Advertisement

Probleme des Minderheitendiskurses in der Bundesrepublik Deutschland

Chapter

Die Diskussion, die seit vielen Jahren in Nordamerika unter dem Titel Liberalismus-Kommunitarismus-Debatte geführt wird, hat seit den achtziger Jahren zunehmenden Einfluß unter den Intellektuellen, aber auch auf die praktischen Politik in der Bundesrepublik Deutschland gewonnen. Was von der Kommunitarismusdebatte zu entnehmen ist, ist vor allem, daß theoretisch versucht wird, bestimmte Motive des klassischen Politikverstandnisses unter der Bedingung einer modernen, liberal verfaßten Gesellschaftsordnung wiederherzustellen, um für aktuelle Probleme Lösungen herbeizuführen. Den Kern des kommunitaristischen Denkens bildet die konkrete Gemeinschaft. Die konkrete Gemeinschaft sei konstitutiv für das Selbst, und die liberale Befreiung von ihrer lastenden Übermacht bedeute deshalb nichts weniger als den Selbstverlust.460 Die Kommunitaristen versuchen, vor allem den Prozeß der Herauslösung der Subjekte aus vorgegebenen Sozialformen und ein entsprechendes Anwachsen des individuellen Freiraums in der Moderne, Individualisierung genannt, rilckgängig zu machen Burch die Wiedereinbindung der Individuen in Wertgemeinschaften. Die Menschen sollten nicht nur durch Rechtsbeziehungen, sondern auch durch gemeinsame Wertorientierungen aufeinander bezogen sein. Die anomischen Tendenzen moderner Gesellschaften sollten durch homogenisierende Gemeinschaftsvorstellungen aufgefangen werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 459.
    M. Brumlik 1992, S. 101.Google Scholar
  2. 460.
    Vgl. H. Brunkhorst 1994, S. 100.Google Scholar
  3. 461.
    Vgl. H. Brunkhorst 1994, S. 101.Google Scholar
  4. 462.
    M. Walzer ist ein bekannter Vertreter des Kommunitarismus.Google Scholar
  5. 463.
    H. Brunkhorst 1994, S. 121.Google Scholar
  6. 464.
    A. Honneth hat in diesem Zusammenhang auf die Neuorientierung bzw. Revision der Liberalismustheorie von Rawls in den letzten Jahren aufmerksam gemacht. Er formuliert so: “(...) Rawls hat in den vergangenen Jahren (...) mit dem vertragstheoretischen Begründungsprogramm auch den Universalitätsanspruch seiner Theorie preisgegeben und deren Geltungsanspruch auf den Traditionshorizont westlicher Demokratien eingeschränkt; auch für ihn stellt sich mithin die Frage, welche Gründe er anführen kann, um die sittliche Tradition dieser besonderen Gemeinschaft vor denen aller anderen normativ auszuzeichnen”. A. Honneth 1991, S. 100. Die Sonderstellung des politischen Liberalismus läßt sich am eindeutigsten durch den Neutralitätsstatus der liberalen Gerechtigkeit legitimieren. Wenn nun aber der Neutralitätsanspruch in den Hintergrund gerückt wird, dann besteht die Möglichkeit, den Liberalismus nur als ein Weitsystem unter anderen aulzufassen, dessen Vorrang vor anderen entweder aufzugeben oder neu zu bestimmen wäre.Google Scholar
  7. 465.
    Vgl. W. Reese-Schäfer 1994, S. 7.Google Scholar
  8. 466.
    Auch Wellmer versucht, in Anlehnung an Walzer, zu begründen, wie — und wieweit — das kommunitaristische Motiv in eine liberale Position integriert werden kann. Seiner Meinung nach müssen die möglichen kommunikativen Gegenkräfte zu den Pathologien und Anomien der liberalen Gesellschaft an anderer Stelle lokalisiert werden, als die meisten Kommunitaristen behaupten, “nämlich im Innern der liberalen Tradition selbst”. Orientiert an Walzer konatatiert er: “Das liberale Selbst (...) sei ein postsoziales, kein vor-soziales Selbst; postsozial aber ist das liberale Selbst natürlich nicht im Sinne einer Unabhängigkeit von sozial geprägten Identitäten, Lebensformen und Traditionen, sondern im Sinne einer reflexiven Distanz zu allen partikularen Identitäten, Lebensformen und Traditionen. (...) Der richtig verstandene Kommunitarismus wäre richtig verstandener Liberalismus.” A. Wellmer 1993(a), S. 55/59.Google Scholar
  9. 467.
    Vgl. R. Reesa-Schäfer 1994, S. 7Google Scholar
  10. 468.
    H. Scheer 1987, S. 11.Google Scholar
  11. 469.
    Vgl. R. Reese-Schäfer 1994, S. 9.Google Scholar
  12. 470.
    Vgl. A. Wellmer 1993, S. 71. Auch H. Dubiel ist der Auffassung, daß der totalitäre Sozialismus als Herrschaftsmodell “für normative Substanz der liberalen Demokratie eine Art negativer Bürgschaft übernahm. Als nach 1989 diese eigentümliche Bürgschaft entfiel, begann eine in ihren Folgen noch gar nicht absehbare Umstellung in der Logik der Legitimation liberaler Demokratien (...). H. Dubiel 1994(a), S. 93f.Google Scholar
  13. 471.
    Vgl. P. Alheit 1994, S. 603fGoogle Scholar
  14. 472.
    Vgl. P. Alheit 1994, S. 54.Google Scholar
  15. 473.
    Vgl. P. Alheit 1994, S. 599; M. Brumlik/H. Brunkhorst 1993, S. 9f.Google Scholar
  16. 474.
    W. Kersting 1993, S. 5.Google Scholar
  17. 475.
    Wobei man hier daraufhinweisen muß, daß dieser alte Streit, der jetzt wieder aufgenommen worden ist, sehr differenziert weitergeführt wird.Google Scholar
  18. 476.
