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Das Erste Amerikanische Parteiensystem (1789–1828): Die Etablierung der Parteien

  • Helmut Klumpjan
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Zusammenfassung

Die Wurzeln der amerikanischen Parteien sind bereits vor der Geburtsstunde der heutigen amerikanischen Verfassung zu finden, da das Zweiparteiensystem im wesentlichen in den Auseinandersetzungen um die Revision der „Articles of Confederation“ entstand. Weil vorher keine parteiengeschichtliche „tabula rasa“ herrschte, muß zuerst ein kurzer Blick auf die Kolonial- und Konföderationszeit geworfen werden.

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Anmerkungen

  1. 1.
    OLSON zeigt diesen Übergang deutlich am „Dictionary of the English Language” von Samuel JOHNSON aus dem Jahre 1755 auf. Siehe: OLSON, Alison Gilbert: „Anglo-American Politics, 1660–1775. ” (New York 1973 ), S. V.Google Scholar
  2. 2.
    HOFSTADTER, Richard: „The idea of a party system: The rise of legitimate opposition in the United States, 1780–1840.” (Berkeley, 1969), S.16–39; vgl. auch die ergänzenden Ausführungen von: RANNEY, Austin/KENDALL, Willmore: „Democracy and the American Party System” (Westport, Con. 1974), Si 18ff.Google Scholar
  3. 3.
    Siehe: The Complete Works of George Savile, First Marquess of Halifax”, hrsg. v.: W. Raleigh. (Oxford 1912), insbes. S.157–160.Google Scholar
  4. 4.
    Dissertation on Parties” (1733/34); „The idea of a patriot King” (1738); „Letters of the Spirit of Patrio-tism, on the Idea of a Patriot King, and on the State of Parties at the sucession of King George the First” (1749 in der von ihm herausgegebenen oppositionellen Zeitschrift „The Craftsman” erschienen).Google Scholar
  5. 5.
    Dem unübersehbar gewordenen Parteiengegensatz, der allerdings zunächst noch im wesentlichen auf den US-Kongreß begrenzt war, hatte der „Chefpropagandist” der südstaatlich-agrarischen „Old Republican”-Faktion der Jeffersonianer 1793/94 ein erstes Buch mit dem Titel „A Definition of Parties, or the Political Effect of the Paper System Considered” gewidmet, in dem es u.a. hieß: „the existence of two parties in Congress is apparent. The fact is disclosed almost upon every important question,… whether the subject be foreign or domestic.” John TAYLOR of Caroline, zit.n.: CHAMBERS, William Nisbet: „Political Parties in a New Nation: The American Experience, 1776–1809” (2. New York 1969), S. 64f.TAYLOR lieferte den Jeffersonianern später die parteientheoretische Legitimation ihrer Monopolherrschaft in der „Era of Good Feelings”: Da die Demokratisch-Republikanische Partei die aus Farmern bestehende produktive Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung repräsentiere (wobei die agrarischen Interessen gemäß physiokratischer Lehre mit dem Gemeinwohl identisch waren) sei die Einparteienherrschaft der Jeffersonianer nur der institutionelle Ausdruck der—formell wie inhaltlich—vollendeten Demokratie.Google Scholar
  6. 6.
    Of Parties in General” (1742); „Of the Parties of Great Britain”/„Of the Coalition of Parties” (1752), in: HUME, David: „Essays, Moral, Political, and Literary”, hrsg. v.: T. Green/T. Grose. ( London 1875 ).Google Scholar
  7. 7.
    James MADISON in: HAMILTON, Alexander/MADISON, James/JAY, John: „The Federalist Papers”, hrsg. v. C. Rossiter. (New York/Scarborough /London 1961): Federalist # 10, S. 79.Google Scholar
  8. 8.
    MADISON, James, in: HAMILTON/ MADISON/JAY, The Federalist, S.78. BELL glaubt, bei MADISON Unterschiede im Gebrauch der Begriffe „faction” und „party” nachweisen zu können: mit „factions” bezeichne MADISON jede Art von konkurrierenden Gruppen, auch solche im vorpolitischen Raum; mit „parties” meine er hingegen politische Gruppierungen, deren Mitglieder sich durch ein diszipliniertes konfrontatives Abstimmungsverhalten unterschieden, das leidenschaftsmotiviert sei. Im Unterschied zu den „factions” habe MADISON die Entstehung von „parties” für vermeidbar gehalten. Siehe: BELL, Rudolph M.: „Party and Faction in American Politics: The House of Representatives, 1789–1801.” ( Westport, Conn./London 1973 ), S. 3.Google Scholar
  9. 9.
