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Das Dritte Parteiensystem (1860–96): Die Korrumpierung der Parteien

  • Helmut Klumpjan
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Zusammenfassung

In der mit dem Dritten Parteiensystem zusammenfallenden zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelten sich die USA endgültig von einer „weltabgewandten“ Agrargesellschaft zu einer urbanen Industriegesellschaft von internationaler Bedeutung. Schrittmacher dieser Entwicklung waren die Grundstoffindustrien und die durch großzügige Landschenkungen des Bundes unterstützten Eisenbahngesellschaften. Die „frontier“, also die stetig nach Westen vorrückende Siedlungsgrenze, war inzwischen durch die als„manifest destiny” (d.h. als klarer Sendungsauftrag der USA durch die Vorsehung) legitimierte Eroberung des gesamten kontinentalen Raums zwischen Atlantik und Pazifik verschwunden. Mit dem Ankauf von Alaska wurde 1867 die kontinentale Expansion abgeschlossen; erst unter dem Vierten Parteiensystem folgte ihr die insulare Expansion in die Karibik und den Pazifik.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Historical Statistics of the United States”, hrsg. v. U.S. Bureau of the Census. (Washington, D.C. 1957 ), Tabellen: A 195/199/206, (S. 14)Google Scholar
  2. 2.
    Historical Statistics”, Tabelle 88, (S. 56f.)Google Scholar
  3. 3.
    BURNHAM, Walter Dean: „Party Systems and the Political Process”, in: „The American Party System. Stages of Development”, hrsg. v. W. Burnham/W. Chambers (New York 1957), S.295 ff.Google Scholar
  4. 4.
    Nämlich 1886 in der folgenschweren Entscheidung„ Santa Clara County v. Southern Pacific Railroad”: Ausdehnung der„due process of law”-Schutzklausel des 14.„Amendment” auf„corporations.”Google Scholar
  5. 5.
    Der Staat Mississippi hatte 1890 per Verfassungsänderung eine kumulative„poll tax” ( Kopfsteuer, deren Nichtzahlung mit dem Entzug des Wahlrechts geahndet wurde) und einen Schreib- und Lesetest („Literacy Test”) eingeführt; dem rassistischen Gouverneur von South Carolina, Benjamin R. TILLMAN, gelang es, sechs weitere Südstaaten zur Übernahme der„Mississippi Formel” zu überreden, die im Laufe der Zeit noch um weitere diskriminierende Maßnahmen ergänzt wurde, wie etwa ein erschwertes Registrierungsverfahren, eine extrem verlängerte Residenzpflicht, die Aberkennung des Wahlrechts bei der geringsten Vorstrafe. Hinzu kamen„black codes” (Diskriminierungsgesetze, welche die Schwarzen im Eigentums- und Vertragsrecht benachteiligten, von öffentlichen Funktionen ausschlossen, u.a.m.) und segregationistische,Jim Crow laws”. Wo diese subtilen Diskriminierungsmaßnahmen nicht die von den weißen Rassisten gewünschte Wirkung erzielten, griffen diese zum Mittel terroristischer Einschüchterung durch Vigilantenorganisationen wie den„Ku Klux Klan”.Google Scholar
  6. 6.
    Das 1848 erstmals in Seneca Falls, N.Y. öffentlich geforderte Frauenwahlrecht, war im Dritten Parteien-system teilweise bereits auf der kommunalen Ebene verwirklicht. In den Territorien wurde es 1869 in Wyoming eingeführt, in den Einzelstaaten hingegen erst 1889, nämlich bei der Aufnahme von Wyoming in den Bund. In einigen westlichen Staaten beschleunigte die Einführung direktdemokratischer Verfahren die Ausweitung des Wahlrechts auf die Frauen: Durch Plebiszite wurde das Frauenwahlrecht in Colorado (1893) und Idaho (1896) in Kraft gesetzt. Die rein repräsentativ organisierten Staaten des Ostens und des Südens zogen erst ab 1910 nach; am Ende des Ersten Weltkriegs bestand das Frauenwahlrecht bereits in 15 Bundesstaaten. In der hier behandelten Periode blieb der Widerstand gegen die Einführung des Frauenwahlrechts insgesamt aber noch sehr stark.Google Scholar
  7. 7.
    Der„Australian Ballot” wurde 1888 in Massachusetts und Kentucky eingeführt; er war nach einem Stimmzetteltyp benannt, den der australische Bundesstaat Victoria 1856 eingeführt hatte. Es handelte sich hierbei um einen Stimmzettel, den der Staat drucken ließ, und der alle zur Wahl stehenden Kandidaten (unterschiedlicher Parteien) aufführte; die Wähler füllten ihn geheim aus. Die Übernahme dieses Stimmzetteltyps hatte für die amerikanischen Parteien gravierende Folgen. Bis dahin hatte nämlich typischer-weise jede Partei ihre eigenen Stimmzettel (mit jeweils nur den eigenen Kandidaten) gedruckt, die sich meistens schon vom Format oder von der Papierfarbe her von den denjenigen der anderen Parteien unterschieden; da die Wähler den oder die Stimmzettel des bzw. der von ihm gewählten Partei-Kandidaten offen in die Urne zu werfen pflegten, war das Wahlverhalten mühelos kontrollierbar und durch Pression oder Bestechung der Wähler leicht zu manipulieren. 1892 war die erste Präsidentschaftswahl, bei welcher der„Australian Ballot” in allen Staaten angewandt wurde; für die Wahlen zu einzelstaatlichen Ämtern setzte sich dieser neue Stimmzetteltyp bis 1896 in rund 90% aller Bundesstaaten durch.Google Scholar
  8. 8.
    Die Vorwahlen und ihr Entstehungshintergrund werden bei der Behandlung des Vierten Parteiensystems im Abschnitt über die Rahmenbedingungen erläutert.Google Scholar
  9. 9.
    Beim„office block” (bzw. bei der„office column”) wird der Stimmzettel primär nach den zu vergeben-den Wahlämtern gegliedert; unter dem jeweiligen Wahlamt (z.B. dem Bürgermeisteramt) sind sämtliche Bewerber der verschiedenen Parteien aufgelistet. Beim„party block” (bzw.„party column”) wird der Stimmzettel hingegen primär nach den Parteien und ihren Kandidaten (für die verschiedensten Ämter) untergliedert; die Aufgliederung nach den zu besetzenden Ämtern ist hier der untergeordnete Gliederungsgesichtspunkt.Google Scholar
  10. 10.
    Boß” Edward BUTLER von St. Louis verlieh 1884 beispielsweise rund 1000 seiner Parteihelfer als Wähler an die„Parteimaschine” von Indianapolis, wo sie als„Wanderwähler” jeweils in zehn Wahllokalen ihre Stimme abgaben.Google Scholar
  11. 11.
    Hierzu gehören nicht nur„klassische” Interessengruppen des idealistischen Typus wie etwa die 1866 gegründete„American Society for the Prevention of Cruelty to Animals”, sondern auch zahlreiche Reformgruppen, die von dem 1879 durch den amerikanischen Sozialkritiker und Reformer Henry GEORGE ins Leben gerufenen„Single Tax Movement” über die 1864 von Frederick DOUGLAS zur Überwindung der Diskriminierung schwarzer Amerikaner gegründete„National Equal Rights League” und die„American Woman Suffrage Association” (gegr. 1869) bis zu der 1881 von dem deutschstämmigen Carl SCHURZ und anderen Reformrepublikanern ins Leben gerufenen„National Civil Service Reform League” sowie der ebenfalls verwaltungsreformerische Ziele verfolgenden„National Municipal League” von 1894 reichten. Umgekehrt konnten diese Interessengruppen aber auch negative„Ideale” verfolgen, wie z.B. der 1866 in Tennessee gegründete„Ku Klux Klan”, der zwar anfangs ein Geselligkeitsverein von Kriegsveteranen der Konföderation war, später aber durch seinen rassistischen Terror berüchtigt wurde. Zahlreiche Vereinigungen mit teils geselligem, teils„pressure group”-artigem Charakter entstanden darüber hinaus im Zusammenhang mit der starken Einwanderung, so etwa die 1880 gebildete„Polish National Alliance”.Google Scholar
  12. 12.
    Copperheads” war ein Schimpfwort der politischen Gegner der„Peace Democrats”: Diese seien nämlich so hinterhältig wie die giftigen„copperhead”-Schlangen. Die Republikaner beschimpften sie außerdem als unpatriotisch und bezichtigten sie—in der Regel jedoch zu Unrecht, da es sich überwiegend um Unionisten handelte—der Kooperation mit den Sezessionisten. Die„Peace Democrats” reagierten auf diese Schmähung betont offensiv: Sie trugen von nun an eine kupferne Cent-Münze am Revers, deren sichtbare Seite das Wort„Liberty” trug. Die Faktion der„Peace Democrats” wurde von dem New Yorker Bürgermeister Fernando WOOD und dem US-Repräsentantenhausmitglied Clement L. VALLANDIGHAM aus Ohio geführt. Letzterer interpretierte den Bürgerkrieg als eine soziale Auseinandersetzung zwischen Arm und Reich; wegen seines Radikalismus wurde er zeitweise von Präsident LINCOLN in die Konföderation verbannt. Programmatischer Slogan der„Peace Democrats” war die Formel„The Constitution as it is, and the Union as it was”—womit man einerseits gegen LINCOLNS„constitutional dictatorship” protestierte und zum anderen nach dem Ende des Bürgerkrieges die umgehende Wiederzulassung der Südstaaten zur Union in Aussicht stellte. Die Anhängerschaft der„Peace Democrats” bestand vor allem aus Demokraten, die im Handel mit den Südstaaten engagiert gewesen waren und daher wirtschaftlich am unmittelbarsten von Sezession und Bürgerkrieg betroffen waren; auch zahlreiche ehemalige Wähler der kurzlebigen„Constitutional Union Party” zählten zu den„Copperheads”. Organisatorische Unterstützung erhielten die„Peace Democrats” durch Organisationen wie die„Knights of the Golden Circle”, die bereits in den 50er Jahren von Nordstaatlern zur Unterstützung der Sklavenhalter gegründet worden waren; derartige Unterstutzer nährten natürlich den Kollaborationsverdacht der Republikaner. Mit dem Andauern des Bürgerkrieges erhielten die„Peace Democrats” immer mehr Zulauf; im Wahljahr 1864 konnten sie in der Demokratischen„platform” ihre Forderung nach sofortiger Beendigung des Krieges festschreiben und einen der ihren, nämlich George H. PENDLETON, zum Vizepräsidentschaftskandidaten nominieren. Der wegen seiner größeren Popularität zum Präsidentschaftskandidaten nominierte„War Democrat” General McCLELLAN distanzierte sich im Wahlkampf umgehend von dieser„platform”-Forderung.Google Scholar
  13. 13.
    Die von dem New Yorker Gouverneur Horatio SEYMOUR geführten„War Democrats” traten wie die Republikaner für einen Kapitulationssieg der Nordstaaten über die Konföderation ein. Je länger der Bürgerkrieg dauerte, ohne daß die Unionstruppen durchschlagende Erfolge erzielten, um so schwächer wurde die Position der Kriegs-Demokraten. Obwohl sie auf dem Demokratischen Nationalkonvent des Jahres 1864 nur die Minderheit der Delegierten stellten, konnten sie dennoch einen der ihren—General George B. McCLELLAN—zum Präsidentschaftskandidaten nominieren, weil die„Peace Democrats” über keine zugkräftigen Kandidaten verfügten. Anhänger der„War Democrats” waren vor allem traditionell Demokratisch wählende Unionisten.Google Scholar
  14. 14.
    Schon in den Zwischenwahlen des Jahres 1862 hatten die Republikaner positive Erfahrungen mit der gemeinsamen Aufstellung von„union tickets” durch Republikaner und Kriegs-Demokraten gemacht. Außerdem existierten schon seit 1861 die in der„Union League of America” zusammengeschlossenen, formaliter überparteilichen„union clubs”, deren Anzahl inzwischen auf einige Tausend mit insgesamt rund 1 Mio. Mitgliedern angestiegen war; damit besaß die neue„überparteiliche Partei” von Anfang an eine funktionsfähige Mobilisierungsmaschinerie.Google Scholar
  15. 15.
    Der nicht gerade erfolgreiche, aber bei seinen Soldaten äußerst beliebte Bürgerkriegsgeneral war bereits im ersten Wahlgang mit überwältigender Mehrheit nominiert worden.Google Scholar
  16. 16.
    Der von den„Radical Republicans” beherrschte Kongreß hatte auf Initiative der beiden Parlamentarier WADE und DAVIS 1864 eine Gesetzesvorlage angenommen, welche die Beendigung der Militärverwaltung in den zurückeroberten Südstaaten an wesentlich harschere Bedingungen knüpfte als vom Präsidenten beabsichtigt.Google Scholar
  17. 17.
    Am berüchtigtsten waren die„black codes” von Louisiana und Mississippi aus dem Jahre 1865.Google Scholar
  18. 18.
    in Anspielung auf die jakobinische TerrorherrschaftGoogle Scholar
  19. 19.
    Andrew JOHNSON erhielt auf dem Demokratischen Nationalkonvent des Jahres 1868 im ersten Wahlgang ganze 65 von 317 Delegiertenstimmen.Google Scholar
  20. 20.
    Unter den acht ernstzunehmenden Kandidaten der Demokraten hatte zunächst der Kongreßabgeordnete George PENDLETON aus Ohio als Favorit gegolten; als Verfechter einer inflationären Geldpolitik war er jedoch für mehr als ein Drittel der Delegierten inakzeptabel. Chancenlos war auch der Favorit der slid-staatlichen Delegierten, Präsident Andrew JOHNSON. Der Delegation des Staates Ohio war es schließlich gelungen, mit dem Vorschlag einer Nominierung des Nationalkonvents-Vorsitzenden SEYMOUR ein drohendes Patt zu verhindern.Google Scholar
  21. 21.
    SEYMOUR war es mit Hilfe seines Wahlkampfmanagers Samuel TILDEN gelungen, trotz der desolaten Situation der eben erst wiedervereinigten Demokratischen Partei eine völlig neue, schlagkräftige Wahlkampforganisation (unter dem Namen„The Order of the Union Democrats”) aufzubauen. Außerdem unternahm er eine landesweite Wahlkampftour. SEYMOUR verspielte seine Chancen jedoch dadurch, daß er sich als Hartgeldverfechter umgehend von der Forderung der Demokratischen„platform” nach einer inflationistischen Papiergeldpolitik distanzierte; außerdem verprellte sein Vizepräsidentschaftskandidat Francis P. BLAIR die nordstaatlichen Wähler mit dem Versprechen, notfalls mit militärischen Mitteln die Ergebnisse der„reconstruction” rückgängig zu machen, die in der Demokratischen„platform” als„military despotism” in Friedenszeiten und als Institutionalisierung der„negro supremacy” attackiert worden war.Google Scholar
  22. 22.
    Siehe hierzu die Ausführungen im Abschnitt über die„dritten” Parteien.Google Scholar
  23. 23.
    Die 1865 gegründete„Grand Army of the Republic” war einerseits de facto eine Hilftruppe der Republikanischen Partei—weshalb sie von Spöttern in„Generally All Republicans” umgetauft wurde), andererseits eine der erfolgreichsten frühen Lobbyismus-Organisationen der USA, die vor allem Pensionswünsche der Unions-Veteranen durchsetzte.Google Scholar
  24. 24.
    Siehe dazu die Ausführungen im Teil über die„Drittparteien”.Google Scholar
  25. 25.
    Dies waren: der von der Parteibasis favorisierte charismatische, aber unter Korruptionsverdacht stehende ehemalige„Speaker” des Repräsentantenhauses James G. BLAINE aus Maine; der von den innerparteilichen Reformern unterstützte Finanzminister Benjamin BRISTOR; sodann der von den GRANT-Anhängern favorisierte New Yorker Senator Roscoe CONKLING und schließlich der vom inflationistisch orientierten Parteiflügel unterstützte Senator Oliver MORTON aus Indiana.Google Scholar
  26. 26.
    Die Kommission bestand aus 15 Mitgliedern: aus 7 Republikanern, 7 Demokraten und einem von beiden Seiten hinzugewählten weiteren Mitglied. Dieser 15. Mann sollte ursprünglich der als überparteilich geltende US-Supreme Court Justice David DAVIS sein, der jedoch in der Zwischenzeit vom Staatsparlament von Illinois in den US-Senat gewählt worden war. An Stelle von DAVIS wurde daraufhin von einer paritätisch besetzten Vierer-Kommission der Associate Justice Joseph P. BRADLEY hinzugewählt. Entgegen allen Erwartungen erwies er sich jedoch alles andere als überparteilich: Er schlug sich vielmehr bei allen Entscheidungen auf die Seite der Republikanischen Kommissionsmitglieder, so daß alle 20 umstrittenen Wahlmänner an HAYES fielen, wodurch das Endergebnis 185 zu 184„electors” für HAYES lautete. Erst 1887 wurde mit dem„Electoral Count Act” ein permanentes Verfahren zur Regelung von Wahlstreitigkeiten geschaffen.Google Scholar
  27. 27.
    Dies waren der Ex-Präsident GRANT, der nach einer zweijährigen Weltreise seine alte Popularität wiedergewonnen hatte; sodann der charismatische, aber skandalumwitterte Außenminister James G. BLAINE, der vor allem von den Delegierten des Nordostens und des Mittleren Westens favorisiert wurde; schließlich Finanzminister John SHERMAN. Zur Auflösung der Pattsitutation hatte der Delegierte Wharton BARKER, ein zu den GRANT-Gegnern gehörender Banker aus Philadelphia, schließlich den Namen des SHERMAN-Anhängers GARFIELD lanciert. Das„dank horse” konnte sich im 36. Wahlgang durchsetzen.Google Scholar
  28. 28.
    Der Begriff„Half-Breeds” („Halbbluter”/Mischlinge) war ein Schimpfwort ihrer innerparteilichen Gegner, nämlich der ehemaligen„Radicals”, die den ehemaligen„Moderates” damit den Anspruch absprachen,„vollblütige” Republikaner zu sein.Google Scholar
  29. 29.
    Die Bezeichnung„Stalwarts” war die neue Selbstcharakterisierung der ehemaligen„Radicals”.Google Scholar
  30. 30.
    Die Vizepräsidentschaft war zunächst Levi MORTON aus New York angeboten worden. New Yorks„Boss” CONKLING, der sich übergangen fühlte, konnte MORTON jedoch zur demonstrativen Ablehnung des Angebots veranlassen. CONKLING versuchte das gleiche auch im Falle von ARTHUR, der damals Chef der Zollbehörde des New Yorker Hafens (und damit CONKLINGs Geldbeschaffer) war, zu erreichen. ARTHUR betrachtete das Angebot jedoch als eine unverhoffte Ehrung, der er nicht zu widerstehen vermochte.Google Scholar
  31. 31.
    Die Demokraten hatten im Wahlkampf überall Schilder mit der Aufschrift„$ 329” angebracht, um auf den Verdacht anzuspielen, wonach GARFIELD von der skandalgeschüttelten Crédit Mobilier-Gesellschaft 329 Dollar Bestechungsgeld erhalten habe.Google Scholar
  32. 32.
    HANCOCK hatte sich bereits im zweiten Wahlgang gegen seinen Hauptkonkurrenten, Senator Thomas BAYARD aus Delaware, durchsetzen können.Google Scholar
  33. 33.
    hatte der Herausgeber von„Harpers’s Weekly”, George W. CURTIS, z.B. die einflußreiche„National Civil Service Reform League” ins Leben gerufen.Google Scholar
  34. 34.
    lag der Anteil bereits bei ca. 22%, 1901 bei etwa 44% und 1919 bei fast 87%; danach schwankte er im Zeitraum 1920–1988 zwischen 56% und 88%. Details finden sich in der Tabelle 8–8 bei: STANLEY, Harold/NIEMI, Richard:„Vital Statistics an American Politics” (2. Washington, D.C. 1990 ) S. 246.Google Scholar
  35. 35.
    So BLAINEs Parteifreund Robert INGERSOLL in seiner als Meisterwerk der Rhetorik berühmt gewordenen Nominierungsrede, in der er BLAINE mit einem Ritter im Kampfe gegen die Verräter der Union verglichen hatte.Google Scholar
  36. 36.
    Dies galt vor allem für den Schlüsselstaat New York, den der Demokrat CLEVELAND mit ganzen 1047 Stimmen gewann: Hier hatte der Hauptredner einer Republikanischen Wahlkampfveranstaltung für New Yorks protestantische Pfarrer, Rev. Dr. Samuel D. BURCHARD, die„Democrats” im Beisein des Republikanischen Präsidentschaftskandidaten als eine Partei beschimpft, deren Vorfahren„rum, Romanism, and rebellion” gewesen seien—mit der unbeabsichtigten Folge, daß die von den Demokraten sogleich über diese„schmeichelhafte” Charakterisierung informierte katholisch-irische Stammwählerschaft der New Yorker Republikaner diesmal massenhaft für CLEVELAND stimmte. Zit. n.: MOOS, Malcolm C.:„The Republicans: A History of Their Party ” (New York 1956), S. 170.Google Scholar
  37. 37.
    Siehe hierzu die Erläuterungen im Abschnitt über die„dritten” Parteien der Periode bei der abschließenden Behandlung der innerparteilichen Abspaltungen.Google Scholar
  38. 38.