    H. Dubiel nennt vier Positionen, die sich im Laufe der Debatten herausgebildet haben, die ich hier nur kurz anreißen, aber nicht weiterdiskutieren werde. Eine radikal-liberale Position, deren Konzept an der radikalen Trennung von Privatheit und Öffentlichkeit festhält. Die zweite auf J. Rawls zurückgehende “gemäßigt-liberale” Position, nach der, unter dem Begriff des ‘überlappenden Konsensus’, “das kleinste gemeinsame Vielfache, auf das sich Bürger moderner Staaten verständigen können, selbst auf moralischen Prinzipien beruhen muß”. Diese moralischen Grundsätze sollten nicht nur aus privaten Oberzeugungen abgeleitet werden, sondern sie zu den “normativ- integrierenden” Faktoren einer demokratischen Kultur gehören. Die dritte Position wird von den — wie Dubiel sie nennt — “gemäßigten Kommunitaristen” vertreten. Nach dieser Position, die vor allem von Walzer und R. Bellah vertreten wird, sind, über die gleichen und gemeinsamen Rechte und andere Minimalgrundsätze hinaus, die für alle gelten, gemeinsam geteilte und identitätsstiftende ethische Überzeugungen eine notwendige Bedingung. Die vierte, die vor allem von Alisdair Maclntyre vertreten wird, ist die radikal-kommunitaristische Position. Für die Vertreterinnen dieser Position sind die ‘Gemeinschaftlichkeit’, die “über demokratische Institutionen und eine partizipatorische politische Kultur” zustande gekommen ist und stabilisiert wurde, nicht ausreichend. Nach Maclntyre sind moderne Gesellschaften degeneriert und befinden sich in einem anomischen Zustand. Seiner Oberzeugung nach wären die modernen Gesellschaften nicht in der Lage, aus sich heraus “sittlich verpflichtende Motive” zu realisieren. W. Reese-Schäfer hat ihn zutreffend als “politischen Romantiker mit einer gewissen Sehnsucht nach dem Mittelalter” genannt. H. Dubiel 1994(c), S. 107ff.Google Scholar
  19. 477.
    O. Kallscheuer hat richtig konstatiert, daß sich hinter dem Etikett “Kommunitarismus” eine Debatte um das Selbstverständnis der USA verberge. Vgl. O. Kallscheuer 1992, S. 109ff.Google Scholar
  20. 478.
    Ausführlich dazu Vgl. H. Joas 1993, S. 49ff; Außerdem ist jede positive Verwendung des Begriffs “Gemeinschaft” in Deutschland durch nationalsozialistische “Volksgemeinschaft” und die sozialistische “Menschengemeinschaft” Walter Ulbrichts weitgehend denunziert ist. Vgl. W. Reese-Schäfer 1994, S. 162.Google Scholar
  21. 479.
    Vgl. W. Reese-Schäfer 1994, S. 162.Google Scholar
  22. 480.
    H.Joas: 1993, S. 51–52.Google Scholar
  23. 481.
    Vgl. W. Reese-Schäfer 1994, S. 164.Google Scholar
  24. 482.
    Vgl. dazu Das Konzept der Weltgesellschaft bei A. Wellmer 1993(a), S. 77ff; vor allem das Verhältnis zwischen Bürger- und Menschenrechten.Google Scholar
  25. 483.
    Vgl. A. Wellmer 1993(a), S. 78f.Google Scholar
  26. 484.
    Vgl. K.O. Apel 1993, S. 162.Google Scholar
  27. 485.
    K.O. Apel 1993, S. 163.Google Scholar
  28. 486.
    Vgl. W. Reese-Schäfer 1993, S. 175; A. Wellmer 1993(a) S. 74ff.Google Scholar
  29. 487.
    Vgl. A. Wellmer 1993(a), S. 74ff.Google Scholar
  30. 488.
    A. Wellmer 1993, S. 75.Google Scholar
  31. 489.
    Vgl. H. Dubiel 1994(c), S. 106.Google Scholar
  32. 490.
    H.Dubiel 1994(c), S. 114.Google Scholar
  33. 491.
    Ausführlich dazu das Kapitel “Postmoderne Gesellschaft”“.Google Scholar
  34. 492.
    Vgl. P.-M. Heij 1994, S. 125; Ausführlich zur Sozial integration der Abschnitt “System- und Sozialintegration”.Google Scholar
  35. 493.
    Ob die von den Kommunitaristen geforderte normative Option eine Art “demokratischer Sittlichkeit” im Sinne des politisch-normativen Diskurses von Alexis de Tocqueville bis Hannah Arendt ist und zur Sicherung demokratischen Lebens tatsächlich notwendig ist, bleibt deswegen fragwürdig, weil “die konkrete Aktion im sozialen Raum, der Aufbau und die Erhaltung ziviler Öffentlichkeiten, allmächlich das Wissen verbürgen — und damit selbstverständlich auch die sozialen Hintergrundorientierungen herstellen, die zum Oberlebensbestand von Demokratien gehören.” P. Alheit 1994, S. 604; vgl. auch M. Brumlik 1993, S. 94ff und A. Honneth 1992, S. 119f.Google Scholar
  36. 494.
    Vgl. P. Alheit 1994, S. 603.Google Scholar
  37. 495.
    Vgl. H. Dubiel 1994(c), S. 117. In diesem Zusammenhang weist auch A. Wellmer darauf hin, daß eine “demokratische Sittlichkeit” nicht “substantiell” sondern “formal” oder, nach Habermas, “prozedural” zu begründen wäre. A. Wellmer 1993(a), S. 67.Google Scholar
  38. 496.
    Vgl. dazu die Untersuchung von M. Vester u.a. 1993.Google Scholar
  39. 497.
    P. Alheit 1994, S. 603;In diesem Zusammenhang ist auf die Ergebnisse neuer Strukturanalysen von M. Vester 1993 hinzuweisen.Google Scholar
  40. 498.
    P. Alheit 1994, S. 604.Google Scholar
  41. 499.
    A. Wellmer 1993(a), S. 60.Google Scholar
  42. 500.
    A. Wellmer 1993(a), S. 60.Google Scholar
  43. 501.
    Vgl. A. Wellmer 1993(a), S. 63.Google Scholar
  44. 502.
    Bei dieser Gegenüberstellung handelt es sich — wie Wellmer bemerkt, um die fortgeschrittenste Variante des Streits zwischen Liberalen und Kommunitaristen.Google Scholar
  45. 503.
    Vgl. J. Habermas 1985, S. 161YGoogle Scholar
  46. 504.
    Vgl. A. Wellmer 1993(a), S. 62.Google Scholar
  47. 505.
    A. Wellmer 1993(a), S. 62–63.Google Scholar
  48. 506.
    A. Wellmer 1993(a), S. 64.Google Scholar
  49. 507.
    Vgl. A. Wellmer 1993(a), S. 67.Google Scholar
  50. 508.
    A. Wellmer 1993(a), S. 68.Google Scholar
  51. 509.
    A. Wellmer 1993(a), S. 69/70.Google Scholar
  52. 510.