    MADISON, op. cit., S.79.Google Scholar
  10. 10.
    BISMARCK, zit. n.: OBERREUTER, Heinrich: „Politische Parteien: Stellung und Funktion im Verfassungssystem der Bundesrepublik.” in: „Parteien in der Bundesrepublik Deutschland”, hrsg. v. A. Mintzel/H. Oberreuter. Bonn 1990, S. 18.Google Scholar
  11. 11.
    Staatslos” waren die USA vor allem in bezug auf das Fehlen eines Staatsapparates von „kontinentaleuropäischen” Ausmaßen: Sie besaßen weder einen nennenswerten zentralstaatlichen Beamtenapparat, der die Durchsetzung der Politik der Zentrale gegen den Widerstand der regionalen Verwaltung möglich gemacht hätte, noch verfügten sie über ein nennenswert großes stehendes Heer, das als innenpolitisches Repressionsinstrument hätte eingesetzt werden können; auch die Uneinheitlichkeit des Rechts wirkte—unter den Bedingungen des „dual federalism”—anti-staatlich. Der eigentliche „Staatsapparat” des Bundes umfaßte z.B. 1802 ganze 132 Personen—einschließlich der Bürodiener. (POLAKOFF, Keith I.: „Political Parties in American History” New York/Chichester 1981, S.67) Wenn die nominelle Personalstärke des „öffentlichen Dienstes” des Bundes um diese Zeit bereits einige Tausend Personen betrug, so lag dies daran, daß hierzu die Postbediensteten und die Angehörigen des—ausgesprochen personalschwachen—Militärs gerechnet wurden. „Staatslos” waren die USA aber auch in bezug auf das Fehlen einer „Staatsideologie” à la HOBBES oder HEGEL.Google Scholar
  12. 12.
    Observations on a late Publication instituted,The Present State of the Nation’ “ (1769); „Thoughts on the Cause of the Present Discontents” (1770); „Speech to the Electors of Bristol. On his being declared by the Sheriffs, duly elected one of the Representatives in Parliament of that city. On Thursday, the 3rd of November, 1774.”; „Reflections on the Revolution in France” (1790).Google Scholar
  13. 13.
    Zit. n.: SARTORI, Giovanni: „Parties and Party Systems: A Framework for Analysis.” (Cambridge 1976), Bd. I S. 9.Google Scholar
  14. 14.
    Zum Verhältnis von Fraktionsdisziplin und freiem Mandat bei BURKE siehe den Aufsatz von: STEFFANI, Winfried: „Edmund Burke: Zur Vereinbarkeit von freiem Mandat und Fraktionsdisziplin”, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, (Opladen 1981), Bd. 12, S.109–122; STEFFANI macht dort (S.120 FN.33) im übrigen darauf aufmerksam, daß nicht, wie bislang angenommen, BURKE der erste gewesen sei, der die Parteien respektabel gemacht habe, sondern schon Edward SPELMAN im Jahre 1743.Google Scholar
  15. 15.
    BAGEHOT, Walter: „The English Constitution” (London 1928 ), 5. 126.Google Scholar
  16. 16.
    Als eine der wenigen nachweisbaren frühen amerikanischen Quellen führt MAIN in diesem Zusammenhang einen Artikel im Boston „Independent Chronicle” vom 18. Oktober 1787 an. Siehe: MAIN, Jackson T.: „Political Parties before the Constitution. ” (Chapel Hill 1973 ), S. 404.Google Scholar
  17. 17.
    JEFFERSON, Thomas: „Writings”, hrsg. v. P. Ford (New York 1892ff), Bd. 6, S. 338.Google Scholar
  18. 18.
    The Adams-Jefferson Letters”, hrsg. v.: L. Cappon. (Chapel Hill, N.C. 1959), Bd. II, S. 332.Google Scholar
  19. 19.
    JEFFERSON, Thomas: Writings (Ford, ed.), Bd. 9, S. 296Bd. 9 S. 296.Google Scholar
  20. 20.
    Thomas JEFFERSON, zit. n.: CUNNINGHAM, Noble E. Jr. in: „History of US Political Parties”, hrsg. v. A. Schlesinger, Jr., (New York 1973), Bd. I, 5. 241.Google Scholar
  21. 21.
    Hier sind vor allem zwei theoretische Beiträge zu nennen: Als erstes wäre auf Francis LIEBER („Manual of Political Ethics”, Philadelphia 1838), einen deutschstämmigen Professor für Politische Wissenschaft an der New Yorker Columbia University, hinzuweisen, der ähnlich wie schon BURKE zwischen politisch dysfunktionalen „factions” und funktionalen „parties” unterschied: „factions” waren dabei für ihn rein situationsorientierte, eher kurzlebige politische Gruppierungen, deren Mitglieder zur Durchsetzung ihrer essentiell egoistischen Ziele bei Bedarf auf illegale Mittel zurückgriffen; unter „parties” wollte er hingegen prinzipienorientierte und auf Dauer angelegte politische Gruppierungen verstanden wissen, deren Mitglieder—zumindest subjektiv—ihre gemeinwohlorientierten Ziele ausschließlich mit legalen Mitteln durchzusetzen versuchten. Allerdings vertrat LIEBER die Auffassung, im Unterschied zu den in allen politschen Systemen anzutreffenden „factions” gebe es „parties” nur in freiheitlichen Ordnungen. Hier sei die Existenz der letzteren durchaus wünschenswert und notwendig, weil „parties” u.a. den gesellschaftlichen Kompromiß förderten, innovativ wirkten und durch die Konkurrenz von Regierungs- und Oppositionspartei freiheitssichernd wirkten. Wenngleich „parties” durchaus zu „factions” entarten könnten, so sei dieser Gefahr doch wirksam zu begegnen, wenn man nur frühzeitig den Verselbständigungstendenzen entgegenwirke. Ein noch eindrucksvolleres Plädoyer für die Parteien veröffentlichte 1856 der amerikanische Publizist Philip C. FRIESE mit seinem „Essay on Party, Showing Its Uses, Abuses, and Natural Dissolution”. LIEBERs und FRIESEs positives Parteienverständnis wirkte in den USA jedoch weniger präformierend als vielmehr analysierend, denn die Parteiensicht dieser beiden Autoren brachte nur die bedeutende, im wesentlichen positiv zu bewertende Rolle auf den Begriff, welche die Parteien in den USA inzwischen bereits spielten.Google Scholar
  22. 22.
    RUTLAND, Robert Allen: „The Ordeal of the Constitution: The Antifederalists and the Ratification Struggle of 1787–1788.” ( Norman, Okla. 1966 ), S. 4.Google Scholar
  23. 23.
    THOMAS, G. Scott: „The Pursuit of the White House” ( New York/Westport, Conn. 1987 ), S. 16.Google Scholar
  24. 24.
    STANLEY, Harold W./NIEMI, Richard G.: „Vital Statistics on American Politics” (2. Washington, D.C. 1990 ), S. 78.Google Scholar
  25. 25.
    Methods of Electing Presidential Electors: 1788 to 1836 (L-by legislature; GT-by people, on general ticket; D-by people in districts; A-by people, in State at large; E-by electors. The number in parantheses following the sysmbol „D” ist the number of districts into which the State was divided. As a rule, each district elected 1 elector. The number in parantheses following the symbol „A” is the number of electors elected at large.)Google Scholar
  26. 26.
    Fisher AMES, zit. n.: BOWERS, Claude: Jefferson and Hamilton, the Struggle for Democracy in America. (Boston 1925 ), 5. 151.Google Scholar
  27. 27.
    Nach seiner Niederlage gegen JEI-PERSON schloß sich der ehemalige „Federalist” BURR der radikalFederalistischen „Essex Junto” an, die eine Sezession der Nordost-Staaten vorbereitete; nachdem HAMILTON auch noch seine Wahl zum Gouverneur von New York verhinderte hatte, tötete BURR seinen Erzfeind im Duell; später zettelte er noch einen Aufstand im Westen an.Google Scholar
  28. 28.
    ELDERSVELD hat darauf hingewiesen, daß der Begriff „realignment” in der Literatur keineswegs einheitlich verwendet wird: „For some, realignment is a sudden happening occurring at the time of a,critical election’…. For others, realignment is a gradual change in party support - called secular realignment. Again, for some writers realignment means electoral replacement (older voters of Party A replaced by new voters supporting party B). Realignment also means to some primarily a change in the party loyalties and the voting behavior of the public, while for still others realignment means much more - a change in the organic structure of the party process, in the citizen’s relationship to that process with significant consequences for the polical system.” ELDERSVELD, Samuel: „Political Parties in American Society” (New York 1982), S.386.Google Scholar
  29. 29.
    The Federalist (Rossiter, ed.): Nr. 10, S. 77.Google Scholar
  30. 30.
    Alexander HAMILTON: Brief an Edward CARRINGTON v.26.5. 1792, zit. n.: „History of US-Political Parties”, hrsg. v. A.M. Schlesinger Jr. (New York 1980), Bd.I: S. 277.Google Scholar
  31. 31.
    CHARLES, Joseph: „The Origins of the American Party System.” (2. New York 1961), insbes. S. 86–94.Google Scholar
  32. 32.
    Siehe: RYAN, Mary P.: „Party Formation in the United States Congress, 1789–1796: A quantitative analysis.” In: William and Mary Quarterly, Vol. XXVIII (Williamsburg, Va. 1971) S. 523–542; sowie: BELL, Rudolph M.: op. cit.; ferner: HOADLEY, John: Origins, a.a. O..Google Scholar
  33. 33.
    Der Begriff „Democrats” war zeitweise wegen des Terrors der Französischen Revolution diskreditiert.Google Scholar
  34. 34.
    WASHINGTON, der schon im Jahre 1789 die Akzeptierung des Präsidentenamtes mit dem Weg zum Schafott verglichen hatte, erklärte zwar niemals öffentlich seine Bereitschaft, 1792 erneut zu kandidieren, erwartungsgemäß wurde er jedoch einstimmig wiedergewählt. Vier Jahre später gab er dem erneuten Drängen auf eine nochmalige Kandidatur allerdings nicht mehr nach.Google Scholar
  35. 35.
    WASHINGTON, George: Farewell Address (1796), zit. n.: „Documents of American History” hrsg. v. Henry S. Commager, (5. New York 1949 ), S. 172.Google Scholar
  36. 36.
    Th. JEFFERSON, zit. n.: CHAMBERS, Political Parties, S. 75. Mit „papermen” sind die Schuldverschreibungs-Spekulanten gemeint.Google Scholar
  37. 37.
    HAMILTON hatte versucht, auf die Federalistischen Wahlmänner mit der Zielsetzung einzuwirken, ADAMS’ Vizepräsidentschaftskandidaten Thomas PINCKNEY mehr Stimmen zukommen zu lassen, als John ADAMS, um letzteren zum zweitplacierten hinter PINCKNEY zu machen. Diese Taktik hatte die ADAMS-Anhänger dazu veranlaßt, auf die Federalistischen Wahlmänner zum Nachteil von PINCKNEY einzuwirken. Diesem fehlten letztlich die Stimmen, die ihm ohne den innerparteilichen Streit einen hinreichenden Vorsprung vor JEFFERSON gesichert hätten: ADAMS hatte im Wahlmännerkollegium 71 Stimmen erhalten, PINCKNEY nur 59, so daß JEFFERSON, der die Nominierung nur widerstrebend angenommen hatte, mit 68 Stimmen unerwartet das Vizepräsidentenamt erobern konnte.Google Scholar
  38. 38.
    Die „High Federalists” hatten während des Wahlkampfs einen „privaten” Brief HAMILTONs, in dem dieser ADAMS für inkompetent erklärte, an die Presse gelangen lassen.Google Scholar
  39. 39.
    So der Federalistische US-Chief-Justice Oliver ELLSWORTH, zit. n.: BINKLEY, Wilfred E.: „American Political Parties: Their Natural History” (4. New York 1965 ), S. 85.Google Scholar
  40. 40.
    Eine Schlüsselfunktion kam hierbei der vorgeblich völlig unpolitischen „botanischen Reise” von JEFFERSON und MADISON im Jahre 1791 nach New York zu.Google Scholar
  41. 41.
    BINKLEY, American Political Parties, 5.71.Google Scholar
  42. 42.
    JEFFERSON, Thomas: „First Inaugural Address” (v. 4. März 1801 ); zit. n.: History of US-Political Parties ( Schlesinger, ed. ), Bd. I, S. 294.Google Scholar
  43. 43.
    Josiah QUINCY, zit n.: BINKLEY, American Political Parties, S.98.Google Scholar
  44. 44.
    Der Ausdruck „Quids” leitet sich von „tertium quid” („irgend etwas Drittes”) ab, einem Schimpfwort, das die—den moderat-pragmatischen Kurs Präsident JEFFERSONs unterstützende—Fraktion der „Old Republicans” für die Radikaldemokraten um RANDOLPH geprägt hatten, weil sie ihnen vorwarfen, weder Republikaner noch Federalisten zu sein, sondem eine undefinierbare dritte Position einzunehmen. Später wurde der Terminus „quids” für Parteidissidenten jedweder Art benutzt.Google Scholar
  45. 45.
    Außer CLAY zählten hierzu vor allem John C. CALHOUN, Felix GRUNDY, Richard M. JOHNSON, William LOWNDES und Peter C. PORTER.Google Scholar
  46. 46.
    DeWitt CLINTON war ein Neffe von Vizepräsident George CLINTON.Google Scholar
  47. 47.
    Führende Mitglieder der „Essex Junto” waren die „Federalists” George CABOT, Harrison Gray OTIS und Timothy PICKERING. Die „Essex Junto” konnte auf dem Hartford-Konvent zwar nicht ihr Ziel durchsetzen, die Sezession der Federalistisch beherrschten Nordoststaaten einzuleiten, sie konnten aber zahlreiche Wunschvorstellungen in dem Verfassungsrevisionsentwurf festschreiben, den der Konvent verabschiedete.Google Scholar
  48. 48.
    So z.B.: „Bucktails” vs. „Clintonians” in New York; „TROUP-faction” vs. „CLARK-faction” in Georgia und „Old Court” vs. „New Court” in Kentucky.Google Scholar
  49. 49.
    Das Ergebnis von 65 zu 54 Stimmen zeigt deutlich, daß es beträchtliche innerparteiliche Widerstände gegen MONROE gab, der wie Präsident MADISON aus Virginia stammte. Diese Widerstände kamen aber nicht nur von den Gegnern der „Virginia Dynasty”, sondern auch von jenen Teilen der Parteibasis, die in MONROE eine honorige „graue Maus” ohne jegliche Dynamik sahen und eine Nominierung des ehemaligen Kriegsministers und derzeitigen Finanzministers William CRAWFORD aus Georgia vorgezogen hätten.Google Scholar
  50. 50.
    MONROE in einem Brief an MADISON, zit.n.: POLAKOFF, Political Parties, S.95.Google Scholar
  51. 51.
    Eine offizielle Nominierungsentscheidung der Demokratisch-Republikanischen Partei war nicht zustande gekommen, da das erforderliche Quorum des „caucus” nicht erreicht worden war.Google Scholar
  52. 52.
    MONROE erhielt im „electoral college” eine einzige Gegenstimme, die von William PLUMER, einem der sieben Wahlmänner des Staates New Hampshire, stammte. Es hat sich hieraus die Legende entwickelt, daß PLUMER die Gegenstimme mit der Intention abgegeben habe, dem „pater patriae” WASHINGTON die Ehre vorzubehalten, als einziger US-Präsident einstimmig gewählt worden zu sein. THOMAS hat allerdings darauf hingewiesen, daß PLUMER ein bekannter Kritiker der MONROEschen Politik war. Siehe: THOMAS, The Pursuit of the White House, S.16.Google Scholar
  53. 53.
    BINKLEY, American Political Parties, S.114.Google Scholar
  54. 54.
    Z.B. Wilmington als Republikanische Enklave im Federalistisch beherrschten Staat Delaware.Google Scholar
  55. 55.
    Z.B. die Beseitigung des Federalistischen Parteienmonopols in Connecticut durch die oppositionelle „Tolerationist Party” um 1810; Transformation des Federalistischen Parteienmonopols von South Carolina in ein Demokratisch-Republikanisches Parteienmonopol um die Jahrhundertwende.Google Scholar
  56. 56.
    ELDERSVELD, Samuel J.: „Political Parties in American Society” (New York 1982), S. 21.Google Scholar
  57. 57.
    In der hier behandelten Periode vor allem in New York und Pennsylvania mit den genialen Anti-Federalistischen Parteiführern Aaron BURR und John BECKLEY, aber ausnahmsweise auch in dem von den Federalisten beherrschten Massachusetts.Google Scholar
  58. 58.
    Die „People’s Party” wurde von ehemaligen „Federalists” und von innerparteilichen Gegnern der „Bucktail”-Faktion der „Democratic Republican Party” des Staates New York gegründet. Das Primärziel der Gründung bestand darin, in den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen den Staat New York für John Quincy ADAMS statt für den von den „Bucktails” unterstützten Ex-General Andrew JACKSON zu gewinnen—ein Ziel, zu dessen Verwirklichung die „People’s Party” den entscheidenden Beitrag leisten konnte. Die neue Partei hielt 1824 in Utica ihren ersten Nominierungskonvent ab, auf dem sie Ex-Gouverneur DeWitt CLINTON zum Gouverneurs-Kandidaten nominierte. Der Name „People’s Party” spielte u.a. auf die programmatische Forderung der Partei nach einer Volkswahl der Präsidenten-Wahlmänner an. Schon 1826 löste sich die Partei vor dem Hintergrund verschärfter Flügelkämpfe der Demokratisch-Republikanischen Bundespartei wegen wachsender innerer Gegensätze wieder auf.Google Scholar
  59. 59.
    BEARD, Charles A.: „An Economic Interpretation of the Constitution of the United States.” (New York 1959); The American Party Battle.” (New York 1928); „Economic Origins of Jeffersonian Democracy.” (New York 1965); „The Rise of American Civilization.” (New York 1927); BINKLEY, Wilfred E.: op. cit.Google Scholar
  60. 60.
    Die sprachlich etwas unschöne, dem Englischen angenäherte Schreibweise soll die Unterscheidung zwischen der Parteibezeichnung und „föderalistisch” im traditionellen deutschen Sinne ermöglichen; bekanntlich war die Federalistische Partei betont anti-föderalistisch eingestellt!Google Scholar
  61. 61.
    Fisher AMES, zit.n.: POLAKOFF, Political Parties in American History, S.37.Google Scholar
  62. 62.
    Fisher AMES in einem Brief an Theodore Dwight vom 19. März 1801, zit. n.: History of US-Political Parties ( Schlesinger, ed.) Bd. I, S. p. 99.Google Scholar
  63. 63.
    Th. JEFPERSON in seinen „Notes on the State of Virginia” von 1781/82; 1E1-PERSON fügt allerdings die Einschränkung hinzu: falls es überhaupt ein solches „auserwähltes Volk” gäbe. Zit. n.: POLAKOFF, Political Parties, S.28.Google Scholar
  64. 64.
    MAIN, Political Parties, S.32 und passim.Google Scholar
  65. 65.
    Der Begriff „caucus” wird in den USA in einem dreifachen Sinne benutzt: Zum ersten bezeichnet er die Parlamentsfraktion einer Partei bzw. die Fraktionsversammlung; zum zweiten meint er das Nominierungsinstrument (z.B. für die Bestellung des Präsidentschaftskandidaten); zum dritten kann er eine innerparteiliche oder aber parteiübergreifende Gruppierung bezeichnen: So stellt der „Black Caucus” des US-Kongresses z.B. eine lockere Vereinigung der schwarzen Kongreß-Mitglieder beider Parteien dar. Die beiden häufigsten etymologischen Erklärungsversuche leiten den Begriff zum einen aus der Sprache der Algonkin-Indianer vom Wort „caucauasu” ab, was so viel wie,jemand, der Ratschläge erteilt” bedeutet, zum anderen von dem englischsprachigen Begriff „caulkers”, der auf die Tatsache anspricht, daß einige der von Sam ADAMS Sr. während der Revolutionszeit in Boston organisierten politischen Treffen vor allem von Schiffskalfaterern besucht wurden.—Siehe hierzu: „Dictionary of American History”, hrsg. v. J. Adams. (2. New York 1951), Bd. I: S. 327f.; sowie: „A Dictionary of American English on Historical Principles”, hrsg. v. W. Craigie/J. R. Hulbert (London 1960), Bd. I: S.451f.; außerdem: NICHOLS, Roy F.: „The Invention of the American Political Parties. ” (New York/London 1967 ), S. 94.Google Scholar
  66. 66.
    GALLATIN, Albert, zit. n.: ELDERSVELD, Political Parties, S. 30. [Übersetzung: H.K.].Google Scholar
  67. 67.
    CHAMBERS, Political Parties, S.197.Google Scholar
  68. 68.
    Zit. n.: POLAKOFF, Political Parties, S. 59.Google Scholar
  69. 69.
    MADISON: The Federalist (Rossiter, ed.) Nr. 10: S. 77. Vgl. hierzu auch seine Ausführungen in den Artikeln 50 und 51 des „Federalist”.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Helmut Klumpjan
    • 1
  1. 1.ErlangenDeutschland

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