    Die Vielfalt der Kandidaten hatte auf dem Republikanischen Nationalkonvent von 1888 zu einer Pattsituation geführt, da der bei der Abstimmung führende Senator John SHERMAN aus Ohio keine absolute Mehrheit zu erreichen vermochte. Auf Initiative seines Mitbewerbers Chauncey DEPEW konzentrierten die SHERMAN-Gegner schließlich ihre Stimmen auf Ex-Senator Benjamin HARRISON aus Indiana, der sich im B. Wahlgang durchsetzen konnte.Google Scholar
  39. 39.
    BRYAN, dessen Kandidatur wegen seines Alters von gerade einmal 36 Jahren zunächst vom Parteiapparat nicht emstgenommen worden war, hatte sich im fünften Wahlgang gegen den favorisierten Führer des Silbergeld-Flügels, Congressman Richard BLAND aus Missouri und den vom konservativen Parteiflügel unterstützten Gouverneur Robert PATTISON aus Pennsylvania durchgesetzt. Den ausschlaggebenden Faktor für diesen unerwarteten Erfolg hatte seine in prophetischem Ton gehaltene„Cross of Gold”-Rede gespielt, in der er die Goldwährung als zutiefst unmoralisches Ausbeutungsinstrument attackiert hatte.Google Scholar
  40. 40.
    Der nunmehr mit dem Wahlrecht ausgestattete Teil der ehemaligen Negersklaven („freedmen”) bildete zusammen mit den nordstaatlichen Zuwanderern („carpetbaggers”:abolitionistische Idealisten, aber auch Glücksritter, von denen man sagte, sie seien mit nicht mehr Besitz in den Süden gekommen als mit den paar persönlichen Utensilien, die sie in eine Reisetasche hätten einpacken können) und mit der von den ehemaligen Konföderierten als„scalawags` (Schufte) oder„white negroes” beschimpften Republikanischunionistischen Minderheit der Südstaatler—vor allem kleinbäuerliche Siedler der Inlandsregion—den Kernbestand der Republikanischen Wählerschaft im okkupierten Süden.Google Scholar
  41. 41.
    Die einschränkende Vorschrift des XIV. Verfassungszusatzes, daß diese Neuregelung nur dort gültig sein solle, wo die Schwarzen nicht an der Ausübung ihres Wahlrechts gehindert würden, konnte nur bis zum Ende der Besatzungszeit gegen die Süd-Demokraten angewandt werden—was aber auch vorher nicht immer geschehen war.Google Scholar
  42. 42.
    LADD, Everett Carl, Jr.: „American Political Parties” (New York 1970), S.175. Siehe auch S.169–177.Google Scholar
  43. 43.
    Es wurde schließlich üblich, nur die Kandidaten der beiden großen Parteien automatisch auf den offiziellen Stimmzettel aufzunehmen; Kandidaten anderer Parteien mußten oft binnen sehr kurzer Frist eine ausgesprochen große Zahl von Unterstützerstimmen vorlegen, um überhaupt auf den„ballot” aufgenommen zu werden. Theoretisch bestand zwar in der Regel die Möglichkeit, nicht auf dem Stimmzettel aufgeführte Kandidaten durch„write in” zu wählen; hiervon machten jedoch normalerweise nur sehr wenige Wähler Gebrauch, so daß diese Möglichkeit in den seltensten Fällen von praktischer Relevanz war.Google Scholar
  44. 44.
    Bei HOLLINGSWORTH heißt es dazu:„Men began to apotheosize gold and silver, to ascribe all wickedness to one and all virtues to the other. Emotion faced emotion; hysteria fought hysteria, not since the days of abolition had any cause so inflamed the masses. Sectional and class hatreds multiplied throughout the nation. As the movement grew, it took on an aspect of religious frenzy”. HOLLINGSWORTH, J. Rogers: „The Whirligig of Politics: The Democracy of Cleveland and Bryan” (Chicago/London 1963), S.13. Am deutlichsten kommt die religiös-moralische Überhöhung der geldpolitischen Auseinandersetzung natürlich in der berühmten„Cross of Gold” Rede zum Ausdruck, mit der BRYAN auf dem Nationalkonvent des Jahres 1896 in prophetisch-missionarischer Sprache den Gold-Standard verdammte; er hatte seine Rede mit den Worten abgeschlossen:„You shall not press down upon the brow of labor this crown of thorns, you shall not crucify mankind upon a cross of gold.” BRYAN, William Jennings, zit. n.:„Documents of American History”, hrsg. v. H. Commager (5. New York 1949), Bd.II: S.178.Google Scholar
  45. 45.
    Diese Bezeichnung tauchte erstmals in der Republikanischen„platform” des Jahres 1868 auf.Google Scholar
  46. 46.
    Der Esel war zwar schon früher neben anderen Emblemen als Parteisymbol der Demokraten verwendet worden, hatte sich aber nicht durchsetzen können. Schon Andrew JACKSON hatte versucht, den Vorwurf seiner Gegner, er sei ein populistisch auftretendes„jackass“ ins Positive zu kehren, indem er den Esel auf seinen Wahlplakaten benutzte. 1837 erschien eine Karikatur, die Ex-Präsident JACKSON als Eseltreiber zeigte—als Anspielung darauf, daß er von seinem Altersruhesitz aus noch immer versuchte, den Kurs der Demokratischen Partei zu beeinflussen. Die schließliche Durchsetzung des Esels als zentrales Parteiemblem der Demokraten hat die Partei ausgerechnet einem Republikanischen Karikaturisten zu verdanken. Thomas NAST veröffentlichete nach der Demokratischen Wahlniederlage des Jahres 1872 in der Januarausgabe von„Harper’s Weekly” folgende Karikatur: Ein mit dem Namen„Copperhead Press” versehener Esel gibt einem toten Löwen, dem König der Tiere (hier als Sinnbild des kurz zuvor verstorbenen Kriegsministers Edwin STANTON gemeint, eines ehemaligen Demokraten, der von Präsident JOHNSON wegen seiner harschen Rekonstruktionspolitik entlassen worden war), einen Huftritt. Um 1880 war der Esel bereits zum gängigen Emblem der Demokratischen Partei geworden und wurde auch bereits von den Parteimitgliedem als Maskottchen benutzt. Das„Democratic National Committee” hat 1992 ein Merkblatt herausgegeben, das die Geschichte des Esels als Parteisymbol zusammenfaßt.Google Scholar
  47. 47.
    Zit. n.: BINKLEY, Wilfred E.: „American Political Parties: Their Natural History” (4. New York 1965), S. 294.Google Scholar
  48. 48.
    differenzierte sich aus dem Amt des Vorsitzenden des„ways and means committee” die Position des„majority floor leader” heraus, die allerdings erst 1899 offiziell anerkannt wurde. Hauptziel dieser Ausdifferenzierung war es, den„Speaker” einerseits arbeitsmäßig (bei den Aufgaben der Fraktionsführung), andererseits aber auch politisch zu entlasten, da seine Rolle als Präsident des Repräsentantenhau-ses durch seine zweite Rolle als Führer der Mehrheitsfraktion in Mitleidenschaft gezogen wurde, wenn er sein Amt als Parlamentspräsident allzu offenkundig für fraktionsstrategische Zwecke instrumentalisierte.Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. hierzu: CLUBB, Jerome M./ TRAUGOTT, Sandra: „Partisan Cleavages and Cohesion in the House of Representatives, 1861–74”, in: Journal of Interdisciplinary History. Bd. 8 (Cambridge, Mass. 1977) S.375–402; sowie: SCHADE, William G. et al.: „Partisanship in the United States Senate 1869–1901”, in: Journal of Interdisciplinary History. Bd. 4 (Cambridge, Mass. 1973), 5.185–205.Google Scholar
  50. 50.
    Die weißen Südstaaten-„Republicans” setzten sich von nun an im wesentlichen aus folgenden Gruppen zusammen: Republikaner, die aus den Nordstaaten eingewandert waren; Kleinfarmer der Inlandsregion, die traditionell mit der in der Küstenregion ansässigen Elite verfeindet waren; Industrieunternehmer, deren Betrieb in jenen Südstaaten lag, deren Regierung vom agrarischen Interesse beherrscht wurde; ein Teil der ehemaligen südstaatlichen„Whigs”; ehemalige Süd-Demokraten, die sich von einer Unterstützung der Republikaner einen schnelleren Wiederaufbau ihrer Heimat versprachen (hierzu zählten u.a. der prominente Großpflanzer James L. ACORN aus Mississippi, der ehemalige Konföderationsgeneral James LONGSTREET aus Louisiana und der Gouverneur von Georgia, Joseph E. BROWN).Google Scholar
  51. 51.
    KLEPPNER, Paul:„Partisanship and Ethnoreligious Conflict: The Third Electoral System”, in:„The Evolution of American Electoral Systems”, hrsg. v. P. Kleppner et al., (Westport, Conn./London 1981), S.130 (Tabelle 4. 4 ).Google Scholar
  52. 52.
    Ders., op.cit., S. 139.Google Scholar
  53. 53.
    OSTROGORSKI, Moisei: „Democracy and the Organization of Political Parties” (New York 1902), Bd. II: The United States”.Google Scholar
  54. 54.
    MAYHEW, David R.: „Placing Parties in American Politics” (Princeton, N.J. 1986), S.21; MAYHEW legt in seiner Definition die Betonung auf das Wort„overall”, um die„Maschine” (die er auf den Bereich der„city” und des„county” beschränkt) gegenüber anderen hochentwickelten Partei-Organisationen abzugegrenzen.Google Scholar
  55. 55.
    Beim Amtsantritt von„Tammany”-„Boss” TWEED, der New York City in den 60er Jahren regierte, hatte die„Spendenquote” für städtische Aufträge noch bei bescheidenen 10% des jeweiligen Auftragsvolumens gelegen, ein Jahr später war sie von ihm bereits auf„leistungsgerechte” 65% angehoben worden.Google Scholar
  56. 56.
    Unter dieser verharmlosenden Bezeichnung verbarg sich eine Machtelite aus rund einem Dutzend einflußreicher Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Publizistik, zu denen außer Senator PLATT vor allem der mächtige Präsident der New York Central Railroad, Chauncey M. DEPEW, gehörte.Google Scholar
  57. 57.
    Allein die Demokratische„Tammany-Maschine” in New York City konnte 1870 bereits 60.000 Patronageposten vergeben.Google Scholar
  58. 58.
    Die Unterscheidung zwischen„honest graft” und„dishonest graft” geht wahrscheinlich auf den Distrikt-Parteiführer George Washington PLUNKITT zurück, den man den„Philosophen” unter den„Tammany Bossen” nannte. Siehe hierzu:„Plunkitt of Tammany Hall”, hrsg. v. W. Riordan (New York 1963 ).Google Scholar
  59. 59.
    Der von Boss William Marcy TWEED, einem„Grand Sachem” der„Society of St. Tammany” beherrschte„TWEED-Ring” kontrollierte 1866–1871 über die Demokratische Partei die Stadtverwaltung von New York City und schaffte in dieser Zeit schätzungsweise ca. $75 Mio. beiseite, von denen allein rund $700.000 für die„würdige” Gestaltung der Hochzeitsfeierlichkeiten von TWEEDs Tochter ausgegeben wurden. Die von TWEED bestochenen Mitglieder des New Yorker Stadtparlaments hatten u.a. eine neue City Charter verabschiedet, welche der TWEED-„Maschine” Korruptionshindernisse aus dem Wege räumte. TWEED selbst wanderte 1871 ins Gefängnis. Zur Arbeitsweise des TWEED-Rings siehe: CALLOW, Alexander B., Jr.: The Tweed Ring”.(New York 1966). Sowie: MANDELBAUM, Seymour J.:„Boss Tweed’s New York”. (New York/Sydney/London 1965 ).Google Scholar
  60. 60.
    Demokratische„platform” von 1880; zit.n.:„National Party Conventions, 1831–1980”, hrsg. v. P. Rusotto. ( Washington, D.C. 1983 ), S. 48.Google Scholar
  61. 61.
    Zit. n.: CHAMBERS, William Nisbet:„The Democrats, 1789–1964”, ( Princeton, N.J. 1964 ), S. 58.Google Scholar
  62. 62.
    SIEVERS, Harry: „Benjamin Harrison: Hoosier Statesman” (New York 1959), S.374.Google Scholar
  63. 63.
    Die Zahlenangaben stammen von: BINKLEY, Wilfred E.: „American Political Parties”, S.315.Google Scholar
  64. 64.
    Einfrihrende Literatur zur„Greenback Party”: UNGER, Irwin: „The Greenback Era” (Princeton, N.J. 1964). WILSON, George: The Greenbacks and their doctrine. (Lexington, Mo. 1878).Google Scholar
  65. 65.
    Das Papiergeld war ab 1862 in einem Umfang von insgesamt 430 Mio. Dollar zur Finanzierung des Bürgerkrieges emittiert worden.Google Scholar
  66. 66.
    Platform” der„Greenback Party” von 1884; zit. n.: SCHAPSMEIER, Edward L./SCHAPSMEIER, Frederick H.: „Political Parties and Civil Action Groups” (Westport, Conn.) 1981. 5.191.Google Scholar
  67. 67.
    Einführende Literatur zur„Anti-Monopoly Party”: TREFOUSSE, Hans L.: „Ben Butler” (o.O. 1957).Google Scholar
  68. 68.
    Einführende Literatur zur„People’s Party” von 1891: DURDEN, Robert F.: „The Climax of Populism. The Election of 1896” (Lexington, Ky. 1965) GOODWYN, Lawrence: „Democratic Promise. The Populist Movement in America” (New York 1976). HICKS, John D.: „The Populist Revolt: A History of the Farmer’s Alliance and the People’s Party” (Minneapolis 1931). POLLACK, Norman: The Populist Response to Industrial America” (Cambridge, Mass. 1962). ROCHESTER, Anna: „The Populist Movement in the United States” (New York 1944).Google Scholar
  69. 69.
    St. Louis„platform” der„People’s Party” von 1892. Zit. n.:„History of U.S. Political Parties”, hrsg. v. A. Schlesinger, Jr. (New York 1973), Bd. II, S. I763.Google Scholar
  70. 70.
    Im Kern sah C. W. MACUNEs Plan vor, daß in allen Counties staatlich kontrollierte Lagerhäuser errichtet wurden, in denen die Fanner Agrarprodukte als Sicherheit für Kredite deponieren konnten, die in Höhe von 80% des Warenwertes auf die Dauer von 12 Monaten für 1% Zinsen p.a. vergeben werden sollten. Details dieses Plans finden sich in: „History of US-Political Parties” (Schlesinger, ed.), Vol. II S.1740ffGoogle Scholar
  71. 71.
    Platform” der„People’s Party” von 1892; zit. n.: „National Party Conventions” (Russo, ed.); S.55.Google Scholar
  72. 72.
    Insbesondere die Einführung von Direktwahlen für Senatoren und andere Amtsträger, die Durchführung von Plebisziten in Form von Volksbegehren und Volksentscheiden, die Möglichkeit einer Abwahl von Amtsträgem durch das Volk und die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten auf vier Jahre ohne Wiederwahlmöglichkeit. Die Forderung nach Einführung direktdemokratischer Instrumentarien hatte vor allem durch die„State Farmers’ Alliances” Eingang in das Parteiprogramm gefunden; dieser Punkt konnte erstmals 1898 in South Dakota (wo die Populisten zwei Jahre zuvor das Parlament erobert hatten) verwirklicht werden: dies war der erste US-Staat, in dem direktdemokratische Instrumentarien in der Staatsverfassung verankert wurden.Google Scholar
  73. 73.
    BINKLEY, American Political Parties, S. 317.Google Scholar
  74. 74.
    Einführende Literatur zur„National Labor Reform Party”: WARE,Norman J.: „The Labor Movement in the United States, 1860–1895” (o.O. 1929).Google Scholar
  75. 75.
    Einführende Literatur zur„United Labor Party”: BARKER, Charles A.: „Henry George” (o.O. 1955).Google Scholar
  76. 76.