    Vgl. K.D. Opp 1983.Google Scholar
  53. 511.
    Ausführlich dazu der Teil “Postmoderne Moderne”.Google Scholar
  54. 512.
    Vgl. J. Rawls 1992.Google Scholar
  55. 513.
    Vgl. J. Rawls 1992.Google Scholar
  56. 514.
    J. Habermas 1983; K.-O. Apel/M. Kettner (Hrsg.): 1992.Google Scholar
  57. 515.
    J. Habermas 1992(b), S. 435f.; Vgl. J. Habermas 1972. In diesem Zusammenhang ist ihm bewußt, daß sein Entwurf einer diskursiven Öffentlichkeit ein “Idealkonstrukt” ist, weil sich der öffentliche Raum im Prozeß der Modernisierung verändert hat. Die Öffentlichkeit wird von den professionell agierenden Aktionszentren zunehmend an die Peripherie gedrängt.Google Scholar
  58. 516.
    Vgl. M. Walzer 1994, S. 157ff.Google Scholar
  59. 517.
    Vgl. H. Brunkhorst 1994, S. 122.Google Scholar
  60. 518.
    Vgl. M. Walzer 1994, S. 170.Google Scholar
  61. 519.
    Ausführlich dazu J. Rawls 1975.Google Scholar
  62. 520.
    A. Honneth 1994, S. 9.Google Scholar
  63. 521.
    A. Honneth 1994, S. 10Google Scholar
  64. 522.
    Vgl. Amy Gutmann 1994, S. 68ff.Google Scholar
  65. 523.
    Vgl J. Rawls: Gerechtigkeit als Fairnes. In: W. Hinsch: “Einleitung” zu Rawls 1992. Auch A. Wellmer vertritt in diesem Diskussionszusammenhang die Ansicht, daß, wenn die anthropologischen Prämissen der individualistischen Konzepte aus kommunitaristischer Perspektive auch falsch wären, sie aber in der modernen Gesellschaft praktisch wahr geworden seien. Vgl. A. Wellmer 1993(b), S. 19f.Google Scholar
  66. 524.
    Vgl. A. Honneth 1994, S. 14; Auch A. Wellmer 1993(a), S. 55.Google Scholar
  67. 525.
    Was C. Taylor und M. Walzer, laut H. Brunkhorst, versäumen, “ist die innere Verwiesenheit des modernen Demokratieprinzips auf eine streng universalistische Idee der Gerechtigkeit.” H. Brunkhorst 1994, S. 9.Google Scholar
  68. 526.
    Vgl. C. Taylor 1993, S. 13ff.Google Scholar
  69. 527.
    Vgl. M. Walzer 1992, S. 110ff.Google Scholar
  70. 528.
    J. Habermas 1993, S. 165–166.Google Scholar
  71. 529.
    J. Habermas 1993, S. 154. Auch die sozialen Bewegungen von diskriminierten Gruppen wie die der ethnischen Minderheiten — fordern nicht den Schutz ihrer kulturellen Eigenarten, sondern politische Teilnahmerechte und die ethische Neutralität des Staates.Google Scholar
  72. 530.
    J. Habermas 1993, S. 155–156Google Scholar
  73. 531.
    Vgl. J. Habermas 1993, S. 156Google Scholar
  74. 532.
    J. Habermas 1993, S. 163–164Google Scholar
  75. 533.
    Ausführlich zum Begriff “Neutralität” C. Larmore 1994, S. 133ff.Google Scholar
  76. 534.
    J. Habermas 1993, S. 167–168Google Scholar
  77. 535.
    J.Habermas 1993, S. 148.Google Scholar
  78. 536.
    Siehe dazu Abschnitt “Kommunalwahlrechtsdiskurs”.Google Scholar
  79. 537.
    Vgl. J. Habermas 1993, S. 168.Google Scholar
  80. 538.
    J. Habermas 1993, S. 172.Google Scholar
  81. 539.
    J. Habermas 1993, S. 173; Vgl. dazu auch S. Wolf 1993, S. 84.Google Scholar
  82. 540.
    J. Habermas 1993, S. 177–178 (Hervorhebung des Verf.).Google Scholar
  83. 541.
    J. Habermas 1993, S. 179.Google Scholar
  84. 542.
    J. Habermas 1994(b), S. 91.Google Scholar
  85. 543.
    J. Habermas 1994(b), S. 86.Google Scholar
  86. 544.
    Vgl. dazu den Abschnitt “Multikulturalismusdiskurs”. Ein Beispiel zur Dramatisierung und Übertreibung der Bedeutung ethno-kultureller Differenz bietet die Semantik des Multikulturalismus, mit der die ethnische Gliederung der Gesellschaft hervorgehoben und zu einem Programm der Anerkennung von Differenz bei gleichzeitiger Sorge um die Einheit der Gesellschaft ausformuliert wird.Google Scholar
  87. 545.
    F.-O. Radtke 1995, S. 35.Google Scholar
  88. 546.
    F.-O. Radtke 1995, S. 35/36; Diese Begründungsstrategie spielte auch in den vor zwei Jahren geführten Asylrechtsdebatten eine wesentliche Rolle. Viele Politiker versuchten damals mit dem Argument, daß die “berechtigten Ängste” der Bevölkerung ernstgenommen werden müßten, die Änderung bzw. die faktischen Abschaffung des Asylrechts zu legitimieren.Google Scholar
  89. 547.
    Vgl. C. Taylor 1993.Google Scholar
  90. 548.
    F.-O Radtke 1995, S. 37.Google Scholar
  91. 549.
    Vgl. K.O. Hondrich: Wovon wir nichts wissen wollten. In: Die Zeit, 40,25.9.1992, S. 68.Google Scholar
  92. 550.
    H. Bude 1994.Google Scholar
  93. 551.
    K. O. Hondrich: Grenzen gegen die Gewalt. In: Die Zeit, 28.1.1994, S. 4.Google Scholar
  94. 552.
    M. Bommes 1994, S. 365.Google Scholar
  95. 553.
    Vgl. C. Taylor 1994.Google Scholar
  96. 554.
    A. Wellmer. Zitiert nach Dieter Thomä 1994, S. 14.Google Scholar
  97. 555.
    Ausführlich dazu der Abschnitt “Multikulturalismusdiskurs”.Google Scholar
  98. 556.
    Vgl. D. Oberndörfer 1994(a); Vgl. auch D. Oberndörfer 1994(b), S. 1068–1081.Google Scholar
  99. 557.
