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Wege aus der Gewalt Der Beitrag von Familie, Schule und Kirche

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Zusammenfassung

Es gibt Themen, die aus der Routine des Redens und Schreibens herausreißen, jedenfalls mehr als andere Themen. Die Auseinandersetzung mit Gewalt gehört dazu; denn sie zwingt sowohl zu klaren Stellungnahmen und praktikablen Lösungsvorschlägen als auch zu theoretischen Anstrengungen, bei denen wir in hartnäckige Widersprüche und Aporien hineingeraten. Auch davon wird im folgenden die Rede sein.1

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Literatur

  1. 1.
    Die schriftliche Fassung des Vortrags enthält Ergänzungen und weiterführende Hinweise. Ganz besonders danke ich meiner Frau, Martina Lesch, für wertvolle Tips aus der psychologischen Praxis. Im Laufe der Arbeit wurde mir bewußt, daß es fast nicht zu verantworten ist, ein so vielschichtiges Théma auf so knappem Raum zu behandeln. Präzisierungen müssen dem umfassenderen Entwurf einer „Friedensethik“ vorenthalten bleiben.Google Scholar
  2. 2.
    Es gibt die beliebte Strategie der Entlastung durch Dämonisierung. Zwischen diesem Abwehrmechanismus und dem gleichzeitig zu beobachtenden intellektuellen Interesse an der Irrationalität des Bösen ist ein Zusammenhang zu vermuten. Vgl. Walter Lesch, Die Ästhetik des Bösen als „postmodernes“ Stilprinzip. Theologisch-ethische Randbemerkungen zur TV-Serie Twin Peaks, in: Communicatio Socialis. Internationale Zeitschrift für Kommunikation in Religion, Kirche und Gesellschaft 26 (1993) 355–369.Google Scholar
  3. 3.
    Nach dem Abklingen einer fast schon inflationären Ethik-Mode gibt es Indizien für die Angst vor einer immer unverbindlicheren Ethik und für eine neue Bereitschaft zu einem Jargon der Betroffenheit. Dabei werden oft unrealistische Erwartungen an die Gattung ethischer Rede gerichtet, die den nüchternen Regeln logischer Argumentation verpflichtet ist. Es gibt keinen größeren Gegensatz zur Sprache der Gewalt, die sich in schreienden Bildern und Phantasien artikuliert und allein dadurch rößere Aufmerksamkeit erzielt, als geduldiges Argumentieren.Google Scholar
  4. 4.
    In: Gustave Flaubert, OEuvres, Bd. II (Bibliothèque de la Pléiade), Paris 1952, 711ff.Google Scholar
  5. 5.
    Flaubert arbeitete im Zusammenhang mit dem Roman an zwei weiteren amüsanten Projekten: dem „Dictionnaire des idées reçues“ (a.a.O, 999ff.) und dem „Sottisier de Bouvard et Pécuchet” (a.a.O., 1024ff.), also einem Wörterbuch gängiger Meinungen und sprachlicher Klischees und einer Zitatensammlung von Torheiten aus Büchern, die für die Mentalität der beiden Romanhelden wichtig waren. Beide Verzeichnisse können auch heute noch als Mahnung an die Adresse unseres floskelhaften Kulturbetriebs gelesen werden. Ich habe mich bei der Vorbereitung dieses Textes mehr als einmal bei der Flucht in Allgemeinplätze ertappt, obwohl ich von theologischem Sprechen und Schreiben minimal die Bewußtmachung von Strukturen der Hilflosigkeit und des Ausweichens erwarte.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Jochen Schweizer Arnold Retzer Hans Rudi Fischer (Hrsg.), Systemische Praxis und Postmoderne, Frankfurt a.M. 1992. Vielleicht können sich hartnäckige theologische Verächter der „Postmoderne“ ja doch einmal überwinden, die neuen Theorieangebote, die sich vor allem in der familientherapeutischen Praxis bewährt haben, unbefangen zur Kenntnis zu nehmen und zu überprüfen.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. die zahlreichen journalistischen Hintergrundberichte, z.B. von Simone Burgherr Siegfried Chambre Shahram tranbomy, Jugend und Gewalt, Luzern — Stuttgart 1993.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Hans-Peter Nolting, Aggression ist nicht gleich Aggression, in: Hans-Georg Wehling (Red.), Aggression und Gewalt, Stuttgart — Berlin — Köln 1993, 9–23.Google Scholar
  9. 9.
