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Der „Hermeneut“ als Erforscher der Verwaltungskultur

  • Michael Weck

Zusammenfassung

Eine wichtige Frage, die sich jeder Forscher stellt, beginnt er die Untersuchung von Verwaltungen, ist die nach dem inneren Gehalt und den äußeren Grenzen seines Untersuchungsgegenstandes, die keinesfalls so klar sind, wie es vielleicht scheinen mag. Er stellt sich also die Frage: Was ist Verwaltung? Und: Was heißt es, verwaltend tätig zu sein?

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Referenzen

  1. 1.
    Zum Begriff der Institution und zur Differenzierung sozialer von politischen Institutionen vgl. Göhler (1987).Google Scholar
  2. 2.
    Offenbar in Unterschätzung dieses Sachverhalts betont Scharpf (1991) die positiven Aspekte solcher nicht-marktförmigen Verhandlungssysteme. Die Probleme des Gesundheitssektors zeigen, wie ambivalent das “Wohlfahrtspotential” großer Verbände ist.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. etwa Schluchter (1985) fur eine an Weber anschließende und diesen modifizierende Sicht des Verwaltern und Lehmbruch (1989) am Beispiel des deutschen Vereinigungsprozesses. Dieser Sicht folgen auch Klages und Schäfer (1983) in ihrer Untersuchung von Kulturverwaltungen unterschiedlicher Länder der alten Bundesrepublik.Google Scholar
  4. 4.
    Einen Überblick bieten Göhler und Schmalz-Bruns (1988).Google Scholar
  5. 5.
    Zu den Problemen des Präferenzbegriffs vgl. Weck und Heinelt (1994).Google Scholar
  6. 6.
    Zum hier verwendeten “Feld” -Begriff und der dazugehörigen “Raum”-Metapher vgl. Bourdieu(1985).Google Scholar
  7. 7.
    Zum Verhältnis der Verwaltung zu ihrer Umwelt vgl. auch Windhoff-Heritier (1987b).Google Scholar
  8. 8.
    Zur Netzwerkforschung vgl. Keupp und Röhrle (1987).Google Scholar
  9. 9.
    Zum Begriff der Erfahrung vgl. den von Turner und Bruner herausgegebenen Band von 1986 und daraus besonders den aufschlußreichen Text von Bruner (1986).Google Scholar
  10. 10.
    Einen Oberblick zur Verwendung verschiedener Kulturbegriffe in den Wissenschaften bieten Weyergraf, Langenbucher und Rytlewski (1983). Vgl. auch Bude (1991a).Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. in dieser Hinsicht auch die Kritik von Jürgen Gebhardt (1987) an den theoretischen Voraussetzungen der Politischen Kultur-Forschung.Google Scholar
  12. 12.
    Dies wird beispielsweise in neueren Arbeiten der Managementsoziologie als zentrales Problem untersucht (vgl. etwa Schienstock, 1991).Google Scholar
  13. 13.
    Darauf weist schon Beck (1988).Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. als grundlegende Studie zum Habituskonzept Bourdieu (1979). Vgl. auch aus systemtheoretischer Perspektive und kritisch Bohn (1991). Theoretische und empirische Beiträge zur Auseinandersetzung mit Bourdieus Klassentheorie finden sich hei Eder (1989b).Google Scholar
  15. 15.
    Eine kontroverse Diskussion um Bourdieus Werk findet sich in einem von Klaus Eder herausgegebenen Sammelband (Eder, 1989).Google Scholar
  16. 16.
    Bourdieu hat sich gegenüber dem generationellen Forschungsansatz kritisch geäußert (Bourdieu, 1991). An der in dieser Arbeit bevorzugten Richtung der Generationsforschung geht seine Kritik jedoch vorbei.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. etwa die Sammelbande von Kohli (1978) und von Kohli und Robert (1984). Wichtig sind auch Fuchs (1984) und der Oberblick zur qualitativen und quantitativen Biographieforschung von Voges (1987). Für die politikwissenschaftliche, leider noch zögernde Anwendung dieses Forschungskonzeptes vgl. auch den jüngst erschienen Band von Karl Rupp und Thomas Noetzel (1991). Einen Überblick über die Biographieforschung in der Psychologie findet sich bei Thomae (1991) und för die Soziologie bei Fischer-Rosenthal (1991). Vgl. die beiden letzten Autoren für weitere Literatur zum aktuellen Forschungsstand. In der Geschichtswissenschaft wird die Biographieforschung vor allem von Lutz Niethammer im Rahmen der “oral history”-Forschung repräsentiert. In diesem Forschungskontext wird auch die Zeitschrift BIOS herausgegeben. Die geschichtswissenschaftliche Anwendung des biographietheoretischen Konzeptes scheint mir jedoch an einem Erfahrungsbegriff zu leiden, der von mir weiter unten kritisiert wird.Google Scholar
  18. 18.
    Zur Beschleunigung des Weltveränderungstempos und seiner Auswirkungen vgl. Koselleck (1989) und Marquard (1984).Google Scholar
  19. 19.
    Für die Verbindung von Biographie, Generation und Redeweise im Rahmen der Deutschlandforschung vgl. Bomeman (1992b), Bude (1991b) und Weck (1992).Google Scholar
  20. 20.
    Zur Kritik von Oeveranns strukturtheoretischen Überlegungen vgl. Bude, 1982.Google Scholar
  21. 21.
    Die Wandlungsfähigkeit der Bewertung von Erfahrungen im Verlaufe eines Lebens und die daraus folgenden Probleme, “wirkliche” Geschichte zu schreiben, unterschätzt wohl auch die “oral historyM’orschung (vgl. Niethammer, 1985).Google Scholar
  22. 22.
    Zum Identitätsbegriff vgl. Keupp, 1989.Google Scholar
  23. 23.
    Jedoch vgl. auch die kluge Kritik von Patrick Bahners (1992) an Whites radikalem Konstruktivismus.Google Scholar
  24. 24.
    Einschränkend ist hier hinzuzufügen, daß sich die Bindung an einen festen Bedeutungshorizont in modernen westlichen Gesellschanen sukzessive zu lockern scheint. Dies hängt mit Flexibilisierungen der Identitätslagerungen jüngerer Generationen zusammen, die Fraktionierungen der Identität und schadlosem Wechsel zwischen mehreren zur Verfügung stehenden Lebensentwürfen erlauben. Andere Wege des Umgangs mit ihnen führen wahrscheinlich zu Formen geistiger Störung. Damit sind Strukturinstabilitäten und -Zusammenbrüche aufgrund fehlender Gestaltkompatibilitäten der Erfahrungen gemeint. Genauso sind damit Identitätsmuster gemeint, die zwar eine identitätskombinatorische Möglichkeit darstellen, jedoch in der Gesellschaft zufällig unüblich sind. Sie werden dann beispielsweise mit dem Etikett der Schizophrenie belegt. Geistige Gesundheit ist also nicht ein in den Subjekten zu verortender Zustand, sondern ein von der Gesellschaft in die Subjekte hineingelegter Anspruch.Google Scholar
  25. 25.
    Starobinski (1989) spricht von der Legitimität des Ich, das sich im Stil zeigt, der seine Merkmale aus der Beziehung des autobiographischen Schreibers zur Vergangenheit und zur Zukunft bezieht.Google Scholar
  26. 26.
    Dennoch kann ein solches Verfahren der heilenden Geschichtenerfindung in psychoanalytischen Gesprächen durchaus zu Erfolgen führen. Dies hat jedoch weniger mit der Wahrheit der konstruierten Geschichten, als vielmehr mit ihrer Kompatibilität mit dem kulturellen Kontext der Gesellschaft zu tun. Es handelt sich bei der Psychoanalyse also um eine Anpassungsinstitution an die Regeln des kulturellen System mit den Mitteln der Vergangenheitsinterpretation.Google Scholar
  27. 27.
    Karl-Otto Apel hat eine kenntnisreiche Einführung in das Denken von Peirce und den amerikanischen Pragmatismus geschrieben (Apel, 1975).Google Scholar
  28. 28.
    Zum Prozeß des Deutens oder Auslegens von Texten vgl. auch Soefiher (1989).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Michael Weck

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