    Vgl. J. Habermas 1993, S. 147.Google Scholar
  100. 558.
    Dazu ist die Minderheitenpoltik der Niederlande ein gutes Beispiel. Vgl. dazu ausführlich den Teil “Minderheiten in den Niederlanden”.Google Scholar
  101. 559.
    Vgl. M. Weber 1972, S. 307.Google Scholar
  102. 560.
    Vgl. C. Leggewie 1994, S. 51ff.Google Scholar
  103. 561.
    Die Auffassung, nach der Ethnizität als “natürlich gegebenes” Merkmal betrachtet wird, führt dazu, daß das Individuum nicht als gestaltendes, assoziatives Subjekt wahrgenommen wird, sondern als Teil einer (imaginären) Gemeinschaft, also als kollektiv. Die Individuen sind nicht bloße Ausführungsorgane einer vorgegebenen Ordnung. Zwar finden die Menschen in jeder Gesellschaft ein System von Institutionen und Bedeutungen vor, ein Netz sozialer Beziehungen und Gewaltverhältnisse, in die sie hineingeboren werden, zugleich aber besitzen sie die Fähigkeit zur Innovation, zur Reflexion und damit die Möglichkeit, ihre soziale Praxis und die bestehende Ordnung zu verändern.Google Scholar
  104. 562.
    Vgl. J. Habermas 1981; H. van der Loo/W. van Reijen 1992, S. 247ff.Google Scholar
  105. 563.
    W.-D. Bukow 1996(b), S. 137.Google Scholar
  106. 564.
    Vgl.M.Vester u.a. 1993.Google Scholar
  107. 565.
    Davon ausgehend, daß Ethnizität in den letzten Jahren wieder an Aktualität gewonnen hat, neigen manche Sozialwissenschaftler dazu, das Phänomen “Ethnizität” als ein Produkt der Moderne zu betrachten und mit der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft in Verbindung zu bringen. In diesem Zusammenhang ist die Behauptung von A. Nassehi, der die Begriffe “Nationalität” und “Ethnizität” synonym verwendet, von Grund auf falsch, wenn er sich von der Grundannahme leiten läßt, “daß Nationalbewußtsein und Ethnizität als wesentliche Kategorien kollektiver Identifikation eine genuin moderne Erscheinung sind, mithin also mit funktionaler Differenzierung ursächlich verknüpft sind.” A. Nassehi 1991 S. 264.Google Scholar
  108. 566.
    Vgl. dazu ausführlich dazu den Abschnitt “Wahlrechtsdiskussion”.Google Scholar
  109. 567.
    Wie bestimmte Kollektivsymbole — an die historisch gewachsenen Weltanschauungen anknüpfend — reaktiviert, konstruiert und, je nach den aktuellen politischen Konstellationen, eingesetzt werden, habe ich in dem Teil “Ethnozentrismusdiskurs” dargelegt.Google Scholar
  110. 568.
    In diesem Zusammenhang muß der These A. Nassehi widersprochen werden, nach der Ethnizität als Produkt der Moderne betrachtet wird. Ethnizität oder Wir-Gruppenbildungen werden unter den Bedingungen der Moderne neu organisiert, um vor allem die allgemeine Fremdheit zu überwinden.Google Scholar
  111. 569.
    Ausführlich dazu der Abschnitt “Postmoderne Moderne”. Welche Konsequenzen diese Entwicklung für die betroffenen Gruppen hat, habe ich im Teil Ethnisierungsansatz ausführlich diskutiert.Google Scholar
  112. 570.
    E.J. Dittrich/F.-O. Radtke 1990, S. 28/29.Google Scholar
  113. 571.
    Man könnte die kommunitaristische Position und viele pädagogische Interventionsmaßnahmen zu den primordialen Konzepten zählen. Auch in den Multikulturalismusdebatten läßt sich diese Position erkennen.Google Scholar
  114. 572.
    E. Dittrich 1994, S. 30.Google Scholar
  115. 573.
    Vgl. E.J. Dittrich 1994, S. 30.Google Scholar
  116. 574.
    C. Leggewie 1994, S. 60.Google Scholar
  117. 575.
    E.J. Dittrich 1994, S. 31. Man kann in der Bundesrepublik genau beobachten, daß Ethnizität z.B. bis Ende der 80er weitgehend keine Rolle spielte und ca. seit 1989 reaktualisiert wird. Seitdem spricht man zunehmend von nationaler Identität, Heimatgeftlhl, Vaterlandsliebe, Nationalstolz, Schicksalgemeinschaft etc.Google Scholar
  118. 576.
    Vgl. F. Hamburger/L. Seus/O. Wolter 1984, S. 32ff; B. Ostendorf 1992, 846ff.; G. Steiner Khamsi 1992.Google Scholar
  119. 577.
    W.-D. Bukow 1994(b), S. 3. Was die ethnischen Minderheiten betrifft, spricht er in diesem Zusammenhang mit Recht von der “Ethnisierung der Biographie”.Google Scholar
  120. 578.
    E.J. Dittrich 1994, S. 29.Google Scholar
  121. 579.
    Vgl. M. Bommes 1994, S. 365.Google Scholar
  122. 580.
    Vgl. A. Nassehi 1991, S. 261ff.Google Scholar
  123. 581.
    Vgl.H.Esser 1990, S.281ff.Google Scholar
  124. 582.
    Vgl. W.-D. Bukow 1994(c), S. 3f.Google Scholar
  125. 583.
    M. Bommes 1994, S. 365/366.Google Scholar
  126. 584.
    Vgl. R. Stichweh 1988, S. 261ff; N. Luhmann 1989(b), S. 149ff.Google Scholar
  127. 585.
    Diese Form von Ethnizität spielte in den traditionellen Gesellschaften, die sich als “homogen” definierten, eine wesentliche Rolle. Die Organisation von modernen Gesellschaften, die im Gegensatz zu Gemeinschaften, eine Pluralität von Wirklichkeiten und ihnen zugeordneten Handlungsprogrammen produzieren und in denen die Individuen gleichzeitig an m-ehreren Subsystemen als Komponenten beteiligt sind, kann nicht “homogen” sein. Wenn moderne Gesellschaften aufgrund interner Differenzierungen homogen als Ganzes nicht organisierbar sind, könnte man die erneut viel beschworene Homogenität der Ethnizität oder ethnischer Identität als von der Gemeinschaftsideologie abgeleitet betrachten. Diese Gemeinschaftsideologie bezieht sich auf die verkommenen Traditionsbestände, mit denen versucht wird, die Vielfalt in den modernen Gesellschaften zu homogenisieren. Daher kann man diesen Rekurs auf die Traditionsreste bzw. die Rekonstruktion alter Traditionen als eine neue Variante alter Politikformen bezeichnen, mit der man die weitgehend enttraditionalisierten Lebenswelten zu homogenisieren versucht.Google Scholar
  128. 586.