    Eine gute Darstellung aus psychoanalytischer Sicht bietet: Jean Bergeret, La violence et la vie. La face cachée de l’oedipe, Paris 1994.Google Scholar
  10. 10.
    Allan Guggenbühl, Die unheimliche Faszination der Gewalt. Denkanstöße zum Umgang mit Aggression und Brutalität unter Kindern, Zürich 1993.Google Scholar
  11. 11.
    Ebd., 108. Guggenbühls Behauptung hat offensichtlich nicht nur die Funktion, zu einer realistischen Analyse der Wirklichkeit aufzurufen. Unter dem Vorwand des Schattenthemas und mit Versatzstücken aus einer abenteuerlichen Psychomythologie wendet er sich zugleich gegen Schuldzuschreibungen und leistet damit letztlich doch der Rechtfertigung von Gewalt Vorschub. Selbstverständlich wird er einen solchen Vorwurf kaum akzeptieren, da er in seinem Weltbild den traditionellen Code ethischer Wertungen suspendieren kann. Für von Gewalt betroffene Eltern und Lehrer hat Guggenbühls Deutungsangebot den Vorzug, kohärent, griffig und tröstend zu sein und obendrein die Lust am Abenteuer mit dem eigenen Schatten zu wecken. Vgl. zur ausführlichen, auch moraltheoretischen Deutung des Schattenmotivs bei Jung: Marion Battke, Das Böse bei Sigmund Freud und C.G. Jung, Düsseldorf 1978.Google Scholar
  12. 12.
    Bei dieser Gelegenheit ist daran zu erinnern, daß sich zur Klärung unserer moralischen Intuitionen die Analyse von Produkten der sogenannten Populärkultur ganz ausgezeichnet eignet.Google Scholar
  13. 13.
    Das gilt auch für den 1994 in Cannes mit der Goldenen Palme prämierten Film „Pulp Fiction“ von Quentin Tarantino.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. Helmut Hartwig, Die Grausamkeit der Bilder. Horror und Faszination in alten und neuen Medien. Weinheim — Berlin 1986.Google Scholar
  15. 15.
    Hans Magnus Enzensberger, Aussichten auf den Bürgerkrieg, Frankfurt a.M. 1993, 37f. Vgl. dazu: Walter Lesch, Schlechte Aussichten? Zu H.M. Enzensbergers „Die Große Wanderung“ und „Aussichten auf den Bürgerkrieg”, in: Orientierung 58 (1994) 38–41.Google Scholar
  16. 16.
    Selbstverständlich gibt es unter Gewalttätern auch diese pathologischen Grenzfälle.Google Scholar
  17. 17.
    A.a.O., 21.Google Scholar
  18. 18.
    In starker Erinnerung sind mir die Fernsehbilder von den Reaktionen der Bevölkerung auf die beiden Kinder, die 1993 in Liverpool ein zweijähriges Kind entführt und ermordet hatten. Die Polizei konnte die Lynchjustiz an den beiden zehnjährigen Jungen nur mit Mühe verhindern.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. dazu unten Abschnitt IV.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. z.B. Christoph Türcke, Die Illusion der Gewaltlosigkeit, in: ders., Gewalt und Tabu. Philosophische Grenzgänge, Lüneburg 1987, 10–25.Google Scholar
  21. 21.
    Stellvertretend für die Fülle der Literatur der 80er Jahre: Bernhard Haring, Die Heilkraft der Gewaltfreiheit, Düsseldorf 1986; Wilhelm Korff, Grundsätze einer christlichen Friedensethik, in: Anselm Hertz u.a. (Hrsg.), Handbuch der christlichen Ethik, Bd. 3, Freiburg i.Br. — Basel — Wien (aktual. Neuausg.) 1993, 478–507; Dietmar Mieth, Friedensbereitschaft, in: ders., Die neuen Tugenden. Ein ethischer Entwurf, Düsseldorf 1984, 107–141.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. den Überblick von Ernst-Josef Nagel Harald Oberhem, Dem Frieden verpflichtet. Konzeptionen und Entwicklungen der katholischen Friedensethik seit dem Zweiten Weltkrieg, München — Mainz 1982.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. hierzu die teils aktuellen, teils den maßgeblichen politischen Konstellationen nachhinkenden philosophischen Beiträge: Ernst Tugendhut, Nachdenken über die Atomkriegsgefahr und warum man sie nicht sieht, Berlin 1986; Dieter Henrich, Ethik zum nuklearen Frieden, Frankfurt a.M. 1990; Malte Lehming, Krieg und nukleare Abschreckung, in: Kurt Bayertz (Hrsg.), Praktische Philosophie. Grundorientierungen angewandter Ethik, Reinbek 1991, 134–172.Google Scholar
  24. 24.
    Aus der Fülle der Publikationen ragen besonders heraus: Udo Rauchfleisch, Allgegenwart von Gewalt, Göttingen 1992; Thea Bauriedl, Wege aus der Gewalt. Analysen von Beziehungen, Freiburg i.Br — Basel — Wien 1992; Wolfgang Huber, Die tägliche Gewalt. Gegen den Ausverkauf der Menschenwürde, Freiburg i.Br. — Basel — Wien 1993.Google Scholar
  25. 25.
    A.a.O. (Anm. 15), 19. Vgl. dort zur Unterscheidung von Staatenkrieg und Bürgerkrieg, 9–11.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Amos Oz, Frieden und Liebe und Kompromiß. Rede anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, in: Schweigen ist Schuld. Ein Lesebuch der Verlagsinitiative gegen Gewalt und Fremdenhaß, Frankfurt a.M. 1993, 357–370.Google Scholar
  27. 27.
    Bernhard Waldenfels, Grenzen der Legitimierung und die Frage nach der Gewalt, in: ders., Der Stachel des Fremden, Frankfurt a.M. 1990, 103–119, hier: 105. Vgl. aus der Sicht der Philosophie ferner die schon klassische Referenz: Walter Benjamin, Zur Kritik der Gewalt (1921), in: ders., Gesammelte Schriften. Bd. II 1, Frankfurt a.M. 1980, 179203. Dazu: Jacques Derrida, Gesetzeskraft. Der „mystische Grund der Autorität“, Frankfurt a.M. 1991; Anselm Haverkamp (Hrsg.), Gewalt und Gerechtigkeit. Derrida — Benjamin, Frankfurt a.M. 1994. Vgl. außerdem: Roger Dadouin, La violence. Essai sur l`„homo violens”, Paris 1993; Konrad Loner, Metamorphosen der Gewalt. Zum Verhältnis von Gewalt und Zivilisation, in: Widerspruch. Münchner Zeitschrift für Philosophie 13 (1993) Nr. 24, 9–22.Google Scholar
  28. 28.
    Erste Schritte zu diesem wichtigen Gespräch wurden erarbeitet von Benedikta Hintersberger, Theologische Ethik und Verhaltensforschung. Probleme — Methoden — Ergebnisse, München 1978. Eine erfolgreiche und behutsame Darstellung aus biologischer Sicht: Wolfgang Wickler, Die Biologie der Zehn Gebote. Warum die Natur für uns kein Vorbild ist, München (überarb. Neuausg.) 1991. Vgl. jetzt auch Udo Zelinka, Normativität der Natur — Natur der Normativität, Fribourg — Freiburg i.Br. 1994.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. hierzu demnächst: Walter Lesch Alberto Bondolfi (Hrsg.), Theologische Ethik im Diskurs. Eine Einführung, Ttibingen Basel 1995 (UTB).Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. Thomas Cleary, La voie du samouraï. Pratiques de la stratégie au Japon, Paris 1992 (am. Orig.: The Japanese Way of War. Understanding the Culture of Strategy, Boston 1991).Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. z.B. Jürgen Habermas, Überlegungen zur Kommunikationspathologie (1974), in: ders., Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt a.M. 31989, 226–270.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. Manfred Frank, Die Grenzen der Verständigung. Ein Geistergespräch zwischen Lyotard und Habermas, Frankfurt a.M. 1988.Google Scholar
  33. 33.
    Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, Frankfurt a.M. 1992.Google Scholar
  34. 34.
    Ebd., 287. Vgl. auch Alfred Schopf; Aggression als Zerstörung von Anerkennung, in: ders. (Hrsg.), Aggression und Gewalt, Würzburg 1985, 65–84.Google Scholar
  35. 35.
    Enzensberger, a.a.O. (Anm. 15), 47.Google Scholar
  36. 36.
  37. 37.
    Dies spricht nicht automatisch gegen die ethische Reflexion. Vgl. zur Langzeitwirkung ethischer Friedensideale: Lehming, a.a.O. (Anm. 23), 141. Dort wird der Einfluß pazifistischer Bewegungen auf das humanitäre Völkerrecht aufgezeigt.Google Scholar
  38. 38.
    Rauchfleisch, a.a.O. (Anm. 24), 62.Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. Peter Grotzer (Hrsg.), Liebe und Hass (Zürcher Hochschulforum, Bd. 20), Zürich 1991. 40 Diese Bezeichnung für das elterliche Sorgerecht wird in Deutschland nicht mehr gebraucht; in der deutschsprachigen Schweiz ist sie in der Behördensprache immer noch üblich (in der Westschweiz: „autorité parentale“).Google Scholar
  40. 41.
    Beatrix Schiele, Gewalt und Gerechtigkeit, in: Concilium 30 (1994) Heft 2 („Gewalt gegen Frauen“), 121–128.Google Scholar
  41. 42.
    Vgl. die praktischen Anregungen von Thomas Gordon, Familienkonferenz in der Praxis. Wie Konflikte mit Kindern gelöst werden, Reinbek 1981.Google Scholar
  42. 43.
    Vgl. zu den komplizierten psychoanalytischen Aspekten: Bergeret, a.a.O. (Anm. 9).Google Scholar
  43. 44.
    Vgl. Dietmar Mieth, Familienethos: Leitbilder und Problemlösungen für eine ethisch orientierte Erwachsenenbildung, in: Volker Eid Lazlo Vaskovics (Hrsg.), Wandel der Familie — Zukunft der Familie, Mainz 1982, 201–226, bes. 217ff.Google Scholar
  44. 45.
    Vgl. das Beispiel von Karin Martens-Schmid, Gewalt gegen Kinder als Gegenstand der Familienberatung, in: Kurt Hahn Franz-Werner Müller (Hrsg.), Systemische Erziehungsund Familienberatung. Wege zur Förderung autonomer Lebensgestaltung, Mainz 1993, 102–114.Google Scholar
  45. 46.
    Vgl. die Berichte und Reflexionen in: Udo Schmülzle (Hrsg.), Mit Gewalt leben. Arbeit am Aggressionsverhalten in Familie, Kindergarten und Schule, Frankfurt a.M. 1993. Herrn Friedel Jacob verdanke ich den Hinweis auf den Modellversuch „Gewalt in der Erziehung“, den das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) in Saarbrücken von 1994 bis 1996 an drei saarländischen Schulen durchführt (Kontaktadresse: LPM, Beethovenstraße 26, D-66125 Saarbrücken).Google Scholar
  46. 47.
    Gisela Preuschoff Axel Preuschoff; Wir können etwas tun! Gegen Gewalt an Schulen — weitere Anregungen für die Praxis, Köln 1994.Google Scholar
  47. 48.
    Inghard Langer, Überlebenskampf im Klassenzimmer. Was Schüler und Eltern gegen den Gewaltterror tun können, Freiburg i.Br. — Basel — Wien 1994.Google Scholar
  48. 49.
    Lutz van Dijk, Als Nazi geboren wird keiner. Gegen Fremdenhaß und Gewalt in Schule und Elternhaus, Düsseldorf 1993.Google Scholar
  49. 50.
    A.a.O. (Anm. 10), 125ff.Google Scholar
  50. 51.
    Vgl. zur Vielschichtigkeit der Beziehung von Sport, Aggression und Gewalt: Gunter Gebauer, Gewalt und Ordnungen. Bemerkungen über die Feste des Sports, in: Dietmar Kamper Christoph Wulf (Hrsg.), Das Heilige. Seine Spur in der Moderne, Frankfurt a.M. 1987, 275–291.Google Scholar
  51. 52.
    Dorothee Solle, Gewalt. Ich soll mich nicht gewöhnen, Düsseldorf 1994.Google Scholar
  52. 53.
    Vgl. hierzu den Beitrag von Othmar Keel in diesem Band. Ferner: Jürgen Ebach, Das Erbe der Gewalt. Eine biblische Realität und ihre Wirkungsgeschichte, Gütersloh 1980; Erich Zenger, Das Erste Testament. Die jüdische Bibel und die Christen, Düsseldorf 1991, 48–85.Google Scholar
  53. 54.
    Jörg Zimmermann, Francis Bacon: Kreuzigung. Versuch, eine gewalttätige Wirklichkeit zu sehen, Frankfurt a.M. 1986.Google Scholar
  54. 55.
