwickelten Ansätzen: Wir hatten erst in einer Umfrage ermittelt, wen man in der Bevölkerung für mächtig hielt, und außerdem den Kreis der zu Befragenden ergänzt um die Inhaber wichtiger Positionen in Politik und Wirtschaft. Das sich so ergebende Material wurde von uns auf die Hypothesen vier und fünf hin organisiert und in einigen Denkschritten, die jeweils begründet wurden, vorgestellt.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Bei den Interviews sind drei Gruppen zu unterscheiden: die von 1968, die von 1972 in Zusammenhang mit einer zweiteiligen Sendung des ZDF, die aufgrund unserer Untersuchung zustandekam und für die wir die Interviews durchführten, und die von 1980. Wir geben jeweils die Jahreszahl an und machen die Interviews mit Bürgermeister Scheuermann von 1968 und 1972 besonders kenntlich (Int S/68). 1980 haben wir den OB mehrfach und den Bürgermeister einmal interviewt; die Ergebnisse der Interviews sind im Text verarbeitet, auf wörtliche Zitate wird verzichtet. Die Interviewunterlagen befinden sich in der ‚Forschungsgruppe Ellwein/Zoll‘. Die Zitate sind wörtlich; kleine sprachliche Korrekturen dienen der besseren Lesbarkeit, bewirken jedoch keine Änderung des Sinnes.Google Scholar
  2. 2.
    R. R. Grauhan, Der politische Willensbildungsprozeß in der Gemeinde in: Der Bürger im Staat 3/1971 S. 110Google Scholar
  3. 3.
    Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt B. Luckmann, Politik in einer deutschen Kleinstadt. Stuttgart 1970, vor allem S. 172Google Scholar
  4. 4.
    Wir zögern dabei, die Auseinandersetzungen um den Ort des Altenwohnheims hier heranzuziehen, in dem konfessionelle Überlegungen eine Rolle gespielt haben mögen. Die endgültige Standortentscheidung steht jedenfalls in Zusammenhang mit einer schon vorhandenen evangelischen Einrichtung (Mutterhaus Frankenstein), die allmählich ihren Zweck verliert und nun umgewidmet werden soll. Damit ist die evangelische Kirche beteiligt, was einige Diskussionen ausgelöst hat. Ein Verwaltungsmitarbeiter: „Sogar ganz erhebliche. Die katholische Seite hat Fragebogenaktionen gestartet und Hunderte von Unterschriften für einen anderen Standort gebracht, an dem die katholische Kirche ein Grundstück hat. Ausschlaggebend war dann wohl, daß die Caritas die Bewirtschaftung nicht übernehmen wollte und in der CDU einige Stimmen abbröckelten“ (Int/80).Google Scholar
  5. 5.
    Die Literatur dazu wie auch zum Thema Wohnen und Wohnumfeld ist inzwischen so riesig und unüberschaubar, daß wir hier auf jede Form von Auswahl verzichten und nur auf die schon erwähnten Bibliographien verweisen.Google Scholar
  6. 6.
    Wir verweisen hier auf den historischen Abschnitt im 3. Kapitel, der dafür wertheim-spezifische Belege enthält.Google Scholar
  7. 7.
    Wir müssen uns bei derartigen Benennungen etwas vage ausdrücken, um die Anonymität/Vertraulichkeit zu wahren. Der Grund ist einfach der, daß wir z. B. nur einen der beiden FDP-Stadträte interviewt haben und das auch in Wertheim bekannt ist, wie überhaupt in einer solchen Stadt sehr viel bekannt ist. Nähere Zusätze erfolgen also nur dort, wo das unerläßlich erscheint. In einigen wenigen Fällen kommen wir auch um die Namensnennung nicht herum.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. R. Zoll, Gemeinde als Alibi (Band 3 dieser Reihe, 4. Kap.).Google Scholar
  9. 9.
    C. Offe, Politische Herrschaft und Klassenstrukturen. Zur Analyse spätkapitalistischer Gesellschaftssysteme, in: G. Kress/D. Senghaas (Hrsg.), Politikwissenschaft. Frankfurt 1969.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. dazu auch oben den Abschnitt über die Vereine in Wertheim und Scheuermanns Bereitwilligkeit, besonders oft zu den Ausländern zu gehen.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. den letzten Abschnitt dieses Kapitels mit den Hinweisen auf den Ablauf der Dorfsanierung in Dertingen.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. dazu mehrere Arbeiten von Th. Ellwein, z. B. ‚Politik und Verwaltung in Gemeinde und Staat‘, in: Die Gemeinde, 1980 S. 274ff.Google Scholar
  13. 13.
    R. R. Grauhan, Der politische . . . a.a.O., S. 108f.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. dazu früher die Arbeit von R. R. Grauhan Google Scholar
  15. 15.
    In einem anderen Interview wird allerdings auch berichtet, der OB habe den Gemeinderat ‚gescholten‘ und zwar „in einer Art und Weise, wie sie eine Gruppe Jugendlicher nur hinnahm zu einer Zeit, wo der Lehrer noch wirkliche Autorität hatte. Im Gemeinderat hat man es sich gefallen gelassen, hat sich nur geschüttelt wie ein nasser Pudel“ (Int/80). Auch hier aber die Hoffnung: „Diese lange Phase des häufigen Streits und des Verbittertseins ist wohl vorbei.“Google Scholar
  16. 16.
    R. A. Dahl, Eine Kritik am Modell der herrschenden Elite, in: R. Zoll (Hrsg.), Gemeinde ... a. a. O.Google Scholar
  17. 17.
    Ganz ähnlich etwa zum gleichen Zeitpunkt H. Hilterscheid, Industrie und Gemeinde. Berlin 1970, S. 308 f.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. zu diesem von Scharpf und seinen Mitarbeitern geprägten Begriff zuletzt die Zusammenstellung von J. J. Hesse (Hrsg.), Politikverflechtung im föderativen Staat. Studien zum Planungs- und Finanzierungsverbund zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Baden-Baden 1978. F. W. Scharpf faßt hier seine Überlegungen einleitend zusammen.Google Scholar
  19. 19.
    A. Renke führt in seiner im 2. Kapitel erwähnten Bibliographie zu diesem engeren Thema 1979 über 500 Titel auf. Das macht noch einmal deutlich, warum im Rahmen einer ortsbezogenen Studie eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der einschlägigen Literatur und dem, was sie an Problemen aufzeigt und aufarbeitet, gar nicht möglich ist. Wir begnügen uns deshalb mit dem Hinweis auf die frühe Zusammenstellung von F. Wagener, Ziele der Stadtentwicklung nach Plänen der Länder. Göttingen 1971, und auf die Arbeit von J. J. Hesse, Organisation kommunaler Entwicklungsplanung, Stuttgart 1976, weil sie viele Fallbeispiele enthält.Google Scholar
  20. 20.
    Planungsgemeinschaft Odenwald, Dertingen. Ein Beitrag zur Dorf-Planung in Nord-Baden, Mosbach 1958 (vervielf. Manuskript).Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt, Dorfentwicklung. Grundsätze und Vorschläge zur Entwicklung ländlich geprägter Orte. Stuttgart 1975.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. Architekturbüro Bannwart u.a., Ortssanierung Wertheim-Dertingen. Bestandsaufnahme und Vorschläge zur Ortsentwicklung. Wertheim 1975 (vervielf. Manuskript).Google Scholar
  23. 23.
    Einzelheiten in: Ortsverwaltung Wertheim-Dertingen (Hrsg.), Dertingen 839/1980. Wertheim 1980.Google Scholar
  24. 24.
    Aus einem Interview-Bericht aus Dertingen: Mit dem Ergebnis sei man sehr zufrieden. Es sei besser geworden als erwartet. Dadurch werde die Dorfgemeinschaft gestärkt, nicht zuletzt, weil die Sanierung mit breiter Zustimmung der Dertinger erfolgt sei. Dertingen allein hätte das nicht gekonnt. Wertheim habe in erster Linie eine große Organisations- und Verwaltungsleistung erbracht. Die finanzielle Leistung sei so groß nicht. Hier habe Wertheim meist nur Gelder weitergegeben.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Thomas Ellwein
  • Ralf Zoll

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