    Vgl. Bommes 1994, S. 367/368.Google Scholar
  129. 587.
    M. Bommes 1994, S. 368.Google Scholar
  130. 588.
    Vgl. M. Bommes 1994, S. 370.Google Scholar
  131. 589.
    K.J. Bade 1992, S. 393ff.Google Scholar
  132. 590.
    Vgl. F.-O. Radtke 1990, S. 27ff.Google Scholar
  133. 591.
    Vgl. D. Thränhardt 1988, S. 3ff.Google Scholar
  134. 592.
    M. Bommes 1994, S. 372.Google Scholar
  135. 593.
    C. Offe 1990.Google Scholar
  136. 594.
    Vgl. dazu den Band B. Blanke (Hrsg.): 1993.Google Scholar
  137. 595.
    Vgl. F.-O. Radtke 1991(b).Google Scholar
  138. 596.
    Auch die Konflikte in ehemaligen Jugoslawien werden als ethnische definiert. Faktisch sind dies reine Machtkonflikte, die weder schicksalhaft noch naturwüchsig sind. Verteilungskämpfe werden also ethnisch definiert.Google Scholar
  139. 597.
    Vgl. K. Imhof 1993, S. 337ff.Google Scholar
  140. 598.
    Vgl. E. Denninger 1994, S. 95ff.Google Scholar
  141. 599.
    Vgl. W.-D. Bukow 1994(b), S. 12ff.Google Scholar
  142. 600.
    Vgl. C. Offe 1994, S. 136.Google Scholar
  143. 601.
    Vgl. C. Lenz 1994, S. 10.Google Scholar
  144. 602.
    Ausführlich zum Gebrauchswert von Fremd- und Selbstethnisierung M. Bommes/A. Scherr 1991, S.291ff.Google Scholar
  145. 603.
    Vgl. A. Treibel 1988.Google Scholar
  146. 604.
    Vgl. H. Berger 1987, S. 7ff; H. Berger 1990 S. 119ff; W.-D. Bukow/R. Llaryora 1988; W.-D. Bukow 1989.Google Scholar
  147. 605.
    W.-D. Bukow 1989, S. 4.Google Scholar
  148. 606.
    Ausführlich dazu das Kapitel “Postmoderne Moderne”.Google Scholar
  149. 607.
    Vgl. C. Offe 1994.Google Scholar
  150. 608.
    Vgl. dazu ausführlich den Abschnitt “Kommunitarismus- und Liberalismusdebatte”.Google Scholar
  151. 609.
    Vgl. F.-O. Radtke 1991(a), S. 24ff.Google Scholar
  152. 610.
    Ausführlich dazu der Abschnitt “Systemintegration”.Google Scholar
  153. 611.
    Eine ausführliche Darstellung über ethnische Differenzierung in der Migrantensoziologie und Ausländerpädagogik vgl. W.-D. Bukow/Llaryora 1988; zur Wissenschaftsgeschichte H. Czock 1993 und A. Treibel 1988.Google Scholar
  154. 612.
    Vgl U. Apitzsch 1994, S. 1711Ï.Google Scholar
  155. 613.
    Ausführlich dazu der Abschnitt “Multikulturalismusdiskurs”.Google Scholar
  156. 614.
    Vgl. G. Steiner-Khamsi 1992, S. 18.Google Scholar
  157. 615.
    W.-D. Bukow/R. Llaryora 1988, S. 2; Sie beschreiben verschiedene gesellschaftliche Bereiche (politischer, wissenschaftlicher, struktureller und alltäglicher Bereich), in denen Ethnisierungsprozesse zu beobachten sind.Google Scholar
  158. 616.
    Mehr zu den Unterschieden zwischen der konstruktivistischen Forschungsmethode und den herkömmlichen Methoden siehe G. Steiner-Khamsi 1992, S. 5ff.Google Scholar
  159. 617.
    G. Steiner-Khamsi 1992, S. 5.Google Scholar
  160. 618.
    Vgl. W.-D. Bukow/R. Llaryora 1988; F.-O. Radtke 1990; Ders. 1991(b); Ders. 1994(a); E. Dittrich/F.-O. Radtke (Hrsg.): 1990; M. Bommes/F.-O. Radtke 1993.Google Scholar
  161. 619.
    W.-D. Bukow/R. Llaryora: 1988, S. 2.Google Scholar
  162. 620.
    W.-D. Bukow 1990, S. 423.Google Scholar
  163. 621.
    Vgl. W.-D. Bukow/Llaryora 1988, S. 20ff.Google Scholar
  164. 622.
    Vgl. W.-D. Bukow, S. 61.Google Scholar
  165. 623.
    W.-D. Bukow 1990, S. 424.Google Scholar
  166. 624.
    Vgl. W.-D. Bukow/Llaryora 1988, S. 2.Google Scholar
  167. 625.
    Vgl. W.-D. Bukow 1990, S. 425.Google Scholar
  168. 626.
    Vgl. U. Beck/E. Beck-Gersheim 1994, S. 13.Google Scholar
  169. 627.
    Vgl. W.-D. Bukow 1994(b), S.12f.Google Scholar
  170. 628.
    W.-D. Bukow 1994(b), S.13.Google Scholar
  171. 629.
    Vgl. A.Hahn 1994, S. 162.Google Scholar
  172. 630.
    A. Hahn 1994, S. 162.Google Scholar
  173. 631.
    Vgl. A. Hahn 1994, S. 162.Google Scholar
  174. 632.
    Vgl. M. Bommes/A. Scherr 1991, S. 307.Google Scholar
  175. 633.
    Vgl. W.-D. Bukow 1990, S. 425.Google Scholar
  176. 634.
    K. Bingermer/E. Meistermann-Seeger/E. Neubert (Hrsg.): 1969, S. 17/19.Google Scholar
  177. 635.
    Ausführlich dazu J. Puskeppeleit/D. Thränhardt 1990.Google Scholar
  178. 636.
    Vgl. M. Weber 1972, S. 236ff.Google Scholar
  179. 637.
    R. Miles 1989, S. 356.Google Scholar
  180. 638.
