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Aufbau des Grenzschutzes in Bosnien und Herzegowina im Auftrag der UN

Ein Erfahrungs- und Projektbericht des Projektleiters
  • Christian Mainzinger

Zusammenfassung

In nur 26 Monaten entstand der jüngste Grenzschutz Europas in Bosnien und Herzegowina. Von Juni 2000 bis Dezember 2002 entwickelte sich in der ehemaligen jugoslawischen Republik eine Eingriffsverwaltung mit schwerpunktmäßig grenzpolizeilichen Aufgaben auf Gesamtstaatsebene, die praktisch von der „Grünen Wiese“ zu einem funktionierenden wichtigen Faktor der Inneren Sicherheit von Bosnien und Herzegowina gewachsen ist und seit dem 30. September 2002 mit einer Gesamtstärke von rd. 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die gesamte Außengrenze Bosnien und Herzegowinas, einschließlich aller internationalen Flughäfen des Landes, schützt.

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Literatur

  1. 1.
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  2. 2.
    Hier speziell der Rat für die Umsetzung des Daytoner Friedensabkommens, das den vierjährigen Bürgerkrieg in Bosnien und Herzegowina beendete.Google Scholar
  3. 3.
    Grundlagen über die politischen Zusammenhänge des Balkankonfliktes auf dem Gebiet der ehemals Sozialistischen Republik Jugoslawien gibt einschließlich eines Überblicks über die kriegerischen Auseinandersetzung in Bosnien und Herzegowina, die 300.000 Menschen das Leben kostete, das Buch: Holbrooke, Richard: Meine Mission — Vom Krieg zum Frieden in Bosnien (To End a War). München 1998; nur für Insider: Zentrum für Nachriditenwesen der Bundeswehr (Hg.): Leitfaden für Bundeswehrkontingente in Bosnien und Herzegowina. Grafschaft Gelsdorf 2002.Google Scholar
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    Vgl. dazu Bischoff, Jürgen: Multinationale Dienststellen— International Police Task Force — IPTF — in Bosnien-Herzegowina. In: DPolBI 2000, S. 12–17; Fink, Udo: Der Einsatz der Implementation Force (IFOR) in Bosnien-Herzegowina. In: Ziemsle, Burkhardt u. a. (Hg.), Staatsphilosophie und Rechtspolitik. Festschrift fur Martin Kriele, München 1997, S. 1461–1478.Google Scholar
  5. 5.
    United Nations Mission in Bosnia and Herzegovina — UNMIBH.Google Scholar
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  8. 8.
    Vgl. Pürner, Stefan: Osteuropa-Report: Bosnien-Herzegowina: OHR zur weiteren Entwicklung in Bosnien und Herzegowina. In: WiRO 2000, S. 155.Google Scholar
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  10. 10.
    Vgl. Schumm, Werner: UN-Polizei — Einsatz der International Police Task Force in Bosnien Herzegowina. In: Polizei-heute 1/2000, S. 2–4.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. hierzu Buwitt, Detlef: Internationale Polizei in VN-Missionen auf dem Balkan — Erfahrungen aus den Einsätzen in Bosnien und Herzegowina und im Kosovo. In: Biermann, Rafael (Hg.), Deutsche Konfliktbewältigung auf dem Balkan, Baden-Baden 2002, S. 222; s. auch „UN-Polizeimission in Bosnien-Herzegowina: Deutscher wird Missionschef“. In: Die Polizei 1999, S. 187.Google Scholar
  12. 12.
    Aus der der zuvor genannte UN-Bedienstete stammte.Google Scholar
  13. 13.
    Dem „Office of the Special Representative of the Secretary General of the United Nations in Bosnia and Herzegowina, = Büro des Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen in Bosnien und Herzegowina.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. Sonnenschein, Günter: Aufgaben der deutschen Polizei bei Internationalen Missionen. In: Polizei-heute 1/2000, S. 14–20.Google Scholar
  15. 15.
    Nach meinem Eindruck waren bei vielen eingesetzten Mitarbeiterinnen bei IPTF die so verstandenen politischen Rahmenbedingungen nicht in ausreichendem Maße bekannt. Vgl. Oschlies, Wolf: Das politische System Bosnien-Hercegowinas. In: Ismayr, W. (Hg.), Die politischen Systeme Osteuropas, Opladen 2002, S. 701–730 und Calic, Marie-Janine: Düstere Aussichten für Bosnien-Herzegowina. In: EA 1994, S. 71–79.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. dazu Koschnik, Hans, „Ethnisch gesäubert!?“ - Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien nach dem Daytoner Abkommen. In: Hutter, Franz-Josef (Hg.), Haus Europa: Menschenrechte zwischen Atlantik und Ural, Baden-Baden 1998, S. 167–180.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. dazu Rohde, David: Die letzten Tage von Srebrenica, Hamburg 1997.Google Scholar
  18. 18.
    ¡ì 1 Abs. 1 des Grenzschutzgesetzes für den Grenzschutz in Bosnien und Herzegowina.Google Scholar
  19. 19.
    Diese Regelung entspricht dem nicht zeitgleich verlaufenden Modell der Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina, die im Übrigen auch das Direktorat berufen.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. dazu Vitzthum, W. Graf: Multiethnische Demokratie. Das Beispiel Bosnien-Herzegowina. In: Classen, Claus Dieter u. a. (Hg.), „In einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienenchwr(133)“ Liber amicorum Thomas Oppermann, Berlin 2001, S. 87–116.Google Scholar
  21. 21.
    In diesem Zusammen darf nicht vergessen werden, dass in Bosnien und Herzegowina öffentliche Ämter zu diesem Zeitpunkt eher durch Korruption, Vetternwirtschaft und Parteizugehörigkeit besetzt wurden. Vgl. dazu Oschlies, Wolf, Die Bosnien-Connection des Osama bin Laden, Blatter für deutsche und internationale Politik 2001, S. 1301–1304.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. die Verfassungsklage Nordrhein-Westfalen gegen die Aufgabenerweiterung im Bundesgrenzschutzgesetz (BVerfGE 97, 198) oder auch die einschlägigen Begründungen zur Verfassungsmäßigkeit der Wahrnehmung von Objektschutzaufgaben durch den BGS an Verfassungsorganen des Bundes, dort Rechtsfigur der ungeschriebenen Gesetzgebungsziständigkeit aus der Natur der Sache.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. Harenberg, Bodo (Hg.): Aktuell 2003. Fakten — Rankings — Analysen, Dortmund 2002, S. 442: Danach entfällt auf die Bosniaken 49,2%, die Serben 31,1% und Kroaten 17,3% der Bevölkerung.Google Scholar
  24. 24.
    Mit geringer Wahlbeteiligung von nur 45% der Wahlberechtigten (s. Fn. 21).Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. dazu Möckli, Silvano: Die Supervision der Wahlen in Bosnien-Herzegowinadurch die OSZE. Ein Erfahrungsbericht. In: ZParl 1999, S. 904–923.Google Scholar
  26. 26.
    SFOR ist Nachfolgerin einerseits von der wenig erfolgreichen Mission United Nations Protection Force, welche die Aufgabe Protection (Schutz) nicht gewährleisten konnte (z. B. Völkermord in Srebrenica), und andererseits der Implementation Force (IFOR), die wie SFOR von der NATO geführt wurde.Google Scholar
  27. 27.
    So auch Buwitt, a.a.O., S. 226.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. Bildt, Carl: Der Balkan nach dem 11. September. Eine europäische Führung ist gefragt. In: Volle, Angelika/Weidenfeld, Werner (Hg.), Der Balkan zwischen Krise und Stabilität. Beiträge und Dokumente aus „Internationale Politik“. Bielefeld 2002.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. Heuberger, Valeria: Der Islam in Bosnien-Herzegowina, Rill, Bernd (Hg.), Aktuelle Probleme der islamischen Welt, München 1998, S. 114–134.Google Scholar
  30. 30.
    Hedges, Stephen J.: Muslim fighters gained experience in Bosnia conflict. In: Bosnia Daily vom 26.11.2001.Google Scholar
  31. 31.
    Vielleicht, weil sie diese sogar wahrend des Bürgerkrieges selbst gelegt haben. Vgl. Prescott, Jody: Einsatzbedingte Schäden in Bosnien-Herzegowina und Kroatien. In: NZWehrr 1998, S. 67–78.Google Scholar
  32. 32.
    Tuzla ist seit dem 11.9.2001 von SFOR wegen Eigenbedarfs geschlossen. SFOR unterhält dort eine große Basis.Google Scholar
  33. 35.
    Waren es 2001 gerade etwa 11.000 Zurückweisungen, schnellte ihre Zahl 2002 wegen „fehlender Touristeneigenschaft“ fast auf 25.000 Zurückweisungen an.Google Scholar
  34. 36.
    Das von der EU eingesetzte Customs and Fiscal Assistance Office (CAFAO) bezifferte die Steuerausfälle für das Jahr 2001 auf 250 Mio. €.Google Scholar
  35. 37.
    Insbesondere Kommunikation und Gerät zur elektronischen Datenverarbeitung.Google Scholar
  36. 38.
    S. dazu UNMIBH Bulletin: A Mandate Implemented. Sarajevo 2002.Google Scholar
  37. 39.
    In Sarajevo (Flughafen), Doljani, Izacic, Zvomik.Google Scholar
  38. 40.
    IPTF Border Service Department.Google Scholar
  39. 41.
    S. o. Civil Affairs Mitarbeiter. Hinsichtlich seiner essentiellen Bedeutung und Schlüsselfunktion wurde er bereits oben beschrieben.Google Scholar
  40. 42.
    Vgl. dazu die Ausführungen bei Buwitt, a.a.O., S. 226, der offensichtlich als Police Comissioner IPTF in Bosnien und Herzegowina ähnliche Erfahrungen gemacht hat.Google Scholar
  41. 44.
    Vgl. Buwitt, a.a.O., S. 222.Google Scholar
  42. 45.
    United Nations High Commissioner for Refugees.Google Scholar
  43. 47.
    Vgl. auch Buwitt, a.a.O., S. 229.Google Scholar
  44. 48.
    Human Rights Department.Google Scholar
  45. 49.
    Der Frauenanteil betrug im Jahr 2002 ca. 8%.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Christian Mainzinger

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