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Soziologiekritische Bemerkungen zu gewissen Tendenzen von Rechtssoziologen

  • Helmut Schelsky
Chapter

Zusammenfassung

Die nachfolgenden „Bemerkungen“ sind eine Antwort auf die „Kritische(n) Anmerkungen zur rechtssoziologischen Forschung und Argumentation“, die von Erhard Blankenburg, Wolfgang Kaupen, Rüdiger Lautmann und Frank Rotter zu Ende einer rechtssoziologischen Arbeitstagung vorgetragen wurden, die im Juni 1971 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld in Rheda stattfand (vgl. Jahrbuch für Rechtssoziologie u. Rechtstheorie, Bd. 3: Zur Effektivität des Rechts, hrsg. von M. Rehbinder und H. Schelsky, Düsseldorf 1972). Diese Kritik richtete sich vor allem gegen die Denk- und Argumentationsweise der rechtswissenschaftlichen Teilnehmer des Kollegiums. Da die dort ausgedrückten sachlichen und methodischen (und zugleich politischen und persönlichen) Spannungen innerhalb der deutschen Rechtssoziologie bis heute fortbestehen, erscheint mir die Wiederveröffentlichung dieses Beitrages gerechtfertigt zu sein, zumal sich an dieser Auseinandersetzung nicht nur meine Kritik der partiell ideologiekritischen Rechtssoziologie, die von der eigenen Ideologie und dem eigenen „Herrschaftswissen“ absieht, gebildet, sondern meine immer vorhandene Distanz zu dem überzogenen wissenschaftlichen Führungsanspruch meines Faches entscheidend verstärkt hat. Auch verdeutlicht sich hier bereits für mich die Bedeutung des „Prinzips Erfahrung“, das ich heute als die einzige, wenn auch zeit- und existenzbeschränkte Selbstkontrolle der Wissenschaften vom Menschen ansehe. Schließlich weise ich darauf hin, daß F. Rotter und W. Kaupen in dem von der Sektion Rechtssoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie herausgegebenen „Informationsbrief Nr. 1, Dez. 1972“ kritisch auf meine „Bemerkungen“ geantwortet haben; ihre im Wesentlichen politische und persönliche Argumentation habe ich als Bestätigung meiner Thesen angesehen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1980

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  • Helmut Schelsky

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