    Vgl. R. Miles 1989, S. 354.Google Scholar
  181. 639.
    Vgl. R. Hettlage 1993, S. 90.Google Scholar
  182. 640.
    Vgl. R. Hettlage 1993, S. 86.Google Scholar
  183. 641.
    Um ein Beispiel zu geben: Die Hindernisse bei der Einbürgerung, die in der Logik des ethnischen Nationalstaats liegen, der Ausschluß von Partizipationsrechten wie Wahlrecht und die Regulierung der wesentlichen Statusfragen über ein Sonderrecht “Ausländergesetz” begründen und legitimieren einen “Ausländerstatus” als Bürger 2. Klasse (In Bezug auf die EG-Angehörigen und Nicht EG-Angehörigen könnte man sogar von 3. oder 4. Klasse reden). Was noch paradoxer in diesem Kontext erscheint, ist, daß dieser “Ausländerstatus” auch auf die Kinder von Migranten übertragen wird, die in der Bundesrepublik Deutschland geboren und aufgewachsen sind.Google Scholar
  184. 642.
    Vgl. S.Hall 1994(a), S. 15.Google Scholar
  185. 643.
    Z.B. “ Die 8% oder “Runder-Tisch für Migranten”.Google Scholar
  186. 644.
    S. Hall 1994(d), S.78.Google Scholar
  187. 645.
    G. Welz 1994, S. 72.Google Scholar
  188. 646.
    Vgl. F. Hamburger 1990, S. 31 Iff.Google Scholar
  189. 647.
    Ausführlich zur wissenschaftlichen Konstruktion ethnischer Minderheiten E.J. Dittrich/F.-O. Radtke 1990, S. 1 Iff.Google Scholar
  190. 648.
    Vgl. H.M. Griese 1984, S. 43ff.Google Scholar
  191. 649.
    F.-O. Radtke 1988(a), S. 122.Google Scholar
  192. 650.
    Vgl. K. Imhofl993, S. 328.Google Scholar
  193. 651.
    K. Imhofl993, S. 328.Google Scholar
  194. 652.
    Wie eng dieser hier postulierte Zusammenhang zwischen dem Zerfall politischer Programmatiken, einer Orientierungskrise und der Ethnisierung des Politischen ist, demonstriert in jüngster Zeit in einer radikalsten Variante der “Dritte Balkankrieg”. Ausführlich dazu N. Stefanov/M. Werz (Hrsg.): 1994.Google Scholar
  195. 653.
    C.Offel990.Google Scholar
  196. 654.
    Vgl. K. Imhof 1993, S. 332.Google Scholar
  197. 655.
    Vgl. K. Imhof 1993, S. 342.Google Scholar
  198. 656.
    E.J. Dittrich/F.-O. Radtke 1990, S. 35.Google Scholar
  199. 657.
    Vgl. Die Grünen (Hrsg.): 1990; C. Leggewie 1990; M. Klöcker/U. Tworuschka (Hrsg.): 1990; J. Geier/K. Ness u.a. (Hrsg.): 1991; H. Boehncke/H. Wittich (Hrsg.): 1991; Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): 1991.Google Scholar
  200. 658.
    L. Hutcheon 1994, S. 164; Vgl. auch G. Steiner-Khamsi 1990, S. 283ff.Google Scholar
  201. 659.
    Vgl. St. Castles 1990, S. 55.Google Scholar
  202. 660.
    F.-O. Radtke 1994(b), S. 230. Hierbei muß man zur Kenntnis nehmen, daß die Multikulturalismusdebatte die dringenden Fragen wie politische und rechtliche Gleichstellung von Migranten verdrängte.Google Scholar
  203. 661.
    G.- H. Lenz: American Culture Studies: Multikulturalismus und Postmoderne. In: B. Ostendorf (Hrsg.) 1994 a.a.O. S. 167–189; hier S. 167.Google Scholar
  204. 662.
    Siehe dazu die politischen Debatten nach der Wiedervereinigung. Auch L. Hoffmann 1994.Google Scholar
  205. 663.
    F.-O. Radtke 1994(b), S. 234.Google Scholar
  206. 664.
    F.-O. Radtke spricht sogar von einer “pädagogischen Integrationsindustrie”. Vgl. F.-O. Radtke 1994(b), S. 232.Google Scholar
  207. 665.
    Ausführlich zur Ausdifferenzierung des Alltags die Untersuchung von M. Vester u.a. 1993.Google Scholar
  208. 666.
    Vgl. dazu H. Brunkhorst 1994.Google Scholar
  209. 667.
    Zu dieser Position gehören u.a. CDU und CSU aber auch die rechtsradikalen Parteien.Google Scholar
  210. 668.
    Grundsatzprogramm der CSU in Bayern, München 1993, S. 118.Google Scholar
  211. 669.
    Vgl. H.J. Puhle 1994, S. 79.Google Scholar
  212. 670.
    Vgl. H.J. Puhle 1994, S. 78ff.Google Scholar
  213. 671.
    H.J. Puhle 1994, S. 78.Google Scholar
  214. 672.
    M. Bommes/F.-O. Radtke reden sogar von der Etablierung einer Bildungsunterschicht bei den Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland. Vgl. M. Bommes/F.-O. Radtke 1993, S.Google Scholar
  215. 673.
    Die Minderheiten sind z.B. unter den Arbeitslosen erheblich überrepräsentiert. Radikal formuliert könnte man sogar von einer Ethnisierung der Arbeitslosen sprechen.Google Scholar
  216. 674.
    Vgl. W.-D. Bukow/R. Llaryora 1988.Google Scholar
  217. 675.
    Vgl.H.J.Puhlel994,S.91.Google Scholar
  218. 676.
    H.J. Puhle 1994, S. 9192.Google Scholar
  219. 677.
    Vgl. F.-O. Radtke 1990, S. 27ff. Auch die von den Bündnis 90/GRÜNEN, SPD und FDP geplante und an der Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag gescheiterte Forderung nach der Verankerung des Schutzes der Minderheitenkulturen in der Verfassung ist als ein deutlicher Hinweis auf diese Position zu interpretieren.Google Scholar
  220. 678.
    Vgl. S. Tyler 1993, S. 288.Google Scholar
  221. 679.
    Vgl. P. Rabinow 1993, S. 158ff.Google Scholar
  222. 680.
    G. H. Lenz 1994, S. 171.Google Scholar
  223. 681.
    Vgl.G.H. 1994, S. 171–172.Google Scholar
  224. 682.