    Henry GEORGE, der gegen die damals dominante These kämpfte, daß Armut eine unvermeidliche Begleiterscheinung wachsenden nationalen Wohlstandes sei, hatte in seinem weit verbreiteten Buch„Progress and Poverty” 1879 die These entwickelt, die Erhebung einer einzigen, progressiv ausgestalteten Steuer zur Abschöpfung des spekulativen Wertzuwachses von Landbesitz reiche aus, um sämtliche Staatsausgaben zu finanzieren und gleichzeitig eine gerechte Verteilung des Grundbesitzes zu bewirken. Wenngleich es nie zu einer Realisierung der„single tax” kam, ging von der Bewegung doch ein enormer sozialreformerischer Impuls aus, der nicht unwesentlich zur Einführung der progressiven Einkommenssteuer, aber auch der Anti-Trust Gesetzgebung beitrug, die u.a. durch den spekulativen Mißbrauch der„Homestead Acts” durch die Eisenbahnkonzerne veranlaßt worden war.Google Scholar
  77. 77.
    Einführende Literatur zur„Socialist Labor Party”: PETERSON, Arnold: „Daniel DeLeon: Socialist Architect” (o.O. 1941).Google Scholar
  78. 78.
    Einführende Literatur zur„Union Labor Party”: GARRATY, John A.: „The New Commonwealth, 1877–1890” (New York 1968).Google Scholar
  79. 79.
    Streng genommen handelt es sich um Bezeichnungen für zwei unterschiedliche Gruppen von AntiAlkoholikem: Abstinenzler sprechen sich für ein totales Alkoholverbot („tea-totalism”) aus, Temperenzler fordern hingegen nur eine Mäßigung („temperance”) im Alkoholgebrauch, wenden sich also nur gegen einen übermäßigen Alkoholgenuß.Google Scholar
  80. 80.
    Einführende Literatur zur„Prohibition Party”: BLOCKER, Jack S., Jr.: „Retreat from Reform: The Prohibition Movement in the United States, 18901913” (Westport, Conn. 1976). CLARK, Norman H.: „Deliver Us From Evil: An Interpretation of American Prohibition” (New York 1976). STORM, Roger C.: „Partisan Prophets” (o.O. 1972). TURNER, James R.: „The American Prohibition Movement, 1865–1897” (Diss.: University of Wisconsin 1972).Google Scholar
  81. 81.
    Platform” der„Prohibition Party” von 1872; zit. n.: SCHAPSMEIER & SCHAPSMEIER: Political Parties, S.366.Google Scholar
  82. 82.
    Die„National Prohibition Party” war unter dem anfänglichen Namen„Prohibition Protection Party” aus der„Home Protection Party” (gegr. 1881 von Francis WILLARD) hervorgegangen.Google Scholar
  83. 83.
    Siehe hierzu die Studie von: GUSFIELD, Joseph R.:„Symbolic Crusade. Status Politics and the American Temperance Movement.” ( Urbana, Ill. 1986 ).Google Scholar
  84. 84.
    Einführende Literatur zur„Equal Rights Party” von 1872: JOHNSTON, Johanna: „Mrs. Satan: the Incredible Saga of Victoria C. Woodhull” (o.O. 1967).Google Scholar
  85. 85.
    Einführende Literatur zur„Radical Democracy: ZORNOW, William F.: „Lincoln and the Party Divided” (Norman, Okla. 1954).Google Scholar
  86. 86.
    Einführende Literatur zur„Liberal Republican Parry: ROSS, Earle D.: „The Liberal Republican Movement” (Seatlle 1919, repr. Seatlle 1970). VanDEUSEN, Glyndon G.: „Horace GREELEY. Nineteenth Century Crusader” (o.O. 1953).Google Scholar
  87. 87.
    SCHURZ hatte das Modell einer Liberalrepublikanisch-Demokratischen Reformallianz 1870 bereits erfolgreich in Missouri erprobt, wo es der Allianz gelungen war, B. Gratz BROWN ins Gouverneursamt zu bringen.Google Scholar
  88. 88.
    Horace GREELEY, zit. n.: THOMAS, G. Scott: „The Pursuit of the White House” (New York 1987), S.48Google Scholar
  89. 89.
    Die nahezu einhellige Kritik an seiner Nominierung hatte GREELEY schon schwer getroffen; dann war noch der Tod seiner Frau hinzugekommen und zudem sein Bemühen gescheitert, wieder Herausgeber der New York„Tribune” zu werden. Infolge des Todes von GREELEY gaben seine Wahlmänner ihre Stimmen für vier andere Liberal-Republikanische Politiker ab.Google Scholar
  90. 90.
    Einführende Literatur zur„Independent Republican Party” („Mugwurnps “): McFARLAND, Gerald W.: „Mugwurnps, Morals and Politics” (Amherst, Mass. 1975). PETERSON, Lorin W.: „The Day of the Mugwumps” (New York 1961).Google Scholar
  91. 91.
    Einfahrende Literatur zur„Silver Republican Party”: ELLIS, Elmer:„Henry Moore Teller” (o.O. 1941 ). JONES, Stanley L.:„The Presidential Election of 1896” ( Madison, Wisc. 1964 ).Google Scholar
  92. 92.
    Einführende Literatur zur„National Democratic Party”: JONES, Stanley L.: The Presidential Election of 1896. ( Madison, Wisc. 1964 ).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Helmut Klumpjan
    • 1
  1. 1.ErlangenDeutschland

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