    Norbert Mette, Zum Friedenshandeln erziehen. Thesen zu einer religionspädagogischen Aufgabe, in: Peter Eicher (Hrsg.), Das Evangelium des Friedens. Christen und Aufrüstung, München 1982, 165–188; Roland Bast, Friedenspädagogik. Möglichkeiten und Grenzen einer Erziehung zum Frieden, Düsseldorf 1982.Google Scholar
  55. 56.
    Das könnte im äußersten Fall auch die Möglichkeit des Kirchenasyls bedeuten. Vgl. Walter Lesch, Die Motivation der Engagierten. Zum Zusammenhang von religiösem und moralischem Urteil am Beispiel von „Sanctuary“, in: Klaus Barwig Dieter R. Bauer (Hrsg.), Asyl am Heiligen Ort. Sanctuary und Kirchenasyl: Vom Rechtsanspruch zur ethischen Verpflichtung, Ostfildern 1994, 77–97.Google Scholar
  56. 57.
    Vgl. zur Auseinandersetzung mit Enzensbergers Universalismus-Schelte: Lesch, a.a.O. (Anm. 15). Vgl. zur konkreten Entfaltung der Möglichkeit eines universalen Ethos: Konrad Hilpert, Die Menschenrechte. Geschichte — Theologie — Aktualität, Düsseldorf 1991.Google Scholar
  57. 58.
    Vgl. zu der hinter diesem Gedanken stehenden Theorie die Arbeiten von René Girard, La violence et le sacré, Paris 1972; ders., Le bouc émissaire, Paris 1982. Zur theologischen Rezeption: Raymund Schwager, Offenlegung der Gewalt und christliche Offenbarung. Aggression in religionswissenschaftlicher und theologischer Sicht, in: Eicher, a.a.O. (Anm. 55), 27–41.Google Scholar
  58. 59.
    Jean-François Lyotard, Der Widerstreit, München 1987, 186.Google Scholar
  59. 60.
    Ebd. 186. Lyotard bezieht sich auf Emmanuel Lévinas, Difficile liberté. Essais sur le judaïsme, Paris 1984 (dritte, erw. Edition, Taschenbuchausgabe), 280. (Die Paginerung weicht von der anderer Editionen ab.)Google Scholar
  60. 61.
    Vgl. zu dieser Lesart: Irmtraud Fischer, „Geh, und laß dich unterdrücken!“ Repression gegen Frauen in biblischen Texten, in: Concilium 30 (1994) Heft 2, 155–160, bes. 158f.Google Scholar
  61. 62.
    Vgl. Richard Friedli, Frieden wagen. Ein Beitrag der Religionen zur Gewaltanalyse und zur Friedensarbeit, Fribourg 1981.Google Scholar
  62. 63.
    Paul Watzlawick John H. Weakland Richard Fisch, Lösungen. Zu Theorie und Praxis menschlichen Wandels, Bern — Stuttgart — Toronto 41988.Google Scholar
  63. 64.
    Vgl. Volker Eid (Hrsg.), Prophetie und Widerstand (Theologie zur Zeit, Bd. 5), Düsseldorf 1989.Google Scholar
  64. 65.
    Gernot Jochheim, Soziale Verteidigung. Verteidigung mit einem menschlichen Gesicht, Düsseldorf 1988.Google Scholar
  65. 66.
    Vgl. die Lösungsversuche in Peter Nolting, Lernfall Aggression. Wie sie entsteht — Wie sie zu vermindern ist. Theorie und Empirie aggressiven Verhaltens und seiner Alternativen, Reinbek (erw. u. tiberarb. Aufl.) 1981, III. Teil. Nolting beschreibt dort fünf Lösungsrichtungen: Aggressionen „ausleben“ (nach Noltings Meinung ein Irrweg), die Anreger vermindern, die Anreger anders bewerten, Aggressionshemmungen fördern, alternatives Verhalten lernen.Google Scholar
  66. 67.
    Vgl. zur Interpretation: Walter Lesch Matthias Loretan (Hrsg.), Das Gewicht der Gebote und die Möglichkeiten der Kunst. Krzysztof Kieslowskis „Dekalog“-Filme als ethische Modelle, Fribourg — Freiburg i.Br. 1993.Google Scholar
  67. 68.
    Enzensberger, a.a.O., 93.Google Scholar
  68. 69.
    Amos Oz, Bericht zur Lage des Staates Israel, Frankfurt a.M. 1992, 76f.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

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