    Vgl. R. Young: White Mythologies: Writing History and the West. 1990 zitiert nach G.H. Lenz 1994, S. 172. Auch die Untersuchung von E.- W. Said 1994 ist in diesem Zusammenhang interessant.Google Scholar
  225. 683.
    Bezüglich des Zusammenbruches des Sozialismus finden wir auch bei A. Wellmer ähnliche Schlußfolgerungen. Aus dem Zusammenbruch des realen Sozialismus bloß einen Sieg des Kapitalismus abzuleiten, wäre seiner Meinung nach eine falsche Alternative. Nach Wellmer wäre es adäquater anzunehmen, “daß durch das Ende des Realsozialismus die Kapitalismuskritik sich potential wieder dorthin verlagert, wohin sie eigentlich gehört: ins Innere der liberalen Gesellschafen. Das Ende des Realsozialismus ist das Ende einer falschen Alternative; vielleicht könnte es zugleich die Chance bedeuten, tiefliegende Selbstverständlichkeiten der kapitalistischen Ökonomie, die die Funktionsweise des Kapitaleigentums betreffen und die durch die pure Existenz des Realsozialismus lange Zeit faktisch der Kritik entzogen waren, mit neuen begrifflichen Mitteln in Frage zu stellen.” A. Wellmer 1993(a), S. 71.Google Scholar
  226. 684.
    Vgl. D. Harvey 1994, S. 48ff.Google Scholar
  227. 685.
    Vgl. dazu den Sammelband S. Benhabib/J. Butler u.a. (Hrsg.): 1994.Google Scholar
  228. 686.
    Vgl. G. Welz 1991, S. 29ff. In diesem Zusammenhang darf man nicht vernachlässigen, wie es zur Entstehung ethnischer Minderheiten kommt und welche gesellschaftlichen Faktoren dabei eine Rolle spielen.Google Scholar
  229. 687.
    Vgl. ausführlich dazu den Abschnitt “Identität in der Postmoderne”.Google Scholar
  230. 688.
    Heute ist von der dritten Migrantengeneration die Rede, die in der Bundesrepublik geboren ist und zum größten Teil Deutsch als Muttersprache hat.Google Scholar
  231. 689.
    Dazu ausführlich der Abschnitt “Ethnisierungsansatz”.Google Scholar
  232. 690.
    Vgl. S. Benhabib u.a. (Hrsg.): 1994.Google Scholar
  233. 691.
    B. Ostendorf spricht in bezug auf die schwarze Bürgerbewegung in Amerika von einer “politischen Kultur der Nichtdazugehörigkeit”. Vgl. B. Ostendorf 1992, S. 851.Google Scholar
  234. 692.
    Hier handelt es sich um eine Debatte, die in der Bundesrepublik neu ist, aber in den anderen Ländern wie in den USA, England und den Niederlanden vor Jahren geführt wurde. Nach jahrelangen Diskussionen wurden in diesen Ländern affirmative Schritte unternommen, um die benachteiligte Lage ethnischer Minderheiten zu kompensieren. Zu welchen unerwarteten und ungewollten Konsequenzen diese Politikform in den USA geführt hat, hat B. Ostendorf herausgearbeitet. Vgl. B. Ostendorf 1992, S. 846ff.Google Scholar
  235. 693.
    Ausführlich dazu der Teil “Geschichte der Migration”.Google Scholar
  236. 694.
    J. Habermas hat daraufhingewiesen, daß, um von der öffentlichen Autonomie angemessen Gebrauch zu machen, eine rechtlich gesicherte Privatautonomie unerläßlich ist.Google Scholar
  237. 695.
    In den USA haben die affirmativen Schritte, trotz des Wegfalls aller rechtlichen Hemmnisse, zu unerwarteten und ungewollten Konsequenzen geführt, wie B. Ostendorf bemerkt hat. Nämlich um zu entscheiden, wer von der “affirmative action”, der Sonderbehandlung, der Quotenregelung profitieren sollte, “mußte die gesetzliche Durchführung der “affirmative action” von anthropologisch definierten Kriterien ethnischer und rassischer Differenz ausgehen.” (...) Gravierender ist jedoch, daß nunmehr ein Kodex juristisch haltbarer Kriterien ethnischer und rassischer Differenz notwendig war, um festzustellen, wer als Schwarzer, als somatisch Gezeichneter, gelten konnte. Damit wurden gerade jene quasi-anthropologi-schen Kriterien der rassischen Differenz wiederbelebt und gestärkt, auf denen das alte rassistische System des Südens gründete.” B. Ostendorf 1992, 853–854.Google Scholar
  238. 696.
    F.-O. Radtke weist in diesem Zusammenhang daraufhin, daß die in den USA auf ethnischen Differenzen basierende Identitätspolitik eine Gegenstrategie sei, mit der versucht werden sollte, die in den USA gegen die Diskriminierung formierte schwarze Bürgerrechtsbewegung zu entpolitisieren. Vgl. F.-O. Radtke 1994(b), S. 229.Google Scholar
  239. 697.
    Auch Radtke spricht von einer dem Multikulturalismus inhärenten Ambivalenz von Partikularismus und Universalismus. Er vertritt die Auffassung, daß der partikulare Multikulturalismus versuche, “die Bedeutung ethnischer Grenzziehung als einer Form der Ausübung des kollektiven kulturellen Selbstbestimmungsrecht zu legitimieren.” Die Unterscheidungskriterien, die in den funktional differenzierten fortgeschrittenen Industriegesellschaften ihre Attraktivität verloren hätten, aber nicht ihre subjektive Attraktivität, würden durch die Aufwertung und Politisierung ethnischer Differenzen wiederbelebt. Er plädiert für ein universelles Multikulturalismuskonzept, in dem das egalitäre Prinzip betimmend fur den politischen und sozioökonomischen Status sein soll. Er schreibt dazu: “Wo ethnische Unterscheidungen in der Konkurrenz um soziale und ökonomische Vorteile eingesetzt werden können, geschieht dies mit neuer Legitimität und der Folge einer Ethnisierung sozialer Konflikte, die damit Zusehens unlösbar werden.” F.-O. Radtke 1994(b), S. 235.Google Scholar
  240. 698.
    B. Ostendorf 1992, S. 856.Google Scholar
  241. 699.
    B. Ostendorf 1992, S. 858–859.Google Scholar
  242. 700.
    Auch A. Wellmer versucht — ausgehend von einer faktischen “Globalisierung” aller politischen, ökonomischen und technologischen Prozesse in der heutigen Welt — eine “liberal und demokratisch verfaßte Weltgesellschaft” zu entwerfen, in der eine Repräsentation der Stimme aller Betroffenen in adäquater Weise realisiert werden könnte. Vgl. A. Wellmer 1993(a), S. 76f.Google Scholar
  243. 701.
    B. Ostendorf 1992, S. 862.Google Scholar
  244. 702.
    Vgl. G. Auernheimer 1990; G. Pommerin-Götze/B. Jehle-Santoso u.a. (Hrsg.): 1992; M.J. Gorzini/H. Müller (Hrsg.): 1993; H. Essinger/A. Ucar (Hrsg.): 1993.Google Scholar
  245. 703.
    Ausführlich dazu der Abschnitt “Multikulturalismusdiskurs”.Google Scholar
  246. 704.
    Vgl. C. Pollmann 1994, S. 251Y.Google Scholar
  247. 705.
    Vgl. H.-M. Griese 1984(b).Google Scholar
  248. 706.
    Vgl. F. Hamburger 1990.Google Scholar
  249. 707.
    F.-O. Radtke 1988, S. 50ff.Google Scholar
  250. 708.
    Vgl. W. Böhm 1993.Google Scholar
  251. 709.
    Vgl. G. Steiner-Khamsi 1992.Google Scholar
  252. 710.
    Vgl. R. Llaryora 1994. W.-D. Bukow 1994(a).Google Scholar
  253. 711.
    Ausführlich dazu L. Hoffmann 1990.Google Scholar
  254. 712.
    Ausführlich zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Abschnitt “Postmoderne Moderne”.Google Scholar
  255. 713.
    Vgl. H.L. Berger/T. Luckmann 1987.Google Scholar
  256. 714.
    Ausführlich dazu der Teil “Ethnizitätsdiskurs”.Google Scholar
  257. 715.
    Vgl. W. Welsch 1992(c), S. 5ff.Google Scholar
  258. 716.
    Ausführlich dazu der Abschnitt “Ethnisierungsdiskurs”.Google Scholar
  259. 717.
    Vgl. G. Steiner-Khamsi 1992, S. 18.Google Scholar
  260. 718.
    Zur Kritik der “Ausländerpädagogik” siehe auch U. Boos-Nünning 1984, S. 7ff. Sie wies ausdrücklich auf den Zusammenhang soziokultureller und kultureller Determinanten der Migrantensituation hin, der bisher weitgehend vernachlässigt wurde.Google Scholar
  261. 719.
    Vgl. J. Puskeppeleit/D. Thränhardt 1990, S. 125.Google Scholar
  262. 720.
    Vgl. G. Auernheimer 1990, S. 11.Google Scholar
  263. 721.
    Vgl. H.-M. Griese 1984(a), S. 11.Google Scholar
  264. 722.
    Vgl. H.-M. Griese 1984(c), S. 200.Google Scholar
  265. 723.
    H.-M. Griese 1984(b), S. 55.Google Scholar
  266. 724.
    Vgl. F. Hamburger/L. Seus/O. Wolter 1984, S. 39.Google Scholar
  267. 725.
    Vgl. F. Hamburger 1990, S. 316.Google Scholar
  268. 726.
    M. Borelli/H. Essinger/K.G. Fischer 1986, S. 7.Google Scholar
  269. 727.
    Vgl. G. Auernheimer 1984, S. 278.Google Scholar
  270. 728.
    W.-D. Bukow/R. Llaryora 1988, S. 1.Google Scholar
  271. 729.
    Ausführlich dazu Abschnitt “Ethnozentrismusdiskurs”.Google Scholar
  272. 730.
    Vgl. H.- M. Griese 1984(a),(b)und (c); F. Hamburger 1983, S. 273ff; H. Czock 1984, S. 83ff.Google Scholar
  273. 731.
    Vgl. F.-O. Radtke 1994(a), S. 21ff.Google Scholar
  274. 732.
    F. Hamburger 1990, S. 314f.Google Scholar
  275. 733.
    Vgl. M. Hohmann 1989, S. 12.Google Scholar
  276. 734.
    Vgl. M. Bommes/A. Scherr 1991, S. 296.Google Scholar
  277. 735.
    Ausführlich zu strukturellen Bedingungen der modernen Gesellschaft das Kapitel “Postmoderne Moderne”.Google Scholar
  278. 736.
    Vgl. F.-O. Radtke 1991(b), S. 194.Google Scholar
  279. 737.
    Vgl. I. Diehm 1992, S. 29ff.Google Scholar
  280. 738.
    Vgl.M. Bommes /F.-O. Radtke 1993, S. 483ff.Google Scholar
  281. 739.
    Vgl. M. Bommes/F.-O. Radtke 1993.Google Scholar
  282. 740.
    Vgl. E.Yildiz 1995.Google Scholar
  283. 741.
    Vgl. F. Hamburger 1983, S. 276.Google Scholar
  284. 742.
    Ausführlich dazu das Kapitel “Postmoderne Moderne”.Google Scholar
  285. 743.
    W.-D. Bukow 1994(c), S. 195ff.Google Scholar
  286. 744.
    W.-D. Bukow 1994(c), S. 196.Google Scholar
  287. 745.
    Vgl. W.-D. Bukow 1994(c), S. 196.Google Scholar
  288. 746.
    Vgl. R. Llaryora 1994, S. 40.Google Scholar
  289. 747.
    J. Hingham 1994, S. 120f.Google Scholar
  290. 748.
    Vgl. W.-D. Bukow 1994(c), S. 197.Google Scholar
  291. 749.
    W.-D. Bukow 1994(c), S. 198 Hervorhebung des Verf.).Google Scholar
  292. 750.
    Vgl. J. Habermas 1992(b), S. 399ff (Hervorhebund des Verf.).Google Scholar
  293. 751.
    Ausführlich dazu der Abschnitt “Kommunitarismus- und Liberalismusdebatte”.Google Scholar
  294. 752.
    Vgl. W.-D. Bukow 1994(c), S. 198.Google Scholar
  295. 753.
    W.-D. Bukow 1994(c), S. 198.Google Scholar
  296. 754.
    In diesem Zusammenhang weist H.J. Roth darauf hin, daß “Interkulturalität” als ein “allgemein-didaktisches Prinzip” für die Organisation jeglicher Bildungsprozesse, unabhängig von den Migrantenkindern herangezogen werden müßte. Vgl. H.J. Roth 1994, S. 102f.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations