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Politisches Verhalten in Wertheim

  • Thomas Ellwein
  • Ralf Zoll
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Zusammenfassung

[1] Im 1. Kapitel wurde ausgeführt, daß unsere Befragung Wertheimer Bürger im Jahre 1968 im Schnittpunkt verschiedener wissenschaftlicher Interessen stand und welche Folgen das hatte. Im 2. Kapitel wurden die Hypothesen vorgetragen, die der Untersuchung von 1968 zugrundelagen. Das nachfolgende Kapitel knüpft überwiegend an Untersuchungen an, die wir in WERTHEIM II vorstellen wollten. Es bezieht sich damit auf die genannten Hypothesen, berücksichtigt aber auch die Einwände, von denen im 2. Kapitel die Rede war. Um ihretwillen wird stärker nach Gruppen- und Ortsteilbesonderheiten gefragt. Außerdem finden sich hier Ergänzungen, welche sich aus unseren Arbeiten in den Jahren 1978 bis 1980 ergeben.

Anmerkungen

  1. 1.
    Unsere Interviews von 1980 — nach Zahl und Methode nicht mit denen von 1968 zu vergleichen — legen die Vermutung nahe, daß sich an dieser Zufriedenheit nichts geändert hat.Google Scholar
  2. 2.
    Die Interviews und die Eindrücke während der Nachuntersuchung lassen vermuten, daß wegen deutlich noch höherer Werte in den einzelnen Ortschaften insgesamt die Ortsverbundenheit in Wertheim heute eher größer ist.Google Scholar
  3. 3.
    Für 1980 würden wir vermuten, daß zum einen die Kernstadt etwas stärker als Einheit empfunden wird, weil es den Unterschied zwischen ihr und den Ortschaften offenbar im verbreiteten Bewußtsein gibt, und daß quantitativ für die Ortsteilverbundenheit deulich noch höhere Werte zu ermitteln wären, da sie in den Ortschaften extrem hoch zu sein scheint. Alle 25 Interviewpartner in Dertingen erklärten z. B., sich in erster Linie als Dertinger zu fühlen — „Wertheim ist für uns weit weg“ -, ohne deshalb in jedem Falle selbst aus Dertingen zu stammen. Es gibt auch keine nennenswerte Mobilität zwischen den einzelnen Ortschaften und zwischen ihnen und der Kernstadt.Google Scholar
  4. 4.
    Ober das Parteileben gewannen wir 1980 nur ein widersprüchliches Bild. Die Wortführer einer Partei waren eher geneigt, beim politischen Gegner größere Aktivitäten zu vermuten, als sie in der eigenen Partei festzustellen sind. Direkt befragt, meinten sie übereinstimmend, an der von uns für 1968 festgestellten Apathie habe sich überhaupt nichts verändert. Andererseits ist es in der SPD wie in der CDU zwischen der Partei und der Gemeinderatsfraktion zu Spannungen gekommen, gibt es heftigere Auseinandersetzungen innerhalb der SPD, stößt dort auch Scheuermann auf Kritik und unverhüllte Opposition und läßt sich der Mitgliederzuwachs in allen Parteien wohl kaum allein auf überörtliche Einflüsse zurückführen. Dieser Wiederspruch läßt sich erklären, wenn man der Vermutung folgt, es gebe einerseits in Wertheim inzwischen eine etwas größere Gruppe von politisch Aktiven und es herrsche andererseits innerhalb der jeweiligen Führungsgruppe eine größere Unsicherheit und umgekehrt eine höhere Ansprechbarkeit, weil hier ein Generationen- und mit ihm ein Mentalitätswechsel stattfindet. Wir kommen auf die widersprüchlichen Darlegungen zu den Parteien im 7. Kapitel zurück.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. WERTHEIM III Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. zur Darstellung der Instrumente und ihrer Entwicklung Arthur Fischer und Heinz-Ulrich Kohr, Politisches Verhalten und empirische Sozialforschung. Leistung und Grenzen von Befragungsinstrumenten, Politisches Verhalten, Bd. 6 München 1980; die Entwicklung der Verhaltensskalen wird auf den Seiten 55 ff., speziell S. 65 ff. präsentiert.Google Scholar
  7. 7.
    Die Entwicklung der Einstellungsskalen wird in Band 6 dieser Reihe auf den Seiten 90 ff. erläutert.Google Scholar
  8. 8.
    Die Entwicklung des Temperamentsfragebogen wird in Band 6 dieser Reihe auf den Seiten 72 ff. dargestellt.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Thomas Ellwein
  • Ralf Zoll

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