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Zur Vermittlungsfunktion der Wertheimer Lokalpresse

  • Thomas Ellwein
  • Ralf Zoll
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Zusammenfassung

Wertheim befand sich hinsichtlich der Kommunikationsmöglichkeiten 1968 in einer mittleren Größenlage.1 Es war zu groß, um nicht auch stadtintern auf Medien angewiesen zu sein, aber doch klein genug, um eine relativ große Zahl von Wertheimern instandzusetzen, die lokale Berichterstattung der Wertheimer Zeitungen ‚kritisch‘ zu verfolgen, sie also auf sachliche Richtigkeit hin ebenso zu würdigen wie auf die Verteilung des Nachrichtenangebots. Nach der Gemeindegebietsreform hat sich daran prinzipiell nichts geändert. Man darf nur vermuten, daß die Zeitungen nun eine größere Rolle spielen, weil die ortsteilübergreifende Basisinformation im allgemeinen geringer sein muß, mehr Leser mithin auf das angewiesen sind, was die Zeitungen berichten. Daß diese auch einen erheblichen Beitrag zur Integration der neuen Ortsteile leisten, versteht sich von selbst.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Das folgende Kapitel entspricht dem 4. Kapitel in WERTHEIM III. Dieses Kapitel enthielt in der Hauptsache eine Inhaltsanalyse der Wertheimer Lokalzeitungen, die Horst Haenisch und Klaus Schröter im Rahmen des WertheimProjektes durchgeführt hatten. Das Ergebnis ihres Untersuchungsteiles wurde in Auszügen unter dem Titel „Zum politischen Potential der Lokalpresse“ in: R. Zoll (Hrsg.), Manipulation der Meinungsbildung. Opladen 1971, S. 242 ff. vorab publiziert. Nachdem die Autoren zeitlich nicht imstande waren, ihr Manuskript auch für die Darstellung der Gesamtstudie einzurichten, redigierte R. Zoll es für WERTHEIM III. Er fügte außerdem eine Reihe von Ergänzungen aufgrund des vorhandenen Materials bei. — Die neuerliche Bearbeitung des Kapitels, nunmehr durch Th. Ellwein, erfolgt unter vier Vorbedingungen: Erstens muß aus Platzgründen der methodische Apparat praktisch ganz entfallen, Interessierte werden also auf WERTHEIM III verwiesen. Zweitens wird, soweit möglich, eine Gegenüberstellung der Ergebnisse von 1968 mit den Verhältnissen von 1980 versucht. Drittens erhält das Kapitel in der neuen Gesamtdarstellung einen anderen Platz, wenngleich ein Ergebnis der kommunalpolitischen Untersuchung im engeren Sinne — das Defizit an Politik in der Kommunalpolitik — unbedingt für 1968 und bedingt auch für 1980 vorausgesetzt werden muß. Viertens schließlich beschränkt sich auch die Neubearbeitung ausdrücklich auf Wertheim. Wieweit unsere Ergebnisse verallgemeinerungsfähig sind, bleibt dahingestellt. Die Einbeziehung der Pressesituation in Wertheim geschah und geschieht ausschließlich unter kommunalpolitischem Aspekt; die Problematik von Lokalzeitungen oder teilen wird nur insoweit grundsätzlich berührt, als das zum Verständnis der Wertheimer Gegebenheiten erforderlich erscheint.Google Scholar
  2. 2.
    G. Zimpel in WERTHEIM I S. 142 f.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. WERTHEIM III, S. 148Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. D. L. Paletz u. a., How the Media Support Local Governmental Authority, in: Public Opinion Quarterly, Jg. 35/1971. Inzwischen hat sich die Forschungslage so grundlegend verändert — sowohl die Situation der Lokalredakteure als auch die Funktionen der Lokalberichterstattung finden sich unter verschiedensten Aspekten untersucht —, daß wir unser lokales Ergebnis nicht auf den Stand der Diskussion rückbeziehen können. Wir verweisen nur auf die Zusammenfassungen von P. E. Dorsch, Lokalkommunikation. Ergebnisse und Defizite der Forschung, in: Publizistik 1978, S. 189 ff., und U. Saxer, Lokale Kommunikation — Anspruch und Realität. Bilanz der Forschung, in: Media Perspektiven, 1978 S. 367 ff.Google Scholar
  5. 5.
    J. Habermas, Strukturwandel der Offentlichkeit. Neuwied 1962, S. 19 und S. 252. Die methodischen Probleme der Inhaltsanalyse sind in WERTHEIM III eingehend erörtert.Google Scholar
  6. 6.
    Soweit nichts anderes erwähnt, stammen die folgenden Zitate aus WERTHEIM III.Google Scholar
  7. 7.
    Das Beispiel wird hier absichtlich erwähnt, weil die Zeitung zugleich die möglichen Folgen eines solchen Verhältnisses zu einer Partei erlebt hat. Die CSU empfand 1981 Kritik in einer ihr nahestehenden Zeitung als so schlimm, daß sie zu deutlichem, auch ökonomischen Druck griff. Details in: Th. Ellwein, Das Regierungssystem a. a. O. (5. Aufl. 1982)Google Scholar
  8. 8.
    J. K. Hvistendahl, Publisher’s Power: Functional or Dysfunctional, in: Journalism Quarterly, 1970 S. 472 ff.Google Scholar
  9. 9.
    Wegen der Zitierweise von Interviews vgl. Anmerkung 1 zum 7. Kapitel.Google Scholar
  10. 10.
    Als Autor entschuldige ich mich ausdrücklich dafür, daß es hier so stark ins Persönliche geht. Indessen kann man Verhältnisse nicht anschaulich machen, wenn man von ihnen soweit abstrahiert, daß vereinzelt Agierende — die Lokalredakteure in Wertheim sind Einzelkämpfer — nicht mehr erkenntlich werden. Deshalb schließe ich unseren Dank an Herrn X.Y., der uns in beiden Untersuchungen sehr geholfen hat, gleich hier an.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Thomas Ellwein
  • Ralf Zoll

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