Advertisement

Der Nationalsozialismus im öffentlichen Diskurs über militärische Gewalt

Überlegungen zum Bedeutungswandel der deutschen Vergangenheit
Chapter

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht den Gebrauch, den die politischen Akteure in den aktuellen Diskursen über die Legitimität deutscher Militäreinsätze von der deutschen Vergangenheit des Nationalsozialismus machen. Die nationalsozialistische Vergangenheit ist einer der zentralen Bezugspunkte unserer politischen Kultur und der Zweite Weltkrieg ist eines der zentralen Bezugsereignisse der deutschen Diskussion über Krieg und militärische Gewalt. Die Illegitimität des Zweiten Weltkriegs und die Erfahrungen, die mit ihm verbunden sind, begründen eine normative Vergangenheit, die eine deutsche Beteiligung an militärischen Interventionen seit 1945 und bis in die jüngste Gegenwart nachhaltig delegitimiert. Entsprechend war und ist der deutsche Diskurs über Krieg und militärische Gewalt auch in weiten Teilen ein Diskurs über unsere nationalsozialistische Vergangenheit und deren normative Bedeutung für das politische Leben der Gegenwart. Die nationalsozialistische Vergangenheit ist einer der zentralen Fluchtpunkte der deutschen Diskussion über den Krieg und enthält ein Repertoire „wertvoller“ Argumente, die sowohl breiten Teilen der politischen Öffentlichkeit kulturell vertraut als auch normativ aufgeladen sind. Diese Argumente können von den politischen Akteuren in ihren Auseinandersetzungen um die Legitimität einer deutschen Beteiligung an militärischen Interventionen als Argumente für oder gegen eine deutsche Beteiligung an solchen Interventionen benutzt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Foucault, Michel, 1990: Archäologie des Wissens, 4. Auflage, Frankfurt a.M.Google Scholar
  2. Herz, Thomas, 1995: Die „Basiserzählung“ und die NS-Vergangenheit. Zur Veränderung der politischen Kultur in Deutschland, in: Lars Clausen (Hg.): Gesellschaften im Umbruch. Verhandlungen des 27. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Halle an der Saale, Frankfurt a.M. und New York, S. 91–110.Google Scholar
  3. Herz, Thomas/Michael Schwab-Trapp, 1997: Umkämpfte Vergangenheit. Diskurse über den Nationalsozialismus seit 1945, Opladen.Google Scholar
  4. Lepsius, Rainer M., 1988: Das Erbe des Nationalsozialismus und die politische Kultur der Nachfolgestaaten des „Großdeutschen Reiches“, in: Max Haller et al. (Hg.): Kultur und Gesellschaft. Verhandlungen des 24. Deutschen Soziologentages, Frankfurt a.M. und New York, S. 247–264.Google Scholar
  5. Reichel, Peter, 1995: Politik mit der Erinnerung. Gedächtnisorte im Streit um die nationalsozialistische Vergangenheit, München und Wien.Google Scholar
  6. Schwab-Trapp, Michael, 1996: Narration und politischer Diskurs. Überlegungen zur Transformation politischer Kultur im vereinigten Deutschland, in: Berliner Journal für Soziologie 6, Heft 1, S. 91–113.Google Scholar
  7. Schwab-Trapp, Michael, 2002: Kriegsdiskurse. Die politische Kultur des Krieges im Wandel 1991–1999, Opladen.Google Scholar
  8. von Trotha, Trutz, 1998: Basale Zugehörigkeitskonflikte und politische Kultur. Über gewalttätige Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, in: Klaus Lüderssen (Hg.): Aufgeklärte Kriminalpolitik oder der Kampf gegen das Böse. Neue Phänomene der Gewalt, Bd. 2, Baden-Baden, S. 207–243.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations